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Veröffentlicht am 23.06.2026

Gewalttätiger Roadtrip durch Kanada - zäher und repetitiver Handlungsverlauf

Halt niemals an
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Im Sommer 1976 sind Alice und Tom in ihrem Wohnmobil durch Kanada unterwegs, um die Olympischen Spiele zu besuchen. Nach einem Schicksalsschlag möchten sie die gemeinsame Zeit nutzen, um wieder zu einander ...


Im Sommer 1976 sind Alice und Tom in ihrem Wohnmobil durch Kanada unterwegs, um die Olympischen Spiele zu besuchen. Nach einem Schicksalsschlag möchten sie die gemeinsame Zeit nutzen, um wieder zu einander zu finden.
Unterwegs lernen sie ein Pärchen kennen und bieten ihnen eine Mitfahrgelegenheit bis zur nächsten Stadt an. Doch Jenny und Simon, die sich zunächst als Hippies Blue und Ocean vorgestellt hatten, werden wegen Doppelmordes gesucht. Sie entführen Alice und Tom auf ihrer Flucht und gehen dabei weder zimperlich mit ihnen, noch mit denen, denen sie begegnen, um.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen Alice und Jenny geschildert. Nachdem Tom von Simon schwer verletzt wurde, ist es Alice, die den Camper steuert und von Simon massiv unter Druck gesetzt wird.
Jenny hat eine schwere Kindheit und Jugend hinter sich und ist froh in Simon einen Mann gefunden zu haben, der zu ihr hält und sie beschützt, weshalb sie Hemmungen hat, Simons skrupelloses Handeln zu unterbinden.
Dieser befindet sich in einem unkontrollierten Gewaltrausch ohne Rücksicht auf Verluste, weshalb ihm auf der weiteren Wegstrecke alles zuzutrauen ist. Toms Rolle ist rein passiver Natur.
Sowohl Alices Ängste als auch Jennys Zweifel und innere Zerrissenheit sind spürbar, wobei sie ergänzend zur nervenaufreibenden Flucht von ihren Erinnerungen an ihr Zuhause heimgesucht wird. Details dazu werden erst am Ende enthüllt, was zwar die Dramatik hervorhebt, aber als lose Rückblende unbeholfen an die alptraumhafte Odyssee final platziert wird.

"Halt niemals an" ist ein lebensgefährlicher Roadtrip mit einer Spur aus Tränen, Blut und Zerstörung. Nach einem spannenden Einstieg mit der Entführung eines traumatisierten, unschuldigen Paares der Roman jedoch bald auf der Stelle, da sich Szenen mit (leeren) Drohungen, Raubüberfällen und sinnloser Gewalt an Unschuldigen ähnlich gelagert wiederholen.
Darüber hinaus fehlt es dem Roman an Atmosphäre. Dass sich die Handlung Mitte der 1970er in Kanada ereignet, bietet Potenzial für einen nostalgischen und spannenden Plot, das jedoch weitgehend ungenutzt bleibt.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Nicht so aufregend wie der Titel verspricht - die Handlung am See plätschert nur so dahin

Der Sommer unseres Lebens
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Mit siebzehn Jahren hat Alice zusammen mit ihrer Großmutter Nan und ihren jüngeren Geschwistern einen Sommer am See in Barry's Bay verbracht. Dort hat sie ein Foto von einem Schnellboot mit Teenagern geschossen ...

Mit siebzehn Jahren hat Alice zusammen mit ihrer Großmutter Nan und ihren jüngeren Geschwistern einen Sommer am See in Barry's Bay verbracht. Dort hat sie ein Foto von einem Schnellboot mit Teenagern geschossen und beschlossen, Fotografin zu werden.
Als Nan nach einem Unfall Unterstützung benötigt und deprimiert ist, nimmt Alice sie mit dem nostalgischen Wunsch mit nach Barry's Bay, dort fünfzehn Jahre später wieder einen magischen Sommer zu erleben.
Am See trifft sie auf Charlie, einen der Teenager von damals, der heftig mit ihr flirtet und ihre Großmutter wieder zum Lächeln bringt. Auch Alice wird es nach einer schlimmen Trennung wieder leichter ums Herz, aber Charlie, der als Frauenheld gilt, hält sie auf Abstand. Sie einigen sich auf eine Sommerromanze, bis Gefühle dazwischenfunken.

