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Veröffentlicht am 22.04.2026

Zwischen Freiheit und Vertrauen

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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Lio wird seit fünf Jahren von einem Sklavenhändler gefangen gehalten, der sie zu einer skrupellosen Killerin ausbildet. Sie soll auf dem Sklavenmarkt verkauft werden, ihre Käufer ermorden und ausrauben. ...

Lio wird seit fünf Jahren von einem Sklavenhändler gefangen gehalten, der sie zu einer skrupellosen Killerin ausbildet. Sie soll auf dem Sklavenmarkt verkauft werden, ihre Käufer ermorden und ausrauben. An ihr früheres Leben erinnert sie sich nicht. Sie weiß weder, wer sie ist, noch woher sie kommt. Nur bruchstückhafte Alpträume suchen sie heim, die mehr Fragen als Antworten hinterlassen. Als der geheimnisvollen Traumweber Izan sie gekauft, hofft sie, durch ihn ihre Freiheit wiederzuerlangen. Doch die Flucht durch das vom Krieg zerrissene Reich Aurikalos ist gefährlich und Vertrauen ein Luxus, den Lio sich kaum leisten kann. Kann sie Izan und seinen Gefährten wirklich vertrauen? Oder führt sie ihr Weg geradewegs in die nächste Falle?

Lio bewegt sich durch eine Welt, in der alles vollständig vom Traumstaub durchdrungen ist. Das Worldbuilding und das Magiesystem sind dabei so detailreich und bildhaft gestaltet, dass die Schauplätze beim Lesen förmlich lebendig werden und man mühelos in diese Welt eintauchen kann.

Ich mochte besonders die gelungene Balance zwischen ruhigen, atmosphärischen Momenten und spannungsgeladenen Szenen, die die Handlung stetig vorantreiben. Dadurch blieb das Buch für mich durchgehend fesselnd, ohne dabei an emotionaler Tiefe zu verlieren.

Auch das zusätzliche Kapitel, das sich per QR-Code freischalten lässt, fand ich eine spannende Idee. Es bietet eine etwas gewagtere Szene für alle, die neugierig sind, während die Hauptgeschichte selbst jugendfrei bleibt und somit auch jüngere Leser anspricht.

Lio und Izan sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ihre Emotionen wirkten auf mich authentisch und greifbar, und gerade die langsame Entwicklung ihrer Liebesgeschichte hat mir sehr gefallen. Auch die Dynamik innerhalb der Gefährtengruppe, ihre Freundschaft und Loyalität, hat für mich der Geschichte zusätzliche Wärme verliehen.

Gegen Ende fügen sich nach und nach die offenen Fragen zusammen, was ich sehr befriedigend fand, auch wenn der Roman mit einem Cliffhanger endet, der mich definitiv neugierig auf die Fortsetzung gemacht hat

FAZIT: Für mich ist dieser Roman eine atmosphärisch dichte Mischung aus Magie, Spannung und Emotion, die mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die in eine gefühlvolle und zugleich abenteuerliche Fantasywelt eintauchen möchten!

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Thriller-Highlight

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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„Der Boss“ von Iliana Xander ist für mich ein echtes Lesehighlight!

Es ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und ich muss sagen: Es hat mir richtig gut gefallen. Nach einer Partynacht ...

„Der Boss“ von Iliana Xander ist für mich ein echtes Lesehighlight!

Es ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und ich muss sagen: Es hat mir richtig gut gefallen. Nach einer Partynacht liegt Natalies Freundin Cara im Koma. Die Polizei tappt im Dunkeln. Als Natalie, aus deren Ich-Perspektive die Geschichte erzählt wird, in einer Zeitschrift den Mann wiedererkennt, mit dem Cara in der Nacht zusammen war, beschließt sie kurzerhand, selbst Nachforschungen anzustellen. Durch einen Zufall ergattert sie einen Job als Haushälterin in der Villa des verdächtigen Unternehmers. Die Atmosphäre in der Villa ist beklemmend, unheimlich und bedrohlich. Man spürt förmlich, dass dort etwas nicht stimmt.

Natalie ist eine mutige Protagonistin, die ich wirklich gern begleitet habe. Gleichzeitig wirkt sie stellenweise etwas naiv, da sie sich recht auffällig verhält und dadurch selbst in Gefahr bringt. Genau das macht sie aber auch menschlich und authentisch.

