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Veröffentlicht am 15.04.2026

Ein Yoga-Retreat in den Stockholmer Schären - ein spannender Schauplatz

Bachelorette Party
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Allein die karg bewachsene, felsige Formation dieser nordischen Insel im Sonnenuntergang ohne beleuchteten Steg hätte als passendes Cover auch punkten können, um die beängstigende Abgeschiedenheit des ...


Allein die karg bewachsene, felsige Formation dieser nordischen Insel im Sonnenuntergang ohne beleuchteten Steg hätte als passendes Cover auch punkten können, um die beängstigende Abgeschiedenheit des Ortes zu visualisieren. Zunächst wirkt die Insel Isle Blind unberührt und paradiesisch, jedoch endet das jeweilige Übernachten von langjährigen Freundinnen dort tödlich. Auf zwei Erzählebenen geht es zunächst im Jahre 2012 um Matilda und ihre Freundinnen an diesem besonderen Ort auf Isle Blind für nur eine mörderische Nacht..
Zehn Jahre später, 2022, feiert dort Anneliese ihre Bachelorette Party mit Yoga, Bonding, Schönheit und Sekt, glamourös im megaluxuriösen, brandneuen Yoga-Retreat ohne WLAN. Eingeladen für 4 Tage ist auch die Ich-Erzählerin und Journalistin Tessa Nilsson, True-Crime-Podcasterin, die bisher diesen Cold-Case nicht entschlüsseln konnte. Deren Charakter, ihre Verzweiflung und Schuldgefühle, ihr berufliches Scheitern werden authentisch und einfühlsam beschrieben. Bereits mit den dunklen Geheimnissen dieses Ortes vertraut, zeigt sie sich eher als ängstliche, vorsichtige Außenseiterin in dieser Gruppe, die ohnehin nicht wie 100 %-ige beste Freundinnen im Wir-Effekt glänzen, eher oberflächlich und blass dahin gleiten in ihren Gesprächsthemen um Beziehungen, Familienplanung, Karriere oder Soziale Medien.
Im zweiten Teil verdichtet sich der Plot besonders um Irene, denn erst hier wird der Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart deutlich durch einige Puzzlestücke. Irenes Charakter, ihre alten Nöte, ihre neuen Geheimnisse und Pläne sorgen für viel Gruppendynamik.
Die Grundidee langjähriger Frauenfreundschaften mit Geheimnissen, Misstrauen, Neid und Rachegefühlen gefällt. Die Auflösung ist schlüssig.
Ein spannender Krimi mit „Locked-Room“-Szenarien und Gewaltszenen.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Das ehemalige KZ Neuengamme – Historisches mit einem Krimi verknüpft.

Unter dem Strand
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Das Thema deutscher Geschichte über ehemalige Konzentrationslager speziell in Deutschland, hier in Neuengamme in der Lübecker Bucht, mag manche Gemüter langweilen, nicht interessieren oder sogar abstoßen. ...

