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Veröffentlicht am 22.04.2025

Überraschender Norditalien-Krimi

Was der See birgt
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An einem Einsatzort staunt Polizeireporterin Gianna Pitti nicht schlecht: Die Leiche ist ihr Date vom Vorabend, was sie zunächst für sich behält. Dann aber fängt sie an, in dem Fall zu recherchieren und ...

An einem Einsatzort staunt Polizeireporterin Gianna Pitti nicht schlecht: Die Leiche ist ihr Date vom Vorabend, was sie zunächst für sich behält. Dann aber fängt sie an, in dem Fall zu recherchieren und bekommt dabei tatkräftige Unterstützung von ihrem exentrischen Onkel Francesco und von ihrer Chefredakteurin Elvira, die ebenfalls ein wenig mehr wissen, als sie von Anfang an zugeben.
Für mich war es der erste Krimi von Lenz Koppelstätter, weswegen ich ihn ohne Vorbehalte oder Erwartungen gelesen habe. Mir gefällt die Protagonistin Gianna Pitti mit ihrem Vasco Rossi - Tick und ihrem schrägen Onkel, und mir fiel es wahnsinnig leicht, den Krimi in einem durchzulesen. Spannend bis zum Ende; wobei ich kurz vor dem Ende ahnte, wer der "Drahtzieher" war.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Antisemitismus für Jugendliche erklärt

Let's talk about - Antisemitismus. Dein Eintragebuch
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Marie-Sophie Adeoso hat in Zusammenarbeit mit Nathalie Friedlender und der Bildungsstätte Anne Frank dieses immer noch heikle Thema aufgegriffen und versucht, für größere Kinder und Jugendliche von der ...

Marie-Sophie Adeoso hat in Zusammenarbeit mit Nathalie Friedlender und der Bildungsstätte Anne Frank dieses immer noch heikle Thema aufgegriffen und versucht, für größere Kinder und Jugendliche von der Pike auf zu erklären. Das Eintragebuch, das auch Platz für eigene Gedanken lässt, ist in vier große Blockthemen aufgeteilt: Judentum, Antisemitismus, Shoah und Israel und Antisemitismus.
Im ersten Abschnitt wird grundsätzliches zum Judentum erklärt: Von der Entstehung des Judentums bis zum jüdischen Alltag. Hier kommen auch Mitglieder jüdischer Gemeinden zu Wort. Im zweiten Block zum Antisemitismus geht es vorab um Diskriminierung, Vorurteile und Mobbing an sich, bevor es direkt um Antisemitismus und seine zahlreichen Facetten geht. Der dritte Block beschäftigt sich mit der Shoah: Das große Unheil, welches das Judentum ertragen musste, aber auch der Hinweis darauf, dass grundsätzlich anders Denkende, Süchtige, Homosexuelle oder auch Menschen mit anderer Hautfarbe oder einer Behinderung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges eine Schreckenszeit durchmachen mussten, wenn sie diese denn überhaupt überlebten. Natürlich darf auch Anne Frank in dem Rückblick nicht fehlen, ebenso wenig wie ein zeitlicher Abriss über die schlimmen Geschehnisse zu der Zeit.
Der vierte Block berichtet darüber, wie Israel an sich entstanden ist und was zur heutigen Zeit im Staat Israel passiert und was es mit dem Nahost-Konflikt auf sich hat. Außerdem gibt es viele Hinweise darauf, wo man sich mehr Informationen zum Thema holen kann.
Mich hat es zum Beispiel sehr überrascht, dass z. B. auf die Wörter "mauscheln" und "schachern" eingegangen wird. Das Wörter antisemitisch sein können, war mir persönlich bislang noch nicht klar. Ich habe sie niemals mit dem Judentum in Verbindung gebracht. Und mehr oder weniger aus diesem Grund gebe ich dem Buch nur vier Sterne: Meiner Meinung nach reichen Hinweise darauf. Aber man möchte gefühlt alles auslöschen, und zwar mit erhobenem Finger. Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Vorurteile gab es - leider - schon immer, und wir alle wünschen uns wohl eine Welt ohne. Ob man die jedoch mit dem erhobenen Zeigefinger erlangt, wage ich zu bezweifeln. Das Buch an sich ist jedoch ein großer Schritt in die richtige Richtung.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Gedanken über das Leben an sich

