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Veröffentlicht am 08.04.2026

Zaubert stilistische Schwächen zunehmend weg

When Shadows Darken the Sun
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Für die letzte Vorschau von Lyx wurden gleich mehrere neue deutsche Autorinnen angekündigt und Nina Schiling mit ihrem The Day und Night Duet hat mich dort gleich am meisten angesprochen. Dann zu verfolgen, ...

Für die letzte Vorschau von Lyx wurden gleich mehrere neue deutsche Autorinnen angekündigt und Nina Schiling mit ihrem The Day und Night Duet hat mich dort gleich am meisten angesprochen. Dann zu verfolgen, wie viel am Marketing für das Buch gemacht wurde, hat mich noch neugieriger werden lassen und so habe ich in den Auftakt „When Shadows Darken the Sun“ nun doch sehr gespannt gelesen.

Mein Eindruck ist ein wenig zwiespältig, wobei es eindeutig Richtung positiv ausschlägt, aber es hat mich nicht so restlos mitgerissen, wie ich das gerne gehabt hätte. Gerade in so einer Fantasy-Welt ist es für mich schon sehr wichtig, dass ich gleich emotional oder auf andere Weise an die Handlung gebunden werde. Denn lange beschreibendes World Building zermürbt mich eher, ich brauche da eine gesunde Mischung. Schilling ist das nicht ideal gelungen. Ich würde zwar nicht behaupten, dass ihre beschreibenden Passagen sich nur auf das World Building beziehen, aber egal, ob es auch viel Innenleben einbezieht, aber es war einfach was zu viel. Da ich auch sehr begeisterte Stimmen vernommen habe, habe ich regelrecht damit gerechnet, schnell eingenommen zu werden, aber genau das blieb aus. Ich war fasziniert von der Idee, von den ganzen Kontrasten, aber es war noch kein Rhythmus, bei dem ich das Buch nur ungerne aus der Hand lege.

Zusätzlich ist mir dann auch aufgefallen, dass Schilling in ihrem sehr beschreibenden Stil oft Halbsätze anbietet. Das ist wahrlich nicht mehr ungewöhnlich in Büchern, aber es gibt für mich schon noch das Argument, dass es mal besser, mal schlechter passt. Wenn es so Wortspiele sind, wie beispielsweise bei dem Stil von Merit Niemeitz, dann passt das ideal, aber gerade in beschreibenden Passagen, die die Umgebung etc. betreffen, finde ich das dann etwas seltsam, weil es mich auch rausbringt, wenn inmitten von vollständigen Sätzen Halbsätze kommen. Das ist mir aber auch eher nur im ersten Viertel aufgefallen. Entweder ich habe mich irgendwann dran gewöhnt, oder es war später mehr dieses Emotionale, wo es wieder besser passt.

Nach dieser Kritik, die Stilistik betreffend, lobe ich dann aber ausdrücklich, denn ich mochte die Idee des ersten Bandes echt sehr und ich finde auch, dass man einen klaren Plan erkannt hat. Ich hoffe sehr, dass wir die Sonnenwelt in Band 2 noch kennenlernen werden, denn die Nachtwelt war echt faszinierend und es waren auch coole Ideen, wie sich dort ohne Sonne zu helfen versucht wurde. Auch wenn ich jetzt nicht behaupten würde, dass die Geschichte von krassen Wendungen lebt, aber ich mochte schon, wie Schilling gewisse Enthüllungen verteilt hat. Sie waren vor allem gut auf die emotionale Steigerung des Buchs abgestimmt, denn die gemeinsame Rettungsmission von Cass und Nox hat die Beziehung und die Chemie zwischen den beiden ausdrücklich gesteigert, sodass manche Wahrheiten danach noch viel mehr reingehauen habe. Ich tue mich immer schwerer damit, für Paare in Romantasy mitzufiebern, als wenn ich einen regulären Liebesroman lese, aber hier war ich von Cass und Nox doch sehr eingenommen. Zumal es nicht viel Schnickschnack brauchte. Da war direkt ein Funke, von beiden und es war vor allem eine Entwicklung auf Augenhöhe, was mich angetan hat.

