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Veröffentlicht am 12.04.2026

Den Naturgewalten ausgesetzt

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Starke Unwetter halten die Grenzregion Karwendel in Atem. Zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten und reißen alles mit sich. Es gibt etliche Vermisste. Auf der deutschen Seite hat Oberkommissarin ...

Starke Unwetter halten die Grenzregion Karwendel in Atem. Zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten und reißen alles mit sich. Es gibt etliche Vermisste. Auf der deutschen Seite hat Oberkommissarin Alexa Jahn schon jetzt alle Hände voll zu tun. Da wird in einer Schlucht noch ein weiterer Toter gefunden, der offensichtlich ermordet wurde. Auf der österreichischen Seite ist Chefinspektor Bernhard Krammer auf der Suche nach einer Gruppe Jugendlicher, die als vermisst gemeldet wurden.
Mit „Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten“ legt Anna Schneider bereits den sechsten Band der Serie vor, der in der Grenzregion zwischen Deutschland und Österreich verortet ist. Da ich die vorherigen Bände alle gelesen habe war ich schnell mit den Figuren vertraut. Die Fälle sind übrigens in sich geschlossen und können auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Nur wem die Entwicklung und Beziehung der beiden Protagonisten wichtig ist, dem empfehle ich die chronologische Reihenfolge. Beides sind sehr sympathische Charaktere, bei denen man gerne bei den Ermittlungen dabei ist.
Zu Beginn des Buches werden die Ausmaße der Flutkatastrophe sehr ausführlich und detailliert beschreiben und nehmen viel Raum ein. Man kann sich dadurch unheimlich gut in die Szenerie hineinversetzen und spürt nicht nur die Naturgewalten, sondern auch die Erschöpfung der Rettungskräfte, die an ihre Grenzen kommen. Die Perspektiven wechseln häufig zwischen den beiden Hauptfiguren und den verschiedenen Fällen, die von Alexa und Krammer verfolgt werden. Dies fand ich stellenweise etwas verwirrend, da auch gar nicht klar ist, ob die ganzen losen Fäden miteinander verbunden sind oder ob es sich um einzelne Fälle handelt. Dennoch ist das Buch sehr spannend geschrieben und der Erzählstil von Anna Schneider hat mich erneut überzeugt. Die Auflösung ist zwar logisch, wurde mir aber etwas zu schnell abgehandelt. Hier wäre es schön gewesen, den einen oder anderen Aspekt etwas mehr auszuleuchten.
Insgesamt wieder ein gelungener Grenzfall, der viel Spannung und Unterhaltung bietet. Ein paar Dinge sind noch offengeblieben. Diese werden wohl im nächsten Band, der Januar 27 erscheinen wird, wieder aufgenommen.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Back to the eighties

Tainted Love
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„Tainted love“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe, die in den 80er Jahren angesiedelt ist. Dabei besticht das Buch vor allem durch seine gekonnt eingefangene Stimmung der damaligen Zeit.
Sommer 1986. ...

„Tainted love“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe, die in den 80er Jahren angesiedelt ist. Dabei besticht das Buch vor allem durch seine gekonnt eingefangene Stimmung der damaligen Zeit.
Sommer 1986. Ein kleiner Ort in Nordhessen, nahe der damaligen Grenze zu der noch existierenden DDR. Durch den gesunkenen Wasserspiegel wird ein luxuriöser Wagen in einem See entdeckt, der hier schon mehrere Jahrzehnte gelegen haben muss. Wer hat ihn versenkt? Und was ist mit dem Fahrer geschehen? Fragen, denen die Journalistin Christine Lehmann und der Bibliothekar Martin Ritter unbedingt nachgehen wollen.
Der Einstieg in das Buch ist wirklich gelungen. Schon nach wenigen Seiten taucht man ab in die Welt der 80er Jahre. Gekonnt werden Ereignisse und Songs von damals in die Geschichte eingebunden und so vermischt sich das Setting mit den (falls vorhandenen) eigenen Erinnerungen und Erlebnissen. Natürlich war damals nicht alles gut, es wurde viel zu viel geraucht, es gab das Waldsterben und Tschernobyl lässt grüßen. Doch auf mich wirkte das Buch herrlich entschleunigend und ich war total begeistert von den Beschreibungen, die mit viel Liebe zum Detail in die Handlung eingebracht wurden. Der Kriminalfall selbst war nicht ganz so spektakulär. Anfänglich vermisste ich die Spannung, doch mit der Zeit ergeben sich immer wieder neue Rätsel und die Spannung stieg etwas an.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Martin und die Journalistin Christine. Beide hatten sich zu Beginn der 80er Jahre kennengelernt, in einer Nacht, in der die Tochter einer Freundin Christines verschwunden ist. Die Beziehung zwischen den beiden dümpelt seither vor sich hin und nimmt auch in dem Buch viel Raum ein. Die Figuren sind ziemlich unterschiedlich, Martin ist der ruhige und zögerliche Typ, während Christine eher energisch wirkt. Beide sind aber sehr sympathisch.
Auch der Schreibstil ist außergewöhnlich gut und flüssig, man fliegt förmlich durch die Seiten
Das Ende und somit die Auflösung kamen dann ziemlich schnell. Einige Punkte blieben noch ungeklärt und liefern damit eine Basis für den Folgeband „Sweet Dreams“ der 2027 erscheinen soll.
Für mich war „Tainted love“ ein sehr unterhaltsames Buch, das gekonnt das Flair der 80er Jahre einzufangen weiß. Der Schreibstil ist hervorragend, nur der Kriminalfall selbst war leider etwas dünn und bot zu wenig Spannung.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 03.03.2026

