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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2026

Aus dem Schatten ins Licht

The Artist
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Der Autorin Lucy Steeds ist mit ihrem Debüt The Artist ein außergewöhnlicher Roman gelungen, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.
Im Jahr 1920 erhält der Journalist Joseph, der ...

Der Autorin Lucy Steeds ist mit ihrem Debüt The Artist ein außergewöhnlicher Roman gelungen, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.
Im Jahr 1920 erhält der Journalist Joseph, der für die Kunstzeitschrift „The Inkling“ arbeitet, die einmalige Gelegenheit, den renommierten Maler Édouard Tartuffe zu besuchen. Dieser lebt seit Jahren zurückgezogen auf einem abgelegenen Bauernhof, gemeinsam mit seiner Nichte Ettie. Sie kümmert sich um den Haushalt, erledigt alle Besorgungen und hält sein Atelier in Ordnung. Umso größer ist Josephs Begeisterung über die Einladung.
Doch bei seiner Ankunft in Saint-Auguste zeigt sich Tartuffe wenig erfreut über den Besuch. Es ist schließlich Ettie, die die Situation rettet, indem sie vorschlägt, Joseph könne Modell für ein lange geplantes Gemälde stehen.
Während der Maler distanziert und verschlossen bleibt, gewährt Ettie Joseph Einblicke in Tartuffes Schaffen und Arbeitsweise. Zwischen Joseph und Ettie entwickelt sich langsam eine vorsichtige Nähe. Doch der exzentrische Künstler duldet keine Beziehungen, vor allem nicht für seine Nichte. Generell scheint er ihr jede Form von Lebensfreude zu verwehren. Selbst ihre frühere Leidenschaft für die Malerei hat er im Keim erstickt. In seinem Haus gibt es nur einen Künstler, ihn selbst. Ettie lebt in einer toxischen Abhängigkeit von ihrem Onkel.
Die Handlung ist eindrucksvoll und atmosphärisch dicht erzählt. Die Perspektive wechselt kapitelweise zwischen Joseph und Ettie, wodurch ihre innersten Gedanken und Gefühle eindringlich sichtbar werden.
Besonders eindrucksvoll sind die Beschreibungen des künstlerischen Schaffensprozesses, von der Auswahl der Motive bis hin zur Umsetzung auf der Leinwand. Auch die wunderschöne Landschaft Südfrankreichs wird bildhaft konstruiert.
Doch dieser Roman ist weit mehr als nur das Porträt eines Künstlers. Er ist auch der verzweifelte Ruf einer Frau, in ihrem eigenen Talent gesehen und anerkannt zu werden.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, ein „Kunstwerk“.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Zwei Wochen Ponyhof – ein Traum wird wahr

Ponystarke Ferien. Ein Pferdetraum wird wahr (Band 1)
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Das Cover von „Ponystarke Ferien. Ein Pferdetraum wird wahr“ von Antje Szillat ist sofort ein Blickfang und spricht besonders junge Pferdefans an. Auch im Inneren wird der Text durch die liebevollen schwarz-weißen ...

Das Cover von „Ponystarke Ferien. Ein Pferdetraum wird wahr“ von Antje Szillat ist sofort ein Blickfang und spricht besonders junge Pferdefans an. Auch im Inneren wird der Text durch die liebevollen schwarz-weißen Illustrationen von Vanessa Holm wunderbar aufgelockert.
Antonia kann ihr Glück kaum fassen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Merle darf sie zwei Wochen auf Nessis Ponyhof in Dänemark verbringen. Der Empfang ist herzlich, und Tati, Nessis Tochter, erzählt ihnen stolz, dass sie die ersten Gäste nach dem großen Umbau sind. Schnell sind die Mädchen begeistert von dem Reiterhof und schließen auch mit den anderen Ferienkindern Freundschaft. Nur Emilia wirkt distanziert und überheblich, sie scheint wenig Interesse daran zu haben, sich den anderen anzuschließen.
Als es nachts zu geheimnisvollen Vorfällen auf dem Ponyhof kommt, steht schnell die Frage im Raum, wer dahintersteckt. An eine Hexe glaubt zwar niemand so recht, doch irgendjemand muss dafür verantwortlich sein, dass die Ponys plötzlich verschwinden …
Die Geschichte ist warmherzig und einfühlsam erzählt. Pferdeliebhaber erwartet ein spannendes Abenteuer mit viel Gefühl, Humor und einer großen Portion Herz für Tiere. Besonders das Thema Freundschaft steht im Mittelpunkt, und es wird deutlich, dass nicht immer alles so ist, wie es zunächst scheint.
Ein Ort wie dieser Ponyhof wirkt wie ein Traumziel für unvergessliche Ferien. Für alle Pferdefans ist dieses Buch auf jeden Fall ein Muss!