"Der Sommer unseres Lebens” ist der Nachfolgeroman von "Fünf Sommer mit dir”, kann jedoch unabhängig davon gelesen werden, denn das immer noch frisch verliebte Pärchen Percy und Sam hat lediglich einen Gastauftritt und spielt für die Handlung keine wesentliche Rolle. Im Vordergrund stehen Alice Everly und Sams älterer Bruder Charlie, die sich als Teenager in Barry’s Bay begegnet sind und nun als Erwachsene auf einander treffen.

Das Setting in den Sommermonaten am See verbreitet erneut stimmungsvolle Summervibes, die Geschichte selbst plätschert wie der See aber nur dahin. Zwischen Alice und Charlie sprühen zwar sofort die Funken, wobei Charlies anfängliches sehr eifriges Flirten nicht im Einklang mit seiner späteren Abwehrhaltung gegenüber Alice ist. Im Folgenden wirkt auch die Betonung auf eine "Friends with Benefits"-Beziehung anstrengend aufgesetzt.
Ihr Geplänkel wird deshalb auf die Dauer langweilig und auch Alices Hadern mit ihrer Karriere oder die Sorge um ihre Großmutter sind inhaltlich wenig ergiebig. Charlies Grund, um Alice von sich fernzuhalten, erscheint einfach nur konstruiert, um überhaupt für ein bisschen Dramatik zu sorgen. Sein verletzendes Verhalten passt dabei so gar nicht zu dem Traum-Schwiegerenkel, der die Oma zum See trägt, Gurken einlegt, ein Baumhaus für die ungeborene Nichte baut und so viel Fürsorge und Empathie zeigt. Seine Selbstsabotage ist haarsträubend und lassen die männliche Hauptfigur ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

"Der Sommer unseres Lebens" klingt euphorisch, die Geschichte ist es allerdings nicht. Die Slow Burn-Romanze ist vorhersehbar, die Handlung darüber hinaus sehr dünn. Die Charaktere sind ohne wesentliche Kenntnisse über ihre Vergangenheit nur oberflächlich beschrieben. Zudem fehlen echte Konflikte, die der Geschichte Spannung und Dynamik hätten verleihen können.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Die herzerwärmende Prämisse des Romans wird durch die eigenwilligen Charaktere und ihr realitätsfernes Verhalten in den Hintergrund gedrängt

Ein Buchclub zum Verlieben
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Sloane arbeitet als Bibliothekarin und liebt ihren Beruf, abseits davon fehlen ihr jedoch echte Vertraute und Freunde. Täglich wird die Bibliothek von Arthur McLachlan, einem mürrischen Alten, aufgesucht, ...

Sloane arbeitet als Bibliothekarin und liebt ihren Beruf, abseits davon fehlen ihr jedoch echte Vertraute und Freunde. Täglich wird die Bibliothek von Arthur McLachlan, einem mürrischen Alten, aufgesucht, der von den Angestellten gefürchtet ist. Sloane lässt sich von seinen beleidigenden Worten jedoch nicht abschrecken, sondern gewöhnt sich schon bald an die lebhaften Diskussionen über Literatur. Als Arthurs Besuche ausbleiben, ist sie besorgt und macht ihn gegen den Willen ihrer Vorgesetzten ausfindig. Auch wenn Arthur jegliche Hilfe ablehnt, kümmert sich Sloane um den ehemaligen Literaturprofessor und lernt dort seine neugierige Nachbarin Maisey und seinen Enkel Greg kennen. Alle vereint die Einsamkeit und ein gebrochenes Herz. Während Sloane in Arthurs Zuhause beginnt seine Buchsammlung zu katalogisieren, beschließt sie, einen Buchclub zu gründen. Mit Hilfe der Bücher, die sie gemeinsam lesen, kommen sie in einen Austausch miteinander und können sich allmählich öffnen, um ihre Sorgen und Probleme zu teilen.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der Mitglieder des Buchclubs erzählt, der sich im Verlauf des Romans bildet. Sloane ergreift dafür die Initiative und bindet damit alle anderen mit ein, die sich in Arthurs Haus als Unterstützer freundschaftlich zusammengefunden haben.

