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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2025

Flammendes Debüt

Of Flame and Fury
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Charaktere: Kel ist eine starke, aber verletzliche Protagonistin, deren innere Konflikte der Geschichte viel emotionale Tiefe verleihen. Besonders gelungen ist die überraschende Wendung rund um ihre Figur ...

Charaktere: Kel ist eine starke, aber verletzliche Protagonistin, deren innere Konflikte der Geschichte viel emotionale Tiefe verleihen. Besonders gelungen ist die überraschende Wendung rund um ihre Figur – sie war für mich absolut nicht vorhersehbar und rückblickend sehr gut vorbereitet. Die Dynamik zwischen Kel und Coop ist glaubwürdig, warm und teilweise sehr berührend. Allerdings fehlte mir punktuell die Intensität, die man sich von einer Slow-Burn-Romance in einer solch gefährlichen Umgebung wünschen würde.

Atmosphäre: Bridge setzt auf eine Kombination aus Hightech-Metropole, futuristischer Arena-Ästhetik und mythologischen Elementen. Die tödlichen Rennen – die atmosphärisch daran erinnern, wie die Tribute von Panem ihre Spiele inszenieren – gehören zu den stärksten Aspekten des Buches. Die Idee der Phönike ist frisch und hebt das Buch von vielen Romantasy-Titeln ab. Gleichzeitig gab es Momente, in denen ich mir bestimmte Details des Settings oder der Magie nicht vollständig vorstellen konnte; hier wäre eine etwas klarere Ausarbeitung hilfreich gewesen.

Plot/Pacing: Der Einstieg ist packend, und das Buch hält lange Zeit ein hohes Spannungsniveau. Besonders die politischen und technologischen Intrigen sorgen für zusätzliche Tiefe. Gegen Mitte/Ende gibt es jedoch einige Passagen, in denen sich die Handlung etwas zieht, bevor das Tempo wieder anzieht. Der Cliffhanger sowie die neu aufgedeckten Zusammenhänge gegen Ende funktionieren hervorragend und machen große Lust auf Teil 2.

Schreibstil: Der Stil ist angenehm zugänglich, flüssig und bildhaft genug, um die Rennen und emotionalen Momente stark wirken zu lassen. Einige Übergänge zwischen Actionszenen und ruhigen Passagen hätten jedoch straffer gestaltet sein können.

Fazit: Of Flame and Fury ist ein fantasievolles, temporeiches Debüt mit origineller Grundidee, starker Protagonistin und einem Setting, das sich von gängigen Romantasy-Welten deutlich abhebt. Trotz kleiner Schwächen im Pacing und vereinzelten Unschärfen im Weltaufbau ist es ein packender Auftakt, der beim Lesen Spaß macht und viel Raum für eine spannende Fortsetzung lässt. Ich freue mich auf Band 2.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Ein Familienthriller?

Adama
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Adama ist ein packender, mitreißender Roman, der sowohl auf politischer Ebene als auch auf individueller, psychologischer Ebene die lesende Person auf eine Reise durch Israel mitnimmt. Beginnend in der ...

Adama ist ein packender, mitreißender Roman, der sowohl auf politischer Ebene als auch auf individueller, psychologischer Ebene die lesende Person auf eine Reise durch Israel mitnimmt. Beginnend in der "Gegenwart" führt es uns auf die Spuren einer Familie, die durch den zweiten Weltkrieg zerrüttet, versucht zueinander zu finden und sich eine neue Existenz aufzubauen. Zwei Schwestern, die sich in Israel wiederfinden und versuchen eine Welt zu erschaffen, einen Ort, an dem sie zuhause sind. Das ganze Buch ist für mich eine große Suche: Suche nach Ankommen, Suche nach Gerechtigkeit, Suche nach Liebe, vielleicht auch Suche nach Ruhe - aber hinter jeder Geschichte wartet der Tod... oder das Vergessen. Während Ruth in Israel und im Kibbuz genau diesen Ort sieht, werden durch die andere Charaktere immer wieder die Perspektiven aufgebracht, dass auch dieser Ort nicht frei von Gewalt, von Ungerechtigkeit ist. An manchen Stellen fiel es mir schwer, mich mit den Charakteren zu identifizieren und hätte mir mehr Tiefgang gewünscht. Rein Geschichtlich kenne ich mich zu wenig aus, um eine Meinung dazu zu haben, ob die Geschehnisse gut/berechtigt dargestellt wurden. Für einen Epos derartigen Umfangs wären für mich auch mehr Seiten in Frage gekommen. Dennoch ein spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Spannend, toxisch, fesselnd.

Ultramarin
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Ein sehr fesselnder Roman über eine toxische Beziehung, die sich in ein Drama mit krassem Höhepunkt steigert. Sprachlich schafft es die Autorin sehr gut, Spannung aufzubauen, sodass man das Buch gerne ...

