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Christina19

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2026

Tiefgründig und voller Lebensweisheiten

Die Mitternachtsreise
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Inhalt:
Nach seinem Tod findet sich Wilbur an einem Bahnsteig wieder. Zu seiner Überraschung wird er dort von einer alten Dampflok abgeholt. Im ersten Waggon erwartet ihn Mrs Bagdale, die ihn als Buchhändlerin ...

Inhalt:
Nach seinem Tod findet sich Wilbur an einem Bahnsteig wieder. Zu seiner Überraschung wird er dort von einer alten Dampflok abgeholt. Im ersten Waggon erwartet ihn Mrs Bagdale, die ihn als Buchhändlerin in jungen Jahren sehr geprägt hat. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch Wilburs Leben. Rückblickend darf er noch einmal alle bedeutsamen Stationen beobachten: sein erstes Treffen mit Maggie, die gemeinsamen Flitterwochen, seine Erfolge als Geschäftsmann. Unter den Erinnerungen sind nicht nur schöne, sondern auch all die tragischen Momente, die Wilbur nun erkennen lassen, was er in seinem Leben anders hätte machen sollen.

Meine Meinung:
Nachdem ich vor zwei Jahren „Die Mitternachtsbibliothek“ gelesen habe, die mich zugegebenermaßen nicht vollständig abholen konnte, war ich nun doch gespannt auf den neuen Roman von Matt Haig. Einmal mehr befasst er sich darin mit dem Leben und Sterben, mit Entscheidungen, die man getroffen hat und rückblickend bedauert, und mit alternativen Lebenswegen. Der Autor verpackt all das in einer Zugfahrt, die nach dem Tod durch das Leben der Hauptfigur Wilbur Budd führt. Der Erzählweise lässt sich leicht folgen und dank kurzer Kapitel kommt man rasch voran. Wie bei einem Puzzle setzen sich die Szenen Stück für Stück zusammen, sodass man Wilbur im Laufe des Romans immer besser kennenlernt. Es war für mich unerwartet fesselnd, über das Leben, die Entscheidungen und die spätere Sichtweise des Protagonisten auf die Geschehnisse zu lesen. Denn gerade diese hat sich nach seinem Tod stark verändert: Im Rückblick und durch die Außenperspektive, die Wilbur während der Zugfahrt einnimmt, nimmt er sein Leben anders wahr als in der jeweiligen Situation. Erst jetzt erkennt er, wer er wirklich ist bzw. war und wie er sein Leben besser hätte leben sollen. Ein tiefgründiges Buch mit so manchen Lebensweisheiten – ich habe es sehr gerne gelesen!

Veröffentlicht am 02.05.2026

Humorvolle Geschichte über Moral mit reduzierter Gestaltung

Wo ist mein Hut?
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📖 Inhalt:
Bär ist auf der Suche nach seinem Hut. Er vermisst ihn schmerzlich und fragt daher jeden danach, der ihm begegnet: den Fuchs, den Frosch, den Hasen, ... . Doch niemand will den Hut gesehen haben. ...

📖 Inhalt:
Bär ist auf der Suche nach seinem Hut. Er vermisst ihn schmerzlich und fragt daher jeden danach, der ihm begegnet: den Fuchs, den Frosch, den Hasen, ... . Doch niemand will den Hut gesehen haben. Erst, als ihm der Hirsch eine entscheidende Frage stellt, fällt Bär ein, wo er seinen Hut zuletzt gesehen hat.