Die Geschichte ist unterhaltsam und lebendig, entwickelt sich jedoch nicht überraschend. Menschen, die problembehaftet sind, Schicksalsschläge erlebt haben und unter gebrochenen Herzen und Verlust leiden, kommen zusammen, schließen Freundschaft und helfen sich gegenseitig. Der Buchclub hat allerdings nur am Ende eine Rolle, wobei auch die Symbolik zum Tragen kommt, das Bücher als Kommunikationsmittel dienen können.

Bis zu diesem Punkt ist die Handlung allerdings nicht immer logisch und besonders störend ist das irrationale Verhalten der Protagonisten. Es ist unverständlich, warum sich so viele Menschen um einen beleidigenden, boshaften alten Mann scharen, der sie absichtlich verletzt. Das macht die Geschichte, die eigentlich eine schöne Prämisse hat, über weite Teile unglaubwürdig. Auch erfährt man nur zögerlich die Hintergründe und Schicksalsschläge zu den Personen, wobei am Ende tatsächlich alle mit Hilfe des alten Quälgeists auf den richtigen Weg gebracht werden.

Die Idee von "Ein Buchclub zum Verlieben" ist herzerwärmend und es ist nachvollziehbar, welche Rolle die Charaktere spielen und wohin der Weg der Heilung für sie gehen soll. Die Umsetzung ist aufgrund der Vielzahl an eigenwilligen Personen, die ihre Traurigkeit hinter einer übertrieben wütenden, naiven oder optimistischen Fassade verstecken, nicht sehr authentisch.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Kulinarik-lastige Selbstfindungsreise mit einer Prise Liebe und Wortwitz, die zu oberflächlich und lückenhaft erzählt wird

Keeping it casual
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Maxine hat erfahren, dass sie einen Hirntumor hat und steht kurz vor der OP, als sie ihren Freund bei einer Affäre erwischt. Sie verkriecht sich daraufhin bei ihrer Freundin Alice, die sie bei Tinder anmeldet, ...

Maxine hat erfahren, dass sie einen Hirntumor hat und steht kurz vor der OP, als sie ihren Freund bei einer Affäre erwischt. Sie verkriecht sich daraufhin bei ihrer Freundin Alice, die sie bei Tinder anmeldet, wo sie auf Johnny trifft. Aus einem Chat entwickelt sich eine kulinarische Challenge, bei der beide getrennt voneinander Gerichte aus dem Kochbuch der französischstämmigen Familie ihres Exfreunds Scott kochen. Für Max sind die Kochabende mehr als nur eine Abwechslung und dennoch bricht sie den Chat vor der OP ab, ohne Johnny den wahren Grund zu nennen.

Erst eine heilsame Reise nach Frankreich ermutigt Max, erneut den Kontakt zu Johnny zu suchen.

Der Roman startet mit einer originellen Idee und einem kulinarischen Tinder-Wettbewerb, aus dem sich ein unterhaltsamer Schlagabtausch zwischen Maxine und Johnny ergibt. Mit der Gehirnoperation enden die Chats und rücken Maxines Genesungsweg in den Vordergrund, der sie wieder in die Nähe ihre Ex-Freundes und seiner anstrengenden Familie bringt.

Durch Rückblenden wird mehr über ihre Beziehung und das Beziehungsaus offenbart, so dass sich Scott immer mehr als "Red Flag" beweist.

