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Veröffentlicht am 14.04.2026

Spannend und humorvoll: mysteriöser Mordfall in Whitby

Moornacht
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Dieser Krimi eröffnet die stimmungsvolle North York Moor-Serie von Ian Bray, dem Pseudonym des Mönchengladbacher Schriftstellers Arnold Küsters. Dieser Kriminalroman, der unverkennbar im britischen Stil ...

Dieser Krimi eröffnet die stimmungsvolle North York Moor-Serie von Ian Bray, dem Pseudonym des Mönchengladbacher Schriftstellers Arnold Küsters. Dieser Kriminalroman, der unverkennbar im britischen Stil gehalten ist, entführt die Leser in das ruhige englische Küstenstädtchen Whitby.

In der frostigen Umarmung des Winters findet sich das charmante Städtchen Whitby wieder, als DCI Bolton, kurz vor dem großen Ruhestand, zu einem unliebsamen Einsatz gerufen wird. Inmitten einer moorigen Nacht entdeckt man im dichten Nebel die verbrannte Leiche eines Herrn, der offenbar tiefer im Glücksspiel und im schillernden Rotlichtmilieu steckte, als es ihm lieb gewesen wäre.

Zur gleichen Zeit taucht seine neue Kollegin, die etwas andere Samantha Fox, auf – ausgestattet mit ihren unkonventionellen Ansätzen und einem feinen Gespür für geheime Verbindungen. Als eine Dame ins Spiel kommt und behauptet, ihr Freund sei vor Jahren genau an diesem Ort das Zeitliche gesegnet, beginnt Fox, heimlich ihre eigenen Nachforschungen anzustellen. Dabei entfaltet sich ein Netz aus Lügen und düsteren Geheimnissen, das selbst in der finstersten Moornacht nicht zur Ruhe kommt. Denn eines ist für das kleine Whitby klar: jeder weiß etwas weiß, aber niemand will etwas sagen.

Obwohl der Autor aus Deutschland stammt, hat er sehr viel Lokalkolorit mit Pub-Besuchen und Folkmusik in diesen Krimi hineingelegt, was ihn zu einer sehr unterhaltsamen und interessanten Lektüre macht. Bislang war Ian Bray mit seinen Cornwall-Krimis bekannt, nun hat er sich auf eine nördliche Region, Yorkshire, zubewegt, und bringt den Lesern auch diesse Gefilde nahe. Damit folgt er durchaus den humorvoll angelegten Krimis der Dales Tetectives von Julia Chapman oder auch den Thrillern von M.W. Craven.

Besonderen Spaß macht das Verhältnis der beiden Protagonisten. Detective Chief Inpector George Bolton, der kurz vor seinem Ruhestand nach einem Ersatz ausschaut und sowieso mehr Personal in seinem CID benötigt, auf der einen Seite. Und dann die ihm zugeteilte Detective Sergeant Samantha Fox, die aus Scarborough hierher versetzt wurde. Fox ist Punkerin und spielt in ihrer Freizeit Schlagzeug. Feste Regeln sind keinesfalls ihr Ding, weshalb sie auch ihren vorherigen Arbeitsplatz verlassen musste, obwohl sie sehr erfolgreiche Ermittlungsarbeit geleistet hat.

Der Konflikt zwischen Bolton und Fox ist vorgegeben und wird in der Folge der Ermittlungen ein höchstbekömmliches und spannendes Amüsement. Die Schranken, die der DCI manifestieren will, scheinen keine Wirkungh beim DS zu erzielen. Und dennoch kann auch Bolton sie nicht in allem verurteilen. Diese Konflikt und das Voranschreiten der Beziehung von Chef und neuer Mitarbeiterin lässt so manches Mal den Kriminalfall in Vergessenheit geraten.

Der allerdings ist ebenso mit sehr vielen Wendungen und Überraschungen gespickt, so dass es kaum Sinn macht, zwischendurch mitzurätseln, denn meist kommt es doch anders als gedacht.

