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Veröffentlicht am 18.04.2026

Albtraumforschung mit Luft nach oben

REM
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Alysee ist gerade mal vier Jahre alt als ihr Vater stirbt. „Du darfst nicht einschlafen“ sind seine eindringlichen letzten Worte, die er an seine Tochter richtet. Doch dies gelingt ihr nicht und als sie ...

Alysee ist gerade mal vier Jahre alt als ihr Vater stirbt. „Du darfst nicht einschlafen“ sind seine eindringlichen letzten Worte, die er an seine Tochter richtet. Doch dies gelingt ihr nicht und als sie aufwacht ist ihr Vater tot. Alysee wächst bei einer Pflegefamilie auf, gemeinsam mit ihrem besten Freund Nico. Die Angst vor dem Einschlafen verliert sie nie.
21 Jahre später erfährt sie, dass ihr Vater ihr ein Hotel hinterlassen habe. Gemeinsam mit Nico macht sich Alysee auf den Weg dorthin. Doch der Traum vom Erbe entwickelt sich ganz schnell zum Albtraum.
Mit“ REM“ legt Annika Strauss in Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek einen Horror-Thriller vor, der aber eher das Genre Fantasy bedient. Wer zudem einen waschechten Fitzek erwartet, der wird schnell eines Besseren belehrt. Der Titel REM (Rapid Eye Movement) gibt ja schon den Hinweis auf die Thematik. Es geht um Träume, besser noch um Albträume. Was wäre, wenn es möglich wäre diese aufzuzeichnen und sich erneut anzusehen? Die Idee eines Somnakulars, einer Art virtueller Brille, die eben diese Träume aufzeichnen kann fand ich sehr interessant und spannend. Doch leider wurde dieses Thema nicht vertieft. Es geht zwar sehr spannend los, doch dann entwickelt sich das Ganze eher zu einem actiongeladenen Kampf gegen wahrgewordene Albtraummonster. Es passiert wirklich ständig etwas und so fliegen die Seiten nur so dahin. Langeweile bleibt hier ein Fremdwort. Dazu gibt es sehr kurze Kapitel, bei denen permanent die Perspektiven wechseln. Auch die Spannung steigt zum Ende hin noch einmal an bis hin zum kleinen Showdown.
Für einen Horror-Thriller hatte das Buch für mich zu wenig Horror zu bieten. Unterhaltsam war es auf jeden Fall und auch der Erzählstil konnte bei mir punkten. Dennoch empfand ich das Ganze eher als etwas überdrehte Action.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Gelungener Auftakt mit außergewöhnlicher Ermittlerin

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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„Tatort Trelleborg“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Matias Edvardsson. Im Mittelpunkt steht dabei die junge und ambitioniert Polizeimeisterin Gunni Hilding. Sie wird überraschend ins Dezernat für ...

„Tatort Trelleborg“ ist der Auftakt einer neuen Reihe von Matias Edvardsson. Im Mittelpunkt steht dabei die junge und ambitioniert Polizeimeisterin Gunni Hilding. Sie wird überraschend ins Dezernat für Gewaltverbrechen geholt und soll hier den Tod eines achtjährigen Jungen aufklären. Fünf Jahre später ereignet sich ein ähnlicher Fall. Wieder ist ein Junge verschwunden und die Umstände erinnern an den ersten Mord. Ist es die Tat eines Serientäters?
Die Geschichte beginnt im Jahr 1989, eine Zeit in der die Telefone noch Kabel hatten und Recherchearbeit noch ganz anders ablief. Fünf Jahre später steckt das Internet noch in den Kinderschuhen und Erinnerungen an diese Zeit wurde bei mir geweckt. Es wurde überall geraucht und zu viel getrunken und auch die Polizeimaßnahmen waren andere als heute.
Mit Gunni Hilding hat der Autor eine sympathische und gleichzeitig ungewöhnliche Figur geschaffen. Gunni lebt von ihrer Familie getrennt und leidet darunter. Sie verbringt mehr Zeit mit ihrem Pferd als mit anderen Menschen, von denen sie immer wieder enttäuscht wird. Dennoch hat mir Gunni sehr gefallen, sie ist eine vielschichtige Figur.
Ein wenig gestört hat mich zu Beginn des Buches die Vielzahl von Nachbarn des verschwundenen Jungen. Es handelte sich dabei oft um alleinerziehende Väter mit ihren Söhnen. Ohne Notizen, wer da wer ist, wäre ich verloren gewesen. Zum Glück festigten sich die Figuren mit der Zeit und man bekommt den Überblick.
Die Kapitel waren alle angenehm kurz und durch den spannenden Aufbau flogen die Seiten nur so dahin. Der Autor legt geschickt falsche Fährten aus und man rätselt die ganze Zeit wer der Täter in den sein könnte. Es bleibt also bis zur Auflösung spannend. Am Ende gibt es noch einen ganz fiesen Cliffhanger, der gleichzeitig die Neugier auf den zweiten Band weckt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Den Naturgewalten ausgesetzt

