Auf Verbrecherjagd
Die Bibliothek meines GroßvatersIch muss gestehen, ich hatte etwas anderes erwartet, als ich „Die Bibliothek meines Großvaters“ zu hören begann. Dass es sich bei dem Großvater vor allem um einen großen Krimifan handelte, der damit seine ...
Ich muss gestehen, ich hatte etwas anderes erwartet, als ich „Die Bibliothek meines Großvaters“ zu hören begann. Dass es sich bei dem Großvater vor allem um einen großen Krimifan handelte, der damit seine Enkelin begeisterte, die sich dann auch in Kreisen aufhielt, die mit viel Freude am Spürsinn Kriminalgeschichten anhängt, war nicht meine erste Vermutung.
So führt die Enkelin mit dem Großvater stets aufs Neue größtenteils überraschend scharfsichtige Dialoge über mysteriöse Vorfälle, zu denen sie stets mehrere Geschichten durchspielen. Herangetragen werden diese meist durch Freunde oder Bekannte an sie. Doch war ich mir am Ende häufig nicht sicher, ob es sich dabei nur um bloße Geschichten oder um „wahre“ Begebenheiten handeln sollte. Noch unklarer war, welche Folgen nun die detektivische Arbeit von Großvater und Enkelin haben sollten. Ein wenig monoton war auf Dauer auch der Ablauf, bei dem der Großvate immer viele Dinge durchaus mit scharfer Beobachtungsgabe erschließen konnte, teils aber auf Wissen zurückgreifen musste, von dem mir nicht klar war, woher er es haben konnte.
Spannend wird es zum Ende hin, als die Enkelin selbst zum Opfer eines Verbrechens zu werden droht.
Die Geschichte spielt in Japan, und das japanische Flair wird in diesem Roman auch sehr gut zum Ausdruck gebracht.
Die Erzählstimme ist angenehm, wenngleich auch ein wenig monoton.
Wer mehr an Bibliotheken und Büchern im allgemeinen als an Kriminalliteratur im speziellen interessiert ist, wird hier vielleicht nicht ganz so auf seine Kosten kommen.