Der letztliche Wettbewerb war in den Prüfungen sehr unterschiedlich gestaltet, sodass es von Geschwindigkeit, Psychologie, Dramatik und Kampf doch eine gute Mischung gab. Da konnte man wirklich nachvollziehen, dass unterschiedliche Fähigkeiten überprüft werden. Ich mochte auch die jeweiligen Figurenzusammenstellungen. Es gab zwar einige Ekel, die man lieber weit auf Abstand hat, aber gerade die jeweiligen Gruppen rund um Cass und Nox hatten echt was, weil sie auch zu den Charaktersierungen der beiden beigetragen haben. In sehr viel Leid, Druck etc. kam da echte Freundschaft und eine Wohlfühloase rüber. Das Ende kam sehr überraschend. Ich hatte mich natürlich gefragt, wie es wohl endet und wie dann der zweite Band aussieht, aber Schilling hat das alles sehr offen gestaltet bekommen, sodass ich selbst mit dem Cliffhanger jetzt keinesfalls den zweiten Band vorzeichnen könnte. Das macht es umso spannender.

Fazit: Nina Schilling hat mich zunehmend mit „When Shadows Darken the Sun“ begeistern können. Meine Kritik liegt vor allem in der Stilistik, weil es zu Beginn zu beschreibend und dadurch zäh war und weil Halbsätze irritierend. Aber auf der inhaltlichen Ebene und bei den Charakteren war all das, was ich gerne habe, sodass ich beim zweiten Band auf jeden Fall dabei sein werde.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Emotionale Herausforderungen

In the Likely Event – Bis wir uns wiedersehen
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Während ich die Fantasy-Yarros immer noch nicht weiterverfolgt habe, sind ihre Liebesromane, die auf dem deutschen Buchmarkt veröffentlicht werden, sofort ein Must-Read. So auch bei „In the Likely Event“, ...

Während ich die Fantasy-Yarros immer noch nicht weiterverfolgt habe, sind ihre Liebesromane, die auf dem deutschen Buchmarkt veröffentlicht werden, sofort ein Must-Read. So auch bei „In the Likely Event“, das im Original 2023 erschienen ist.

Es ist bekannt, dass Yarros aus einer Militärfamilie stammt und dann auch in eine eingeheiratet hat, weswegen sie auch immer Liebesgeschichten aus diesem Kontext heraus erstellt. In Deutschland sind diese Militärfamilien deutlich seltener, weswegen es immer etwas fremd für mich wirkt, aber vom amerikanischen Markt kennt man es und ich finde auch, dass es Kontexte sind, die eine gewisse Emotionalität in sich tragen. Dennoch habe ich bei „In the Likely Event“ gemerkt, dass es emotionale Grenzen gibt, wo mein Verständnis dann fehlt, sodass ich einen gewissen Bruch merke, weil ich nicht mehr so mitfühlen kann, wie ich es von einer Autorin wie Yarros gewöhnt bin.

Zunächst mal finde ich das Buch gut erzählt, wenn es um die Struktur geht. Yarros arbeitet gerne mit unterschiedlichen Techniken, die es ihr erlauben, dass wir die Anfänge einer Liebesgeschichte verfolgen, dann aber auch in der Gegenwart etwas angeboten bekommen, was das Level trifft, sodass sich beide Perspektiven dann ideal ergänzen. Das hat hier auch wieder wunderbar funktioniert, denn die gemeinsame Vergangenheit mit Flugzeugabsturz und diversen Urlauben wird um die Afghanistan-Geschehnisse ergänzt, die wir 2021 erleben und beides hat eine ungeheure Bewandtnis, sodass ich beide Perspektiven gleichwertig und mitreißend fand und das ist immer die halbe Miete. Ich fand es gerade bei der Afghanistan-Perspektive sehr interessant, dass Yarros da auf sehr konkrete Begebenheiten zurückgegriffen hat, über die sie durch ihren Hintergrund sicherlich auch echt Bescheid weiß. Zudem ist es auch für mich eine sehr präsente Vergangenheit, sodass ich mich auch an die deutsche Perspektive auf die Ereignisse noch gut erinnern kann.