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Starke Unwetter halten die Grenzregion Karwendel in Atem. Zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten und reißen alles mit sich. Es gibt etliche Vermisste. Auf der deutschen Seite hat Oberkommissarin ...

Starke Unwetter halten die Grenzregion Karwendel in Atem. Zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten und reißen alles mit sich. Es gibt etliche Vermisste. Auf der deutschen Seite hat Oberkommissarin Alexa Jahn schon jetzt alle Hände voll zu tun. Da wird in einer Schlucht noch ein weiterer Toter gefunden, der offensichtlich ermordet wurde. Auf der österreichischen Seite ist Chefinspektor Bernhard Krammer auf der Suche nach einer Gruppe Jugendlicher, die als vermisst gemeldet wurden.
Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“ legt Anna Schneider bereits den sechsten Band der Serie vor, der in der Grenzregion zwischen Deutschland und Österreich verortet ist. Da ich die vorherigen Bände alle gelesen habe war ich schnell mit den Figuren vertraut. Die Fälle sind übrigens in sich geschlossen und können auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Nur wem die Entwicklung und Beziehung der beiden Protagonisten wichtig ist, dem empfehle ich die chronologische Reihenfolge. Beides sind sehr sympathische Charaktere, bei denen man gerne bei den Ermittlungen dabei ist.
Zu Beginn des Buches werden die Ausmaße der Flutkatastrophe sehr ausführlich und detailliert beschreiben und nehmen viel Raum ein. Man kann sich dadurch unheimlich gut in die Szenerie hineinversetzen und spürt nicht nur die Naturgewalten, sondern auch die Erschöpfung der Rettungskräfte, die an ihre Grenzen kommen. Die Perspektiven wechseln häufig zwischen den beiden Hauptfiguren und den verschiedenen Fällen, die von Alexa und Krammer verfolgt werden. Dies fand ich stellenweise etwas verwirrend, da auch gar nicht klar ist, ob die ganzen losen Fäden miteinander verbunden sind oder ob es sich um einzelne Fälle handelt. Dennoch ist das Buch sehr spannend geschrieben und der Erzählstil von Anna Schneider hat mich erneut überzeugt. Die Auflösung ist zwar logisch, wurde mir aber etwas zu schnell abgehandelt. Hier wäre es schön gewesen, den einen oder anderen Aspekt etwas mehr auszuleuchten.
Insgesamt wieder ein gelungener Grenzfall, der viel Spannung und Unterhaltung bietet. Ein paar Dinge sind noch offengeblieben. Diese werden wohl im nächsten Band, der Januar 27 erscheinen wird, wieder aufgenommen.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Back to the eighties

Tainted Love
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„Tainted love“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe, die in den 80er Jahren angesiedelt ist. Dabei besticht das Buch vor allem durch seine gekonnt eingefangene Stimmung der damaligen Zeit.
Sommer 1986. ...