»Moornacht« von Ian Bray ist ein fesselnder Krimi, der nicht nur die Krimifans begeistert. Das Ermittlerpärchen bringt frischen Wind in die Ermittlungen und sorgt für die nötige Prise Humor. Besonders amüsant ist DS Waters, ein Sukkulenten-Sammler, der mehr über Pflanzen weiß als über die menschliche Natur. Private Konflikte zwischen den Hauptfiguren machen die Geschichte lebendiger und fesselnder.

Die Vielzahl an Verdächtigen hält die Leser auf Trab, während das Lokalkolorit und das Pub-Leben für eine authentische Atmosphäre sorgen. Man kann förmlich den Geruch von frisch gezapftem Bier und die Geschichten der Stammgäste riechen. „Moornacht“ ist nicht nur ein Krimi, sondern eine unterhaltsame Reise durch eine skurrile Welt voller Charaktere und Geheimnisse. Empfehlenswert für alle, die einen spannenden Abend mit einem Lächeln verbringen möchten!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Die Sehnsucht nach einem Zuhause

Die Sehnsucht, die bleibt
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Der Roman von Kerstin Lange spielt in der jüngeren Vergangenheit und beschreibt die Geschichte eines sogenannten Caritas-Mädchens, eines Mädchens welches aus gesundheitlichen Gründen und teils auch wegen ...

Der Roman von Kerstin Lange spielt in der jüngeren Vergangenheit und beschreibt die Geschichte eines sogenannten Caritas-Mädchens, eines Mädchens welches aus gesundheitlichen Gründen und teils auch wegen Unterernährung zusammen mit tausend anderen Kindern nach Portugal verschickt wurde, um dort in einer Pflegefamilie aufgepäppelt zu werden.

Renis Geschichte beginnt in Wien 1953. Reni stimmt stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist gerade zehn Jahre alt. Sie hat noch zwei Brüder, aber der Altersunterschied zu denen ist so enorm, dass sie eigentlich keinen Kontakt zu ihnen hat. Die Mutter ist depressiv und melancholisch und verlässt kaum das Bett. Aber die Großmutter sorgt für die Kinder. Sie wohnt bei Ihnen und kümmert sich um alles.

Als Reni vom Pfarrer und von der Großmutter erfährt, dass sie nach Portugal geschickt werden soll, ist sie tief traurig. Sie möchte nicht dorthin, denn sie fühlt sich verantwortlich für ihre Familie und sie möchte nicht ihre Oma alleine zurücklassen.

Als sie dann aber schließlich in Portugal ankommt und von einer Familie aufgenommen wird, kann die Überraschung nicht größer sein. Die Familie ist eine sehr reiche Familie und hat drei Töchter. Die jüngste Tochter ist etwa im Alter von Reni. Reni wird überaus liebevoll und wohlwollend in diese Familie aufgenommen. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, dass es innerhalb einer Familie so viel Liebe gibt und dass sie sich auch keinerlei Sorgen um das Essen machen muss, wie sie es zu Hause in Wien erlebt hat. Hier in Lissabon findet sie ein Zuhause, wie sie es sich schon immer gewünscht hatte. Sorgenfrei und mit Freundinnen.

Auch, nachdem sie wieder mit den anderen Kindern nach Österreich zurück musste, haben der Pflegevater sowie ihre Oma und der Pfarrer zu Hause Wege gefunden, sie erneut nach Portugal zu schicken.

Kerstin Lange erzählt die bewegende und fesselnde Lebensgeschichte eines jungen Mädchens, die den Leser in ihren Bann zieht. Die Hauptfigur erlebt zahlreiche Konflikte und positive Wendungen, sodass das Interesse an der Erzählung niemals schwindet. Immer wieder hofft man, dass es dem Mädchen gut geht und sich alles zum Positiven wendet.

