Schön!
Der letzte LeuchtturmEin angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein ...
Ein angehender Selbstmörder lässt sich von einem vorbeifliegenden Baßtölpel überzeugen, vorher noch etwas zu erledigen. So reist er nach Muckle Flugga, eine unbewohnte Shetlandinsel, auf der Ouse und sein gewalttätiger Vater sich um den Leuchtturm kümmern. Der Autor ist erfolgreicher Poetry Slammer und Lyriker in Schottland.
Die Hauptpersonen haben mich fasziniert und überrascht. Immer wieder wechseln die Perspektiven, manchmal mehrmals im gleichen Absatz. Das ist immer eindeutig, und es bringt die Menschen dem Leser sehr nahe. Auf Anführungsstriche, die wörtliche Rede anzeigen, wird kompett verzichtet. Alles Gesagte ist kursiv gedruckt. Das verstärkt den Eindruck, es gehe hier mehr darum, wie die Menschen sind als darum, was sie darüber sagen.
Die Sprache ist besonders. Beispiel: „Lichtexplosionen aufgeplatzter Kirschen, die am Lätzchen des Himmels herabrinnen, während sich die Dunkelheit hereinwindet und Sternenlicht alles mit Juwelen besetzt“. Der Ausdruck „Sonnenuntergang“, so heißt es, sei doch viel zu mechanisch und klinisch!
Die Geschichte entwickelt sich eher langsam. Weil viel gestaunt wird und die Sprache so ungewöhnlich ist, erfordert dieses Buch viel Aufmerksamkeit. Dennoch ein Highlight!