Was bleibt am Ende, außer der Wahrheit?

Die Totenklägerin
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Ihren Beruf Anwältin hat Matilda Rizzo längst an den Nagel gehängt. Stattdessen arbeitet sie als Trauerrednerin. Es sind keine Reden in denen nur Nettes und Belangloses gesagt wird. Matilda versteht sich ...

Ihren Beruf Anwältin hat Matilda Rizzo längst an den Nagel gehängt. Stattdessen arbeitet sie als Trauerrednerin. Es sind keine Reden in denen nur Nettes und Belangloses gesagt wird. Matilda versteht sich eher als Anwältin der Toten und versucht in ihren Reden immer die Wahrheit zu sagen, auch wenn diese unbequem ist und nicht unbedingt von jedem gehört werden will. So auch im Fall von Therese Wimmer. Als Oma Resi stirbt ist die zwölfjährige Jackie gerade im Garten und wartet auf deren Tochter, die ihr Nachhilfe gibt. Jackie spürt, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und beauftragt Matilda Nachforschungen anzustellen. Anfänglich lehnt Matilda ab, doch dann kommen auch ihr Zweifel an den Todesumständen.
„Die Totenklägerin“ ist kein Kriminalroman im klassischen Sinn mit Ermittlungen oder gar blutigen Szenen. Stattdessen geht es eher ruhig zu, aber dafür wird die Atmosphäre sehr gut eingefangen. In dem kleinen Bergdorf Reuth kennt fast jeder jeden. Matilda und Jackie sind starke Frauen, aber beide sind Außenseiterinnen. Matilda, weil sie noch nicht lange in dem Dorf lebt, sondern in dem geerbten Haus ihrer gestorbenen Oma lebt. Sie besitzt Ecken und Kanten und es ist nicht immer einfach mit ihr umzugehen. Hartnäckigkeit und Unbestechlichkeit zeichnen sie aus. Auch Jackie hat es nicht leicht. Oft ist sie allein, weil die Mutter arbeitet und Freunde besitzt sie auch keine, sie ist sozial ausgegrenzt. Doch nach ein paar Schwierigkeiten entwickelt sich tatsächlich so etwas wie Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Frauen.
Im Verlauf der Handlung tauchen zwischendurch immer wieder Rätsel und Geheimnisse der Dorfbewohner auf, die jedoch bis zum Ende des Buches gelöst werden. Es bleiben also keine Fragen offen.
Das Ende war für mich vollkommen überraschend, passt aber sehr gut zu dem gesamten Verlauf der Handlung.
Insgesamt ein ruhiges, aber dennoch spannendes Buch, bei dem das Gesamtbild mehr im Fokus steht als die klassische Ermittlungsarbeit. Der Schreibstil ist sehr angenehm und obwohl es nicht temporeich zu geht, kommt man dennoch schnell durch das Buch. Die Bezeichnung Spannungsroman trifft es wirklich perfekt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 04.01.2026

Ein Ende voller Wendungen

Eisnebel
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Inmitten schneebedeckter Wälder liegt Idlewood, das Winterdomizil der privilegierten Daltons. Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor an, um dessen Familie kennenzulernen. Doch von Beginn an ist spürbar, ...

