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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2026

Atmosphärisch stark, bewegend und intensiv

Die Riesinnen
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Liese, Cora und Eva – 3 Generationen der Rissberger Frauen, die in Wittenmoos, einem kleinen Dorf im Schwarzwald leben. Lieblos und rau wird Lieses Leben beschrieben, Ausgrenzung, weil sie groß ist, rote ...

Liese, Cora und Eva – 3 Generationen der Rissberger Frauen, die in Wittenmoos, einem kleinen Dorf im Schwarzwald leben. Lieblos und rau wird Lieses Leben beschrieben, Ausgrenzung, weil sie groß ist, rote Haare hat. Doch Liese geht aufrecht und übernimmt gar nach dem Tod ihres Mannes die Metzgerei, arbeitet sich ein und hat Erfolg. Ihre Tochter Cora ist ihr Ein und Alles, doch Cora findet keine Freunde. Sie ist am liebsten daheim. Auch sie wird ausgegrenzt als „Satanskind“. Cora rebelliert innerlich, ihr größtes Ziel, nach der Schule Wittenmoos zu verlassen. Doch sie ist schneller zurück als ihr lieb ist, noch dazu mit Eva im Bauch. Eva nimmt das Leben leicht, hat Freunde, findet sich zurecht. Auch sie geht nach der Schule zum Studium fort, nach Stuttgart. Doch sie kommt dort nicht wirklich an, kommt wieder zurück und braucht etwas Zeit und findet dann ihren Weg.

Das Buch hat mich regelrecht gefesselt. Die Atmosphäre ist wunderbar dargestellt, das Rauhe eines entlegenen Schwarzwald-Dorfes. Ich konnte es mir richtig vorstellen. Ebenso ist der Geist der zeit gut eingefangen. Liese trotzt dem Dorf, Cora dagegen will nur weg und Eva liebt die Heimat. Es ist erstaunlich wie unterschiedlich die 3 Frauen mit dem Thema Identifikation oder Ausgrenzung umgehen. Die Geschichte hat mich richtig berührt. Es ist ein Buch, das nachhallt in mir. Auch wenn die Zeiten teils hart waren und die Stimmung durchaus rau und lieblos, so strahlten die Rissbergerinnen doch eine enorme Verbundeheit und auch Hoffnung aus.

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Ein überraschender und starker Roman

Spiegelland
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Spiegelland ist bereits mein zweites Buch der Autorin – und es hat mich sogar noch mehr überzeugt.

Im Mittelpunkt steht Cato im Jahr 1999: Nach Jahren voller Gewalt und Unterdrückung flieht sie mit ihrer ...

Spiegelland ist bereits mein zweites Buch der Autorin – und es hat mich sogar noch mehr überzeugt.

Im Mittelpunkt steht Cato im Jahr 1999: Nach Jahren voller Gewalt und Unterdrückung flieht sie mit ihrer zwölfjährigen Tochter in das abgelegene Haus ihrer Großmutter, mitten ins Moor. Mit wenig Geld und kaum Berufserfahrung kämpft sie sich langsam zurück ins Leben, arbeitet für die Regionalzeitung und gewinnt Stück für Stück ihre Stärke zurück. Trotz anfänglicher Skepsis findet sie im Ort Unterstützung – doch die Angst vor ihrem Ehemann bleibt allgegenwärtig.

Ein zweiter Handlungsstrang begleitet Elias in der Gegenwart, Catos Enkel. Auf der Flucht vor sich selbst, nachdem er gewalttätig geworden ist, gerät sein Weltbild ins Wanken, als er mehr über die Familiengeschichte erfährt.

Der dritte Strang führt weit zurück in die Zeit der Moorbesiedlung. Allettas Leben ist geprägt von bitterer Armut, Entbehrung und Härte – auch hier spielen Gewalt und Rache eine zentrale Rolle.

Alle drei Perspektiven haben ihren eigenen Reiz, wobei mich Catos Geschichte am meisten berührt hat. Allettas Abschnitt war ebenfalls spannend, zog sich zum Ende hin für mich jedoch etwas. Das verbindende Thema ist Gewalt gegen Frauen – erschreckend präsent, selbst in der noch gar nicht so fernen Vergangenheit. Besonders nachdenklich stimmt dabei auch das Nachwort der Autorin.

Mit über 900 Seiten ist das Buch (Ebook) ein echtes Schwergewicht, das ich dennoch in wenigen Tagen verschlungen habe. Atmosphärisch dicht, eindringlich erzählt und absolut lesenswert – eine klare Empfehlung, besonders für alle, die gern tief in vielschichtige Familiengeschichten eintauchen.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Spanisches Temperament und Irlands Kulisse

Inselgrün
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Wiebke hat ihren Job als Grundschullehrerin geschmissen, um bei Ihrem Liebsten Miguel auf Mallorca zu leben. Dort verkauft sie seine Bilder. Doch Miguel macht dem spanischen männlichen Temperament alle ...

