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Veröffentlicht am 28.04.2026

So toll!

Little Hollywood
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LITTLE HOLLYWOOD
Inga Hanka
ET: 24.03.26

Ich habe das Buch gerade zugeklappt und da war dieses Gefühl, das noch nachhallt. Dieses „Was habe ich da gerade gelesen?“. Für mich ist es der intensivste Coming-of-Age-Roman, ...

LITTLE HOLLYWOOD
Inga Hanka
ET: 24.03.26

Ich habe das Buch gerade zugeklappt und da war dieses Gefühl, das noch nachhallt. Dieses „Was habe ich da gerade gelesen?“. Für mich ist es der intensivste Coming-of-Age-Roman, der mir je begegnet ist. Was für eine Wucht.

Sommer 1999:
Leo lebt mit ihrer schwer erziehbaren Mutter und ihrem kleinen Bruder Hannes allein, seit ihr gewalttätiger Vater weg ist. Und eigentlich müsste dieser Sommer, mit ihrem bestandenen Abi, nach Freiheit schmecken, nach Aufbruch, nach einem neuen Kapitel. Aber nichts davon ist da. Stattdessen ist alles schwer. Alles eng. Alles bleibt, wie es immer war.

Kein Urlaub, weil das Geld fehlt. Eine Mutter, die sich verändert hat, auf eine Art, die nicht greifbar ist. Und dann auch noch Olli, der sie küsst – und kurz darauf eine andere. Es ist zu viel. Einfach zu viel.

Also trifft Leo eine Entscheidung: Sie zieht sich zurück. Ins Bett. In sich selbst. Vielleicht noch schnell die Bewerbung für Berlin fertig machen – der einzige Ausweg. Aber wie soll man gehen, wenn man nicht weiß, ob man gehen darf? Wenn man nicht weiß, was passiert, wenn man bleibt? Kann sie ihren kleinen Bruder zurücklassen? Und viel schlimmer: Kann sie ihre Mutter überhaupt mit ihren Bruder alleine lassen?

Dieser innere Konflikt zieht sich durch jede Seite. Er sitzt einem im Nacken. Er lässt einen nicht los.

Und dann ist da „Little Hollywood“. Diese Videothek. Dieser eine Ort, der sich anfühlt wie ein kurzes Durchatmen – und Jo. Und ab hier… müsst ihr selbst gehen. Selbst fühlen. Selbst aushalten.

Ich bin komplett in diese Geschichte hineingezogen worden. Habe mit Leo gehofft, gezweifelt, gelitten. Es gab Momente, die wehgetan haben, weil sie so ehrlich waren. So nah.

Ja, es hat mich ein wenig an „22 Bahnen“ erinnert – aber dieses hier trifft noch tiefer. Noch unmittelbarer.

Fazit:
Ein Buch, das sich nicht nur einfach lesen lässt, sondern durch dich hindurchgeht. Zum Abtauchen, Durchsuchten, Inhalieren. Lest dieses Buch. Wirklich. Es hat eine riesige Leserschaft verdient. Ganz große Leseempfehlung!
5/5

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Berührend und authentisch

Gretas Männer
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GRETAS MÄNNER
Judith Reusch
ET: 26.02.26

"Ich bereue nichts. Nichts, was ich getan habe. Ich bereue nur das, was ich nicht getan habe.“ (Kapitel 13)

Die 30-jährige Lola hat ihre Großmutter Greta nie ...

GRETAS MÄNNER
Judith Reusch
ET: 26.02.26

"Ich bereue nichts. Nichts, was ich getan habe. Ich bereue nur das, was ich nicht getan habe.“ (Kapitel 13)

Die 30-jährige Lola hat ihre Großmutter Greta nie kennengelernt. Ihre Mutter Marie wollte das nie – zu viel ist zwischen ihr und Greta vorgefallen. Seit ihrem Studium hat Marie keinen Kontakt mehr zu ihr. Allein die Tatsache, dass Greta fünfmal verheiratet war, ist für sie kaum zu ertragen. „Alle ihre Männer hat sie unter die Erde gebracht“, witzelte sie auf Familienfeiern. Verzeihen konnte Marie ihrer Mutter nie – und so war es für sie nur konsequent, auch Lola den Kontakt zu verbieten.

Doch als Lola selbst ein kleines Mädchen zur Welt bringt, trifft sie eine Entscheidung, die alles verändert: Sie nennt ihre Tochter Greta. Sehr zum Missfallen ihrer Mutter schaltet sie zudem eine Geburtsanzeige in der lokalen Zeitung. Wenige Tage später erhält die kleine Greta Post von ihrer Urgroßmutter – die ganz in der Nähe in einer Seniorenresidenz lebt.

