Hat mich enorm bewegt
Solange ein Streichholz brenntBohm ist obdachlos und alkoholabhängig. Als ihm ein Hund zuläuft, will er ihn gar nicht behalten. Doch irgendwie sieht der Hund das anders und eigentlich findet Bohm das auch gar nicht so verkehrt. Alina ...
Bohm ist obdachlos und alkoholabhängig. Als ihm ein Hund zuläuft, will er ihn gar nicht behalten. Doch irgendwie sieht der Hund das anders und eigentlich findet Bohm das auch gar nicht so verkehrt. Alina ist Journalistin und erwartet ihre Kündigung. Doch da bekommt sie den Auftrag zu einer Reportage über Obdachlosigkeit. Sie wird auf Bohm aufmerksam und überzeugt ihn schließlich, sich auf das Projekt einzulassen. Für beide und den Hund hat diese Begegnung weitreichende Folgen.
Die beiden Fäden werden von unterschiedlichen Sprechern erzählt und das finde ich ausgesprochen gut. Robert Stadlober und Maria Wördermann passen sehr gut in diese Rollen. Beide verstehen es auch ausgezeichnet, die Stimmung der Figuren zu transportieren.
Die Geschichte ist unbeschreiblich spannend. Klar, es ist ein Tier dabei, da bin ich immer interessiert! Aber daran allein liegt es nicht. Bohms Geschichte ist dramatisch und ergreifend. Alina kommt ganz gut klar, lässt sich aber eindeutig zu viel gefallen. Die beiden ergänzen sich super gut, doch sie merken es gar nicht. Die Entwicklung der Story ist stimmig und logisch, sehr realistisch und so, dass man sie gern verfolgt.
Es werden ein paar aktuelle Themen angeschnitten, ohne sie direkt auszusprechen. Man merkt es dennoch und kann gar nicht anders, als sich damit zu beschäftigen. Das finde ich enorm wichtig. Selbst zu einem Entschluss zu kommen, statt ihn vorgesetzt zu bekommen, ist immer besser.
Ein klein wenig spielt Liebe mit, ganz klar, dennoch ist dies nicht der typische, klassische Liebesroman. Hier geht es vielmehr um soziale Normen, Schicksalsschläge, Vorurteile, Arroganz, sogar Gewalt und Hierarchie. Heiße Eisen, schwere Themen, dennoch sprüht das Buch durch viel Melancholie geradezu massig Lebensmut aus. Die Figuren entwickeln sich stimmig weiter. Schön daran ist, dass sie aneinander miteinander geradezu wachsen. Mir hat es außerordentlich gut gefallen, zumal es noch immer in mir nachhallt. Fünf Sterne!