Wichtige Themen
AmokalarmDas Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. ...
Das Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. Die Authentizität dieser Sprache kann ich nicht verifizieren, aber sie macht auf mich einen sehr realistischen Eindruck. Allerdings hat sie mir auch das Lesen sehr erschwert. Man muss sich wirklich darauf einlassen.
Inhaltlich greift das Buch eine Reihe wirklich wichtiger Themen auf: Depressionen, Orientierungslosigkeit während der Pubertät, erste Liebe, Manipulation und Machtausübung gegenüber Schutzbefohlenen… Das sind wirklich sehr aktuelle Themen und ich finde es gut, dass diese hier auf Augenhöhe präsentiert und die Gedankenwelt eines Jungen sehr intensiv und emotional nah geteilt wird.
Verwirrt haben mich die Kapitelüberschriften. Es finden viele Zeitsprünge statt, was in Bezug auf den Spannungsbogen auch ein gutes Stilmittel ist. Die Verwendung von „vorher“ neben „davor“ und „jetzt“ macht für mich aber nur bedingt Sinn. Ich glaube, die Verwendung von klaren Daten oder aussagekräftigeren Formulierungen wären hilfreich gewesen.
Für mich war das Buch ein interessanter Ausflug in die Lebensrealität Heranwachsender. Die Themen sind sicherlich noch so aktuell wie zu meiner Jugend, aber sprachlich konnte es mich nicht abholen. Ich sehe hier aber durchaus das Potential, die eigentliche Zielgruppe auf diese Weise gut zu erreichen.