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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2026

Wichtige Themen

Amokalarm
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Das Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. ...

Das Buch „Amokalarm“ richtet sich an jugendliche Leser und das merkt man beim Lesen auch sehr deutlich. So nutzt der Autor fast durchgängig - außer wenn Erwachsene zu Wort kommen - die aktuelle Jugendsprache. Die Authentizität dieser Sprache kann ich nicht verifizieren, aber sie macht auf mich einen sehr realistischen Eindruck. Allerdings hat sie mir auch das Lesen sehr erschwert. Man muss sich wirklich darauf einlassen.

Inhaltlich greift das Buch eine Reihe wirklich wichtiger Themen auf: Depressionen, Orientierungslosigkeit während der Pubertät, erste Liebe, Manipulation und Machtausübung gegenüber Schutzbefohlenen… Das sind wirklich sehr aktuelle Themen und ich finde es gut, dass diese hier auf Augenhöhe präsentiert und die Gedankenwelt eines Jungen sehr intensiv und emotional nah geteilt wird.

Verwirrt haben mich die Kapitelüberschriften. Es finden viele Zeitsprünge statt, was in Bezug auf den Spannungsbogen auch ein gutes Stilmittel ist. Die Verwendung von „vorher“ neben „davor“ und „jetzt“ macht für mich aber nur bedingt Sinn. Ich glaube, die Verwendung von klaren Daten oder aussagekräftigeren Formulierungen wären hilfreich gewesen.

Für mich war das Buch ein interessanter Ausflug in die Lebensrealität Heranwachsender. Die Themen sind sicherlich noch so aktuell wie zu meiner Jugend, aber sprachlich konnte es mich nicht abholen. Ich sehe hier aber durchaus das Potential, die eigentliche Zielgruppe auf diese Weise gut zu erreichen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

Hätte mehr Horror erwartet

REM
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Gestalterisch ist das Buch wirklich ein Highlight und erfüllt vollkommen meinen Anspruch an ein Horror-Buch. Das Cover ist sehr eindringlich, nimmt einen gefangen und ist auch haptisch wirklich sehr gut ...

Gestalterisch ist das Buch wirklich ein Highlight und erfüllt vollkommen meinen Anspruch an ein Horror-Buch. Das Cover ist sehr eindringlich, nimmt einen gefangen und ist auch haptisch wirklich sehr gut umgesetzt. Auch im Buch selbst sind einige düstere, skizzierte Illustrationen, welche Elemente aus den Alpträumen der Charaktere aufgreifen und die das Buch definitiv aufwerten.

Inhaltlich wurde ich in Bezug auf das Horror-Versprechen leider etwas enttäuscht. Vielleicht bin ich schon zu abgebrüht, aber ich hätte definitiv Gänsehautmomente und eine richtig dichte, düstere Atmosphäre erwartet. Leider konnte mich die Geschichte dahingehend nicht so richtig packen.

Die Idee an sich ist richtig spannend. Insgesamt finde ich Träume interessant und in diesem Bereich die Phantasie spielen zu lassen ist definitiv eine coole Idee, auch wenn das Buch hier noch etwas tiefer hätte einsteigen können.

Der Roman lässt sich super schnell weg lesen. Er ist nicht sehr lang und wechselnde Perspektiven, der eingängige Schreibstil und die immer kürzer werdenden Kapitel sorgen für ordentlich Tempo. Die Story an sich hat mir gefallen, auch wenn sie am Ende vielleicht etwas überdreht.

Ich würde sagen für Horror-Anfänger, die bisher wenig Kontakt mit „bösen Thrillern oder Horror“ hatten, könnte REM vielleicht ein guter Einstieg sein. Für echte Fans von Grauen, Thrill und Nervenkitzel dürfte es eher enttäuschend sein.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Schwer zu lesen

Das Ende vom Lied
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In seinem Roman „Das Ende vom Lied“ lässt der Autor das Berlin der späten 1960er Jahre lebendig werden. Aus Sicht des 13jährigen, namenlosen Protagonisten nehmen wir als Leser teil an einem Leben, dass ...

In seinem Roman „Das Ende vom Lied“ lässt der Autor das Berlin der späten 1960er Jahre lebendig werden. Aus Sicht des 13jährigen, namenlosen Protagonisten nehmen wir als Leser teil an einem Leben, dass voller Tragik und Schrecken ist. Die Familie ist zerrüttet, die Eltern psychisch und physisch vom Krieg gezeichnet und traumatisiert. Der Junge lässt sich treiben und erlebt auf der Straße sowas wie Zusammengehörigkeit und Freud und Leid der ersten Liebe, aber auch viel rohe Gewalt.

Leider ist das Buch stilistisch teilweise eine Herausforderung und unfassbar schwer zu lesen. Insbesondere in der ersten Hälfte konnte ich inhaltlich einiges nicht erfassen, was mir erst durch meine Teilnahme an einer Leserunde bewusst wurde. Danach wurde es besser oder ich konnte mich daran gewöhnen.

