Zwischen Plattenbau-Romantik und Selbstfindung
PalastplatteWorum geht’s?
Henri wächst in den 80ern auf zwischen Plattenbau-Romantik, Freibadsommern und der ersten vorsichtigen Liebe zu Mo. Doch mit ihrem Vater scheint etwas nicht zu stimmen und das bringt das ...
Worum geht’s?
Henri wächst in den 80ern auf zwischen Plattenbau-Romantik, Freibadsommern und der ersten vorsichtigen Liebe zu Mo. Doch mit ihrem Vater scheint etwas nicht zu stimmen und das bringt das Familiengefüge immer wieder ins Wanken. Während Henri versucht hierbei ihren Platz in der Welt zu finden, flüchtet sie sich in Gruselgeschichten.
Wie war’s?
Dieses Buch hat sich ganz anders entwickelt, als ich es anfangs erwartet hätte. Es ist tragisch, emotional, schaurig und wunderschön zugleich.
Faszinierend fand ich vor allem die Entwicklung: Das Buch startet eher als klassischer Coming-of-Age-Roman mit vielen nostalgischen Vibes. In der zweiten Hälfte wird es aber gemeinsam mit Henri deutlich erwachsener, ernster und tiefgründiger. Es gibt viele besondere Nebenaspekte, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen und der Geschichte Charakter verleihen.
Im Grunde ziehen sich zwei wesentliche Themen durch das Buch, die natürlich mitteinander verwoben sind. Zum einen ist das die Beziehung zwischen Hernri und Mo mit allem, was an Gefühlschaos dazu gehört. Die Beziehung fand ich sehr tiefgründig und echt dargestellt und bringt auch viel Leichtigkeit mit sich.
Zum anderen ist es die familiäre Ebene, in der schwere Themen, wie die psychische Erkrankung des Vaters und die daraus resultierenden familiären Probleme aufgegriffen werden. Diese werden von Mara Floren sehr feinfühlig beschrieben. Auch die melancholische Stimmung, die sich von Anfang an durch das Buch zieht, wurde von der Autorin wirklich gut getroffen. Gerade die Geistergeschichten passen perfekt zur Stimmung.
Und dann ist da noch die Beziehung zwischen Henri und ihren Eltern, die sich sehr auf Henri und ihre Entwicklung auswirkt und erst nach und nach von ihr durchdrungen wird. Dadurch wird das Buch auf emotionaler Ebene sehr tief, aber auch schwer. Ich musste das Gelesene zwischendurch immer mal wieder sacken lassen.
Das Ende lässt mich aber schließlich mit einem wehmütigen Lächeln zurück.