ZIMMER 706
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Das Cover und der Klappentext haben mich mit etwas anderen Erwartungen an das Buch ran gehen lassen, weswegen ich das Gelesene erst einmal sacken lassen musste, um meine Bewertung abzugeben.
Ellie Levenson ...

Das Cover und der Klappentext haben mich mit etwas anderen Erwartungen an das Buch ran gehen lassen, weswegen ich das Gelesene erst einmal sacken lassen musste, um meine Bewertung abzugeben.
Ellie Levenson beginnt das Buch stark. Kate ist glücklich mit Vic verheiratet, hat zwei Kinder, steht im Berufsleben und hat eine Affäre. Beim anstehenden Treffen mit ihrem Liebhaber James gerät alles außer Kontrolle. Das Hotel wird von Terroristen besetzt, niemand kann das Hotel verlassen oder betreten. Für Kate und James beginnt eine lange Zeit, in der Kate ihr Leben reflektiert. In Gedanken durchspielt sie verschiedene Szenen und Passagen ihres Lebens, erinnert sich, überlegt, was sie ihren Kindern und ihrem Mann hinterlassen will, falls ihr etwas zustößt und sie das Hotel nicht lebendig verlassen kann. Ellie Levenson legt brillant die verschiedenen, teils kuriosen Gedanken dar, spielt Varianten durch, lässt tief in die Person Kate blicken. Sie schreibt in einer Art und Weise, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.
Allerdings wurden meine Erwartungen etwas enttäuscht; aber wie gesagt durch eigene Erwartungen, die ich an das Buch hatte. Ich hatte gehofft auf eine Darstellung sowohl von Kates als auch von James' Gefühlsleben, vielleicht sogar Passagen von Vic. Ich bin davon ausgegangen, dass es mehr darum geht, wie gereizt oder gespannt das Verhältnis der beiden durch die Extremsituation im Hotelzimmer sein wird. Ich hatte erwartet, mehr von der Geiselnahme und den Terroristen mitzubekommen. Der Roman spielt jedoch ausschließlich Kates Gedanken durch, ihre Sorgen, ihre Wünsche, ihre Anliegen. Das ist wirklich gut gelungen - ich hätte hier eigentlich 3,5 Sterne vergeben, runde aber auf, weil die Autorin ja nichts für meine Erwartungen kann.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Reiselust mal anders

Wer hat unsere Lok geklaut?
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Das Cover zeigt, schön gestaltet, diverse Sehnsuchtsorte und Tiere aus fernen Ländern, die genau das bewirken, was der Buchinhalt anschließend vermittelt. Mit Fernreisen, die in Länder führen, die nicht ...

