Weder Thriller noch richtige Liebesgeschichte
Woman DownIch bin bei Colleen Hoover immer hin und her gerissen. Auf der einen Seite mag ich ihren Schreibstil ganz gerne, er lässt sich wirklich schnell lesen und entwickelt irgendwie eine Sogwirkung. Die Grundideen ...
Ich bin bei Colleen Hoover immer hin und her gerissen. Auf der einen Seite mag ich ihren Schreibstil ganz gerne, er lässt sich wirklich schnell lesen und entwickelt irgendwie eine Sogwirkung. Die Grundideen ihrer Bücher klingen erstmal gut, aber der Inhalt überzeugt mich meistens nicht. Trotzdem wollte ich ihrem neuen Buch eine Chance geben.
Aber auch hier wieder das Übliche: die Protagonisten sind wandelnde Red-Flags, ihre Handlungen problematisch und wenig reflektiert und meiner Meinung nicht mehr nur „morally grey“ wie beworben.
Den Anfang mit Petra auf dem Weg zu ihrem Ferienhaus am See, um dort zu in Ruhe zu schreiben, fand ich noch ganz interessant. Man erfährt, warum sie einem Shitstorm ausgesetzt war und eine Schreibblockade hat. Als dann Nathaniel auftaucht, ist die Geschichte allerdings immer abstruser geworden.
Petra ist generell nicht wirklich sympathisch, sie versinkt oft in Selbstmitleid und ist leider wenig reflektiert. Ihre Gedanken und Gefühle sind repetitiv, was die Geschichte ein bisschen in die Länge zieht.
Das Thriller-Element kam mir etwas zu kurz, wirklich Spannung wurde nicht aufgebaut. Bis auf wenige (eher vorhersehbare) Plott-Twists hielt sich das Ganze in Grenzen. Romantik gab es nicht wirklich, dafür einiges an Spice.
Wem andere Colleen Hoover-Bücher gefallen, könnte hier nicht enttäuscht werden. Allen anderen würde ich eher von dem Buch abraten.