Der Thriller ist von der ersten Seite an wahnsinnig spannend. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgesuchtet, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Besonders gut gefallen hat mir, dass man als Leser ständig miträtseln kann, wer hinter allem steckt. Immer wieder sorgen unvorhergesehene Wendungen für Überraschungen und halten die Spannung konstant hoch.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und leicht zu lesen. Man gleitet förmlich durch die Seiten. Die kurzen Kapitel tragen zusätzlich dazu bei, dass man „nur noch ein Kapitel“ lesen möchte. Neben Natalies Perspektive taucht immer wieder eine unbekannte Stimme auf, die das Geschehen noch geheimnisvoller macht und die Spannung weiter steigert.

FAZIT: Ein durchgehend spannender Thriller mit vielen Wendungen und einer dichten Atmosphäre. Für mich ein echtes Highlight und definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Kleine Lebensweisheiten

Zeit für meine Träume
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Dieser Roman ist ein liebenswertes, zugleich nachdenkliches Buch, das auf leichte Weise wichtige Lebensfragen berührt. Im Mittelpunkt steht eine 38-jährige Frau, deren Name nie genannt wird. Sie steckt ...

Dieser Roman ist ein liebenswertes, zugleich nachdenkliches Buch, das auf leichte Weise wichtige Lebensfragen berührt. Im Mittelpunkt steht eine 38-jährige Frau, deren Name nie genannt wird. Sie steckt in einer tiefen Lebenskrise: Ihr Mann hat sie für eine andere verlassen, die zudem ein Kind von ihm erwartet. Ein besonders schmerzhafter Umstand, da sie selbst jahrelang vergeblich versucht haben, Eltern zu werden. Verloren und emotional erschöpft trifft sie eher zufällig auf Lotte, eine lebensfrohe Seniorin, die in einer Senioren-WG lebt.

Lotte verkörpert das genaue Gegenteil der Protagonistin: Mit ihrer positiven Grundeinstellung sieht sie selbst in schwierigen Situationen das Gute. Durch die Begegnung mit ihr und den zwei anderen BewohnerInnen der WG beginnt die junge Frau langsam ihre Perspektive zu verändern. Die Lebensgeschichten der älteren Generation zeigen ihr, dass das Leben selten geradlinig verläuft und auch Fehlentscheidungen ihren Platz haben. Gerade diese Erfahrungen vermitteln Mut und machen deutlich, wie wichtig es ist, nicht in der Vergangenheit zu verharren.

Der Roman überzeugt durch einen flotten, angenehmen Schreibstil und lässt sich sehr gut lesen. Trotz seiner Leichtigkeit besitzt er Tiefgang und regt immer wieder zum Nachdenken an. Humorvolle, pfiffige Szenen wechseln sich mit stillen, berührenden Momenten ab. Eine gelungene Mischung, die den Ernst des Lebens mit einem Augenzwinkern betrachtet.

Besonders schön ist die Botschaft des Buches: den eigenen Weg zu gehen, sich seinen Träumen zu stellen und den Blick bewusst auf das Positive zu richten. Fast wirkt die Geschichte wie ein kleiner Ratgeber, der sich geschickt in eine warmherzige Erzählung kleidet.

FAZIT: Ein Buch, das Mut macht, neue Perspektiven eröffnet und zeigt, dass es nie zu spät ist, dem Leben wieder zu vertrauen. Für mich eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Düster, verspielt und absolut spannend

Darkly
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Schon vorweg: Der Thriller Darkly von Marisha Pessl hat mich restlos begeistert!

Bereits das schwarze Cover mit der leicht holographisch verspielten Zeichnung ist ein echter Hingucker. Das kunstvoll gestaltete ...

Schon vorweg: Der Thriller Darkly von Marisha Pessl hat mich restlos begeistert!

Bereits das schwarze Cover mit der leicht holographisch verspielten Zeichnung ist ein echter Hingucker. Das kunstvoll gestaltete Stundenglas und die filigranen Ranken laden dazu ein, genauer hinzusehen, denn dazwischen verstecken sich viele kleine Details. Diese Verspieltheit spiegelt perfekt die Atmosphäre des Romans wider.