Aber zunächst geht es mit dem Flugzeugabsturz los. Wow, was für eine Idee und das war gleich zu Anfang etwas, was emotional reingehauen hat. Es war zum Mitfiebern, aber es hat auch wirklich eine Verbindung geknüpft, die man dann gerne weiterverfolgen will. Auch der Afghanistan-Teil hat für mich gut funktioniert, weil er eine Relevanz hat. Aber was mir dann nicht so ideal gefallen hat, dass war der Zwischenweg. Wir erfahren zu Nates Vergangenheit zwar die entscheidenden Infos, aber dennoch ist er als Mann sehr zugeknöpft zu seinen Gefühlen über seine familiäre Situation und das hat es für mich schwierig gemacht, immer diese Geduld von Izzy zu ertragen. Und hier fehlte mir dann auch das militärische Verständnis irgendwann, denn diese absolute Hingabe an den Job, wenn es um Krieg und Fernbleiben von den Liebsten geht, da fehlt irgendwann die Logik, zumindest aus meiner Perspektive. Wir erleben auch, was das Erlebte mit Nate macht. Ja, er ist echt gut in seinem Job, aber weil es ihn gleichzeitig so ausgehöhlt hat, war es noch viel schwieriger, immer nachzuvollziehen, warum er den Absprung nicht geschafft hat. Auch wenn ich das Ende für den angebotenen Kontext wieder sehr passend fand und dann auch meinen Frieden gemacht habe, so war die Liebesgeschichte zwischendurch nicht mehr das, was der Anfang versprochen hatte.

Ich habe das Buch auch teilweise als Hörbuch gehabt, sodass ich die mir bekannten Stimmen Rebecca Veil und Tim Gössler nur lobend erwähnen kann. Sie haben die prinzipiell emotionalen Szenen sehr gut transportiert bekommen.

Fazit: Ich lese die Liebesromane von Rebecca Yarros wirklich gerne und da ist auch „In the Likely Event“ keine Ausnahme, aber gleichzeitig war es auch das Buch, wo ich bislang die größte emotionale Barriere gemerkt habe. Der militärische Kontext gehört zu den Büchern, aber es ist nicht, wie ich groß geworden bin, sodass mir hier stellenweise das Verständnis fehlte. Insgesamt hat aber Yarros viele richtige Entscheidungen getroffen und ich würde vom Lesen niemals abraten, dafür ist es trotz der Kritik zu gut.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Thematisch leidenschaftlich, mit Luft nach oben

My Idea of No. 14
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Ich habe Alicia Sommer bei Lyx schon etwas länger im Auge gehabt, habe dann aber jetzt doch etwas gebraucht, aber die baldige Veröffentlichung von ihrem dritten Band der LA Vipers-Reihe ist doch Anlass ...

Ich habe Alicia Sommer bei Lyx schon etwas länger im Auge gehabt, habe dann aber jetzt doch etwas gebraucht, aber die baldige Veröffentlichung von ihrem dritten Band der LA Vipers-Reihe ist doch Anlass genug, die Sports Romance-Reihe sich nun mal genauer anzuschauen.

Es ist nicht unbedingt so, dass Sports Romance für mich das absolute Muss ist, aber ich lese die Bücher im Allgemeinen doch gerne und bei „My Idea of No. 14“ da hat mich schon der Klappentext sehr angezogen, denn Leahs Bestreben, in eine absolute Männerdomäne vordringen zu wollen, klingt einfach reizvoll. Ich war zwar in meiner Jugend nicht das einzige Mädchen mit glühender Leidenschaft für Fußball, aber es war doch selten, vor allem weil ich mich auch richtig eingedacht und alles inhaliert habe. Auch wenn ich nie Fußballtrainerin werden wollte, aber trotzdem habe ich schnell viel in Leah von mir entdeckt und wollte sie unbedingt besser kennenlernen. Da ich auch das Interview mit der Autorin im Rahmen des Lyx-Podcasts gehört habe, hat sich beim Lesen ihre Leidenschaft für den Sport sofort widergespiegelt. Ich selbst bin von dem Sport noch nicht mitgerissen worden, aber ich habe schon deutlich gemerkt, dass Sommer weiß, wovon sie schreibt, weil sich die ganzen Geschehnisse mit den verschiedenen Coaches, die Spielbeschreibungen sehr echt anfühlten.

