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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2026

Auf den Spuren der Ahnen

Schwesternland
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Zum 100. Geburtstag der Großmutter treffen sich Antonia und ihre drei Schwestern im ehemaligen Familiendomizil im Havelland, liebevoll genannt "Schwesternland". Omas Großcousine Max hat ein ganz besonderes ...

Zum 100. Geburtstag der Großmutter treffen sich Antonia und ihre drei Schwestern im ehemaligen Familiendomizil im Havelland, liebevoll genannt "Schwesternland". Omas Großcousine Max hat ein ganz besonderes Geschenk dabei: Ein Ahnengutachten, das bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht und Antonia sofort fasziniert. So macht sie sich auf die Reise nach Frankreich, um den Wurzeln ihrer Familie nachzugehen und trifft dabei auf die Geschichte der jungen Vorfahrin Jeanne Beauvais, über deren schwieriges Leben in Zeiten der Hugenottenverfolgungen wir in einem zweiten Zeitstrang lesen dürfen.

Der Autorin ist hier wieder ein großartiges Werk mit gut recherchiertem historischen Hintergrund gelungen. Gerade die Vergangenheitsebene hat mich hier total fasziniert, waren mir doch die geschichtlichen Hintergründe absolut unbekannt. Jeanne ist ein starke junge Frau, bei der ich mich durch die hautnahen Beschreibungen ihrer Erlebnisse, die meistens nicht sehr einfach waren, immer sehr eng an ihrer Seite gefühlt und mit ihr gelitten habe. Aber auch das starke Interesse Antonias an ihrer Familiengeschichte war hier sehr plastisch und realistisch geschildert.

Die Geschichte hat mich wirklich bis zum Ende absolut fesseln können, sie ist grundsätzlich in sich abgeschlossen, aber wir scheinen uns noch auf weitere Bände freuen zu dürfen, bei denen dann wohl die anderen Schwestern mehr im Mittelpunkt stehen werden.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Absolut spannend!

39 Grad
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Es handelt sich um den zweiten Fall rund um den Kriminalkommissar Lukas Johannsen und die Profilerin Berit Pernstein. Das Buch kann unabhängig gelesen werden, wichtige Hinweise zu dem Vorband werden ausreichend ...

Es handelt sich um den zweiten Fall rund um den Kriminalkommissar Lukas Johannsen und die Profilerin Berit Pernstein. Das Buch kann unabhängig gelesen werden, wichtige Hinweise zu dem Vorband werden ausreichend erläutert.

Direkt zu Beginn wird eine junge Frau ermordet in einem Abrisshaus aufgefunden. Einige am Tatort hinterlassene Hinweise deuten darauf hin, dass der Täter neben diesem grausamen Mord womöglich auch ein Spielchen mit Lukas treiben will. Stehen noch weitere Frauen auf der Liste des Mörders? Und kann Lukas endlich den sogenannten Puppenmörder überführen, den einzigen ungelösten Mordfall seiner Karriere?

Mehr soll hier inhaltlich gar nicht verraten werden. Ich habe das Buch fast wieder an einem Stück lesen müssen, so groß ist der Spannungs- und Suchtfaktor. Der Autor versteht es meisterhaft, mit Andeutungen und versteckten Hinweisen zu spielen, den Leser damit geschickt auf falsche Fährten zu lotsen und verursacht dabei durch seine eindringlichen Beschreibungen von Umgebung und Geräuschen so manches Gänsehautgefühl. Zusätzlich wird auch noch ein kleiner Einblick in das Privatleben der Ermittler gegeben, was einen für kurze Zeit beim Lesen etwas zur Ruhe kommen lässt, um dann im nächsten Kapitel wieder atemlos vor einer neuen Situation zu stehen. Als man am Ende meint, nun alles zu wissen, gibt es noch ein absolutes Showdown mit einem für mich nicht erwarteten Abschluss.

Ein absolut fesselnder Thriller, den man einfach gelesen haben muss, 5 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Über Grenzen hinaus

Der Fährmann
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Der Roman erstreckt sich zeitlich von derJahrhundertwende bis zum zweiten Weltkrieg und stellt einen Grenzfluss im ländlichen Bereich zwischen Österreich und Bayern in den Mittelpunkt. Hier wachsen bereits ...

Der Roman erstreckt sich zeitlich von derJahrhundertwende bis zum zweiten Weltkrieg und stellt einen Grenzfluss im ländlichen Bereich zwischen Österreich und Bayern in den Mittelpunkt. Hier wachsen bereits als Kinder Elisabeth, Annemarie und Hannes gemeinsam auf. Elisabeth fühlt sich sehr zu Hannes hingezogen, dieser darf aber als Fährmann nie heiraten, so fordert es die Tradition. Zudem ist die Hochzeit mit dem reichen Hoferben Josef bereits beschlossenen Sache. Annemarie als Wirtstochter hat sich ihr Leben ebenfalls anders vorgestellt, darf sie sich doch den mehr oder minder agressiven Annäherungen der Gäste im Wirtshaus erwähren, wo sie quasi als Freiwild behandelt wird.

