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Veröffentlicht am 13.04.2026

Das Känguru - immer gut und so politisch wie eh und je

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Darum geht es:
Das Känguru ist zurück und ruft zur Rebellion. Der fünfte Band der Reihe um das Beuteltier und den Kleinkünstler unterhält wieder mit kurzen und längeren Episoden, politisch pointierten ...


Darum geht es:
Das Känguru ist zurück und ruft zur Rebellion. Der fünfte Band der Reihe um das Beuteltier und den Kleinkünstler unterhält wieder mit kurzen und längeren Episoden, politisch pointierten Kommentaren und kabarettistischen Einlagen.

Mein Eindruck:
Die Känguru-Geschichten werden für mich besonders durch die Lesung von Marc-Uwe Kling lebendig. Daher habe ich mich auf das Hörbuch gefreut und es gleich durchgehört. Der fünfte Band ist direkter, politischer und damit auch zeitgemäß. Damit kann ich umgehen, manch anderer vll. nicht. Lustig sind diese Passagen leider nicht, da sie das Zeitgeschehen spitz betrachten und hoffentlich dem einen oder anderen die Augen öffnen, pointiertes, politisches Kabarett halt.
Dazwischen glänzt das Hörbuch mit Wortwitz und -spielereien, Auto Schnick, Hertas Podcast, der Känguru-Perspektive und viel mehr.

Fazit:
Die Sicht des Kängurus auf die Weltlage: klare Worte, klare Haltung. Aufgelockert durch anspruchsvollen Witz und humorvollen Geschichten.
Wie immer sehr hörenswert, und mit jeder Wiederholung wird es besser!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Der Sommer ihres Lebens – bis Kala verschwindet

Kala
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Darum geht es:
In der irischen Stadt Kinlough erleben sechs Jugendliche einen Sommer voller erster Liebe, Geheimnisse und Dramen. 15 Jahre später treffen drei aus der Clique wieder in Kinlough ein. Helen, ...

Darum geht es:
In der irischen Stadt Kinlough erleben sechs Jugendliche einen Sommer voller erster Liebe, Geheimnisse und Dramen. 15 Jahre später treffen drei aus der Clique wieder in Kinlough ein. Helen, die nie wieder zurückkehren wollte, kommt aus Kanada zur Hochzeit ihres Vaters. Der »berühmte« Joe ist inzwischen ein bekannter Musiker und will den Pub wiederbeleben mit einem Konzert. Und Mush ist nie aus Kinlough rausgekommen, arbeitet bei seiner Mam im Café und ist immer noch eine gutmütige Seele.
Doch nicht nur die Rückkehr, sondern insbesondere der Fund menschlicher Überreste heizt die Spannungen zwischen den ehemaligen Freunden und den Einwohnern der Stadt an, denn tatsächlich ist die Leiche die in dem Sommer vor 15 Jahren verschwundene Kala, um die die Clique damals kreiste.

Mein Eindruck:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Helen, Joe und Mush erzählt. Immer wieder wechseln Gegenwart und Vergangenheit sich ab. So entsteht langsam ein Bild von dem legendären Sommer 2003, in dem sich die Clique um Kala fand, wie sie lebten und liebten, stritten und Dinge entdeckten, die nichts für die Jugendlichen sind. Parallel dazu erlebe ich die Erwachsenen, die sich nach dem Leichenfund immer mehr Gedanken machen, wie Kala damals am Ende des Sommers wirklich verschwunden ist und ob sie es hätten verhindern können.
Ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Lebensgeschichten, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart verschränken, um eine ganze Geschichte zu erzählen.

Fazit:
Eine bildgewaltige Sprache, die ihren eigenen Sog entfaltet. Die Verwicklungen, die steigenden Ahnung, was damals passiert sein könnte und dann die Aufdeckung von dem, was wirklich geschah. All das zieht mich in diesen Roman, fesselt mich, um weiterzulesen, und machen die 500 Seiten zu einem kurzweiligen Vergnügen.
Absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Forschungsbasiertes Wissen, positive Affirmation und hilfreicher Planer in einem

Dein ADHS Buddy
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Darum geht es:
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung), ihre Ursachen und insbesondere ihre Auswirkungen stehen im ersten Teil dieses Arbeitsbuches im Vordergrund. Anhand vieler Beispiele ...

Darum geht es:
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung), ihre Ursachen und insbesondere ihre Auswirkungen stehen im ersten Teil dieses Arbeitsbuches im Vordergrund. Anhand vieler Beispiele werden die Folgen anschaulich dargelegt. Dabei liegt der Focus auf Erwachsene, die erst spät ihre Diagnose bekommen haben.
Der Planer im zweiten Teil ist dreigeteilt und genau auf divergentes Denken und Planen ausgelegt. Mit Fokustagesplaner für den einzelnen Tag, nach 10 Tagen mit Take 10, Every 10 ein Rückblick und die Möglichkeit zur Neu-Ausrichtung und am Schluss eine Vielfalt an weiteren Vorlagen bietet das Buch einen Baukasten zum fokussierten Planen der Tage an.

Mein Eindruck:
Das Buch ist bunt, kurzweilig, es gibt viele Kästen, Gestaltungselemente und Boxen, in die man zu dem gerade gelesen seine Eindrücke eintragen kann. Lange Texte werden in kleinere Abschnitte eingeteilt und immer wieder werde ich zum Mitdenken über meine Situation angeregt. Genau das, was einem neurodivergenten Gehirn hilft, Wissen zu erfassen. Auch die Tagesplaner sind abwechslungsreich gestaltet. Für mich war diese Art der Planung nicht neu, aber ich fand sie gut aufbereitet. Das Buch wurde geschrieben von Grace Keolma, die ebenfalls spät die Diagnose ADHS bekam. Sie hat vieles erprobt und das Beste behalten und in ihren Future ADHD-Digitalplaner integriert.