Das Thema deutscher Geschichte über ehemalige Konzentrationslager speziell in Deutschland, hier in Neuengamme in der Lübecker Bucht, mag manche Gemüter langweilen, nicht interessieren oder sogar abstoßen. Jedoch wäre ein weiterer Informations- und Gedankenaustausch speziell mit der jüngeren Generation wünschenswert, um nicht wieder in Schweigen, Angst und Verdrängung zu verfallen, sollte eine ähnliche Gesinnung wieder erstarken trotz demokratischer Gesetzgebung. Interessant ist auf jeden Fall, auf einer Erzählebene den Lebensweg des Ich-Erzählers Léon Teitelbaum von 1941 bis zum 3.Mai 1945 sehr detailliert zu verfolgen in seinem saloppen, sarkastischen Erzählstil. Aber nicht nur das elende Schicksal von Menschen speziell jüdischer Herkunft wird nachgezeichnet bis zum Untergang der Cap-Arcona.
Auf der Gegenwartsebene geht es der Journalistin Cay Kuttner, 43, zunächst um Interviews und Hintergrundinformationen zur Cap-Arcona-Katastrophe, denn das Süseler Tageblatt wünscht einen allgemeinen historischen Beitrag und einen kurzen Bericht über die Gedenkfeier in Rettin und Neustadt nach 80 Jahren für ihre Ausgabe vom 3.Mai 2025. Während ihres 5-tägigen Aufenthaltes dort geht es aber nicht nur um Anzeichen wieder aufflammenden Antisemitismus z.B. durch Grabschändungen, sondern Cay selbst wird Opfer einiger Übergriffe. Respektvoll wird einerseits im Wechsel der historische KZ-Alltag diskriminierter Minderheiten beschrieben und andererseits die fiktive, teils traumatische Gegenwart beschrieben mit Nebenfiguren wie Frau Jansen und ihrer Tochter Beeke oder auch Oskar mit seinem Kriegstrauma.
Es ist natürlich ein niederdrückendes Thema, das hier mit umfangreicher Recherche bewältigt wurde. Historisch Interessierte sollte das nicht abschrecken.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

In einer Welt voller Erwartungen den eigenen Lebensinhalt finden

Statt aus dem Fenster zu schauen
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In vier Entwicklungsschritten folgt der Leser der Hauptfigur Sophie Geiger, 25, BWL-Studentin im Praktikum in München. Bei gähnender Langeweile vor endlosen Excel-Tabellen am PC sitzend kauft sie über ...

In vier Entwicklungsschritten folgt der Leser der Hauptfigur Sophie Geiger, 25, BWL-Studentin im Praktikum in München. Bei gähnender Langeweile vor endlosen Excel-Tabellen am PC sitzend kauft sie über e-Bay Kleinanzeigen aus einem spontanen Impuls heraus ein altes Haus in der ostdeutschen Provinz für 3000 €. Was zunächst wie eine mutige und unüberlegte Aktion erscheint, entwickelt sich zu einem konstruktiven Sinnfindungsprozess während einsamer Renovierungs- und Gartenarbeiten im bzw. am baufälligen Objekt im Nirgendwo. Über langjährige Freunde wie Pauline und Moritz Feldhammer kommt es neben interessanten Exkursionen vor Ort bis zur Ostsee auch zu tiefergehendem Gedankenaustausch. Das dörfliche Zusammenleben in Günderode und Nichwitz im Norden Ostdeutschlands wird realistisch beschrieben mit einem Touch von Nostalgie. Auch die Kindheitserinnerungen der sympathischen Ich-Erzählerin und Oma Monikas achtzigster Geburtstag stellen den schönen Familienbezug her. All diese detaillierten Facetten des dortigen Alltags vermitteln ein angenehmes Gefühl von Freiheit in meist sommerlicher Natur. Spannung kommt auf durch die spätere notarielle Eintragung des Grundbesitzes ins Grundbuch, da sich die einfache Möglichkeit öffnet, alles rückgängig zu machen. So verlockend dieser Notausgang vielleicht sein mag, mit gewachsenem Selbstbewusstsein und verändertem Leben vertraut Sophie lieber auf ihre weitere Sinnsuche, auch nach dem richtigen Arbeitsplatz. Die anfangs planlose, ahnungslose und teils naive Studentin entpuppt sich allmählich zu einer standfesten Frau, die neben Studium und Arbeit das Freiheitsgefühl im Nirgendwo nicht missen möchte.
Dieses realitätsnahe Setting charakterisiert Sophie als mutige Frau, die unvoreingenommen neue Situationen meistert. Der teils humorvolle Schreibstil gefällt.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Die erfolgreiche Suche nach einem Zuhause

Fäden des Glücks
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Auf drei Erzählebenen geht es hauptsächlich um ein altes Gutshaus mit Karla, ihren Eltern und der Nachbarsfamilie und deren Kindern Bruna und Rasmus in Lüttenbü, Mecklenburg-Vorpommern. In der Gegenwart, ...

