Profilbild von Eliza

Eliza

Lesejury Star
offline

Eliza ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Eliza über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit

Pina fällt aus
0

Ein Buch, das mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat.

Sehr berührend und emotional aufwühlend hat es mich regelrecht auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Pina Luxen bricht auf ...

Ein Buch, das mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat.

Sehr berührend und emotional aufwühlend hat es mich regelrecht auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Pina Luxen bricht auf der Straße zusammen und kann sich von einer Sekunde auf die andere nicht mehr um ihren zwanzigjährigen autistischen Sohn Leo kümmern. Sie ist es, die seinen Alltag organisiert und ihm zur Seite steht. Doch wer kann sich nun um Leo kümmern? Ihre 86-jährige Nachbarin, die die Wohnung nicht mehr verlässt? Oder der 34-jährige Einsiedler, der ebenfalls im Haus wohnt und Kristallfiguren sammelt? Und was ist mit der 16-jährigen Zola, der Tochter des Vermieters, die gegen ihre Eltern rebelliert?

Eine Hausgemeinschaft wächst zusammen und über sich hinaus – auch wenn ihre Mitglieder auf den ersten Blick noch so unterschiedlich sind. Doch sie beginnen, Leo zu verstehen, ihn anzuerkennen und ihn so zu nehmen, wie er ist. Der Roman behandelt die soziale Kälte und eine Gesellschaft, die allzu oft wegschaut. Dabei stellt er auch die ganz pragmatische Frage: Wie funktioniert Inklusion? Wer lebt sie – und wie sieht sie aus? Wer ist Teil unserer Welt und unserer Gesellschaft? Und wer wird an den Rand gedrängt – und warum? Wir alle predigen Individualität und Andersartigkeit, dennoch stecken wir Menschen oft unbewusst in Schubladen.

Der Schreibstil der Autorin ist stellenweise leicht und humorvoll, dann wieder ernst und philosophisch. Ich habe diese Mischung geliebt. In diesem Buch steckt so viel Klugheit, und ich habe auch viel über mich und mein eigenes Denken gelernt. Vera Zischke hat nicht nur alleinerziehenden Müttern und Vätern ein Denkmal gesetzt, sondern auch pflegenden Angehörigen.

Ein wichtiges Buch, das den Finger in die Wunde legt und zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Historischer Kriminalroman mit vielen Wendungen und Spannung bis zum Schluss

Die Bestie von Dresden
0

Ein historischer Kriminalroman, der mit vielen Wendungen bis zur letzten Seite für Spannung sorgt. Gustav Heller und sein Assistent Schrumm werden zunächst mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Dieser ...

Ein historischer Kriminalroman, der mit vielen Wendungen bis zur letzten Seite für Spannung sorgt. Gustav Heller und sein Assistent Schrumm werden zunächst mit einem sonderbaren Fall konfrontiert. Dieser stellt sich jedoch bald als sehr dramatisch heraus.

Sehr gut kommt in diesem Roman das Verhältnis der beiden Ermittler zur Geltung. Gustav Heller lebt auf seinem Gestüt nahe Dresden und ist ein Mann der Tat und der direkten Worte. Er scheut keine Konfrontation und stößt dabei seine Mitmenschen des Öfteren vor den Kopf. Sein Assistent Schrumm ist eher in sich gekehrt und bisweilen etwas zart besaitet. So muss er sich die eine oder andere bissige Neckerei von seinem Vorgesetzten gefallen lassen.

Gerade diese Gegensätze der beiden Hauptprotagonisten sorgen für ein interessantes Zusammenspiel bei den Ermittlungen, was mir sehr gut gefällt. Auch die zahlreichen Nebencharaktere sind sehr gelungen ausgearbeitet.

Über die Figur von Karl May musste ich mehrfach schmunzeln und habe dabei auch einiges über ihn erfahren, was mir zuvor nicht bekannt war. Die Einbettung Mays in die Geschichte ist gut dosiert, sodass er eine Rolle spielt, ohne zu sehr im Mittelpunkt der Handlung zu stehen.