Inmitten schneebedeckter Wälder liegt Idlewood, das Winterdomizil der privilegierten Daltons. Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor an, um dessen Familie kennenzulernen. Doch von Beginn an ist spürbar, dass Theo nicht willkommen ist. Sie erhält anonyme, bedrohliche Nachrichten, die sie auffordern sich von Connor fernzuhalten. Zudem wird Theo das Gefühl nicht los, schon einmal auf Idlewood gewesen zu sein.
Das wunderschön gestaltete Cover vermittelt zwar den Eindruck von heimeliger Wärme inmitten einer idyllischen Winterlandschaft, doch der Schein trügt. Hinter der Fassade des luxuriösen Anwesens liegen wohlgehütete Geheimnisse. Aber nicht nur die Daltons haben etwas zu verbergen. Auch die Vergangenheit von Theo spielt eine größere Rolle. An ihre Kindheit kann Theo sich nur bruchstückhaft erinnern, doch je länger sie sich auf Idlewood aufhält, desto mehr kommen die Erinnerungen zu Tage. Trotz allem konnte ich mich mit der Protagonistin Theo nicht so richtig anfreunden. Ich hatte ständig das Gefühl, dass sie nicht die ganze Wahrheit erzählt, sondern sie noch andere ungenannte Beweggründe antreiben. Dennoch sind die gesamten Figuren interessant und gut gezeichnet.
Die Autorin versteht es bestens die eiskalte Atmosphäre des Winters, aber auch innerhalb der Familie zu beschreiben. Anfänglich hat mir etwas die Spannung gefehlt, doch je mehr Details aus der Vergangenheit ans Licht kommen, desto spannender wird es. Gegen Ende wird das Buch zu einem richtigen Pageturner. Es gibt unglaublich viele Wendungen und Überraschungen und die Ereignisse überschlagen sich kurz vor dem Schluss.
Insgesamt ein Thriller, der etwas braucht bis er so richtig Fahrt aufnimmt. Je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto spannender wird. Das Ende ist dafür dann unglaublich ereignisreich und eine Wendung jagt die nächste.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Gelungener Abschluss der Trilogie

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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In einer Schlossruine auf Öland wird die Leiche einer Journalistin entdeckt. Die Frau wurde regelrecht hingerichtet. Schnell wird ein Zusammenhang zu einem weiteren Toten erkennbar, der auf die gleiche ...

In einer Schlossruine auf Öland wird die Leiche einer Journalistin entdeckt. Die Frau wurde regelrecht hingerichtet. Schnell wird ein Zusammenhang zu einem weiteren Toten erkennbar, der auf die gleiche Art ermordet wurde. Maya Topelius wollte eigentlich nur ihre Eltern besuchen, nimmt aber nun gemeinsam mit ihrem Kollegen Pär die Ermittlungen auf. Erste Spuren führen die beiden in die rechte Szene.

Mit „Dann ruhest auch du“ legt die Autorin den dritten und gleichzeitig finalen Fall der Maya Topelius-Reihe vor. Auch das Cover macht gleich deutlich, dass es sich um einen Schwedenkrimi handelt und es fügt sich perfekt in die Reihe ein. Für mich war es der erste Fall, aber ich fand mich problemlos zurecht, da der Fall in sich geschlossen war. Lediglich zu der Hintergrundgeschichte um Mayas verschwundene Schulfreundin, die hier ihren Abschluss findet, hätte ich gerne mehr gewusst. Ein Lesen in der chronologischen Reihenfolge ist also durchaus zu empfehlen.
Maya ist eine sympathische Figur, die aber auch durchaus eigensinnig sein kann. Ihr Kollege Pär blieb im Gegensatz zu ihr leider etwas blass. Eine etwas größere Rolle hingegen spielt Clara, eine Jugendfreundin Mayas. Sie benötigt Mayas Hilfe, bis diese erkennt, dass beide Fälle miteinander verbunden sind. Überhaupt fand ich die Mischung zwischen den Ermittlungen und den privaten Problemen der Protagonisten ausgewogen und das Ganze wurde dadurch aufgelockert.
Dank des flüssigen Schreibstils und der ständig wechselnden Perspektiven fliegt man geradezu durch die Seiten. Mehrere Wendungen sorgen für den nötigen Spannungsbogen, der sich während des ganzen Buches halten kann. Auch die düstere Atmosphäre des Herbstes auf Öland wurde gut eingefangen und man konnte sich perfekt in die Szenen hineinversetzen.
Gelungen war ebenfalls die politische Thematik miteinzubinden. Ein spannendes Thema, dass auch vor der ländlichen Region nicht Halt macht.
Insgesamt ein gut konstruierter Schwedenkrimi mit interessanten Figuren, die sehr lebendig wirkten. Spannung war ausreichend vorhanden, sodass ich mich gut unterhalten fühlte. Die Autorin Sandra Åslund sollte man sich merken.

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