Der Autor passt sich an die Personen an - so ist der Text teilweise sprunghaft, knapp und abgehackt. Teilweise rauh und obszön in der Sprache der Straße. Dann gibt es wieder Passagen, in denen lange, verschachtelte Sätze sowie anspruchsvolle, wenig bekannte Wörter/Begriffe es schwer machen zu folgen.

Darüber hinaus steckt das Buch voller Bezüge - zu Musik und Literatur aber auch zu historischen Persönlichkeiten, die zumindest mir als Kind der 1980er nicht alle geläufig sind.

So ist das Buch sicherlich sehr gut recherchiert, kreiert ein authentisches Bild der Zeit und erweckt einen intellektuellen Anspruch, erfordert aber auch einiges an Wissen, um alles durchblicken zu können.

Es ist kein Buch für Zwischendurch und erfordert viel Aufmerksamkeit. Wen das nicht schreckt oder wer Spaß an anspruchsvoller Literatur hat, wird hier eine intensive und bewegende Geschichte finden.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Anstrengend zu lesen

Die seltenste Frucht
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Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert auf die Insel Bourbon - heute La Réunion. Edmond, Sohn von zwei Sklaven, wächst in der Obhut des alleinstehenden Botanikers Ferréol auf ...

Mit diesem Buch begeben wir uns auf eine Reise ins 19. Jahrhundert auf die Insel Bourbon - heute La Réunion. Edmond, Sohn von zwei Sklaven, wächst in der Obhut des alleinstehenden Botanikers Ferréol auf und wird so selbst zu einem begeisterten Pflanzenkenner.

Edmond ist es auch, dem es durch Fleiß und Hingabe gelingt, dass auf Bourbon das schwarze Gold der Azteken - die Vanille - zum Leben erwacht.

Die Autorin hat die Geschichte von Edmond und Ferréol bis ins kleinste Detail recherchiert und schafft es sehr gut, die Erfolgsgeschichte der Vanille mit der bedrückenden Geschichte der Sklaverei zu verbinden. Insbesondere die Sonderstellung Edmonds, der weder von dem weißen Gutsbesitzer richtig akzeptiert und als schlauer Junge respektiert wird noch richtig zur Gruppe der Sklaven gehört, wurde gut herausgearbeitet.

Inhaltlich ist das harte und traurig-tragische Leben von Edmond sehr interessant und ich konnte einiges dazulernen - nicht zuletzt über die Vanille. Leider hat mir persönlich das Buch stilistisch nicht gefallen. Mir war das Buch zu sachlich-trocken, zu den Personen ist keine emotionale Nähe entstanden. Für mich las es sich passagenweise eher wie ein Sachbuch. Das unterstützt sicherlich die faktische Korrektheit und gute Recherche der Inhalte, hat mich aber beim Lesen etwas angestrengt.

Für Leser, die sich stilistisch auf das Buch einlassen oder sich diesbezüglich, wie einige andere Rezensenten, begeistern lassen können, wird dies ein ganz tolles Buch sein.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Leider eher enttäuschend

To Cage a Wild Bird
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An „To Cage a Wild Bird“ hatte ich hohe Erwartungen, immerhin werden hier die Tribute von Panem referenziert und beim Lesen der Kurzbeschreibung kommen Prison Break Vibes auf.

Tatsächlich startet das ...

An „To Cage a Wild Bird“ hatte ich hohe Erwartungen, immerhin werden hier die Tribute von Panem referenziert und beim Lesen der Kurzbeschreibung kommen Prison Break Vibes auf.

Tatsächlich startet das Buch sehr vielversprechend. Düster und eindringlich wird das harte Leben von Protagonistin Raven im unteren Sektor von Dividium geschildert. So wird ein eindringliches, dystopisches Setting geschaffen, das mich schnell gepackt hat. Ihre Arbeit als Kopfgeldjägerin und ihre bedingungslose Liebe und Aufopferungsbereitschaft für ihren Bruder werden überzeugend beschrieben und lassen Raven als tiefgründigen Charakter sehr greifbar werden.

Leider lässt die Qualität der Geschichte mit der Handlung im Gefängnis Endlock massiv nach. Schnell rückt hier die Romance in den Vordergrund und mehr und mehr reiht sich nur noch eine spicy Szene an die nächste. Diese lassen die Dystopie und die eigentlich mit viel Spannungspotential ausgestattete Handlung zu sehr in den Hintergrund treten. Noch dazu erscheint auf einmal vieles konstruiert und unlogisch. Viel Potential in Bezug auf Intrigen oder Gegenspieler im Gefängnis wurde meiner Meinung nach nicht ausgereizt.

Zwar spitzt sich die Story am Ende noch einmal schön zu und bietet viel Potential für eine Fortsetzung, aber insgesamt schaue ich doch etwas enttäuscht zurück.

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