Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, kommt im Rahmen eines europäischen Austauschprogramms für ein Jahr nach Portugal. Schnell wird klar, dass dies keine Auszeichnung seiner Abteilung war, sondern ...
Leander Lost, Kriminalkommissar aus Hamburg, kommt im Rahmen eines europäischen Austauschprogramms für ein Jahr nach Portugal. Schnell wird klar, dass dies keine Auszeichnung seiner Abteilung war, sondern die Kollegen ihn vielmehr für ein Jahr loswerden wollten. Denn Lost ist anders als andere Leute: er hat das Asperger Syndrom, wodurch er weder Ironie versteht noch lügen kann.
Gleich an seinem ersten Tag in Fuseta geschieht ein Mord und er wird sofort in sein neues Team integriert. Sein Verhalten stößt jedoch nicht gerade auf Begeisterung, auch wenn er es nur gut gemeint hat...
Lost in Fuseta ist ein Roman, der Spaß macht, vor allem wegen der Person des Leander Lost und dessen skurrilen Eigenheiten, die mich des öfteren zum Lachen gebracht haben.
Insgesamt hätte das Buch vielleicht ein bisschen kürzer sein dürfen. Zwischendurch gab es nämlich immer wieder Passagen, die mich ein wenig gelangweilt haben. Der Kriminalfall selbst ist ganz nett, allerdings nicht gerade atemberaubend spannend. Was mir gut gefallen hat, sind die Beschreibungen der portugiesischen Mentalität und Landschaft und natürlich der liebenswerte Kauz Leander Lost, der selbst in der Hitze Portugals im schwarzen Anzug rumläuft.
Das Buch beginnt mit einer Zusammenfassung der Ereignisse rund um den Untergang der estnischen Passagierfähre Estonia am 28.9.1994. Es ist das schwerste Schiffsunglück in Europa seit dem 2. Weltkrieg, ...
Das Buch beginnt mit einer Zusammenfassung der Ereignisse rund um den Untergang der estnischen Passagierfähre Estonia am 28.9.1994. Es ist das schwerste Schiffsunglück in Europa seit dem 2. Weltkrieg, bei dem über 800 Menschen ums Leben kamen. Laut Verlag basiert dieses Buch auf wahren Tatsachen, wobei mir bis zuletzt nicht klar war, was denn nun Tatsache und was Fiktion ist. Unumstritten ist, dass die Bugklappe der Fähre bei hohem Seegang abgerissen wurde und Wasser in das Fahrzeugdeck flutete. Im vorliegenden Buch wird jedoch ein ganz anderes Szenario geschildert, in dem die schwedische Regierung um jeden Preis verhindern will, dass die Öffentlichkeit die wahre Ursache für den Untergang der Estonia erfährt. Was ebenfalls Fakt ist: die schwedische Regierung wollte unter keinen Umständen, dass die Fähre geborgen wird, obwohl sie in relativ geringer Tiefe liegt. Stattdessen gab es den Plan, einen Sarkophag aus Beton um die Estonia zu gießen. Dieses Vorhaben wurde zwar nicht umgesetzt, doch ist es nach wie vor verboten, zum Wrack der Estonia zu tauchen, angeblich, um die Totenruhe der Opfer nicht zu stören.
„Untergang“ ist der 6. Band der Reihe um Michael Sander und Lene Jensen. Es hilft zwar, die vorigen Bände zu kennen, denn es wird Bezug auf Ereignisse daraus genommen, doch ist es ein abgeschlossener Fall, den man auch ohne Vorkenntnisse lesen kann.
Zu Beginn des Buchs findet in Stockholm ein Attentat statt, das das Ehepaar Sander/Jensen auf unterschiedliche Weise betrifft. Es geht um Geheimdienste und Unterlagen, die auf keinen Fall in die falschen Hände geraten dürfen. Die Verwicklung in den Fall stellt die ohnehin bereits belastete Beziehung von Michael Sander und Lene Jensen auf eine harte Probe.
Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, was sich als ziemlich schwierig herausstellte. Da sind zunächst die vielen Fakten und Daten, hinzu kommen die Namen der unterschiedlichen Regierungsmitarbeiter und Agenten diverser Geheimdienste. Bei der gedruckten Version kann man zurückblättern, beim Hörbuch ist es natürlich möglich, manche Szenen erneut hören, aber was, wenn man nicht weiß, in welchem Abschnitt eine gewisse Person bereits erwähnt wurde? Trotz dieser Schwierigkeiten fand ich das Hörbuch spannend. Lediglich der Showdown am Schluss ist für meine Begriffe unnötig brutal. Es macht mir keinen Spaß zuzuhören, wie ein Agent Höllenqualen erleiden muss, egal welcher Nationalität er ist. Insofern lässt mich das Hörbuch gespalten zurück. Was mich im Übrigen mit der Zeit sehr genervt hat, ist der russische Akzent, den der Sprecher den russischen Agenten verpasste. Konsequenterweise hätte er auch die Engländer, Schweden und Dänen mit Akzent sprechen müssen, was er dankenswerterweise nicht getan hat. Abgesehen von diesem Fake-Akzent war das Hörbuch gut gesprochen.
Mein Fazit: „Untergang“ beginnt spannend, wird aber mit der Zeit immer verworrener und brutaler. Für Fans von Agententhrillern, aber besser lesen als hören.
Mona fährt zu ihren Großeltern in die Marsch, ihre alte Heimat, um den 80. Geburtstag ihres Opas Karl zu feiern, nur um festzustellen, dass ihre Großmutter Annemie verschwunden ist. Karl ist erstaunlich ...
Mona fährt zu ihren Großeltern in die Marsch, ihre alte Heimat, um den 80. Geburtstag ihres Opas Karl zu feiern, nur um festzustellen, dass ihre Großmutter Annemie verschwunden ist. Karl ist erstaunlich gelassen und geht davon aus, dass Annemie schon irgendwann wieder auftauchen wird. Mona macht sich Sorgen und spricht mit einer alten Freundin ihrer Oma, die Andeutungen macht, dass die Ehe der Großeltern vielleicht nicht ganz so harmonisch war wie angenommen. Außerdem findet Mona ein Babyfoto, das weder ihre Mutter, noch deren zwei Brüder zeigt. Welches Geheimnis hat Annemie gehütet?
Mona selbst hat ebenfalls Geheimnisse. Sie ist schwanger, der Vater des Kindes, den sie nicht liebt, ist gerade ins Ausland gezogen und sie weiß nicht, ob sie das Kind überhaupt bekommen will. Zum Glück trifft sie auf einen Freund aus ihrer Kindheit, mit dem sie sich immer noch gut versteht und über alles reden kann.
Diese Familiengeschichte wird in kurzen Kapiteln und aus wechselnden Perspektiven erzählt. Eigentlich mag ich Perspektivwechsel in Büchern ganz gern, hier waren die Kapitel aber so kurz, dass es den Lesefluss gehemmt hat. Immer, wenn ich Interesse für eine der erzählenden Personen entwickelt habe, kam schon die nächste wieder zu Wort. Lange weiß man nicht, wie Freya, eine der Erzählerinnen, in die Geschichte passt. Was mich auch ein wenig genervt hat, war die sehr norddeutsch geprägte Sprache. Ich weiß nicht, was die Wörter gienen, luschern und Bagalut bedeuten und ich finde es mühsam, in einem Buch, das in meiner Muttersprache geschrieben ist, Wörter nachzuschlagen.
Ich fand „Das Flüstern der Marsch“ nicht schlecht, aber ich habe bestimmt zwei Wochen fürs Lesen gebraucht, ein klarer Indikator, dass das Buch mich nicht sonderlich gefesselt hat.
Die ehemalige Finanzministerin Clara Lofthus hat die letzten Jahre in Nairobi verbracht und sich um den Aufbau einer Schule gekümmert. Als es dort zu einem Anschlag kommt, verlässt sie das Land wieder ...
Die ehemalige Finanzministerin Clara Lofthus hat die letzten Jahre in Nairobi verbracht und sich um den Aufbau einer Schule gekümmert. Als es dort zu einem Anschlag kommt, verlässt sie das Land wieder und kehrt in ihre norwegische Heimat zurück. Ihr Partner Axel, der beste Freund ihres verstorbenen Ehemanns, und die beiden Söhne sind froh darüber, allerdings trifft sie die Entscheidung über ihre Köpfe hinweg. In diesem dritten Band der Reihe verhält sie sich noch rücksichtsloser und unsympathischer als in den beiden Vorgängerbänden und es wundert mich, dass sie in Talkshows einen sympathischen Eindruck macht. Das Medieninteresse an ihr ist groß, denn bei dem Anschlag in Kenia hatte sie vielen Kindern das Leben gerettet. Ihr wird erneut der Posten als Finanzministerin angeboten. Kaum hat sie sich entschieden, die Stelle anzunehmen, wird die Leiche einer Frau gefunden, die Clara auf dem Gewissen hat. Ein Journalist, der ohnehin vorhatte, den Fall der vor Jahren verschwundenen Sabiya zu recherchieren, will in diesem Zusammenhang auch Clara ins Visier nehmen, was der neu ernannten Ministerin ganz und gar nicht passt…
„Düsteres Tal“ ist der dritte Teil einer Trilogie um eine machthungrige und rachsüchtige Frau, die über Leichen geht. Für Leser, die die beiden Vorgängerbände nicht kennen, werden die Details von Claras früheren Morden noch einmal aufgerollt. Einerseits war ich froh darüber, da ich die Bücher zwar gelesen habe, mich aber auch nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern konnte, andererseits war es auch ein wenig ermüdend, so ausführlich über die Vergangenheit zu lesen. Auch in „Düsteres Tal“ räumt Clara Menschen, die ihr gefährlich werden könnten, aus dem Weg, mit einem davon hätte ich ganz und gar nicht gerechnet. Aufgrund der kurzen Kapitel, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, lässt sich das Buch schnell und flüssig lesen, doch so richtig spannend ist es nur selten. Es endet mit einem offenen Schluss, was die Vermutung nahelegt, dass der Trilogie womöglich noch ein weiterer Band folgt.
Winter 1938: Mitten in den ausgedehnten nordschwedischen Wäldern arbeitet die siebzehnjährige Siv in einer Hütte als Köchin für eine Gruppe von Waldarbeitern. Zunächst ist sie unsicher und panisch angesichts ...
Winter 1938: Mitten in den ausgedehnten nordschwedischen Wäldern arbeitet die siebzehnjährige Siv in einer Hütte als Köchin für eine Gruppe von Waldarbeitern. Zunächst ist sie unsicher und panisch angesichts der beengten Wohnsituation, aber bald gewinnt sie an Selbstbewusstsein und genießt die Freiheit, die ihr dieses Leben ermöglicht. Als sie einen jungen Sami, Nila, kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn, doch beiden ist klar, dass ihre Beziehung keine Zukunft hat. Zu spät merkt sie, dass ihre Liebe nicht ohne Folgen blieb.
Im Jahr 2022 macht sich Sivs Enkelin Eva auf den Weg ins Dorf ihrer Kindheit. Sie kommt im Auftrag eines forstwirtschaftlichen Unternehmens, das von einem Kunden mit der Abholzung eines alten Waldstücks beauftragt wurde. Als Beraterin ist ihre Aufgabe, zwischen dem Unternehmen und einer Gruppe von Aktivisten zu vermitteln, die vehement gegen die Zerstörung des alten Baumbestands protestiert. Dabei trifft sie auf Mattias, mit dem sie in ihrer Jugend eine kurze Affäre hatte. Dass Mattias‘ Tochter Fanny die Initiatorin der Protestbewegung ist, macht die Dinge nicht einfacher. Während des Aufenthalts in der alten Heimat sieht sich Eva nicht nur handfesten Bedrohungen ausgesetzt, sie findet auch Erstaunliches über ihre eigene Familiengeschichte heraus.
„Wo die Moltebeeren leuchten“ erzählt abwechselnd die Geschichte von Siv und Eva, wobei mich Sivs Geschichte mehr interessiert hat. Man erfährt, welcher Diskriminierung die ethnische Gruppe der Samen zu der damaligen Zeit ausgesetzt war. Ihr Land, das sie seit Jahrhunderten bewirtschafteten und auf dem ihre Rentierherden weideten, wurde von der Regierung an Siedler übergeben, sie wurden quasi enteignet. Das Buch zeigt den Spagat zwischen dem Bewahren von Naturschutzgebieten und den Erfordernissen der modernen Forstwirtschaft auf.
Evas Teil der Geschichte empfand ich als ein wenig zäh. Das Geheimnis, was mit ihrem Vater geschah, wurde nicht aufgelöst, sondern nur Andeutungen gemacht, es sei denn, ich habe etwas überlesen.
Die Lektüre war ganz okay, aber ich habe ziemlich lange dafür gebraucht, ein Zeichen, dass mich das Buch nicht wirklich fesseln konnte. Den angekündigten zweiten Teil werde ich wahrscheinlich nicht lesen.