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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein Buch, das nicht löslässt

Yellowface
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„In der Nacht, in der ich Ethena Liu sterben sehe, feiern wir ihren Vertrag mit Netflix.“ (Kapitel 1)



Worum geht’s´?

June und Athena pflegen seit dem Studium eine oberflächliche Freundschaft, denn ...

„In der Nacht, in der ich Ethena Liu sterben sehe, feiern wir ihren Vertrag mit Netflix.“ (Kapitel 1)



Worum geht’s´?

June und Athena pflegen seit dem Studium eine oberflächliche Freundschaft, denn vor allem stehen sie in Konkurrenz in der hart umkämpften Literaturbranche. Als Athena June von ihrem neuen Manuskript berichtet und kurz darauf stirbt, kann June nicht anders, als das Manuskript an sich zu nehmen, zu vervollständigen und selbst zu veröffentlichen. Denn June erkennt ganz klar: Diese Geschichte verdient es erzählt zu werden, egal von wem. Mit diesem Geheimnis begibt sie sich jedoch in eine Abwärtsspirale…


Wie war’s?

Nachdem ich das Buch Anfang des Jahres beendet hatte, habe ich 4 Sterne vergeben. Das musste ich nun doch nochmal nach oben korrigieren, da mich das Buch immer noch nicht loslässt. Etwas gestört hatte mich das Ende. Das Verhalten der Protagonistin war mir zum Schluss zu übertrieben. Mittlerweile überlege ich, ob es nicht doch logischer Teil einer Charakterentwicklung war, nur einfach anders als ich es erwartet habe.

Und da sind wir schon bei den besonderen Aspekten dieses Buches. Zum einen ist es die unglaublich selbstgerechte June. Ich finde es wahnsinnig spannend, dass Rebecca Kuang bewusst mit einer unsympathischen Protagonistin arbeitet und wie es ihr gelingt ihren inneren Konflikt greifbar darzustellen. Zum anderen gefällt mir der Schreibstil wieder sehr gut. Es hat ein bisschen was von einem Unfall. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht!

Mit diesem Buch zeigt Rebecca Kuang, dass sie absolut wandelbar ist. Ihre besonderen Merkmale bleiben dennoch bestehen: eine ausführliche Recherchearbeit und ein geschicktes Einbinden ihrer chinesischen Wurzeln. Darüber hinaus bekommen wir tiefgründige Einblicke in die Literaturbranche und Themen wie Rassismus oder Canel Culture. Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 25.04.2026

Comfort Read mit Substanz

Homesick
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Worum geht’s?
Mara erbt eine kleine Summe und will sich dafür eine Wohnung in London kaufen. Ihr Freund Tom ist allerdings noch unschlüssig, ob er mit einziehen möchte. Denn er hängt sehr an seiner Heimat ...

Worum geht’s?
Mara erbt eine kleine Summe und will sich dafür eine Wohnung in London kaufen. Ihr Freund Tom ist allerdings noch unschlüssig, ob er mit einziehen möchte. Denn er hängt sehr an seiner Heimat und auch beruflich ist er völlig am Limit. Das stellt auch ihre Beziehung vor eine neue Herausforderung.

Wie war’s?
Ich habe Homesick als tollen Read für zwischendurch empfunden. Silvia Saunders schreibt leicht, flüssig und humorvoll und durch die kurzen Kapitel hat man schnell mehr gelesen als geplant.

Thematisch ist das Buch sehr aus dem Leben gegriffen. Es geht um alltägliche Probleme, die jede kennt: Probleme bei der Wohnungssuche, mit den Nachbarn oder Mitbewohnern und auch Alltagssexismus. Das lässt sich so gut nachempfinden.
Was mir auch gefällt, ist das Aufgreifen einer psychischen Erkrankung bei Tom als Mann. Hier ist es mal die Frau, die die Stütze ist, während der Mann seine Emotionen zeigen darf.