Lolas Neugier ist geweckt. Sie beschließt, die „Persona non grata“, wie Marie sie nennt, zu besuchen. Und dort bekommt Greta zum ersten Mal die Möglichkeit, ihre eigene Version der Geschichte zu erzählen. Mit jedem Stück, das sie preisgibt, lernen nicht nur Lola, sondern auch wir sie und ihr Leben besser kennen.

Was für eine berührende Geschichte. Greta ist eine unglaublich warmherzige Frau, die man sofort ins Herz schließt. So ehrlich und nah erzählt sie von ihrem Leben und all den Verlusten, die sie geprägt haben. Besonders gefielen mir Lulus Assoziationen zwischen Menschen und Blumen. Auch die Einschübe anderer Personen, die ihre Sicht auf Greta schildern, haben der Geschichte noch einmal mehr Tiefe gegeben.

Ich durfte das Buch nicht nur lesen, sondern auch parallel das Hörbuch hören, das von Irina Scholz und Fanny Bechert sehr stimmungsvoll eingesprochen wurde.

Fazit:
Eine berührende, authentische Familiengeschichte mit viel Gefühl und starken Figuren. Für mich eines der schönsten Generationsromane der letzten Zeit.
5/5

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Highlight!

Der Fährmann
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DER FÄHRMANN
Regina Denk
ET: 02.03.26


Kennt ihr das auch? Wenn ein Buch so spannend ist, dass man es zwischendurch zur Seite legen muss, einfach um durchzuatmen, bevor es weitergeht? Genau dieses Gefühl ...

DER FÄHRMANN
Regina Denk
ET: 02.03.26


Kennt ihr das auch? Wenn ein Buch so spannend ist, dass man es zwischendurch zur Seite legen muss, einfach um durchzuatmen, bevor es weitergeht? Genau dieses Gefühl hatte ich hier – und das gleich mehrfach auf den ersten Seiten.
Anfang des 20. Jahrhunderts wachsen Lisi, Hannes und Annemarie als beste Freunde in Hohenwart und Siegering auf, zwei Dörfer an der deutsch-österreichischen Grenze. Getrennt werden sie nur durch die Salzach, einen eiskalten, reißenden Fluss, gespeist vom Schmelzwasser der Berge. Doch so nah die Orte auch liegen, so unterschiedlich sind die Lebensrealitäten der drei.

Lisi, eigentlich Elisabeth, ist die Tochter eines wohlhabenden Bauern und bereits dem Sohn des reichen Steiner Hofes versprochen, um deren Besitz zu sichern. Doch ihr Herz gehört Hannes, ihrem Jugendfreund. Ein stiller, sanfter Mann, der ihre Liebe erwidert. Für ihn scheint es jedoch keine gemeinsame Zukunft zu geben: Als angehender Fährmann darf er weder heiraten noch eine Familie gründen.

Annemarie, die Tochter des Schankwirts, steht gesellschaftlich noch einmal an einer ganz anderen Stelle. Auch sie hat Gefühle und Wünsche – doch ihr bleibt kaum Raum, diese zu leben.

Während Lisi in eine Ehe gezwungen wird, die von Kälte, Macht und Gewalt geprägt ist, erlebt auch Annemarie, wie wenig Schutz und Selbstbestimmung Frauen in dieser Zeit haben. Beide Geschichten sind hart, eindringlich und gehen unter die Haut.

Dann kommt der Erste Weltkrieg – und mit ihm verändert sich alles.

Was danach geschieht, solltet ihr unbedingt selbst lesen. Dieses Buch entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann, es ist spannend von der ersten Seite bis zum Schluss

Liebe @reginadenk, du hast dich mit diesem Buch endgültig in mein Leserherz geschrieben. Schon „Die Schwarzgeherin“ hat mich begeistert, aber „Der Fährmann“ steht dem Buch in keiner Weise nach.

Fazit:
Ein unglaublich atmosphärischer und bildstarker Roman über das Leben von Frauen um 1900. Hart, bewegend und gleichzeitig unfassbar fesselnd. Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte und das lange nachhallt. Absolute Leseempfehlung!
5+/5

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Erschütternd!

Unter Wasser
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UNTER WASSER
Tara Menon
ET: 14.04.26

Diese Geschichte hat mich erschüttert. So viele schlimme Schicksale – und auch wenn die Protagonistin hier fiktiv ist, könnte genau so ein Schicksal ausgesehen haben:

Marissa ...