Charakterlich muss ich sagen, dass ich Leah und Sam prinzipiell beide mochte, aber ich fand es etwas schade, was für ein Schwerpunkt zwischendurch gewählt wurde. Bei der gewählten Thematik, dass Leah nicht nur Journalistin oder Cheerleaderin werden will, sondern tatsächlich Trainerin, war klar, dass Vorurteile aufgrund des Geschlechtes eine Rolle spielen müssen, aber ich fand es sehr schade, dass Leah irgendwie selbst geglaubt hat, sie treffe als Frau zu viele falsche Entscheidungen in Bezug auf Männer. Zumal dann die beschriebenen Momente der Vergangenheit auch wahrlich kein Drama waren, sondern alle hochstilisiert wurden. Dementsprechend tat es fast weh, dass Leah da so wenig Selbstbewusstsein hatte. Ich habe keinesfalls erwartet, dass sie mit ihrem Ziel tough und unverwundbar ist, aber das fand ich zu einseitig und es hat in der Konsequenz dann auch die Liebesgeschichte etwas überschattet, weil alles, was zwischen ihr und Sam passierte, wegen der Geheimniskrämerei und ihres Selbstbildes, verboten wirkte.

Aber auch ohne den Eindruck finde ich, dass die Geschichte etwas schnell erzählt ist. Gerade die gemeinsamen Szenen zum Thema Football und Tanzen, die hätten gerne noch mehr ausgearbeitet werden können. Man hat einfach ständig den Schatten des Vaters gespürt, weswegen einiges etwas gehetzt wirkte. Aber insgesamt sehe ich das auch nicht überkritisch, denn Sommer ist noch relativ unerfahren und gerade dieser Eindruck von Oberflächlichkeit, das ist oft total normal und wird von Reihe zu Reihe weniger. Charakterlich war das auch gar nicht so entscheidend, mehr im Aufbau der Handlung, dass ich einfach manches gerne ausführlicher gehabt hätte, anderes hätte man etwas reduzieren können, wegen Wiederholungen (wieder Stichwort Vater). Das sind dann getroffene Entscheidungen, die man gut nachvollziehen kann, aber Potenzial für mehr wäre in jedem Fall da gewesen.

Fazit: „My Idea of No. 14” macht durchaus Lust auf mehr. Mir gefällt vor allem Alicia Sommers Leidenschaft für die Thematik sehr. Es geht schriftstellerisch noch mehr, weswegen ich schon gespannt bin, wie ich es in Band 2 empfinde.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Cheerleading als Protagonist

Cheer for Love
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Ki Stephens ist neu auf dem deutschen Buchmarkt und College-Romance ist für mich nicht mehr so selbstverständlich wie vor einigen Jahren, aber dennoch greife ich immer gerne nochmal zu, gerade bei Autoren, ...

Ki Stephens ist neu auf dem deutschen Buchmarkt und College-Romance ist für mich nicht mehr so selbstverständlich wie vor einigen Jahren, aber dennoch greife ich immer gerne nochmal zu, gerade bei Autoren, die ich noch nicht kenne. So kam ich an „Cheer for Love“.