Die Autorin beschreibt die Reise nach Portugal für ihre Protagonistin als ein Symbol der Hoffnung und des Neuanfangs. Während Reni die warmen Strahlen der Sonne auf ihrer Haut spürt, erkennt sie, dass sie nicht allein ist. Die Liebe und Unterstützung ihrer neuen Familie geben ihr den Mut, ihre Ängste zu überwinden. Gleichzeitig bleibt die Erinnerung an ihre alte Heimat ein ständiger Begleiter, der sie dazu anregt, ihre Träume zu verfolgen. Mit jedem Tag in Portugal wächst ihr Selbstvertrauen, und sie beginnt, an sich selbst zu glauben.

Doch leider gibt es auch sehr viel düsteres in im Leben von Reni. So freut man sich immer wieder, wenn sie ein wenig Glück erfährt.

Die Geschichte »Die Sehnsucht, die bleibt« ist sehr vielschichtig, weil sie auch in zwei verschiedenen Familien spielt. Nur die Protagonistin ist die Brücke zwischen ihrer Familie in Wien und der Familie in Lissabon. Obwohl Reni später auch Freunde in Wien hat, so zieht es sie immer wieder nach Lissabon. Das Leben dieses Mädchens ist von Kerstin Lange sehr spannend erzählt. Die Dramaturgie macht es zu einem Pageturner, obwohl es kein Thriller ist.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 01.04.2026

Die Schattenarmee in Deutschland

Der Prinz
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Dieser Thriller von Magdalena Parys ist der zweite Roman der Berlin-Trilogie dieser Autorin nach »Der Magier«. Der Roman der in Berlin lebenden Schriftstellerin erschien bereits 2020 in Polen. Der Wiener ...

Dieser Thriller von Magdalena Parys ist der zweite Roman der Berlin-Trilogie dieser Autorin nach »Der Magier«. Der Roman der in Berlin lebenden Schriftstellerin erschien bereits 2020 in Polen. Der Wiener Polente Verlag hat ihn nun in deutscher Sprache für den deutschsprachigen Buchmarkt herausgebracht.

Es beginnt alles recht unkompliziert. Im Berliner Dom entdeckt man die Leiche eines gekreuzigten Priesters. Bald wird klar, dass es an einem anderen Ort bereits einen ähnlichen Fall gab und dass die Öffentlichkeit sowie die Medien nicht von diesen Leichnamen erfahren dürfen. Der Berliner Polizeipräsident erhält von einer einflussreichen Person den Auftrag, die Morde zu untersuchen und gleichzeitig die Informationen vor der Presse zu verbergen.

Nahezu zeitgleich mit der Entdeckung der Leiche kommt es unter rätselhaften Umständen zu einem Feuer in einer Unterkunft für Migranten. Aber nicht nur an diesem Ort, auch in anderen Bundesländern nehmen separatistische Tendenzen zu, und ein schädlicher Nationalismus scheint sich erneut zu etablieren. Ein erheblicher Teil der Bundeswehr wird dabei als einflussreich angesehen.

Aber wem nützen diese scheinbar willkürlichen Ereignisse wirklich? Einem rücksichtslosen Individuum, das sich selbst als Prinz tituliert und inspiriert von Gabriele D’Annunzios Experiment in Fiume, das Imperium Germanum neu erwecken möchte? Einer geheimen Organisation, die sich der demokratischen Aufsicht entzieht? Oder etwa Regierungsvertretern, die um die höchste Position im Staat ringen?

Der Polizeipräsident von Berlin, Tschapieski, die Fernsehreporterin Dagmara Bosch und Kommissar Kowalski gehen tief in die Komplexität dieses Falls, bei dem auch die Zukunft des Staates auf dem Spiel steht.

Als ich vor dem Erscheinen des Romans »Der Prinz« den Klappentext gelesen hatte, empfand ich eine gewisse Ähnlichkeit zu einem weitaus bekannteren Werk der Literatur: »Die Akte Odessa« von Fredrick Forsyth. Und tatsächlich wird zwischen Widmung und erstem Kapitel darauf hingewisen, dass beide Romane dieselbe Wurzel an Informationen als Ausgangspunkt nutzen. Die geheime Gründung einer Armee nach dem zweiten Weltkrieg durch Wehrmacht- und SS-Veteranen, die nicht einsehen wollten, dass Deutschland den Krieg verloren hatte.