„Tainted love“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe, die in den 80er Jahren angesiedelt ist. Dabei besticht das Buch vor allem durch seine gekonnt eingefangene Stimmung der damaligen Zeit.
Sommer 1986. Ein kleiner Ort in Nordhessen, nahe der damaligen Grenze zu der noch existierenden DDR. Durch den gesunkenen Wasserspiegel wird ein luxuriöser Wagen in einem See entdeckt, der hier schon mehrere Jahrzehnte gelegen haben muss. Wer hat ihn versenkt? Und was ist mit dem Fahrer geschehen? Fragen, denen die Journalistin Christine Lehmann und der Bibliothekar Martin Ritter unbedingt nachgehen wollen.
Der Einstieg in das Buch ist wirklich gelungen. Schon nach wenigen Seiten taucht man ab in die Welt der 80er Jahre. Gekonnt werden Ereignisse und Songs von damals in die Geschichte eingebunden und so vermischt sich das Setting mit den (falls vorhandenen) eigenen Erinnerungen und Erlebnissen. Natürlich war damals nicht alles gut, es wurde viel zu viel geraucht, es gab das Waldsterben und Tschernobyl lässt grüßen. Doch auf mich wirkte das Buch herrlich entschleunigend und ich war total begeistert von den Beschreibungen, die mit viel Liebe zum Detail in die Handlung eingebracht wurden. Der Kriminalfall selbst war nicht ganz so spektakulär. Anfänglich vermisste ich die Spannung, doch mit der Zeit ergeben sich immer wieder neue Rätsel und die Spannung stieg etwas an.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Martin und die Journalistin Christine. Beide hatten sich zu Beginn der 80er Jahre kennengelernt, in einer Nacht, in der die Tochter einer Freundin Christines verschwunden ist. Die Beziehung zwischen den beiden dümpelt seither vor sich hin und nimmt auch in dem Buch viel Raum ein. Die Figuren sind ziemlich unterschiedlich, Martin ist der ruhige und zögerliche Typ, während Christine eher energisch wirkt. Beide sind aber sehr sympathisch.
Auch der Schreibstil ist außergewöhnlich gut und flüssig, man fliegt förmlich durch die Seiten
Das Ende und somit die Auflösung kamen dann ziemlich schnell. Einige Punkte blieben noch ungeklärt und liefern damit eine Basis für den Folgeband „Sweet Dreams“ der 2027 erscheinen soll.
Für mich war „Tainted love“ ein sehr unterhaltsames Buch, das gekonnt das Flair der 80er Jahre einzufangen weiß. Der Schreibstil ist hervorragend, nur der Kriminalfall selbst war leider etwas dünn und bot zu wenig Spannung.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Was bleibt am Ende, außer der Wahrheit?

Die Totenklägerin
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Ihren Beruf Anwältin hat Matilda Rizzo längst an den Nagel gehängt. Stattdessen arbeitet sie als Trauerrednerin. Es sind keine Reden in denen nur Nettes und Belangloses gesagt wird. Matilda versteht sich ...

Ihren Beruf Anwältin hat Matilda Rizzo längst an den Nagel gehängt. Stattdessen arbeitet sie als Trauerrednerin. Es sind keine Reden in denen nur Nettes und Belangloses gesagt wird. Matilda versteht sich eher als Anwältin der Toten und versucht in ihren Reden immer die Wahrheit zu sagen, auch wenn diese unbequem ist und nicht unbedingt von jedem gehört werden will. So auch im Fall von Therese Wimmer. Als Oma Resi stirbt ist die zwölfjährige Jackie gerade im Garten und wartet auf deren Tochter, die ihr Nachhilfe gibt. Jackie spürt, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und beauftragt Matilda Nachforschungen anzustellen. Anfänglich lehnt Matilda ab, doch dann kommen auch ihr Zweifel an den Todesumständen.
„Die Totenklägerin“ ist kein Kriminalroman im klassischen Sinn mit Ermittlungen oder gar blutigen Szenen. Stattdessen geht es eher ruhig zu, aber dafür wird die Atmosphäre sehr gut eingefangen. In dem kleinen Bergdorf Reuth kennt fast jeder jeden. Matilda und Jackie sind starke Frauen, aber beide sind Außenseiterinnen. Matilda, weil sie noch nicht lange in dem Dorf lebt, sondern in dem geerbten Haus ihrer gestorbenen Oma lebt. Sie besitzt Ecken und Kanten und es ist nicht immer einfach mit ihr umzugehen. Hartnäckigkeit und Unbestechlichkeit zeichnen sie aus. Auch Jackie hat es nicht leicht. Oft ist sie allein, weil die Mutter arbeitet und Freunde besitzt sie auch keine, sie ist sozial ausgegrenzt. Doch nach ein paar Schwierigkeiten entwickelt sich tatsächlich so etwas wie Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen.
Im Verlauf der Handlung tauchen zwischendurch immer wieder Rätsel und Geheimnisse der Dorfbewohner auf, die jedoch bis zum Ende des Buches gelöst werden. Es bleiben also keine Fragen offen.
Das Ende war für mich vollkommen überraschend, passt aber sehr gut zu dem gesamten Verlauf der Handlung.
Insgesamt ein ruhiges, aber dennoch spannendes Buch, bei dem das Gesamtbild mehr im Fokus steht als die klassische Ermittlungsarbeit. Der Schreibstil ist sehr angenehm und obwohl es nicht temporeich zu geht, kommt man dennoch schnell durch das Buch. Die Bezeichnung Spannungsroman trifft es wirklich perfekt.

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