Der Schreibstil des Autors ist anschaulich und abwechslungsreich, zugleich aber sehr gut lesbar. Die größte Stärke der Geschichte sind für mich jedoch die vielen Verdächtigen und Wendungen innerhalb der Ermittlungen. Ich hatte eine andere Vermutung und lag am Ende komplett auf der falschen Fährte. Auf diese Auflösung muss man erst einmal kommen.

Dieser Fall spielt noch stärker mit zwischenmenschlichen Beziehungen und Verhältnissen als die ersten beiden Bände, wodurch die Figuren besonders lebendig wirken. Ein rundum gelungener historischer Kriminalroman mit einem markanten Ermittlerteam in einer Zeit, die von vielen Veränderungen geprägt ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Aufwühlend und Nachdenklich über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern

Niemands Töchter
0

Mich hat das Buch von Niemands Töchter sehr beeindruckt. Es ist ein aufwühlender, emotionaler und gleichzeitig sehr nachdenklicher Roman über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern.

Im Mittelpunkt ...

Mich hat das Buch von Niemands Töchter sehr beeindruckt. Es ist ein aufwühlender, emotionaler und gleichzeitig sehr nachdenklicher Roman über die Verbindung zwischen Müttern und Töchtern.

Im Mittelpunkt der Erzählung stehen zwei Frauen: Alma und Isabell. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Alma wächst in den 1980er-Jahren in Mayen in der Eifel auf. Isabell lebt in Berlin und ist Balletttänzerin. Doch die beiden Frauen haben eine Verbindung und genau um diese Verbindung geht es in dem Roman.

Es geht um Mütter und Töchter, um unsere Wurzeln und die Zugehörigkeit zu unserer Familie. Es geht um alleinerziehende Frauen, um die Suche nach der eigenen Herkunft und um das Schweigen innerhalb von Familien, wenn Dinge unbequem werden.

Der Roman hat ein großes Figurenensemble. Die verschiedenen Blickwinkel wechseln sehr schnell und teilweise unvermittelt, daran musste ich mich zunächst gewöhnen. Das erfordert viel Aufmerksamkeit.

Die Sprache der Autorin ist sehr bildhaft und authentisch, da sowohl der Berliner Dialekt als auch der Eifeler Dialekt eine Rolle spielen. Die verschiedenen Zeitebenen und Zeitsprünge waren ebenfalls am Anfang eine Herausforderung, was sich im Laufe des Buches jedoch deutlich gelegt hat.

Für mich ist dies ein Roman, den ich so schnell nicht vergessen werde, da er mir sowohl Gänsehaut beschert als auch zu Tränen gerührt hat. Ein intensives Leseerlebnis, das ich nicht missen möchte, auch wenn es mich an einigen Stellen durchaus gefordert hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Theaterthriller mit Gothic- und Mysterie-Schauer

Die flüsternde Muse
0

Ein Roman, der mit Gothic-Elementen und atmosphärischen Schauermomenten zu überzeugen weiß. Jennifer ist eine junge, sehr selbstbewusste Frau, die dringend einen Job benötigt. Sie heuert im berühmten Mercury ...

Ein Roman, der mit Gothic-Elementen und atmosphärischen Schauermomenten zu überzeugen weiß. Jennifer ist eine junge, sehr selbstbewusste Frau, die dringend einen Job benötigt. Sie heuert im berühmten Mercury Theater des Ehepaars Dyer an und wird dort Zeugin sonderbarer Ereignisse. Als Assistentin der Hauptdarstellerin Lilith Erikson muss sie sich behaupten und einiges einstecken.

Das Verhältnis zu Lilith ist eine der treibenden Kräfte der Handlung. Jennifer sorgt mit ihrer speziellen Art immer wieder für ein Schmunzeln. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und kümmert sich scheinbar wenig um mögliche Konsequenzen. Lilith sowie das Ehepaar Dyer sind ebenfalls interessante und vielschichtige Charaktere der Geschichte.