Mit dieser Information machte mir der Roman sofort mehr Spaß und ich fand es auch klasse, dass die Autorin mit einem kurzen Statement innerhalb des Textes hierauf eingeht. Darüberhinaus steht sie dem großen britischen Schriftsteller nicht nach. Ähnlich wie der nutzt auch sie die Möglichkeit, weiteres Detailwissen oder fiktive Lebensläufe in die Handlung einzuflechten.

Sehr vielschichtig ist die Handlung von »Der Prinz« in verschiedene Stränge aufgebaut, die sich an einzelnen Figuren festmachen. Es braucht viele Seiten, bis man gut und böse voneinander getrennt hat und weiß dennoch nicht, ob diese Einschätzung auch am Ende so bleibt, oder ob nicht doch noch eine Überraschung wartet. So viel sei verraten: Es gibt mehr als eine Überraschung!

Die Figuren werden sehr umfangreich beschrieben. Dafür halten nicht einfach nur Personenbeschreibungen her, sondern ganze separate Handlungsstränge und Szenen befassen sich mit Teilen aus dem Leben der jeweiligen Figur. Damit werden sie vielschichtig, nahbar, liebens- oder hassenswürdig. Ihre Motive für ihr Verhalten während der Haupthandlung werden offenbar und das Verhalten selbst als plausibel.

Nicht nur die vielseitige Spannung in »Der Prinz« rund um eine Verschwörungstheorie und die mit bedacht gestalteten Figuren haben mir sehr gefallen. Auch die Geschaltung des Buches hat mir gefallen. So wird jedes Kapitel durch ein Gemälde aus sogenannten „Beutekunst“ eingeleitet. Neben der Abbildung der Gemälde wird deren Namen und Herkunft genannt und zusätzlich mit der Information beschrieben, wo sich das Bild einmal befunden hat und wohin es im oder nach dem zweiten Weltkrieg gekommen war. Außerdem gibt es in jedem Kapitel einen sehr interessanten Bibelspruch, ein Zitat, welches sich durchaus auf die Handlung bezieht.

Der Roman ist top-empfehlenswert für Leser, die gerne Thriller im Dunst von Verschwörungstheorien, Neo-Nazis und Geheimdiensten lesen. Fans von Frederick Forsyth werden auch diesen Roman lieben.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Mit Lene nach Griechenland des 19. Jh. reisen

Helena. Das Schicksal der Todesschwestern
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Dies ist der neue historische Roman von Iny Lorentz, in dem uns die Protagonistin Helena, genannt Lene, zu den Todesschwestern ins Griechenland des 19. Jahrhunderts führt.

Lene ist die Tochter des angesehenen ...

Dies ist der neue historische Roman von Iny Lorentz, in dem uns die Protagonistin Helena, genannt Lene, zu den Todesschwestern ins Griechenland des 19. Jahrhunderts führt.

Lene ist die Tochter des angesehenen Professors Huber. Ihr wurde vor einigen Jahren gesagt, dass ihre Mutter verstorben war. Durch besondere Erlebnisse fühlt sich Lene zu Griechenland und den Griechen hingezogen und verfolgt deren Freiheitskampf gegen die Unterdrückung vom Osmanischen Reich.

Leider ist ihr Vater ein entschiedener Gegner von allem, was mit Griechenland zu tun hat. Lene kann es sich nicht erklären, warum ihr Vater die Griechen so hasst und verabscheut.

Aber zugegebenermaßen hat sie einen ziemlichen Dickkopf und will sich ihre Liebe zu Griechenland nicht verbieten lassen. Es kommt zum Streit mit dem Vater, der sie daraufhin in ihr Zimmer einsperren lässt. Monatelang!

Doch dabei erfährt Lene von der Haushälterin, dass ihre Mutter noch lebt und nach Griechenland gegangen ist. Auch hat Dagmar noch einen Brief von der Mutter an Lene, der inzwischen viele Jahre alt ist. Die Mutter hatte die Haushälterin bei ihrem Weggang gebeten, stets ein Auge auf ihre Tochter zu haben und sich um sie zu kümmern.