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Zehn Dinogeschichten voller Mut, Freundschaft und Abenteuer

Die tollsten Dinogeschichten
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Das Buch „Die tollsten Dinogeschichten“ der Grazer Autorin Anna Lisa Kiesel wird durch die wunderschönen und liebevoll gestalteten Illustrationen von Heidi Förster besonders bereichert.
Es enthält zehn ...

Das Buch „Die tollsten Dinogeschichten“ der Grazer Autorin Anna Lisa Kiesel wird durch die wunderschönen und liebevoll gestalteten Illustrationen von Heidi Förster besonders bereichert.
Es enthält zehn Dinogeschichten, die sich dank ihrer angenehmen Länge ideal zum Vorlesen für Kinder ab etwa fünf Jahren eignen. Die Geschichten entführen junge Leserinnen und Leser in die faszinierende Welt der Urzeit, wo sie den Alltag der Dinosaurierkinder miterleben, mit all ihren kleinen und großen Herausforderungen.
Gleich zu Beginn lernen wir den jungen Brontosaurus Ben kennen, der zum ersten Mal in die Schule kommt und große Angst davor hat, weil er ja noch niemanden kennt. Zwar wird er von seiner Lehrerin freundlich aufgenommen, doch einige kleine Compsognathus machen sich über ihn lustig. Als Ben weglaufen möchte, trifft er auf einen Triceratops-Jungen und dessen zwei Freundinnen, die ihm offen und herzlich begegnen. Schnell entsteht eine Freundschaft, und mit seiner freundlichen und hilfsbereiten Art gelingt es Ben sogar, die Hänseleien zu beenden und auch mit den anderen Kindern Freunschaft zu schließen.
Auch die weiteren Geschichten vermitteln jeweils wertvolle Botschaften. Das Buch ist insgesamt sehr liebevoll gestaltet und zeigt auf warmherzige Weise, wie wichtig Zusammenhalt ist, wie man Ängste überwinden kann und wie Freundschaften entstehen.
Besonders gelungen ist, dass sich Kinder leicht mit den Dinosaurierkindern identifizieren können und dabei ganz nebenbei hilfreiche Impulse für ihren eigenen Alltag mitnehmen.
Ein rundum liebenswertes Vorlesebuch für kleine Dinofans und alle, die es noch werden wollen.
Eine klare Empfehlung für gemütliche Vorlese- und Kuschelstunden!

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Aufruhr in Pet City – Kann Fantomaus die Stadt retten?

Fantomaus 1: Plötzlich Superheld!
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Edgar ist eine unscheinbare Maus, die es liebt, unauffällig zu bleiben und bloß nicht anzuecken. Doch in der Stadt Pet City, in der er lebt, herrscht Angst: Der Clan der Krähen terrorisiert die Bewohner. ...