Auf drei Erzählebenen geht es hauptsächlich um ein altes Gutshaus mit Karla, ihren Eltern und der Nachbarsfamilie und deren Kindern Bruna und Rasmus in Lüttenbü, Mecklenburg-Vorpommern. In der Gegenwart, im März 2025, trifft nach 13 Jahren des Gebäudeverfalls die 31-jährige, arbeitslose Frankfurter Unternehmensberaterin Karla Arensberg aufgrund eines Briefes vom Finanzamt – Vollstreckungsankündigung -- alarmiert im geerbten Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert im Ort ein. In ihrer akuten Not nach einem Sanitär-Notdienst suchend, trifft sie auf Rasmus, ihre große Liebe aus dem Sommer 2012, und sie entflammt erneut. Entlang dieser Erzählebene aus ihrer verhängnisvollen Sommerferienzeit dort entwickelt sich nicht nur eine romantische Liebe zu ihm und eine tiefe Freundschaft zu Bruna. Deren Eltern, Inga und Knut Mikkelson, und deren Bewältigung von Problemen wie z.B. Depression, spielen bis in die Gegenwart eine gewichtige Rolle im Roman. Während bis zum Mai 2025 die ausgebrannte Karla über ihr altes Hobby der Näherei zu Selbstfindung und einem kreativen Neuanfang findet, entwickelt sie auch aufgrund historischer Informationen aus 1943 aus dem Büchlein der Vorbesitzerin Elise von Holmern ein besonderes Verhältnis zu diesem Anwesen. Die Ausweitung dieser Erzählebene deutscher Geschichte mit NSDAP, Flucht, Enteignung und Neubewirtschaftung dieses großen Gebäudes wäre auch interessant gewesen.
Der Schreibstil rund um die Beschreibung der unvergessenen Jugendliebe gefällt, Karlas Handlungen und Träume sind schlüssig. Auch die warmherzigen Nebencharaktere geben dem Roman interessante Wendungen. Neben der Näherei wird generell die Liebe zum Handwerk betont, egal ob Backen, Tischlern oder Renovieren in Eigenregie angesagt ist.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Ein Neuanfang im fremden Land

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Ein Neuanfang mit ungewöhnlichem Zuhause, mit neuer Dorfschule und mit neuer Sprache – viel auf einmal nicht nur für ein Grundschulkind.
In gemütlicher und liebevoller Atmosphäre entwickelt sich in der ...

Ein Neuanfang mit ungewöhnlichem Zuhause, mit neuer Dorfschule und mit neuer Sprache – viel auf einmal nicht nur für ein Grundschulkind.
In gemütlicher und liebevoller Atmosphäre entwickelt sich in der neuen Umgebung an der französischen Atlantikküste eine Kindergeschichte, die eine Kombination aus Schulalltag, Familienleben und der besonderen Rolle des Kochens mit vielen Glücksmomenten darstellt..
Die schüchterne, einfühlsame, aber einsame Marie ist die sympathische Hauptfigur, die sich mit neuen Herausforderungen wie Schule, Sprache und überhaupt einem neuen Leben in Frankreich an der Seite der französischen Großmutter auseinandersetzen muss. Authentisch wirkt z. B. ihre anfängliche Unsicherheit gegenüber Mitschülern, ihr Wunsch dazuzugehören. Gleichzeitig sorgen kreative, magische Elemente und Momente – auch die nicht perfekten - für reichlich Spannung. Der besondere Reiz der Geschichte liegt in der Kombination aus Kochen und Magie, oft zusammen mit der Großmutter. Die Vorstellung, mit den richtigen Zutaten mit origineller Namensgebung Menschen verzaubern zu können, gefällt. Der Schreibstil ist angenehm leicht und humorvoll. Die Illustrationen unterstreichen den warmen, freundlichen Ton des Buches.
Eine kleine Wohlfühlgeschichte mit Herz, Humor und Abenteuer, mit der überzeugenden Botschaft für Mut bei Neuanfängen.

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