UNTER WASSER
Tara Menon
ET: 14.04.26

Diese Geschichte hat mich erschüttert. So viele schlimme Schicksale – und auch wenn die Protagonistin hier fiktiv ist, könnte genau so ein Schicksal ausgesehen haben:

Marissa und Arielle lernen sich als Kinder kennen. Arielles Eltern besitzen ein Hotel auf Phuket. Da die beiden unzertrennlich sind, leben sie unter der Woche dort und gehen zur Schule, während sie die Wochenenden bei Marissas verwitwetem Vater verbringen, einem Meeresbiologen, auf einer vorgelagerten Insel vor Phuket. Dort tauchen sie mit Mantas, schwimmen durch Mangroven und lernen alles über den Schutz der Meere. Doch während sie erwachsen werden, ahnen sie nicht, dass eine gewaltige Welle ihre Freundschaft für immer beenden wird.

In diesem Erzählstrang gelingt es der Autorin auf eindrucksvolle Weise, Thailand in all seinen Facetten zu zeigen – mit seiner Schönheit, aber auch mit unbequemen Wahrheiten.

Ein zweiter Handlungsstrang führt uns in das Jahr 2012 nach New York, in die Geburtsstadt von Marissas Eltern, wo sie seit dem Tsunami lebt. Gerade steuert ein Hurrikan auf die Stadt zu. Doch Marissa scheint die Bedrohung gar nicht wahrzunehmen. Seit Arielles Tod ist sie innerlich verloren, kämpft mit Schuldgefühlen und einer tiefen Depression.

„Seit Arielle mich verlassen hat, habe ich das Gefühl, unter Wasser gefangen zu sein. Ich finde den Weg an die Oberfläche nicht mehr.“ (S. 68)

Was für ein unglaublich intensives, schmerzhaft schönes Buch. Tara Menon verwebt große Themen wie Umweltzerstörung, Gewalt gegen Frauen – und macht daraus keine Anklage, sondern eine Geschichte, die unter die Haut geht. Leise, aber unaufhaltsam.

Fazit:
Ein zutiefst berührendes, atmosphärisches Buch, das lange nachhallt. Für mich schmerzhaft, traurig und gleichzeitig wunderschön. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt.
5/5

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Wir sind Otto-Fans!

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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Kennt ihr Otto? Ich meine den liebenswerten Campingbus? Ja, ihr erinnert euch – letztes Mal sind wir gemeinsam mit einer lieben Ferienfamilie nach Finnland zu einem Weihnachtsabenteuer aufgebrochen.
Dieses ...

Kennt ihr Otto? Ich meine den liebenswerten Campingbus? Ja, ihr erinnert euch – letztes Mal sind wir gemeinsam mit einer lieben Ferienfamilie nach Finnland zu einem Weihnachtsabenteuer aufgebrochen.
Dieses Mal geht es aber in ein anderes Land: nach England. Es liegt in Europa und ist eine große Insel.
Wer begleitet Otto dieses Mal auf der Reise?
Es sind Freda, Arthur und ihr Papa Martin.

OTTO FÄHRT LOS – Eine Reise nach England
Madlen Ottenschläger
ET: 13.04.26

Erst einmal wird der Bulli mit Lebensmitteln und Kleidung vollgepackt, dann geht es los. Aber wie kommen sie auf die Insel England? Otto sieht keine Fähre. Otto muss den Zug nehmen – und der führt ganz tief unter dem Meer durch einen Tunnel! Das ist Otto ganz schön unheimlich, aber die Ferienfamilie macht ihm Mut und passt gut auf ihn auf.
Endlich in England angekommen, ist Otto verwirrt, denn er muss auf der linken Straßenseite fahren. Das ist sehr ungewohnt für ihn, aber viel Zeit, darüber nachzudenken, hat er nicht, denn mitten auf der Tower Bridge, einer der Hauptattraktionen Londons, treffen sie den berühmten Detektiv Sherlock Holmes. Dieser ist ganz verzweifelt: Er soll im Auftrag der königlichen Familie, die im Buckingham Palace lebt, ein großes Rätsel lösen. Ein dreister Keksdieb treibt dort sein Unwesen.

Ja, ihr lieben Kinder, ich könnte euch jetzt noch viel über die abenteuerliche Reise der Ferienfamilie mit Otto erzählen. Oder über Hunde, die Corgis heißen, über einen Turm namens Big Ben, über einen Steinkreis, den man Stonehenge nennt oder über einen Bauernhof-Campingplatz … Doch am besten ist es, wenn ihr das Buch einfach selbst lest oder es euch vorlesen lasst. Ich verspreche euch: Dieses Buch ist ein großes Abenteuer.
Große Leseempfehlung von mir für Kinder ab 4 Jahren.
5/5

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