Ein sehr fesselnder Roman über eine toxische Beziehung, die sich in ein Drama mit krassem Höhepunkt steigert. Sprachlich schafft es die Autorin sehr gut, Spannung aufzubauen, sodass man das Buch gerne in einem Rutsch durchlesen würde. Etwas schwierig habe ich persönlich die vielen Zeitsprünge empfunden, die für mich etwas den Lesefluss gestört haben. Auch fand ich die Charaktere teilweise etwas oberflächlich ausgestaltet, sodass ich nicht immer deren Verhaltensweisen folgen konnte. Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, gerade weil die Charaktere so viel psychologisch spannende Themen bereitgehalten haben.
Dagegen fand ich die toxische Beziehungsdynamik zwischen den Protagonisten sehr gut ausgearbeitet: Manchmal war es richtig schwer auszuhalten und es gab einen Konflikt zwischen dem Bedürfnis "schnell weiterlesen zu wollen" und "das Buch erstmal für sehr lange auf Seite legen". Und auch die Wendung am Schluss kam für mich sehr gelungen.
Ich würde das Buch jeder*m empfehlen, die sich auf einen spannenden Read freuen, der als Abwechslung mal queere Beziehungen in den Fokus nimmt.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Interessanter Ansatz

WARDA
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Das Buch hat mich mit seiner Grundidee sofort neugierig gemacht: Die Frage, ob Liebe oder Hass stärker ist, finde ich total spannend – und auch wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Der Einstieg war richtig ...

Das Buch hat mich mit seiner Grundidee sofort neugierig gemacht: Die Frage, ob Liebe oder Hass stärker ist, finde ich total spannend – und auch wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Der Einstieg war richtig stark geschrieben, ich war direkt drin in der Geschichte und wollte wissen, wie es mit Warda weitergeht.
Leider hat mich die Umsetzung dann nicht ganz überzeugt. Zwischendurch wirkte die Sprache auf mich etwas unnatürlich, fast schon gestellt – das hat es mir schwer gemacht, wirklich in die Figuren einzutauchen. Vor allem zu Warda selbst konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen. Ich hätte mir gewünscht, dass ihre Radikalisierung tiefer und nachvollziehbarer dargestellt wird. So blieb vieles eher an der Oberfläche, und ich habe oft nicht ganz verstanden, warum sie bestimmte Entscheidungen trifft.
Ein weiterer Punkt, der mich irritiert hat, war die Liebesgeschichte zwischen ihr und Tamer. Ich fand das ziemlich konstruiert – vor allem, weil Warda anscheinend sehr an Tamers verstorbene Schwester erinnert. Dass er sich dann ausgerechnet in sie verliebt, fand ich... ehrlich gesagt ein bisschen seltsam.
Trotz allem finde ich es gut, dass das Buch sich an so ein schwieriges und relevantes Thema heranwagt. Für mich war die Umsetzung aber nicht ganz rund – gute Ansätze, aber mit Luft nach oben.
Fazit: Starkes Thema und ein vielversprechender Anfang, aber sprachlich und inhaltlich leider nicht ganz stimmig für mich.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Gute Story, aber durchwachsene Übersetzung

Furye
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Das Cover war eines der Gründe, wieso ich mich für das Buch entschieden habe. Retro, ansprechend und ein Hingucker im Bücherregal und auch die ersten Seiten der Leseprobe waren vielversprechend. Die angeteaserte ...

Das Cover war eines der Gründe, wieso ich mich für das Buch entschieden habe. Retro, ansprechend und ein Hingucker im Bücherregal und auch die ersten Seiten der Leseprobe waren vielversprechend. Die angeteaserte Katastrophe, die Spannung versprach und dann aber im Verlauf sehr abnahm, bis sie in der Mitte eine ziemliche Durststrecke erreichte. Das Ende wiederum fand ich überraschend und gut gelungen. In meinem Gefühl hat die Übersetzung viel zum teilweise anstrengendem Leseerlebnis beigetragen. Gerade die Rückschau Kapitel empfand ich als zäh und teilweise zu kindlich formuliert. Die Charaktere wirkten manchmal überzeichnet und nicht immer ganz glaubwürdig, was das Leseerlebnis beeinflusst hat.
Gut gelungen ist der Autorin, den Handlungsort zu zeichnen. Sehr treffend und detailreich.
Insgesamt würde ich dem Buch drei von fünf Sternen geben. Es hat ein interessantes Konzept mit einem starken Anfang und Ende, doch die mittleren Passagen und die Charakterentwicklung haben mich nicht vollständig überzeugen können. Gerne hätte ich es im Original gelesen/lesen können.

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