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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Morden in Italien

Amalfi Mortale. Kein Urlaub ohne Mord
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Eine bekannte Krimiautorin ist mit einigen "Fans" unterwegs auf Lesereise durch Italien. Mit dabei ist auch Connor, reales Vorbild ihres Krimihelden gleichen Namens, im wahren Leben arbeitet dieser für ...

Eine bekannte Krimiautorin ist mit einigen "Fans" unterwegs auf Lesereise durch Italien. Mit dabei ist auch Connor, reales Vorbild ihres Krimihelden gleichen Namens, im wahren Leben arbeitet dieser für ein Versicherungsunternehmen und hat mit unserer Autorin bereits einen Banküberfall aufgeklärt. Sie will ihn nun im letzten Band ihrer Reihe sterben lassen, da trachtet auch in der Wirklichkeit scheinbar jemand nach Connors Leben. Oder ist hierbei vielleicht sogar jemand anderes gemeint? Vielleicht die Autorin höchstpersönlich?

Eine spannende Story in einer tollen Urlaubsgegend mit einem "cosy" Thema: Ich hatte mich sehr auf diesen Krimi gefreut. Auch die Tatsache, dass die Krimiautorin den Leser höchstpersönlich angesprochen und so mit in die Handlung einbezogen hat, fand ich reine gute Idee. Schlecht gemacht bzw absolut überflüssig waren die seitenweisen Fußnoten, deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat und die ich weder witzig noch informativ fand, die aber sehr genervt haben, so dass ich sie bald schon gar nicht mehr gelesen habe. Bei "Amalfi" im Titel hätte ich mir trotz des Krimis durchaus noch etwas mehr Urlaubsfeeling und Lokalkolorit gewünscht.

Das Buch habe ich eigentlich nur noch zu Ende gelesen, weil ich das Motiv und den Täter wissen wollte. Das wirklich überraschende Ende hat hier für mich den Roman tatsächlich noch mal aufgewertet, so dass ich gerade noch knappe drei Sterne für einen ansonsten nicht sehr gut gemachten Krimi vergeben kann.

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Mutter-Tochter Verhältnis

Schlaf
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Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Margret, Mutter von zwei kleinen Töchtern und ihre Mutter Elisabeth. In immer wieder kehrenden Rückblenden in die Vergangenheit erfahren wir, dass zu Margrets Kinderzeit ...

Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Margret, Mutter von zwei kleinen Töchtern und ihre Mutter Elisabeth. In immer wieder kehrenden Rückblenden in die Vergangenheit erfahren wir, dass zu Margrets Kinderzeit diese die sexuell motivierten Übergriffe ihrer nur wenige Jahre älteren Bruders zu ertragen hatte, die sie bis in die Gegenwart hinein begleiten, mal mehr, mal weniger eindringlich. Richtig aussprechen konnte sie ihre Erlebnisse nie, weder gegenüber der Mutter noch gegenüber ihren jeweiligen Partnern, leichte Andeutungen wurden von diesen scheinbar nicht wahr- oder auch ernstgenommen.
Ein interessantes und auch wichtiges ernsthaftes Thema wurde für mich zu Beginn des Romans mit leiser aber doch eindringlicher Sprache eingeführt, ging dann aber im Verlauf der Handlung immer mehr verloren, so dass ich nie richtig wusste, worauf die Geschichte überhaupt hinausläuft. Dabei fand ich alle Charaktere, selbst die betroffene Hauptperson Margret recht unnahbar. Vielleicht war die inhaltliche Sprachlosigkeit auch so gewollt und sollte Margrets eigene Zerrissenheit widerspiegeln, für mich hat man hier aber die Thematik nicht genügend ausgereizt, die Geschichte erschien mir daher auch nicht so recht zu Ende erzählt.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Was wird aus den Mirabellen?

Mirabellentage
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Die Geschichte spielt in einem kleinen bayrischen Dorf. Im Mittelpunkt steht Anna, die Haushälterin des gerade verstorbenen Pfarrers Josef, beide kannten sich bereits seit ihrer Kindheit. In seinem Nachlass ...

Die Geschichte spielt in einem kleinen bayrischen Dorf. Im Mittelpunkt steht Anna, die Haushälterin des gerade verstorbenen Pfarrers Josef, beide kannten sich bereits seit ihrer Kindheit. In seinem Nachlass findet sich ein ungewöhnlicher Wunsch Josefs, er möchte einmal ans Meer reisen, um dort seine letzte Ruhestätte zu finden. Anna sieht sich diesem Wunsch verpflichtet, doch wie soll sie das anstellen, steht doch bereits der neue junge Pfarrer vor der Tür und die Mirabellen sind auch bald reif...