Das Cover zeigt, schön gestaltet, diverse Sehnsuchtsorte und Tiere aus fernen Ländern, die genau das bewirken, was der Buchinhalt anschließend vermittelt. Mit Fernreisen, die in Länder führen, die nicht die typischen Reiseziele darstellen. Harald Braun hat sich mit der Firmengeschichte von "Lernidee" befasst.
Angefangen mit der kurzgefassten Biografie von Hans Engberding, der 1986 die schräge Idee hatte, Sprachkurse vor Ort durchzuführen. Und zwar nicht an irgendeinem Ort, sondern in der transsibirischen Eisenbahn. Wir gehen mit auf die Reise, die Hans Engberding begonnen und ausgeweitet hat. Klein fing das Unternehmen "Lernidee" an und wurde immer größer, die Ziele immer weiter, die Herausforderungen immer krasser. Doch Engberding ließ sich von seinen Zielen und Ideen nicht abbringen. Sein Motto war es quasi, auf den Reisen zu improvisieren, wenn es mal zu einer Panne kam - und die gab es häufiger. Schließlich wollte man das Unmögliche möglich machen.
Später kamen Fahrradtouren mit auf den Reiseplan, das Unternehmen wuchs, gründete Büros in vielen Ländern der Welt, schloss sie teilweise auch wieder.
Ob Flussfahrten auf eigens gebauten Booten, neue Strecken von Zügen oder später auch Erkundungen der Galapagosinseln - "Lernidee" macht fast alles möglich. In diesem Buch kommen auch Reiseleiter, Angestellte der Firma als auch Reisepartner aus anderen Ländern zu Wort, erzählen ihre Geschichten. Besonders gefallen hat mir die Rubrik "Auch das noch", die es am Ende eines jeden Kapitels gab und besonders kuriose oder ausgefallene Erlebnisse mit dem Unternehmen erzählte. Ein kurzweiliges Buch, das außer dem zeitlichen Ablauf keinen wirklichen roten Faden hat, was es aber durch die spannenden Geschichten wieder wettmacht.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Von Cornwalls Zauber und der Liebe

Summer Tides
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Das Cover des Buches scheint gut gelungen und der Farbschnitt sieht echt toll aus. Passend zu dem schönen Aussehen hat Sarah Fulmar ein grandioses Setting geschaffen: Cornwall im Sommer. Die Leserschaft ...

Das Cover des Buches scheint gut gelungen und der Farbschnitt sieht echt toll aus. Passend zu dem schönen Aussehen hat Sarah Fulmar ein grandioses Setting geschaffen: Cornwall im Sommer. Die Leserschaft bekommt ein Sommergefühl frei Haus - inklusive Herzschmerz, Mut zu neuen Schritten und dem Hochgefühl von Freundschaft und Zusammenhalt.
Scarlett hat die Nase voll von ihrem Leben in London, sowohl von ihrem Freund Eric, der eigentlich nie Zeit hat und nicht so wirklich zu ihr steht als auch von den zahlreichen Überstunden im Restaurant, die sie eigentlich freiwillig schiebt, um der Einsamkeit zu entkommen.
Sie hat all ihren Mut zusammengenommen und möchte - zumindest für den Sommer - einen Neuanfang wagen. In dem Urlaubsort ihrer Kindheit, in St. Ives in Cornwall, möchte sie einen Strandkiosk eröffnen und als gemachte Frau wieder zurück nach London. Blöderweise kommt alles etwas anders. Sie wurde über den Tisch gezogen, der Kiosk gehörte gar nicht der Dame, die ihr den Kiosk offiziell verpachtet hat, und dann trifft sie auch noch Jonah wieder. Jonah ist der ältere Bruder ihrer Ferienfreundin Penelope, bei deren Familie Scarletts beste Freundin Emily im Service eines Bed & Breakfast arbeitet. Damals war Jonah ein absoluter Draufgänger, aber irgendwie kann Scarlett nicht gegen die Schmetterlinge in ihrem Bauch ankämpfen, die sie für ihn empfindet. Außerdem spürt sie doch, dass da bei Jonah auch mehr ist. Dann taucht auch noch Eric auf, und das Desaster ist komplett. Wie geht es weiter? Finden Jonah und Scarlett zueinander? Kämpft Eric um sie?
Neben dem wirklich schön beschriebenen Cornwall, mit allen Wetterschwankungen, die dazu gehören, hat Sarah Fulmar eine einfach tolle Art, fließend und fast spannend zu schreiben. Auch der Perspektivenwechsel zwischen Scarlett und Jonah sowie der "Familienchat", der ab und an dazwischen kommt, ist perfekt gelungen. Es handelt sich hier nicht um mein Lieblingsgenre, nichts desto trotz werde ich diesem geplanten Vierteiler sicherlich folgen, um zu wissen, was noch alles so in St. Ives und Scarletts Leben passiert.

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