Fazit:
Gerade direkt nach der Diagnose ADHS schätze ich dieses Buch als sehr wertvoll ein, weil es forschungsbasiertes Wissen, positive Affirmation und hilfreicher Planer in einem ist.

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Ein hochprozentiger Krimi, der die Sehnsucht nach Schottland weckt

Tod in den Highlands
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Darum geht es:
Die Privatdetektivin Alison Dexter bekommt einen neuen Auftrag: Diskret soll sie ermitteln, wer die Spezialabfüllung eines seltenen Whiskys der Brennerei Castletown Distillery gefälscht ...

Darum geht es:
Die Privatdetektivin Alison Dexter bekommt einen neuen Auftrag: Diskret soll sie ermitteln, wer die Spezialabfüllung eines seltenen Whiskys der Brennerei Castletown Distillery gefälscht hat. Diese Flaschen werden für hohe Preise gehandelt und ausgerechnet ihr Ex-Mann hat eine gefälschte Flasche in einer Auktion erstanden. Nun denkt er, er hätte ein Recht, bei Alisons Ermittlungen mitzumischen.
Das sind nicht die einzigen Schwierigkeiten, mit denen sich Alison herumschlagen muss. Und dann taucht da diese Leiche auf und die Ereignisse überschlagen sich.

Mein Eindruck:
Von der ersten Seite an bin ich gedanklich in Schottland. Kleine Seitenhiebe bekommt das schottische Wetter ab, z.B. dass Alison ihre Verabredungen bei gutem Wetter am River trifft, und die restlichen 360 (!) Tage in Cafés. Die detailreichen Beschreibungen, die Karte am Anfang und die tiefen Landes- und Menschenkenntnisse bringen mir das Land so nahe, dass ich nach Ende des Buches gleich hinfahren möchte (kleine Warnung ;) ).
Alison ist eine toughe Detektivin, clever und sehr sympathisch. Stück für Stück folgt sie den Spuren. Der Fall bietet spannende Entwicklungen und viele Einblicke in die Whiskybrennerei, das Leben und die Geschichten der Schotten.
Mir gefallen die Figurencharakterisierungen, ihre Weiterentwicklung und die Tiefe der Persönlichkeiten, die sich zeigen. Und natürlich das Setting in Schottland mit dem Whisky.
Tod in den Highlands ist der dritte Teil der Highland - Reihe, aber ich brauche die Vorkenntnisse nicht. Allerdings möchte ich nun auch die beiden anderen Bücher lesen und hoffe, dass es noch viele Geschichten mit Alison gibt.


Fazit:
Eine tolle Landschaft, ein spannender Kriminalfall und eine tiefe Kenntnis von Land und Leuten (und Whisky) haben für mich dieses Buch zu einem besonderen Lesevergnügen gemacht. Gerne mehr – von allem.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Eine tapfere Hausfrau sticht in ein Wespennetz

Down Cemetery Road
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Darum geht es:
Sarah Tucker steckt in einem frustrierenden Leben als Hausfrau fest. Ganz deutlich wird es ihr bei einem unerfreulichen Geschäftsessen, das sie für ihren Ehemann zuhause ausrichten muss. ...

Darum geht es:
Sarah Tucker steckt in einem frustrierenden Leben als Hausfrau fest. Ganz deutlich wird es ihr bei einem unerfreulichen Geschäftsessen, das sie für ihren Ehemann zuhause ausrichten muss. Da scheint eine Explosion eines Hauses in der Nachbarschaft eine tödlich faszinierende Ablenkung. Nur ein Kind überlebt das Unglück. Obwohl Sarah die Familie nicht kannte, fühlt sie mit dem Kind, das jedoch aus dem Krankenhaus verschwindet.
Sarahs Erkundungen bleiben nicht unbemerkt und plötzlich steht sie im Fokus von Polizei und Geheimdienst.

Mein Eindruck:
Ich weiß nicht, warum dieser Thriller mit der Privatdetektivin Zoe Boehm beworben wird, sie spielt nur am Rande eine Rolle. Vielleicht ist es der aktuellen Verfilmung geschuldet, denn im englischen Original erschien das Buch schon 2003. Sarah Tucker jedenfalls treibt die Handlung voran, stellt die Fragen und gerät dadurch ins Zielfenster der Gegner. Denn was passiert ist, warum das Haus in die Luft fliegen musste und warum das Kind verschwand, das alles darf nicht bekannt werden. Die Hintergründe des »Warum« sind auch im Blick auf den Entstehungszeitpunkt (2003) zu sehen, lassen mich aber auch jetzt noch erschaudern, weil sie so unglaublich real erscheinen.
Sprachlich ist es ein Vergnügen, Down Cemetery Road zu lesen. Die Personen, die Szenen sind lebhaft und aktiv beschrieben. Ich fühle mit Sarah in ihrer gezwungen Gastgeberrolle, gleich in der ersten Szene. Mit wenigen Worten und Aktionen wird hier ein umfassendes Bild gezeichnet, literarisch ein spannendes Werk.
Die Handlung an sich erinnert mich immer mal wieder an eine Mischung der Autoren John Le Carré, Ian Fleming und Robert Ludlum. Und tatsächlich hat der Autor Mick Herron eine zweite Reihe im Spionagemilieu angesiedelt, die von Diogenes schon übersetzt und veröffentlicht wurde.

Fazit:
Ein starker Thriller mit Sprachwitz und einem erschreckenden Motiv (das ich nicht verraten werde). Wer Geschichten über Geheimoperationen, teils brutale Gewaltanwendung gemischt mit sympathischen Anti-Helden und mutigen Frauen mag, der wird hier wunderbar unterhalten.

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