Edgar ist eine unscheinbare Maus, die es liebt, unauffällig zu bleiben und bloß nicht anzuecken. Doch in der Stadt Pet City, in der er lebt, herrscht Angst: Der Clan der Krähen terrorisiert die Bewohner. Ihr Anführer Krabuse hat es sich zum Ziel gesetzt, die Stadt endgültig unter seine Fittiche zu bringen.
Edgar arbeitet als Bleistiftanspitzer und lebt unscheinbar, bis ein Zufall alles verändert. Als er plötzlich angestrahlt wird, wirft er einen riesigen Schatten an die Wand. In diesem Moment ist Fantomaus geboren! Doch ausgerechnet Edgar soll Pet City retten? Dabei ist er doch so ängstlich … wie soll das nur funktionieren?
Zum Glück steht ihm sein neuer Mitbewohner zur Seite. Wuschel, ein technikaffiner und erfinderischer Hamster, hat eine geniale Idee. Gemeinsam wagen sie sich in ein Abenteuer, das Edgar über sich hinauswachsen lässt.
Wird es Fantomaus gelingen, Pet City vor den Krähen zu retten?
Die Charaktere sind liebevoll und humorvoll gestaltet. Besonders Wuschel sorgt mit seinen Einfällen für viele witzige Momente. Das Buch eignet sich hervorragend für junge Leser. Die Schrift ist angenehm groß, die Kapitel sind kurz gehalten und werden durch schwarz-weiße Illustrationen aufgelockert, die das Gelesene wunderbar ergänzen. Ein besonderes Extra ist das kleine Daumenkino am Seitenrand mit dem Fantojet.
Von mir gibt es eine klare Empfehlung für diese actiongeladene, spannende Geschichte mit viel Humor und Wortwitz.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Ein bewegendes Jahreshighlight voller Herz und Humor

Pina fällt aus
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Hinter dem unscheinbaren Titel „Pina fällt aus“, dem zweiten Roman von Vera Zische mit dem eindrucksvollen Cover, das eine erschöpfte Frau zeigt, verbirgt sich ein wahres literarisches Juwel.
Pina ist ...

Hinter dem unscheinbaren Titel „Pina fällt aus“, dem zweiten Roman von Vera Zische mit dem eindrucksvollen Cover, das eine erschöpfte Frau zeigt, verbirgt sich ein wahres literarisches Juwel.
Pina ist alleinerziehende Mutter ihres zwanzigjährigen Sohnes Leo. Was zunächst alltäglich klingt, entpuppt sich schnell als große Herausforderung: Leo lebt mit einer schweren Form von Autismus und ist stark in seiner eigenen Welt verankert. Jede Abweichung von gewohnten Abläufen bringt ihn aus dem Gleichgewicht und stellt ihn vor enorme Schwierigkeiten.
Als Pina plötzlich auf der Straße zusammenbricht und nach einer schweren Operation für längere Zeit auf der Intensivstation liegt, gerät Leos Leben völlig aus den Fugen. Ohne soziales Umfeld ist er auf die Hilfe seiner Nachbarin Inge angewiesen. Die 86-Jährige hat zwar schon gelegentlich auf ihn aufgepasst, doch die Verantwortung kann sie nicht allein tragen. Im Haus leben außerdem noch Zola, eine sechzehnjährige Jugendliche, die von ihren Eltern in eine eigene Wohnung geschickt wurde, um Selbstständigkeit zu lernen, und Wojtek, ein zurückgezogener Einzelgänger, der soziale Kontakte meidet.
Da niemand weiß, wie lange Pina ausfallen wird, beginnen diese drei so unterschiedlichen Menschen, die sich selbst augenzwinkernd als „drei Vögel“ bezeichnen, sich vorsichtig an die gemeinsame Aufgabe heranzutasten, die Betreuung von Leo, mit all ihren Herausforderungen, aber auch besonderen Momenten.
Vera Zisches Erzählweise hat mich tief berührt. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas gelingt es ihr, immer wieder humorvolle Szenen einzubauen, die zum Schmunzeln und Lachen einladen. Mit viel Herz, Feingefühl und Empathie erschafft sie Figuren, die über sich hinauswachsen und gestärkt aus dieser außergewöhnlichen Situation hervorgehen.
Ein hoffnungsvolles, berührendes Buch über Inklusion, das noch lange nachwirkt – und für mich bisher das absolute Jahreshighlight ist. Unbedingt lesenswert!

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