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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Was können Ehefrauen wissen ?

Ein guter Blick fürs Böse
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Die Geschichte spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien und folgt drei Frauen, die eine ungewöhnliche Eigenschaft verbindet; ihre Männer wurden allesamt als Serienmörder enttarnt und darüber haben sie ...

Die Geschichte spielt in den 1960er Jahren in Kalifornien und folgt drei Frauen, die eine ungewöhnliche Eigenschaft verbindet; ihre Männer wurden allesamt als Serienmörder enttarnt und darüber haben sie sich gefunden. Die drei bilden nun Jahre nach den Festnahmen ihrer Männer ein super interessantes Ermittlertrio, das sich bei der Aufklärung der brutalen Morde zusätzlich immer wieder mit ihren Vergangenheiten konfrontiert sieht.

Gerade die Frage, die immer (unterschwellig) mitschwingt, nämlich wie viel man über einen Menschen wirklich wissen kann und damit verbunden auch die Entwicklung der Frauen als Charaktere, die getrieben von ihren Erfahrungen sich dem Bösen aktiv entgegenstellen wollen, ist sehr spannend zu lesen.

Auch die Atmosphäre, die von Anfang sehr schön eingeführt wird, dieser Retrocharme der 60er gepaart mit einem gleichzeitig glamourösen, aber auch durchaus nicht ungefährlichen Schauplatz in Kalifornien, tut ihr Übriges dazu.

Insgesamt ein sehr interessantes Buch, das ehrlich gesagt aber auch an einigen Stellen schon ein bisschen sehr von der Stimmung, dem "Glamour" lebt. Aber ansonsten wirklich atmosphärisch und von den Charakteren her gut gelungen.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Anspruchsvolle, aber spannende Genreverbindung

Unter dem Strand
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Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, ...

Was auf alle Fälle klar ist über dieses Buch ist, dass es weit mehr als den klassischen Ostseekrimi beinhaltet. Der Leser begleitet auf der einen Seite (und in der einen Zeitleiste) die Journalistin Cay, die beruflich an die Lübecker Bucht reist und in der anderen Zeitleiste Leon, einen Bewohner eines KZs in diesem Gebiet.
Die Perspektiven und Zeitleisten wechseln teilweise schnell nacheinander, woran ich mich zunächst gewöhnen musste.
Gerade diese Verbindung von historischen und kriminalistischen Elementen verlangt dem Leser meiner Meinung nach auch nochmals eine besondere Konzentration beim Lesen ab. Der historische Tiefgang wirkt eindeutig gut recherchiert und der regionale Bezug passt meiner Ansicht nach auch gut.

Womit ich ein wenig eine ( "Problem" wäre schon etwas zu stark, vielleicht besser) Gewöhnungsphase gebraucht habe, war dann aber doch wie zynisch Leon über die Geschehnisse im Lager redete. Mit der Zeit hat sich mir dann aber zumindest ein bisschen erschlossen, dass gerade durch diese Art das Ganze noch authentischer, noch eher nachzufühlen wirkt. Und ich bin leider über die gesamte Geschichte nicht wirklich warm mit Cay geworden. Sie ist eine super interessante Figur, die ( so wirkt es auf mich) einiges an Ballast mit sich herumträgt, auch wenn das nie konkret so genannt wird. Aber sie ist aus meiner Sicht irgendwie zu verbissen in ihrem Weltbild, es gibt nur Schwarz und Weiß, Gut und Böse und das fand ich gerade bei einer in sich so widersprüchlichen Person wie Cay es für mich ist, irgendwie nicht passend.

Insgesamt aber durchaus ein super spannendes Buch, das kriminalistische und historische Elemente gut verbindet, aber gerade durch diese Verbindung auch eher keine Lektüre für mal nur so zwischendrin ist. Denn um die Geschichte wirklich zu durchsteigen muss man mitdenken, mitfühlen und darf nie vergessen, dass all diese grausame Dinge bis heute Auswirkungen haben (sollten).

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Grandioses Setting, etwas überstürztes Ende

Missing Page - Tödliche Worte
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Eindeutig ein spannender Young-Adult-Thriller, der seine Leserinnen und Leser direkt in seine düstere, abgeschottete Atmosphäre zieht. Das Setting macht allgemein meiner Meinung nach einen sehr großen ...

Eindeutig ein spannender Young-Adult-Thriller, der seine Leserinnen und Leser direkt in seine düstere, abgeschottete Atmosphäre zieht. Das Setting macht allgemein meiner Meinung nach einen sehr großen Reiz dieses Buches aus: ein abgeschiedenes Herrenhaus, das schlechte Wetter und das seltsame Verhalten der unterschiedlichen Figuren gepaart mit einer Mischung aus Isolation und Geheimnis sind sehr gut gelungen Man hat beim Lesen oft das Gefühl, selbst mit im Haus zu sein und niemandem ganz trauen zu können.

Auch die Charaktere sind sehr gut anlegt, wobei ich einen Moment gebraucht habe um mit Toni als Hauptperson warm zu werden. George dagegen war mir gleich sympathisch, wobei ich die Liebesgeschichte zwischen den Beiden doch etwas konstruiert fand.

Die Geschichte in sich ist schön erzählt, sie baut stetig mehr Spannung auf und durch die Hinweise, die auch dem Leser nur stückchenweise präsentiert werden, kann man sehr gut miträtseln. Wobei mir im Buch teilweise doch etwas schnell Rückschlüsse gezogen werden und Rätsel gelöst. Und so ging es mir dann auch mit der Auflösung. Ich kann es nicht genau in Worte fassen, aber irgendwas fehlte für mich. Vielleicht war ich aber auch vom Hype des ersten Buches der Autorin einfach auf etwas Fulminanteres eingestellt.