Wiebke hat ihren Job als Grundschullehrerin geschmissen, um bei Ihrem Liebsten Miguel auf Mallorca zu leben. Dort verkauft sie seine Bilder. Doch Miguel macht dem spanischen männlichen Temperament alle Ehre und ist zudem auch Künstler durch und durch. Als 2 irische Schwestern ein unverkäufliches Bild um jeden Preis kaufen möchten, lässt sich Wiebke darauf ein. Ihr Fehler wird ihr schnell bewusst, doch es ist zu spät. Sie kämpft mit allen Mitteln, und reist dem Bild bis Irland hinterher. Dort trifft sie auf Claire und Josh, einem On-Off-Couple aus Californien und Wiebkes Blick aufs Leben beginnt sich zu verändern.

Ich bin sonst kein Fan von LoveStories. Aber die verschiedenen Reihen von @stina.jensen.autorin lese ich sehr gern. Ihr Stil, die Kulissen und die frischen Charaktere begeistern mich immer wieder. Die Bücher sind fürs Herz und somit wunderbar für einen Lesehappen zwischendurch. Und so habe ich auch dieses Buch wieder mit Begeisterung gelesen. Der Story-Aufhänger in diesem Band (verkaufte Bild) hat mich zwar nicht ganz so erreicht wie die anderen Bücher, aber dafür sorgten zwei schräge Schwestern, ein chaotsiches California-Girl, ein leicht exzentrischer Künstler und eine zunächst stocksteife Wiebke für sehr gute Unterhaltung, Gefühle und Schmunzeln.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Frankie ist zurück und mit ihm seine Art, die Welt zu verstehen

Frankie – Unter Menschen
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Frankies Geschichte geht weiter. Nachdem Gold, Frankies Herrchen, sich gegen Depressionen stationär behandeln lässt, ist Frankie allein. Anna kümmert sich zwar, doch Frankie ist einsam und beginnt, seine ...

Frankies Geschichte geht weiter. Nachdem Gold, Frankies Herrchen, sich gegen Depressionen stationär behandeln lässt, ist Frankie allein. Anna kümmert sich zwar, doch Frankie ist einsam und beginnt, seine alten Plätze aufzusuchen. Nach einem kleinen Unglück ist er plötzlich fernab von seinem Heimatort und findet nicht mehr heim. Unterwegs erlebt er jetzt neue Abenteuer. Er trifft Shattap, ein Flüchtlingsmädchen, welches selbst allein, ohne festen Wohnsitz versucht, ihr Leben zu bestreiten. Die beiden ziehen auf dem Weg zu Golds „Klapse“ gemeinsam los und geben sich irgendwie einander Halt.

Frankies Perspektive ist erneut einzigartig. In Band 1 war es komplett neu. Und auch wenn es in Band 2 bereits ein bekanntes Erzählmuster ist, empfand ich die Geschichte erneut bezaubernd. Denn auf eine ganz naive Art tauchen Themen wie Ausgrenzung, Identität, Heimat, Moral und Menschlichkeit auf. Frankie bietet als Katze – Entschuldigung, Kater – dabei eine wunderbare Projektionsfläche, die Themen anders aufzubringen, kindlicher, nachfragender, hinterfragender. Und das macht schon nachdenklich beim Lesen. Ich habe die Geschichte daher erneut sehr genossen und empfehle sie gern weiter.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Hätte ich mir früher auch gewünscht

Rebel Girls - das Original. Growing up powerful: Alles über Social Skills
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Erwachsen werden ist nicht immer leicht. Abgrenzung einerseits absolut gewollt und gleichzeitig fehlt doch in manchen Situationen der elterliche „Schutzmantel“. Also heißt es, sich allein durchbeißen, ...

Erwachsen werden ist nicht immer leicht. Abgrenzung einerseits absolut gewollt und gleichzeitig fehlt doch in manchen Situationen der elterliche „Schutzmantel“. Also heißt es, sich allein durchbeißen, seine Frau stehen, daran wachsen und stolz zurückblicken. Insbesondere das Einfügen in eine Gemeinschaft kann mit vielen Fragen einhergehen. Sei es die neue Klasse, der neue Verein, die erste Präsentation vor der Klasse, die erlebte Kränkung oder auch einmal richtig Mist gebaut. Wie geht man damit als junger Mensch um? Das Buch nimmt solche Fragen auf, stellt Fragen aus Kinderperspektive und lässt es Experten antworten. Es gibt gleichzeitig konkrete Tipps (die Pose der „Heldin“ habe ich mir gleich mal selbst abgespeichert). Damit begleitet es junge Mädchen, ihren Platz zu finden und ihre Persönlichkeit zu entfalten, dabei Grenzen zu setzen und Empathie zu entwickeln.

Modern und ansprechend illustriert, gut strukturiert und verpackt in kurze gut verständliche Kapitel.

Ich bleibe dabei – Ich liebe diese Reihe und wünschte, ich hätte sie als Kind gehabt. Denn man entdeckt beim Blättern Themen, die man so konkret vielleicht nicht bei Eltern oder Freunden anspricht. So aber entdeckt man sie, findet Gesprächsansätze, stolpert über Infos.

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