Umso gespannter ist man auf ein mögliches Wiedersehen mit Johnny, das sich durch einen Paris-Urlaub, der sich zu einem Selbstfindungstrip Maxines entwickelt, weiter hinauszögert. Die Leidenschaft für die französische Küche, das "Mutterschiff" IKEA als Wohlfühlort für inspirierende Ideen sowie das "Nest" bei Alice ebnen Max' Weg, was lebendig und unterhaltsam ist, aber Romantik und die tiefergehende Auseinandersetzung mit Problemen kommen im Vergleich dazu zu kurz oder treten ganz in den Hintergrund. Selbst die Diagnose Hirntumor wirkt damit wenig bedrohlich, auch oder gerade weil es am Ende noch eine unlogische Wendung gibt.

Der Liebesgeschichte mit Johnny fehlt der nötige Raum zur Entwicklung und eine Reihe von Zeitsprüngen verhindert darüber hinaus, dass ihre Liebe fühlbar wird.

"Keeping it casual" ist eine kulinarik-lastige Selbstfindungsreise mit einer Prise Liebe, die jedoch so lückenhaft erzählt ist, dass die Handlung nicht ganz authentisch wirkt, auch wenn die Geschichte sprachlich durchaus mit Wortwitz überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein Roman über das Erinnern und Vergessen - Nach einem dramatischen Einstieg kommt die Geschichte nicht voran und kommt zu keinem befriedigenden Ende

Ein weites Leben
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Die MacBrides betreiben seit Generationen eine Schaffarm im Westen Australiens. Sie trotzen dem Klima und der Abgeschiedenheit in der Weite des Landes. Der älteste Sohn Warren soll die Farm perspektivisch ...

Die MacBrides betreiben seit Generationen eine Schaffarm im Westen Australiens. Sie trotzen dem Klima und der Abgeschiedenheit in der Weite des Landes. Der älteste Sohn Warren soll die Farm perspektivisch übernehmen, doch dazu kommt es nicht. Im Januar 1958 ereignet sich ein Unfall, bei dem Vater Phil und Warren sterben, während der jüngere Sohn Matthew schwer verletzt überlebt. Die Auswirkungen sind nicht nur aufgrund der beiden Todesfälle belastend für die Familie. Tochter Rose quält sich mit schweren Schuldgefühlen und trifft eine folgenschwere Entscheidung, die ihr zum Verhängnis wird und auch die nachfolgende Generation beschäftigen wird.

"Ein weites Leben" ist eine Familiengeschichte, die im Wesentlichen in den Jahren 1958 und 1969 handelt, sich insgesamt jedoch über 40 Jahre erstreckt.

Ausdrucksstark vermittelt die Autorin einen eindringlichen Einblick in die Lebensverhältnisse auf einer Schaffarm im Westen Australiens zur damaligen Zeit. Die weiten Entfernungen sind beeindruckend und machen das Leben und Überleben nicht einfach. Dazu kommt, dass die Familie MacBride mit mehreren Tragödien konfrontiert wird, die die Hauptfiguren und ihre Entscheidungen nachdrücklich prägen.

Der Roman handelt von Schuldgefühlen und Geheimnissen, die zerstörerisch sind. Das Leid ist bewegend, aber die Charaktere bleiben distanziert, so dass es mitunter nicht einfach ist, ihr Handeln nachzuvollziehen. Auch die willkürlichen Zeitsprünge und Perspektivwechsel stören den Lesefluss. Spannung erzeugen unvermittelt die Nebenfiguren, die auf Ungereimtheiten stoßen, deren Schicksale aber nur zeitweise eine Rolle spielen und letztlich wieder in Vergessenheit geraten.

Nach einem spannenden und dramatischen Einstieg dreht sich die Geschichte in den folgenden Jahren im Kreis und ist von einer elendigen Selbstgeißelung geprägt, die ein Verzeihen und zukünftiges Glück ausschließen.

Es geht um das Erinnern und das Vergessen und wie viel man bereit ist zu tun, um seine Geheimnisse und seine Lieben zu schützen. Insgesamt ist es jedoch sehr deprimierend zu verkraften, wie sich die Charaktere selbst im Weg stehen und dass nicht alle Handlungsstränge zu einem befriedigenden Ende geführt werden. Die Botschaft des Romans hat sich mir damit nicht erschlossen.

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