Nun gibt es für Lene nur noch einen Wunsch: aus ihrem Zimmer auszubrechen, nach Griechenland zu reisen und ihre Mutter suchen!

Das Schriftstellerehepaar informiert erneut über verschiedene historische Ereignisse, die sie mit einer spannenden und fiktiven Erzählung verknüpfen. Das Schicksal von Helena fesselt die Leser sofort, nicht zuletzt wegen des grausamen Charakters ihres Vaters. Iny Lorentz gelingt es, die Leser mühelos in die Handlung einzuführen und sie sofort in die Geschichte eintauchen zu lassen. Die von ihnen geschaffene Atmosphäre erweckt die Vergangenheit zum Leben. Dank der detaillierten Charakterzeichnungen erkennen Leser sofort, wer die Guten und wer die Bösen sind. Dennoch gibt es im Verlauf der Geschichte noch viele unerwartete Wendungen.

Helena zog mich in ihren Bann, nicht zuletzt wegen der knackigen Kapitel, die das Leseerlebnis intensivierten. Der Roman ist in verschiedene Abschnitte gegliedert, und jeder Abschnitt umfasst zehn bis zwölf kurze Kapitel, die lediglich ein bis fünf Seiten lang sind. Diese Struktur fördert ein flüssiges Lesen und hält die Spannung der Geschichte hoch. Die fesselnde Handlung ließ mich einfach nicht los.

In diesem Roman stehen Abenteuer im Vordergrund, während Intrigen eher in den Hintergrund treten. Eine Deutsche findet sich in einer fremden Welt zwischen unbekannten Griechen wieder, und die Erlebnisse sind durch Kämpfe und Schlachten gegen die Türken, Überfälle und Raubzüge geprägt. Diese Elemente verleihen dem Werk eine gewisse Verwandtschaft zu den Erzählungen von Karl May. Geschickt werden die historischen Ereignisse in die Handlung eingeflochten, was das Interesse des Lesers stets aufrechterhält. Am Ende des Buches gibt es einen historischen Überblick, der das Geschehen zusätzlich beleuchtet. Ein Personenverzeichnis und ein Glossar, das einige Begriffe erklärt, bedienen den Wissensdrang der Leser.

Ich lade euch ein, in die fesselnde Welt des historischen Romans „Helena“ einzutauchen. Dieses Buch verspricht nicht nur spannende Unterhaltung, sondern ist auch perfekt geeignet für all jene, die auf der Suche nach einer unterhaltsamen Lektüre sind.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Die Ukraine als Testgelände

Die Praktikantin
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Mit dem Roman »Die Praktikantin« hat der für seine Polit-Thriller bekannte Düsseldorfer Autor Horst Eckert nach »Die Nacht der Verräter« erneut ein hochbrisanten aktuellen Thriller vorgelegt.

Die angehende ...

Mit dem Roman »Die Praktikantin« hat der für seine Polit-Thriller bekannte Düsseldorfer Autor Horst Eckert nach »Die Nacht der Verräter« erneut ein hochbrisanten aktuellen Thriller vorgelegt.

Die angehende Journalistin Carla Bergmann hat einen Praktikumsplatz bei der Morgenpost in Düsseldorf ergattert. Am ersten Tag in der Lokalredaktion wird sie mit den Polizeiberichten betraut. Obwohl das nicht ihrem idealen Bild von Journalismus entspricht, ist es am ersten Tag auch nicht zu erwarten, dass sie viel anderes leisten kann.

Carla erfährt etwas über einen Einbruch und möchte doch diesen Fall nachgehen. Jedoch muss sie schnell erfahren, dass dieser Einbruch wohl gar nicht stattgefunden haben sollte. Die ursprünglich festgenommenen Einbrecher sind bereits wieder auf freiem Fuß, nachdem der Staatsschutz, ein Dezernat der Düsseldorfer Polizei, die ganze Sache als Irrtum eingestuft hat.