🗣 Meine Meinung:
Kennt ihr schon Jon Klassen? Der kanadische Schriftsteller und Illustrator wurde kürzlich mit dem Astrid Lindgren Memorial Award ausgezeichnet – einem Preis, der auch als „Nobelpreis für Kinderliteratur“ bezeichnet wird. Nachdem mir seine Bücher in den letzten Jahren immer wieder in der Buchhandlung begegnet und durch ihren ganz eigenen Stil aufgefallen sind, nun also Grund genug, sich eines der Werke endlich näher anzusehen.
„Wo ist mein Hut“ erschien erstmals 2012 in deutscher Übersetzung. Es erzählt die Geschichte von einem Bären, der seinen verlorengegangenen Hut sucht. Der Autor umreißt die Geschehnisse mit nur wenigen Sätzen – im Übrigen ausschließlich wörtliche Rede – und behandelt dennoch bedeutende Themen: Hier geht es um Eigentum und Diebstahl ebenso wie um Ehrlichkeit und Lügen. Die Geschichte veranlasst seine Leser und Leserinnen also dazu an, moralische Werte zu reflektieren. Vor allem das Ende, das eine unerwartete und witzige Pointe bereithält, lädt zum gemeinsamen Austausch ein. Mit diesem feinen Humor spricht „Wo ist mein Hut“ Kinder und Erwachsene gleichermaßen an.
Die Illustrationen Jon Klassens gehen Hand in Hand mit dem Text: Dort, wo der Künstler kein Wort zu viel schreibt, ist auch keiner seiner Pinselstriche überflüssig. Die Bilder sind schnörkellos und reduziert auf das Wesentliche. Durch diesen fast schon plakativen Stil wirken die Zeichnungen überaus kraftvoll. Besonders mag ich ja den Ausdruck der Tiere in ihren Augen – manche Blicke sprechen Bände. Zum Schießen komisch!
Unbedingt erwähnt werden muss außerdem das Zusammenspiel von Illustration und Textgestaltung. Die direkte Rede ist beispielsweise mit Farben so akzentuiert, dass man genau zuordnen kann, welches Tier welche Worte spricht. Einige Sätze sind zudem in Großbuchstaben geschrieben, was die Emotionen der Figuren in der jeweiligen Situation treffend transportiert. An genau solchen vermeintlichen Kleinigkeiten merkt man, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, denn sie machen ein gutes (Bilder-)Buch aus!
Vollkommen zu Recht brachte „Wo ist mein Hut“ Jon Klassen im Jahr 2013 den Deutschen Jugendliteraturpreis und verhalf ihm zu seinem Durchbruch. Seither sind etliche weitere Bücher erschienen, auf die ich nun umso neugieriger bin!

Veröffentlicht am 08.04.2026

Eine vielschichtige Geschichte in sanfter, poetischer Sprache – Berührend!

Ein Hund namens Katze
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Inhalt:
Obwohl er ein Hund ist, heißt er Katze. Seine Mutter taufte ihn so, da sie sich wünschte, er würde unabhängig wie eine Katze. Doch der Mischling fühlt sich so gar nicht unabhängig. Nur einsam. ...

Inhalt:
Obwohl er ein Hund ist, heißt er Katze. Seine Mutter taufte ihn so, da sie sich wünschte, er würde unabhängig wie eine Katze. Doch der Mischling fühlt sich so gar nicht unabhängig. Nur einsam. Nachdem er einige Zeit durch die finnische Provinz gestreift ist und vergebens Anschluss gesucht hat, trifft der Hund namens Katze eines Tages in Helsinki auf einen Mann namens Marder. Diese Begegnung wird das Leben beider für immer verändern. …

Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, als mir die Post diese berührende Bilderbuchgeschichte gebracht hat! "Ein Hund namens Katze" ist bereits vor über 10 Jahren in Finnland erstmals veröffentlicht worden und wurde nun auch ins Deutsche übersetzt.
Die Geschichte erzählt von einem kleinen Hund, der seinen Vater nie kennengelernt hat. Damit er eigenständig und unabhängig wie eine Katze wird, wird er von seiner Mutter Katze genannt, ehe auch sie ihn früh verlässt. Von nun an ist er auf sich gestellt - und fühlt sich unglaublich einsam. Tomi Kontio beschreibt die Lage seiner Hauptfigur mit sanften, beinah poetischen Worten, sodass man von Beginn an auf jeder Seite mitfühlt - einfach herzzerreißend!
In Marder trifft der Hund namens Katze schließlich Jemanden, der so ist, wie er selbst: ein Obdachloser, ein Außenseiter. Er fasst Vertrauen und findet in dem Mann einen unerwarteten Freund.
Die Geschichte feiert jedoch nicht nur die überraschende Freundschaft zweier einsamer Seelen, sondern greift auch die Themen Identität sowie soziale Ungleichheit auf. Da ist Katze, der von reinrassigen Hunden als räudiger Mischling herabgestuft wird. Und da ist Marder, der sich selbst als Penner und Alki bezeichnet.
Die Illustrationen zu Tomi Kontios vielschichtiger Geschichte stammen von Elina Warsta. Sie treffen den Ton (und all die Zwischentöne) des Autors genau und sind damit eine wahre Bereicherung für den Text.
„Ein Hund namens Katze“ ist der Auftakt einer fünfbändigen Reihe. Ich freue mich daher schon auf weitere bezaubernde Geschichten rund um den Hund namens Katze und seinen Freund Marder freuen!

Veröffentlicht am 05.04.2026

Eine kindgerechte und facettenreiche Englandreise

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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Inhalt:
Für sein fünftes Abenteuer begibt sich der Campingbus Otto nach England. Mit seiner neuen Familie – Papa Martin und seine beiden Kinder Freda und Arthur – fährt er zunächst nach London, wo Tante ...

Inhalt:
Für sein fünftes Abenteuer begibt sich der Campingbus Otto nach England. Mit seiner neuen Familie – Papa Martin und seine beiden Kinder Freda und Arthur – fährt er zunächst nach London, wo Tante Lissy und deren Hund Daisy zusteigen. Gemeinsam bereisen sie anschließend unter anderem die Küste Cornwalls, besuchen den Geburtsort von König Artus und begeben sich auf die Spuren von Robin Hood.

Meine Meinung:
Die Otto-Abenteuer gehen in die nächste Runde. Mit „Eine Reise nach England“ ist der nunmehr fünfte Band erschienen, in dem der sprechende Campingbus eine Familie in den Urlaub bringt. Dieses Mal sind das ein Vater, der von der Mutter seiner beiden Kinder getrennt lebt, sowie seine Tochter und sein Sohn. Gemeinsam besuchen sie die in England lebende Schwester von Papa Martin. Damit bleibt Madlen Ottenschläger auch in diesem Band ihrer Devise treu, unterschiedlichen Familienmodellen eine Plattform zu bieten, was ich sehr unterstütze.
Anders als der letzte Band – Weihnachten in Finnland – zeigt dieses Buch nach der Vorstellung der Familie wieder deren Packliste. Mir gefällt es gut, dass die Vorbereitung auf die Reise damit wieder Teil der Geschichte ist. Auch die außergewöhnliche Anreise mit dem Zug durch den Eurotunnel wird auf den ersten Seiten kindgerecht erklärt und dargestellt. In England angekommen bereist die Familie alle wichtigen Sehenswürdigkeiten: Sie beginnen mit London, wo sie über die Tower Bridge fahren, den Buckingham Palace ansehen, Sherlock Holmes treffen und vorbei an Westminster Abbey und Big Ben schließlich bei Madame Tussauds landen. Wer hier genau hinschaut, kann auf einer Doppelseite auch Familien ausmachen, die man in den letzten Büchern auf ihren Reisen begleiten konnte. Die weiteren Ziele steuern sie zusammen mit Tante Lissy und deren Hund Daisy an. Die Route lässt sich dabei auf dem Vorsatzpapier nachverfolgen, was die Reise für die kleinen Leser und Leserinnen besonders anschaulich macht. Auf den weiteren Seiten greift die Autorin nicht nur klassische Sehenswürdigkeiten auf, sondern zeigt auch kulinarische Besonderheiten wie Scones und erwähnt die für England so typischen, häufigen Regenschauer. Dass die Urlaubsgegend so facettenreich portraitiert wird, mochte ich schon in den vorhergehenden Bänden sehr. Kinder erhalten dadurch einen sehr umfassenden Einblick in das Leben und die Kultur eines anderen Landes.
In seiner Gestaltung ist der fünfte Band der Otto-Reihe gewohnt altersgerecht. Sprachlich ist die Geschichte einfach gehalten. Die Sätze sind überwiegend recht kurz und nach meinem Empfinden weniger verniedlichend als in einigen der früheren Bände, was ich gutheiße. Dennoch ist das Geschehen für Kinder sehr gut verständlich erzählt. Die Illustrationen sind stets großformatig und farbenfroh. Sie fangen die gemeinsamen Aktivitäten der Familie sowie alle wichtigen Haltepunkte auf der Reise ein und vermitteln ein richtiges Urlaubsgefühl.
Der neue Band „Eine Reise nach England“ knüpft damit an die bekannten Sommer-Abenteuer von Otto an und empfiehlt sich für alle kleinen Campingfreunde und Fernwehgeplagten.