Dieser Roman entwickelte sich im Verlauf ganz anders, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Neben dem alltäglichen Leben Annas, des neuen Pfarrers und der Dorfbewohner gibt es hier sehr viele Rückblenden in die Vergangenheit, in der die Kindheit und Jugend von Anna und Josef betrachtet werden, aber auch sehr viele Anekdoten aus dem täglichen Leben erzählt werden. Diese sind meist humorvoll, manchmal auch etwas übertrieben schräg oder skurril, immer aber auch pasend zu dem beschriebenen kleinen bayrischen Dorf. Fand ich die einzelnen Geschichtchen oft zum Schmunzeln, so hatte ich doch später den Eindruck, dass sich die eigentliche Handlung hier etwas verloren hat und die Anekdoten zum Teil auch unzusammenhängend aneinander gereiht wurden. Ich habe die ganze Zeit auf die Erfüllung von Josefs letztem Wunsch gewartet, dem aber am Ende für mich zu wenig Raum gegeben wurde. Anna habe ich aber als eine tolle und sympathische Protagonistin kennnengelrnt, eine Frau mit Herz und Verstand, die man einfach mal drücken möchte. Ihre Person kam für mich sehr gut herüber, insgesamt hätte ich mir hier aber etwas mehr Tiefe gewünscht. Eigentlich eine tolle Thematik, bei der für mich etwas zu viel gewollt war und sich der rote Faden ein wenig verlor.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Freundinnen oder Feindinnen?

Spielverderberin
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Wir erfahren die Geschichte dreier Freundinnen: Sophie und Lotte, die in einem kleinen Dorf wohnen und sich von Kindheit an kennen sowie Romy, die zu Oberstufenzeiten aus der Großstadt München zu ihnen ...

Wir erfahren die Geschichte dreier Freundinnen: Sophie und Lotte, die in einem kleinen Dorf wohnen und sich von Kindheit an kennen sowie Romy, die zu Oberstufenzeiten aus der Großstadt München zu ihnen stößt. Die Freundschaft der drei ist intensiv, stößt aber schnell auf mehr oder weniger große Eifersüchteleien, wie es in solch einer Kontstitution schon fast unausweichlich erscheint, die großstädtisch wirkende Romy dabei immer ein wenig im Mittelpunkt stehend. Erzählt wird der Roman aus der Ich-Perspektive von Sophie auf zwei Zeitebenen, vor und nach "Romys Veschwinden", vier Jahre liegen dazwischen.
Bereits zu Beginn des Romans war mir klar, das die Geschichte darauf hinausläuft, zu erfahren, was hier zu dem mysteriösen Verschwinden der immer ein wenig exotisch auf mich wirkenden Romy geführt hat, schnell wurde hier Spannung aufgebaut. Sprachlich passte der Stil bestens zu den jungen Frauen, auch die Konflikte, die eine Dreierkontellation beherbergt, wurden hier recht ausgefeilt dargestellt. Mir ist es jedoch teilweise schwer gefallen, den Zeit- und Ortswechseln zu folgen. Insgesamt fand ich die Geschichte dann doch recht langatmig und die Auflösung am Ende, die zu Romys Verschwinden geführt hat, hatte ich mir dann auch etwas spektakulärer vorgestellt.
Vielleicht doch eher eine passende Lektüre für die jüngere Generation.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Best-Ager

Alt genug
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Wer die bisherigen Bücher von Ildiko von Kürthy kennt, weiss in etwa, was auf einen zukommt. So auch hier. Die Autorin, mittlerweile in der zweiten Lebenshälfte wohl Ende der 50er angekommen, erzählt uns ...

Wer die bisherigen Bücher von Ildiko von Kürthy kennt, weiss in etwa, was auf einen zukommt. So auch hier. Die Autorin, mittlerweile in der zweiten Lebenshälfte wohl Ende der 50er angekommen, erzählt uns aus der Ich-Perspektive ihre Sicht der Dinge auf das Leben, in dem sie nun angekommen scheint.
Gewohnt humorvoll, jedoch vor allem immer mit einem wahren Kern, gibt die Erzählerin preis, wie sie sich nun in den sogenannten besten Jahren fühlt und vor allem gibt. Man muss sich für nichts und niemanden mehr verbiegen, kann einfach nur man selbst sein. Als Frau in vergleichbarem Alter konnte ich hier sehr vieles bestätigen, musste wirklich an vielen Stellen schmunzeln und ihr Recht geben.
Insgesamt fand ich das Buch jedoch etwas langatmig, für mich passierte nicht mehr viel Neues. Vielmehr erscheint mir die Geschichte eine Art selbsterzählte Biographie zu sein, eine teilweise Zusammenfassung auch der vorherigen Bücher der Autorin, für die ein bisschen die Werbetrommel gerührt wurde. Daher habe ich Einiges quergelesen, was dem Lesefluss aber auch nicht wirklich schadet. Insgesamt ist hier für mich die Geschichte aber auch jetzt mal auserzählt. Für ein neues Buch sollte man sich schon eine neue Grundidee einfallen lassen.
Eine nette Unterhaltungslektüre für zwischendurch, die den eingefleischten Fans bestimmt wieder gut gefallen wird!

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