Aber Carla erfährt, dass in den Räumen des Einbruchs, russische Journalisten, die im Exil leben und von Putins Schergen verfolgt werden, eine Zeitung betreiben. Auch sie können sich nicht erklären, warum der Einbruch nicht stattgefunden haben sollte, aber ein Polizeisiegel an ihrer Tür klebte. Den Russinnen wurde mitgeteilt, dass sie das Siegel einfach abnehmen dürften.

Unter den russischen JournalistInnen befindet sich auch ein ukrainischer Kollege, der in der letzten Zeit etwas chaotisch wirkte. Carla bekommt eine Verbindung zu ihm und er möchte ihr auch etwas übergeben. Sie vereinbaren ein Treffen …

Ich bezeichne Horst Eckert auch gerne als den deutschen „Michael Connelly“, mit dem Unterschied, dass sich Horst Eckert seiner politischen Themen treu bleibt. Eckert hat es geschafft, ein Universum aufzubauen, in welches man als Leser gerne wieder zurückkehrt. In seinen Romanen tauchen immer wieder Figuren aus den vorhergehenden Romanen auf, ohne dass sie die tragenden Hauptpersonen in dem aktuellen Roman sind.

So muss es keinen wundern, dass in diesem Roman wieder Vincent Ché Veih genauso wie dessen ehemalige Partnerin Melia Adan, die mittlerweile die Chefin der Kriminalpolizei in Düsseldorf ist, auftreten. Das Vorkommen von Figuren aus älteren Romanen schafft für die Leser eine Atmosphäre ähnlich der Rückkehr in eine bekannte Familie. Ich finde dieses Vorgehen legitim und persönlich ganz klasse.

Aktuelle politische Themen zu finden, wie Sie Horst Eckert in seinem Roman verwendet, ist bei der heutigen gesellschaftlichen Lage weltweit sicherlich kein schwieriges Unterfangen. Aber wie diese Themen durch den Autor in einer fiktiven Geschichte miteinander verknüpft werden, das hat schon etwas ganz besonderes. Und man könnte beinahe Angst bekommen, wenn solch ein Szenario tatsächlich geschehen wäre oder geschehen wird.

Horst Eckert verfolgt weiterhin seinen strukturellen Stil, um das Erzähltempo zu steigern. Die Kapitel sind extrem kurz und jedes spielt in einer anderen Szene, die zu einem parallelen Handlungsstrang gehört. Zudem sind die Sätze prägnant, ohne lange Ausschweifungen in die Beschreibung der Umgebung. Solche Ausschweifungen erfolgen nur dann, wenn sie erklärend und sinnvoll sind. Viele der Kapitel enden mit einem Cliffhanger, was dazu führt, dass man beim Lesen förmlich durch die Seiten fliegt. Nach den ersten Kapiteln erhält man einen klaren und einfachen Überblick über die Ausgangslage und wird mit den kommenden Herausforderungen vertraut, denen sich die angehende Journalistin mit ihrem verborgenen Geheimnis stellen muss.

»Die Praktikantin« entführt uns in das spannende Eckert-Universum, wo alte Bekannte und neue Gesichter aufeinandertreffen. Die Handlung dreht sich um ein hochaktuelles Thema: Künstliche Intelligenz und der Krieg in der Ukraine. Investigative Journalisten nehmen uns mit auf ihre aufregende Ermittlungsreise, die in kurzen, prägnanten Sätzen erzählt wird. Die Kapitel sind so kurz, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann – jeder Szenenwechsel bringt frischen Wind und hält die Spannung hoch.

Besonders bewegend ist das nachfolgende Nachwort, das emotional aufwühlend die Themen des Buches reflektiert. Die Geschichte wird zwar zufriedenstellend beendet, aber sie lässt trotzdem Raum für eine mögliche Fortsetzung. Ideal für Leser, die Thrill und Aktualität schätzen. »Die Praktikantin« ist ein fesselndes Lesevergnügen, das zum Nachdenken anregt und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

»Die Praktikantin« von Horst Eckert ist erneut uneingeschränkt zu empfehlen!!!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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