Erschütternd!
Unter WasserUNTER WASSER
Tara Menon
ET: 14.04.26
Diese Geschichte hat mich erschüttert. So viele schlimme Schicksale – und auch wenn die Protagonistin hier fiktiv ist, könnte genau so ein Schicksal ausgesehen haben:
Marissa ...
UNTER WASSER
Tara Menon
ET: 14.04.26
Diese Geschichte hat mich erschüttert. So viele schlimme Schicksale – und auch wenn die Protagonistin hier fiktiv ist, könnte genau so ein Schicksal ausgesehen haben:
Marissa und Arielle lernen sich als Kinder kennen. Arielles Eltern besitzen ein Hotel auf Phuket. Da die beiden unzertrennlich sind, leben sie unter der Woche dort und gehen zur Schule, während sie die Wochenenden bei Marissas verwitwetem Vater verbringen, einem Meeresbiologen, auf einer vorgelagerten Insel vor Phuket. Dort tauchen sie mit Mantas, schwimmen durch Mangroven und lernen alles über den Schutz der Meere. Doch während sie erwachsen werden, ahnen sie nicht, dass eine gewaltige Welle ihre Freundschaft für immer beenden wird.
In diesem Erzählstrang gelingt es der Autorin auf eindrucksvolle Weise, Thailand in all seinen Facetten zu zeigen – mit seiner Schönheit, aber auch mit unbequemen Wahrheiten.
Ein zweiter Handlungsstrang führt uns in das Jahr 2012 nach New York, in die Geburtsstadt von Marissas Eltern, wo sie seit dem Tsunami lebt. Gerade steuert ein Hurrikan auf die Stadt zu. Doch Marissa scheint die Bedrohung gar nicht wahrzunehmen. Seit Arielles Tod ist sie innerlich verloren, kämpft mit Schuldgefühlen und einer tiefen Depression.
„Seit Arielle mich verlassen hat, habe ich das Gefühl, unter Wasser gefangen zu sein. Ich finde den Weg an die Oberfläche nicht mehr.“ (S. 68)
Was für ein unglaublich intensives, schmerzhaft schönes Buch. Tara Menon verwebt große Themen wie Umweltzerstörung, Gewalt gegen Frauen – und macht daraus keine Anklage, sondern eine Geschichte, die unter die Haut geht. Leise, aber unaufhaltsam.
Fazit:
Ein zutiefst berührendes, atmosphärisches Buch, das lange nachhallt. Für mich schmerzhaft, traurig und gleichzeitig wunderschön. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern fühlt.
5/5