Eine kenntnisreiche Darstellung der Situation Israels
Die Zerstörung des Nahen OstensKaum ein Konflikt erhitzt die Gemüter so sehr, wie das Vorgehen Israels gegen seine Nachbarn. Allen voran der Umgang mit den Palästinensern. Keine Frage, der Überfall am 07. Oktober 2023 war ein Akt, der ...
Kaum ein Konflikt erhitzt die Gemüter so sehr, wie das Vorgehen Israels gegen seine Nachbarn. Allen voran der Umgang mit den Palästinensern. Keine Frage, der Überfall am 07. Oktober 2023 war ein Akt, der an Brutalität nicht zu überbieten war. Es erstaunt absolut nicht, dass Israel sich rächen wollte. Die Frage ist hier, wo war Netanjahu? Kann es sein, dass er nicht auf seine Berater hörte? Hätte dieses Massaker vielleicht sogar verhindert werden können? Und das, was danach mit den Bewohnern Gazas geschah, ist nicht zu rechtfertigen.
"Die Zerstörung des Nahen Ostens" zeugt von fundierten Kenntnissen das Autors. Er beleuchtet den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern von seiner Entstehung bis heute. Ja, es gab Vorschläge für ein friedliches Ende der Auseinandersetzungen. Leider waren damals schon Kräfte am Werk, die das nicht hinnehmen wollten. Am 04.11.1995 kam es zum Attentat auf Yitzhak Rabin. Der Mann galt als Förderer des Friedens und wollte eine Zweistaatenlösung. Wer damit gar nicht einverstanden war, ist wohl jedem klar, der die Geschehnisse in Israel aufmerksam verfolgt. Was momentan in diesem stark gebeutelten Land vor sich geht, ist kaum zu ertragen. Eine Regierung, die sogar verurteilte Rechtsextremisten in ihren Reihen duldet, für mich kaum zu ertragen. Und das nur, weil ein Ministerpräsident unbedingt an der Macht bleiben möchte? Oder fürchtet er sich vor einer Verurteilung wegen Vorteilsnahme im Amt?
Die Zerstörung Gazas hätte schon vor Monaten beendet werden müssen. Dass nun auch noch weitere Staaten bombardiert werden zeigt, dass Netanjahu und seine Minister außer Rand und Band sind. Zunehmend werden sie von demokratischen Staaten isoliert und bald gibt es nur noch Trump, der ihnen zur Seite steht. Das Buch kritisiert nicht, es zeigt auf, wie Aktion und Reaktion aufeinander folgen.
Das Sachbuch habe ich aufmerksam gelesen. Dabei war für mich sehr wichtig, dass ich einer neutralen Stimme lauschen konnte. Die Fakten sprechen für sich und Juden in der Diaspora sollten niemals angegriffen werden, weil ein Ministerpräsident überdimensioniert agiert. Ich danke dem Autor für seine klare Sicht auf das Geschehen.