Sehr gut gefallen hat mir auch der Schreibstil der Autorin. Mit einer bildhaften Sprache erzeugt sie intensives Kopfkino. Die detaillierte Darstellung der Theaterwelt, eingebettet in eine mystische Atmosphäre, sorgt für zusätzliches Leseflair. Dabei gelingt es ihr, immer wieder Wechsel zwischen schaurigen Momenten und ruhigeren Passagen zu schaffen.

Das Gesamtbild der Geschichte ist stimmig und packend, und ich fühlte mich durchweg gut unterhalten. Ein empfehlenswerter Roman mit fantastischen Elementen, der zudem mit einer spannenden und interessanten Handlung überzeugt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2026

Roman zwischen Naturkatastrophe und Krimi

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
0

Ein Krimi, der zu Beginn eher wie ein Katastrophenroman wirkt und sich am Ende fast zu einem Thriller entwickelt, ist eine treffende Umschreibung für diesen äußerst spannenden Fall von Alexa Jahn und Bernhard ...

Ein Krimi, der zu Beginn eher wie ein Katastrophenroman wirkt und sich am Ende fast zu einem Thriller entwickelt, ist eine treffende Umschreibung für diesen äußerst spannenden Fall von Alexa Jahn und Bernhard Krammer.

Durch heftige Unwetter in der Grenzregion Karwendel reißt die Flut alles mit sich, was nicht niet- und nagelfest ist. Alexa Jahn und ihr Kollege Florian Huber sind pausenlos als Polizeikräfte im Einsatz. Bernhard Krammer wiederum geht auf österreichischer Seite einem Vermisstenfall nach. Das Besondere an diesem Roman ist, dass die Naturkatastrophe der gesamten Geschichte eine ganz eigene, dramatische Atmosphäre verleiht.

Der Autorin ist es gelungen, die Gewalt der Wassermassen sehr lebendig zu beschreiben. Ich war sowohl von der Tragik als auch von den Herausforderungen im Kampf gegen die Flut sehr gefesselt. Durch verschiedene Erzählebenen schafft sie zudem immer wieder Abwechslung in der Handlung.

Alexa hat meiner Meinung nach etwas weniger Anteil an der Handlung als in den vergangenen Bänden, was mich persönlich jedoch nicht gestört hat. Sie ist eine selbstbewusste Frau, die stets versucht zu helfen und ihren Beruf eher als Berufung denn als bloßen Job versteht. Ihr Kollege Florian Huber scheint immer mehr aufzutauen und sich zu öffnen, und ich bin gespannt, welche Entwicklung er noch nehmen wird. Bernhard Krammer hingegen ist stoisch und ruhig und versucht meist, sein Innenleben nicht nach außen zu kehren.

Der Fall selbst ist meiner Ansicht nach sehr gut in die Rahmenhandlung der Katastrophe integriert. Auch die Nebengeschichte der jungen Merle mit ihrer besonderen Wandergruppe fügt sich stimmig in das Gesamtgeschehen ein.

Gegen Ende des Buches findet man sich mitten in einem Thriller wieder, und das ganze Ausmaß des Wahnsinns kommt eindrucksvoll zur Geltung. Besonders großartig fand ich, dass man intensiv miträtseln konnte und dennoch lange keine Ahnung hatte, in welche Richtung sich die Ermittlungen entwickeln würden.

Ein Krimi, der mehr Thriller als klassischer Kriminalroman ist, gerade dadurch aber eine enorme Wirkung entfaltet. Auch wenn ich aus den vorherigen Bänden mehr reine Krimielemente gewohnt war, hat mich dieses Buch vollkommen gepackt. Für mich ist es bislang das interessanteste und beste Buch der Reihe, was vor allem an den vielen Erzählsträngen und Nebengeschichten liegt, die mir ein ganz besonderes Leseerlebnis beschert haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere