Ein Buch, das nicht löslässt
Yellowface„In der Nacht, in der ich Ethena Liu sterben sehe, feiern wir ihren Vertrag mit Netflix.“ (Kapitel 1)
Worum geht’s´?
June und Athena pflegen seit dem Studium eine oberflächliche Freundschaft, denn ...
„In der Nacht, in der ich Ethena Liu sterben sehe, feiern wir ihren Vertrag mit Netflix.“ (Kapitel 1)
Worum geht’s´?
June und Athena pflegen seit dem Studium eine oberflächliche Freundschaft, denn vor allem stehen sie in Konkurrenz in der hart umkämpften Literaturbranche. Als Athena June von ihrem neuen Manuskript berichtet und kurz darauf stirbt, kann June nicht anders, als das Manuskript an sich zu nehmen, zu vervollständigen und selbst zu veröffentlichen. Denn June erkennt ganz klar: Diese Geschichte verdient es erzählt zu werden, egal von wem. Mit diesem Geheimnis begibt sie sich jedoch in eine Abwärtsspirale…
Wie war’s?
Nachdem ich das Buch Anfang des Jahres beendet hatte, habe ich 4 Sterne vergeben. Das musste ich nun doch nochmal nach oben korrigieren, da mich das Buch immer noch nicht loslässt. Etwas gestört hatte mich das Ende. Das Verhalten der Protagonistin war mir zum Schluss zu übertrieben. Mittlerweile überlege ich, ob es nicht doch logischer Teil einer Charakterentwicklung war, nur einfach anders als ich es erwartet habe.
Und da sind wir schon bei den besonderen Aspekten dieses Buches. Zum einen ist es die unglaublich selbstgerechte June. Ich finde es wahnsinnig spannend, dass Rebecca Kuang bewusst mit einer unsympathischen Protagonistin arbeitet und wie es ihr gelingt ihren inneren Konflikt greifbar darzustellen. Zum anderen gefällt mir der Schreibstil wieder sehr gut. Es hat ein bisschen was von einem Unfall. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht!
Mit diesem Buch zeigt Rebecca Kuang, dass sie absolut wandelbar ist. Ihre besonderen Merkmale bleiben dennoch bestehen: eine ausführliche Recherchearbeit und ein geschicktes Einbinden ihrer chinesischen Wurzeln. Darüber hinaus bekommen wir tiefgründige Einblicke in die Literaturbranche und Themen wie Rassismus oder Canel Culture. Absolut lesenswert!