Durch Themen wie Depression oder Alltagssexismus bekommt das Buch eine gewisse Tiefe. Es geht jedoch nicht darum Lösungen dafür zu finden, sondern vielmehr diese Themen sichtbar zu machen. Mara empfand ich als Protagonistin in ihrem Verhalten sehr nachvollziehbar. Sie sieht sich mit all diesen Problemen konfrontiert und ist damit auch ein wenig überfordert. Für den einen vielleicht Charakterschwäche, für mich sehr authentisch, denn wie oft denken wir selbst im Alltag im Nachhinein: Hättest du mal auf diese oder jene Art reagiert…?

Mit Fortschreiten der Handlung steht die Beziehung zwischen Mara und Tom mehr im Fokus. Das hätte ich in der Form nicht gebraucht. Dennoch gefällt mir, wie wertschätzend die Autorin dies umgesetzt hat. Dadurch hat Tom als Nebencharakter viel Tiefe bekommen. Eine Szene mit den beiden ist bei mir besonders hängen geblieben.

Homesick ist kein super tiefgründiges Buch, aber dennoch ein Buch mit Substanz, das einen darüber nachdenken lässt, was man eigentlich braucht, um sich zu Hause zu fühlen.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Witchy Romantasy zum Wegsnacken

Her Dark Power
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Worum geht’s?

Edda gehört zu den weißen Hexen und verheimlicht daher die dunkle, unkontrollierbare Kraft, die sie immer wieder spürt. Als sie bei ihrer Initiierung ausbricht, wird sie ans Crescent College ...

Worum geht’s?

Edda gehört zu den weißen Hexen und verheimlicht daher die dunkle, unkontrollierbare Kraft, die sie immer wieder spürt. Als sie bei ihrer Initiierung ausbricht, wird sie ans Crescent College geschickt, wo schwarze Magie gelehrt wird. Dort trifft sie auf Morven, der auch ein dunkles Geheimnis hütet.

Wie war’s`?

Dieses Buch hat mich vor allem durch seine düstere Atmosphäre gleich zu Beginn in seinen Bann gezogen. Auch die Dark-Academia Vibes haben mir gefallen. Es ist kein besonders tiefgründiges Buch und auch inhaltlich wurde das Rad nicht neu erfunden. Als kleines Fantasy-Snack-Buch zwischendurch lässt es sich aber sehr gut lesen.

Edda, als Protagonistin mochte ich, besonders wie sie versucht mit ihrer neuen, dunklen Seite klarzukommen. Die Dynamik mit Morven hat mich anfangs etwas verwirrt. Es gab zwei Spice-Szenen, die meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen wären. Mir reicht ja eine gute Tension. Mit Myr und Reik haben wir außerdem noch zwei tolle Nebencharaktere, auf die ich mich in der Fortsetzung noch freue. Da habe ich noch die ein oder andere Erwartung.

Zum Ende hin hat die Story nochmal richtig an Fahrt aufgenommen und es wurde sehr packend. Jetzt muss ich unbedingt wissen, wie es in Band 2 weiter. Der Cliffhanger war wirklich fies und ich bin direkt bereit für das Finale im Oktober.

Wer ein paar düstere witchy und Dark Academia Vibes für zwischendurch zum Wegsnacken sucht, kann hiermit auf jeden Fall nichts falsch machen. ;)

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Locker, flockig & lecker

Keeping it casual
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𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁'𝘀?
Max hat eine schlimme Trennung hinter und eine beängstigende OP vor sich. Um sich abzulenken meldet sie sich auf Tinder an und lernt dort Johnny kennen. Die Chemie stimmt sofort und es entwickelt ...

𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁'𝘀?
Max hat eine schlimme Trennung hinter und eine beängstigende OP vor sich. Um sich abzulenken meldet sie sich auf Tinder an und lernt dort Johnny kennen. Die Chemie stimmt sofort und es entwickelt sich eine Brieffreundschaft mit gemeinsamen Kochabenden, an denen sie sich durch das Familienkochbuch von Max's Ex Scott kochen. Online natürlich.
Dann steht Max OP an und alles kommt ganz anders.