Was auch unbedingt noch genannt werden muss, ist das Buchdesign ( zumindest in der ersten Auflage sieht das so aus/ist das alles beinhaltet ). Das Page-Overlay, der Farbschnitt und die aufwendig eingebauten Elemente ( ein Fenster, das man tatsächlich öffnen kann, was ich aber nicht getan habe, irgendwas sträubt sich da in mir) machen den Roman nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu etwas Besonderem.

Insgesamt ein Buch, das nicht nur im Regal hübsch aussieht, sondern auch eine tolle Geschichte beinhaltet, die den Leser zum Miträtseln anregt, wobei meiner Meinung nach die Auflösung dann doch etwas überstürzt ist.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Gut Ding will Weile haben

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Wahnsinn, wenn man sich überlegt, dass die ersten ( im Print erschienenen) Geschichte mit und über das Känguru schon 2009 erschienen sind. Und hier sind wir nun 17 Jahre später und es gibt immer noch Einiges ...

Wahnsinn, wenn man sich überlegt, dass die ersten ( im Print erschienenen) Geschichte mit und über das Känguru schon 2009 erschienen sind. Und hier sind wir nun 17 Jahre später und es gibt immer noch Einiges zu erzählen.
Ich muss gestehen, dass ich lange gar nichts von dieser Reihe wusste und irgendwann so 2017/2018 zufällig von ner Freundin mit rein gezogen wurde und seitdem ein riesiger Fan bin; Bücher und Hörspiele teilweise Wort für Wort mitsprechen und ( unabsichtlicherweise) auch immer wieder einfach so im Alltag zitieren kann.Und dieser Sog war auch nun im fünften Band eindeutig zu spüren.
Man merkt aber, dass das Känguru und seine Ansichten sich über die Jahre auch gewandelt haben. Am Anfang der Reihe wirkte es auf mich häufig eher meckernd und erstmal immer dagegen um sich abzugrenzen und hier beschließt es, ähnlich wie auch schon mit der Gründung des Asozialen Netzwerkes, aktiv mit einer Rebellion ( in Form eines Art Kettenbriefs, der sich durch das gesamte Buch zieht) einzugreifen. Und auch wenn die einzelnen Episoden, teils auch aus Sicht des Kängurus geschrieben, in sich abgeschlossen sind, wirkt dieser Plan wie ein roter Faden.
Über die grandiose humoristische Aufarbeitung unterschiedlichster Themen glaub ich muss ich wenig schreiben; es ist bekannt wie Kling mit einer Mischung aus albernen Wortspielen, absurden Einfällen und sehr präzisen Beobachtungen des deutschen Politiktreibens einfach stets kurzweilige Lektüren, die dennoch auch stark zum Nachdenken anregen, schafft.

Auffällig fand ich hier aber abschließend, dass ich irgendwie das Gefühl hatte, dass dieser fünfte Teil nochmal politischer und programmatischer war als seine Vorgänger. Ein Fakt, der ja stets in seinen Texten mitschwang, mir aber hier irgendwie besonders beim Lesen ins Auge stach. Ob positiv oder negativ lässt sich schwierig einordenen.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Noch eine neue Stufe skandinavischer Spannungsliteratur

Dunkelmann
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Die dunkle, mysteriöse Atmosphäre, die einem schon vom Cover her entgegenstrahlt, wird auch innerhalb der Geschichte sehr gut umgesetzt.
Das Wesen dieses Buches als ein hochaktueller Spionagethriller, ...

Die dunkle, mysteriöse Atmosphäre, die einem schon vom Cover her entgegenstrahlt, wird auch innerhalb der Geschichte sehr gut umgesetzt.
Das Wesen dieses Buches als ein hochaktueller Spionagethriller, der eine gute Balance zwischen packender Unterhaltung und politischer Realität findet, fesselt von der ersten Seite an.
Die Geschichte arbeitet mit verschiedenen Perspektiven, die nach und nach immer mehr zu einem Gesamtbild werden. Was als scheinbar kleiner Verdacht beginnt, eskaliert sich mit der Zeit immer mehr.
Besonders gelungen ist hier auch die Darstellung der Geheimdienstarbeit. Es wird nicht mit den klassischen Klischees und übertriebener Action, sondern mit weitgehend glaubwürdiger Ermittlungsarbeit, politischen Reiberein und auch psychologischem Druck gearbeitet. Da merkt man richtig, dass diese Materie den Autoren ( im Speziellen natürlich einem konkret) nicht unbekannt ist. Auch die Figuren sind so gezeichnet, dass man gut mit ihnen mitfühlen kann.
Und die Einbindung aktueller Themen wie u. A. geopolitischer Machtkämpf und natürlich Chinas immer wachsender Einfluss passt logischerweise sehr gut dazu.

Als kleineren Kritikpunkt muss ich aus meiner persönlichen Perspektive sagen, dass ich bei all den, zeitweise schon eher komplexen politischen Hintergründen nicht mehr ganz mitgekommen bin und mich so teilweise etwas schwer getan habe in der Geschichte zu bleiben.

Insgesamt aber ein super spannender Thriller, der gerade durch das Insiderwissen natürlich nochmal zusätzlich aufgewertet wird. Für alle, die politische Thriller und/oder skandinavische Krimis ( die Atmosphäre ist halt echt nochmal besonders) mögen durchaus eine Empfehlung.

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