Auch inhaltlich konnte mich das Buch vollkommen überzeugen.
Der Klappentext hat sofort meine Neugier geweckt: Die 17-jährige Dia setzt sich gegen 600.000 Mitbewerber durch und sichert sich einen der begehrtesten Praktikumsplätze bei der legendären Louisiana-Veda-Foundation.
Noch ganz überwältigt von ihrem Glück, findet sie sich mit sechs weiteren Auserwählten auf einer einsamen Insel wieder. Dort müssen sie sich in dem berühmten Darkly-Spiele Walküre beweisen, um das Verschwinden eines ehemaligen Mitspielers aufzuklären.
Doch können sie auch das Geheimnis um die umstrittene, aber geniale Gründerin und Erfinderin dieser Spiele Louisiana Veda lüften?

Dia, aus deren Perspektive der Thriller erzählt wird, ist mir von Anfang an ausgesprochen sympathisch. Sie ist eigensinnig, eigenwillig, auf eine charmante Weise exzentrisch und fast schon altmodisch in ihrer Individualität. Gerade weil sie sich nicht anpasst und konsequent ihren eigenen Weg geht, wirkt sie unglaublich authentisch. Im Vergleich dazu verblassen viele der anderen Figuren, was ihre starke Persönlichkeit nur noch mehr unterstreicht.

Die Handlung ist durchgehend packend. Die Idee, ein Spiel, das ursprünglich als ein Holzbrettspiel konzipiert wurde, in die Realität zu übertragen, ist ebenso faszinierend wie beklemmend. Ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert. Immer wieder sorgen überraschende Wendungen für Spannung, und selbst auf den letzten Seiten hält der Roman noch einen echten Knalleffekt bereit.

FAZIT: Ein ideenreicher, fesselnder Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite begeistert. Für mich ein absolutes Lesehighlight und tatsächlich ein Buch, an dem ich nichts auszusetzen habe.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Aufwühlend, direkt und ungefiltert

Narbenmädchen
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Lara ist 15 Jahre alt und verletzt sich selbst, daher wird sie für 4 Wochen in eine Kurklinik eingewiesen. Doch kann diese Klinik ihr die Hilfe bieten, die sie wirklich benötigt, und wird sie die Chance ...

Lara ist 15 Jahre alt und verletzt sich selbst, daher wird sie für 4 Wochen in eine Kurklinik eingewiesen. Doch kann diese Klinik ihr die Hilfe bieten, die sie wirklich benötigt, und wird sie die Chance auf Veränderung überhaupt ergreifen können?

Schon die ersten Seiten sind sehr aufwühlend. Man ist sofort mitten im Geschehen und kann Laras Wut, Hilflosigkeit und Angst spüren. Die Handlung wird ungefiltert aus Laras Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist jugendlich flapsig. Ich habe das Gefühl, Lara steht neben mir und ich kann ihre Gedanken quasi hören. Nichts wird beschönigt. Der Hintergrund ihres Verhaltens erschließt sich nur langsam.

Lara erscheint sehr authentisch und auch die anderen Jugendlichen, die im Laufe des Buches zunehmend an Profil gewinnen, sind sehr glaubwürdig dargestellt. Ihre Gefühle lassen sich sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte ist einfühlsam geschrieben und besitzt eine eindrucksvolle emotionale Tiefe. Besonders die Freundschaft zwischen Lara, Neo und Finn ist berührend und von großer Wärme geprägt.

Es ist ein Buch, das stellenweise sehr nervenaufreibend sein kann, besonders für Menschen, die bislang noch nicht mit diesem Thema in Berührung gekommen sind. Daher ist die Anmerkung der Autorin zum schwierigen Inhalt zu Beginn des Buches sehr sinnvoll. Positiv hervorzuheben ist auch die Zusammenstellung von Hilfe- und Anlaufstellen am Ende. Gut gefällt mir zudem, dass das Tabuthema der Selbstverletzung offen angesprochen wird.

Auch der Schluss ist gelungen: Er verspricht nicht zu viel, lässt aber dennoch ein kleines Pflänzchen Hoffnung wachsen.

FAZIT: Ein intensives, bewegendes Buch über ein schwieriges Thema. Absolut lesenswert!

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