​𝗪𝗶𝗲 𝘄𝗮𝗿'𝘀?
Karina May hat hier eine Geschichte geschrieben, die sich super weglesen lässt. Der Schreibstil ist locker, unkompliziert und humorvoll. Dadurch gelingt Karina May das Kunststück, dass das Buch, trotz der teils ernsten Themen, nie seine Leichtigkeit verliert.

Max mochte ich sehr gerne. Ich empfand sie als sehr positiv denkend und habe mir sehr gewünscht, dass sie ihren Weg findet. Auch Johnny war mir von Anfang an sympathisch, denn er hat Max's Wünsche respektiert, war offen und ziemlich humorvoll. Gerade die Schlagabtäusche zwischen den beiden waren einfach herrlich.
Umso mehr habe ich sie im Mittelteil vermisst, denn der verlief anders als erwartet, aber für die Charakterentwicklung nachvollziehbar (und sehr atmosphärisch).

Scott und seine Familie waren mir persönlich dagegen ein bisschen zu einseitig dargestellt. Da fehlte mir manchmal die Tiefe, die gerade Max so lebendig gemacht hat.

Was mir richtig gut gefallen hat, war wie sich die Kochthematik im Aufbau, in der Handlung und in wiederkehrenden Details durch das ganze Buch gezogen hat. Ich selbst bin ja nicht die größte Köchin, aber solche Besonderheiten liebe ich ja dennoch! Dass es am Ende sogar die Rezepte aus dem Buch zum Nachkochen gibt, ist dann das i-Tüpfelchen.

​Keeping it Casual ist für mich eine Wohlfühlgeschichte. Eine Empfehlung für alle, die Humor und besondere Details, wie die Foodie-Vibes in ihren Büchern lieben!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Fourth Wing Vibes mit Wölfen

Dire Bound
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𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁'𝘀?
Als Meryn Schwester von den Siphonen (quasi Vampiren) entführt wird, entschließt sie sich der Armee beizutreten, um sie wiederzufinden. Bei der Prüfung bindet sich eine Schattenwölfin entgegen ...

𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁'𝘀?
Als Meryn Schwester von den Siphonen (quasi Vampiren) entführt wird, entschließt sie sich der Armee beizutreten, um sie wiederzufinden. Bei der Prüfung bindet sich eine Schattenwölfin entgegen Meryns Willen an sie, sodass sie nun an weiteren Trainings und Prüfungen im Schloss des Königs teilnehmen muss. Um ihre Schwester zu finden, muss sie dort überleben.

𝗪𝗶𝗲 𝘄𝗮𝗿'𝘀?
​Ehrlich gesagt: Ja, das Rad wird hier nicht neu erfunden. Wer viel Romantasy liest, wird einige Tropes und Wendungen wiedererkennen. ABER: Es liest sich einfach fantastisch weg!
Der Schreibstil ist super flüssig. Ich war ab Seite 1 in der Geschichte drin und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

​Gerade zu Beginn hatte ich totale Fourth Wing-Vibes. Statt Drachen gibt es hier Schattenwölfe, aber das Prickeln und die ständige Gefahr sind absolut vergleichbar.

​Meryn ist wieder eine toughe Protagonistin, wie ich sie mag. Die Dynamik funktioniert gut. Was ich nicht gebraucht hätte, sind die spicey Szenen. Davon gab es einige (auch schon sehr früh) und die waren teilweise echt ein bisschen schräg (was aber sicherlich so beabsichtigt war und somit schon einiges erahnen lässt).

​Ein Muss für alle, die Romantasy mit Biss suchen. Es ist emotional, spannend und reißt - trotz Klischees- mit. Wenn du Wölfe, Found Family, Enemies-to-Lovers Ansätze und Academy-Settings liebst: Read it! 😉

4,5 Sterne

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