Veröffentlicht am 12.03.2026

Verständliche Erklärungen und tolle Rezepte!

Der Histamin-Masterplan
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In „Der Histamin-Masterplan“ beschreibt Dr. med. Jörn Klasen ein ganzheitliches Programm für Histamin-geplagte Menschen. Der Autor ist Facharzt für innere Medizin, Ernährungsmediziner und Experte für integrative ...

In „Der Histamin-Masterplan“ beschreibt Dr. med. Jörn Klasen ein ganzheitliches Programm für Histamin-geplagte Menschen. Der Autor ist Facharzt für innere Medizin, Ernährungsmediziner und Experte für integrative sowie naturheilkundliche Verfahren. Als solcher ist er als „Ernährungs-Doc“ im NDR bekannt und hat schon einige Bücher zu unterschiedlichen Krankheitsbildern herausgebracht. In diesem Buch nun widmet er sich dem, wie er es nennt, „Histamin-Überschuss-Syndrom“.
In einem theoretischen Teil erklärt er zunächst, welche Funktionen Histamin im menschlichen Körper erfüllt, bevor er mögliche Ursachen eines Histamin-Überschusses und die daraus resultierenden Symptome benennt. Hier bin ich doch sehr überrascht worden, was alles hinter einem zu hohen Histaminwert im Körper stecken kann. Es gilt dann, diverse andere Krankheitsbilder als Ursache auszuschließen und somit vom Verdacht zur Diagnose zu gelangen. Dr. med. Klasen erläutert schließlich, wie man sein Wohlbefinden mit der richtigen Ernährung und dem entsprechenden Lebensstil steigern kann. Dieser ganzheitliche und vor allem natürliche Ansatz gefällt mir gut, da er die Einnahme von Medikamenten zu vermeiden hilft. All seine Ausführungen sind logisch und strukturiert aufgebaut sowie anschaulich und leicht nachvollziehbar dargelegt. So gibt es beispielsweise eine umfangreiche Tabelle, die auf den ersten Blick zeigt, welche Lebensmittel gut verträglich sind und welche besser vermieden werden sollten.
Es folgt schließlich ein wirklich umfangreicher Rezeptteil, der keine Wünsche offenlässt! Von Frühstücksgerichten über Salate, Suppen und Hauptgerichte bis hin zu Desserts bietet das Buch eine große Bandbreite an histaminarmen Mahlzeiten. Ich bin wirklich begeistert von den Optionen und habe nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Ein einziges Manko sehe ich in den Zutatenlisten: Man braucht für die Gerichte mitunter viele Lebensmittel, die nicht aufgebraucht werden (z. B. Sahne, Brokkoli usw.). In einem kleinen Haushalt mit nur ein oder zwei Personen muss man also schauen, wie man die Reste alsbald weiterverwerten kann, sodass sie nicht verderben.
Insgesamt dennoch ein wirklich empfehlenswertes Buch für Jeden, der Probleme mit einem Zuviel an Histamin im Körper hat!