Football haben wir doch relativ oft in NA-Geschichten, aber Cheerleading ist dann öfters nur ein Platzhalter für die Frau in der Geschichte. Umso überraschter war ich, dass Cheerleading, ganz dem deutschen Buchtitel entsprechend, quasi selbst ein Protagonist ist. Das hat mir richtig gut gefallen, weil es eine ganz andere Nuance hatte. Ich fand es zwar stellenweise etwas schwierig, die ganzen Begrifflichkeiten von den Stunts mir vorzustellen oder richtig zu interpretieren, aber wenn man so professionelle Cheerleading-Wettbewerbe schon mal mitbekommen hat, dann reicht das als wichtige Hilfe, dass ich es mir zumindest ungefähr vorstellen konnte. Football fiel zwar nicht komplett hinten über, aber es war nur eine kleinere Rolle und der Rest war Cheerleading und das hat mir Spaß bereitet.

Bei einem Aspekt kann ich Stephens als Autorin noch nicht richtig einschätzen, der sich gleich in mehreren Ebenen abbilden lässt. Die Autorin schwankt für mich sehr zwischen intensiv und ausführlich erzählend und sich dann wieder an der Oberfläche zu verlieren. Ich kenne viele Genrebücher, die sind einfach oberflächlich. Die kann man vielleicht gut lesen, aber sie geben mir emotional wenig. Wenn es aber Teile der Geschichte gibt, die richtig etwas anrühren, dann fällt auf, wenn die Autorin an anderen Stellen dann nachlässig wird und das wäre meine Kritik nach „Cheer for Love“. Ella und Hudson sind für mich beide Figuren, die mit Tiefe angelegt sind. Er hat einen Schicksalsschlag hinter sich, der ihn bis ins Jetzt prägt. Sie kommt aus sehr unterkühlten Familienverhältnissen und hat ihre wichtigste Bezugsperson frisch verloren. Ich wollte gerne mehr zu den beiden erfahren, aber ich habe doch zu oft eine Barriere empfunden. Deswegen gab es auch Meilensteine in ihrer gemeinsamen Geschichte, in denen ich ihn oder sie dann nicht richtig verstanden habe und teilweise sogar launisch empfand. Gerade am Ende finde ich dann auch, dass manche Andeutungen einfach im Nichts verhallen.

Und auch wenn es mir auf manchen Ebenen etwas fehlte, so mochte ich die Geschichte insgesamt. Das Cheerleading reißt viel raus und ich finde auch eine Wendung richtig cool. Zumal Hudson auch ohnehin spannend angelegt ist, weil er athletisch sehr begabt ist, aber seine Zukunft mehr in Geschichte sieht und das liest man auch selten. Ich mochte auch viele, kleine Momente zwischen dem Paar, weil sie von süß bis intimer alles gut abgebildet haben. Wir haben auch zu genug Nebenfiguren viele Andeutungen, weswegen ich umso überraschter bin, dass ich noch keine Infos gefunden habe, dass eine Reihe geplant ist. Sollte da nichts mehr kommen, wäre das auch noch ein Kritikpunkt, weil definitiv Lust auf mehr entstanden ist und da auch bewusst Infos zurückgehalten wurden, die ich wissen will.

Fazit: Ki Stephens hat mich mit „Cheer for Love“ auf jeden Fall neugierig gemacht. Dass Cheerleading hier so prominent besetzt war, das war eine positive Überraschung und hat mir eine neue Welt eröffnet. Ansonsten hat der Schreibstil gewisse Tücken, weil ich mehr wollte, als ich bekommen habe. Alles in allem war es aber dennoch eine empfehlenswerte Lektüre, weil die Autorin Potenzial hat.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Selbst Fallen gestellt - umkurvt?

Die Frau des Serienkillers
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Die Serienkiller-Trilogie von Alice Hunter habe ich erstmal gehortet und anderen zu lesen gegeben, ehe ich dann selbst doch nun endlich bei „Die Frau des Serienkillers“ zugegriffen habe. Es ist immer schwierig, ...

Die Serienkiller-Trilogie von Alice Hunter habe ich erstmal gehortet und anderen zu lesen gegeben, ehe ich dann selbst doch nun endlich bei „Die Frau des Serienkillers“ zugegriffen habe. Es ist immer schwierig, wenn man so spät auf einen Zug aufspringt und so viel über eine Reihe gehört hat und weiß hier eine Wendung, dort eine Wendung. Und dennoch wollte ich jetzt mal selbst schauen, was ich von dem Auftakt der Trilogie halte.