Die Autorin hat uns hier eine mitreissende Geschichte präsentiert, die sehr atmosphärisch und sprachgewaltig daherkommt und teilweise nicht ganz einfach zu verdauen ist. Neben der wirklich interessanten und aufwühlenden Erzählung, bei der überwiegend die beiden Frauen und ihr schweres Leben im Mittelpunkt stehen, kommt auch immer wieder dem Fluss eine große Bedeutung zu, sei es tatsächlich oder auch symbolisch. Er steht für Tod und Leben, für Trennung und Verbindung.

Die Strukturen althergebrachter Traditionen, in denen zählt, was die Eltern oder der Ehemann bestimmen, werden hier sehr eindringllich dargestellt, die Handlung entwickelt dabei ein rasantes und sehr lesenswertes Tempo, das seinen Höhepunkt ein einem spektakulären Ende findet. Eine große Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Tod im Regierungsviertel

Einigkeit und Recht und Rache
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Auf dem Bundespresseball im Berliner Hotel Adlon brechen der Bundeskanzler und sein Finazminister nach einem Glas Champagner tot zusammen. Schnell stellt sich heraus, dass sie vergiftet wurden, die Bundesrepublik ...

Auf dem Bundespresseball im Berliner Hotel Adlon brechen der Bundeskanzler und sein Finazminister nach einem Glas Champagner tot zusammen. Schnell stellt sich heraus, dass sie vergiftet wurden, die Bundesrepublik hält den Atem an. Der aus Wien stammende und nun für die Berliner Kriminalpolizei arbeitende Andre Heidergott sowie seine Vorgesetzte Emily ermitteln hier in ihrem buchtechnisch zweiten Fall.

Wie derTitel bereits verspricht, handelt es sich hier um einen nicht nur hochbrisanten Krimi, dem mittermittelnden Leser präsentiert sich hier auch ein mehr als interessanter Einblick in die Berliner Polit-, Medien- und Promiwelt. Die Geschichte ist aus Sicht des Kommissars Heidergott erzählt, der den Leser mit seinen Gedanken direkt anspricht, so dass man sich wirklich mittedendrin wähnt, in einem Sumpf aus Lug und Betrug, Eifersüchteleien und politischen Verwicklungen, halt der ganz normale Alltagswahnsinn im politischen Berlin. Neben dem wirklich sehr spannnenden Fall, bei dem man bis zum Schluss nichts über den Hintergrund ahnt, hat es mich hier auch sehr gereizt, die mehr oder weniger versteckten Anspielungen auf tatsächliche Politiker und weitere "Prominente" zu entschlüsseln. Schuldzuweisungen untereinander sowie die Suche nach den scheinbar Verantwortlichen für die Abläufe spiegeln für mich hier das politische Hauptstadtleben bestens wider, da erscheint der so herrlich normale Kommissar, in dessen Privatleben er uns auch tolle Einblicke erlaubt, gerne als die sympathische Gegenfigur.

Ein großes Lob und verdiente 5 Sterne von mir für einen aus meiner Sicht mal ganz anderen Krimi, der absolut spannend ist, leicht humorvoll, aber nicht cozy, und der micht bestens unterhalten hat!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Das Band der Freundschaft

Der Sommer, der uns blieb
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Als Jugendliche verbringen Britta, Pia und Martin fast jede freie Minute miteinander, ihr Freundschaft erscheint unzerrüttbar.

Zwei Jahrzehnte später: Der Kontakt zwischen den Dreien hat sich ...

Als Jugendliche verbringen Britta, Pia und Martin fast jede freie Minute miteinander, ihr Freundschaft erscheint unzerrüttbar.

Zwei Jahrzehnte später: Der Kontakt zwischen den Dreien hat sich verloren. Lediglich Martin ist immer in der Kleinstadt wohnen geblieben, arbeitet im elterlichen Unternehmen. Als eines Tages alle drei in der alten Heimat wieder aufeinandertreffen, brechen alte Wunden wieder auf, sowie die Frage, warum damals die Freundschaft scheinbar grundlos auseinanderbrach.

Zunächst möchte ich dieses wunderbar gestaltete Cover loben, in das ich mich so wunderbar fallen lassen kann, das eigentlich wenig zeigt, doch im Nachhinein so viel aussagt. Passend dazu habe ich eine Geschichte gelesen, die zum Teil unterhaltsam, in großen Stücken jedoch sehr berührend ist. In wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen wird jeweils aus der Sicht der drei Hauptdarsteller berichtet. Als Leser habe ich zwar schnell geahnt, was damals wohl geschehen ist, dennoch fand ich den Weg dorthin und die langsame spätere Wiederannährung so gefühlvoll beschrieben, dass mich die ganze Geschichte auch in Teilen an meine eigene Jugendzeit erinnerte. Es ist eine Geschichte von Neuanfängen, von Verzeihen können und einer großen Freundschaft, die auch Jahre überwinden kann. Sehr feinfühlig wurde hier mit sehr privaten Gefühlen umgegangen, so dass ich meine Sympathien doch am Ende auf alle drei Protagonisten gleichmäßig verteilen konnte. Eine wunderbare Geschichte, die mir wirklich sehr zu Herzen gegangen ist!

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