Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit
Pina fällt ausEin Buch, das mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat.
Sehr berührend und emotional aufwühlend hat es mich regelrecht auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Pina Luxen bricht auf ...
Ein Buch, das mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat.
Sehr berührend und emotional aufwühlend hat es mich regelrecht auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Pina Luxen bricht auf der Straße zusammen und kann sich von einer Sekunde auf die andere nicht mehr um ihren zwanzigjährigen autistischen Sohn Leo kümmern. Sie ist es, die seinen Alltag organisiert und ihm zur Seite steht. Doch wer kann sich nun um Leo kümmern? Ihre 86-jährige Nachbarin, die die Wohnung nicht mehr verlässt? Oder der 34-jährige Einsiedler, der ebenfalls im Haus wohnt und Kristallfiguren sammelt? Und was ist mit der 16-jährigen Zola, der Tochter des Vermieters, die gegen ihre Eltern rebelliert?
Eine Hausgemeinschaft wächst zusammen und über sich hinaus – auch wenn ihre Mitglieder auf den ersten Blick noch so unterschiedlich sind. Doch sie beginnen, Leo zu verstehen, ihn anzuerkennen und ihn so zu nehmen, wie er ist. Der Roman behandelt die soziale Kälte und eine Gesellschaft, die allzu oft wegschaut. Dabei stellt er auch die ganz pragmatische Frage: Wie funktioniert Inklusion? Wer lebt sie – und wie sieht sie aus? Wer ist Teil unserer Welt und unserer Gesellschaft? Und wer wird an den Rand gedrängt – und warum? Wir alle predigen Individualität und Andersartigkeit, dennoch stecken wir Menschen oft unbewusst in Schubladen.
Der Schreibstil der Autorin ist stellenweise leicht und humorvoll, dann wieder ernst und philosophisch. Ich habe diese Mischung geliebt. In diesem Buch steckt so viel Klugheit, und ich habe auch viel über mich und mein eigenes Denken gelernt. Vera Zischke hat nicht nur alleinerziehenden Müttern und Vätern ein Denkmal gesetzt, sondern auch pflegenden Angehörigen.
Ein wichtiges Buch, das den Finger in die Wunde legt und zum Nachdenken anregt.