Atmosphärisch stark, bewegend und intensiv
Die RiesinnenLiese, Cora und Eva – 3 Generationen der Rissberger Frauen, die in Wittenmoos, einem kleinen Dorf im Schwarzwald leben. Lieblos und rau wird Lieses Leben beschrieben, Ausgrenzung, weil sie groß ist, rote ...
Liese, Cora und Eva – 3 Generationen der Rissberger Frauen, die in Wittenmoos, einem kleinen Dorf im Schwarzwald leben. Lieblos und rau wird Lieses Leben beschrieben, Ausgrenzung, weil sie groß ist, rote Haare hat. Doch Liese geht aufrecht und übernimmt gar nach dem Tod ihres Mannes die Metzgerei, arbeitet sich ein und hat Erfolg. Ihre Tochter Cora ist ihr Ein und Alles, doch Cora findet keine Freunde. Sie ist am liebsten daheim. Auch sie wird ausgegrenzt als „Satanskind“. Cora rebelliert innerlich, ihr größtes Ziel, nach der Schule Wittenmoos zu verlassen. Doch sie ist schneller zurück als ihr lieb ist, noch dazu mit Eva im Bauch. Eva nimmt das Leben leicht, hat Freunde, findet sich zurecht. Auch sie geht nach der Schule zum Studium fort, nach Stuttgart. Doch sie kommt dort nicht wirklich an, kommt wieder zurück und braucht etwas Zeit und findet dann ihren Weg.
Das Buch hat mich regelrecht gefesselt. Die Atmosphäre ist wunderbar dargestellt, das Rauhe eines entlegenen Schwarzwald-Dorfes. Ich konnte es mir richtig vorstellen. Ebenso ist der Geist der zeit gut eingefangen. Liese trotzt dem Dorf, Cora dagegen will nur weg und Eva liebt die Heimat. Es ist erstaunlich wie unterschiedlich die 3 Frauen mit dem Thema Identifikation oder Ausgrenzung umgehen. Die Geschichte hat mich richtig berührt. Es ist ein Buch, das nachhallt in mir. Auch wenn die Zeiten teils hart waren und die Stimmung durchaus rau und lieblos, so strahlten die Rissbergerinnen doch eine enorme Verbundeheit und auch Hoffnung aus.