„Die Frau des Serienkillers“ arbeitet mit einem eher selteneren Stil. Einen Teil haben wir als gegeben, dafür sind andere Aspekte noch völlig unklar. Hier wissen wir, dass Tom tatsächlich ein (Serien-)Killer ist. Offen ist aber, was Beth weiß, ob es noch weitere Mysterien gibt und ob Tom alles so gedreht bekommt, dass er als freier Mann rauskommt. Das ist schon eher ungewöhnlich, eröffnet aber natürlich auch andere Möglichkeiten. Die Kapitel aus Toms Sicht sind deutlich seltener, aber sie geben doch nach und nach mehr Einblicke in seine Psyche. Das funktioniert natürlich nur so gut, weil wir wissen, wer er ist. Besonders aussagekräftig waren aber auch die Rückblicke in die gemeinsame Geschichte von Katie (Freundin vor Beth) und Tom. Es war schon krass, die beiden Perspektiven direkt hintereinander zu haben, um die riesigen Unterschiede wahrzunehmen. Was mir in Bezug auf Tom gefehlt hat, das war ein wenig die Perspektive, was bei Beth anders war. Ich konnte natürlich Vermutungen anstellen, aber es wäre doch gut gewesen, es mal von Tom konkret kommentiert zu hören.

In der ganzen Stilistik des Buchs muss ich auch sagen, dass es mir sehr schwer fiel, Sympathien zu entwickeln, mit egal welchem Charakter. Tom ist eh klar, aber auch Beth als titelgebende Figur war niemand, mit der ich besonders mitfühlen konnte, obwohl sie natürlich in eine Ausnahmesituation geworfen wurde, die man niemandem wünscht. Aber man hat ihr immer eine gewisse kalkulierende Seite angemerkt. Ich kenne das von mir selbst, wenn der Verstand lauter als das Herz ist, dass im Moment fühlen schwieriger ist, aber es gab mehrere Situationen, in denen Beth bewusst ‚falsche‘ Emotionen eingesetzt hat, um für sich Mitgefühl zu erzeugen. Und es war schon verdammt schwierig, das einzuschätzen. Gleichzeitig habe ich auch gemerkt, dass Charaktere wie Julia und Adam von mir eine gehörige Portion Skepsis abbekommen haben. Das machen solche Bücher schnell schon mal mit einem, dass man niemandem mehr vertrauen kann, gerade wenn man weiß, dass es Wendungen geben wird und die könnte man jedem zutrauen.

Dementsprechend war die Mischung aus Spannung, Skepsis und wenig Identifikation ein durchgehendes Muster, was für mich das Buch nicht zu einer Spitzenlektüre werden lassen konnte, was mich aber trotzdem mit den Facetten an der Stange gehalten hat. Das Bedürfnis durchzulesen, wurde gefördert, das definitiv. Letztlich muss ich auch sagen, dass mich die Wendung am Ende doch überrascht hat. Hunter hat genug falsche Fährten erzeugt und Ablenkungen geschaffen. Vielleicht ist der Klappentext ein bisschen zu verratend geraten, wenn ich mir das im Rückblick durch den Kopf gehen lasse, aber ich habe mir dabei nicht zu viel gedacht und deswegen kam für mich alles überraschend. Damit wurde die Mission erfüllt. Aber einige Passagen zwischendurch waren zu langatmig, gerade wenn wir zu eng an Beth klebten.

Fazit: „Die Frau des Serienkillers“ hat schon im Genre einen ganz eigenen Stil entwickelt, was positiv ist. Die Kenntnis des Killers erlaub mehr Psychologisches, aber natürlich geht auch etwas an Spannung für manches weg. Andere Aspekte waren aber offen und ich wurde letztlich reingelegt. Insgesamt aber ein Stil, der sich selbst auch Fallen gestellt hat, die mal besser und mal schlechter umkurvt wurden. Ich bin jetzt aber gespannt, wie die anderen beiden Bände gestaltet sind.

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