Wollige Spürnasen auf mörderischer Mission
WiddersehenMit „Widdersehen“ gelingt Leonie Swann erneut ein ebenso ungewöhnlicher wie unterhaltsamer Krimi, der sich wohltuend von klassischen Ermittlergeschichten abhebt. Statt Kommissaren stehen hier wieder die ...
Mit „Widdersehen“ gelingt Leonie Swann erneut ein ebenso ungewöhnlicher wie unterhaltsamer Krimi, der sich wohltuend von klassischen Ermittlergeschichten abhebt. Statt Kommissaren stehen hier wieder die wohl klügsten Schafe der Literaturlandschaft im Mittelpunkt – und genau diese Perspektive macht den Roman zu einem echten Erlebnis.
Die Geschichte spielt an der Küste und begleitet eine Schafsherde rund um Figuren wie Mopple the Whale, Othello und Maple. Jedes Schaf hat seine ganz eigene Persönlichkeit, was nicht nur für viele humorvolle Momente sorgt, sondern auch die Handlung lebendig und abwechslungsreich macht. Besonders gelungen ist, wie die Tiere die Welt der Menschen wahrnehmen: oft etwas naiv, aber gleichzeitig überraschend scharfsinnig und immer mit einem Augenzwinkern.
Der Kriminalfall selbst bringt eine düstere Note ins Geschehen: Abgetrennte Finger tauchen auf, ein Jäger gerät in den Fokus, und schließlich wird sogar die Schäferin Rebecca entführt. Ohne zu viel vorwegzunehmen, entwickelt sich daraus eine spannende Geschichte, die immer wieder neue Wendungen bereithält. Trotzdem bleibt der Ton des Buches angenehm leicht, da die Schafe mit ihren Gedanken und Diskussionen für viele witzige und charmante Szenen sorgen.
Ein besonderes Highlight ist der Humor: Die Eigenarten der einzelnen Schafe führen zu herrlich komischen Situationen. Dass sogar eine Ziege als „Schaf auf Probe“ Teil der Herde wird, ist eine originelle Idee, die zusätzlich für Unterhaltung sorgt. Solche Einfälle zeigen die Kreativität der Autorin und machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.
Auch optisch hat der Roman seinen Reiz, denn das kleine Daumenkino in den Buchecken ist ein liebevolles Detail, das beim Lesen für zusätzliche Freude sorgt und die Verspieltheit der Geschichte unterstreicht.
Trotz aller Leichtigkeit regt der Roman auch zum Nachdenken an. Die Perspektive der Tiere wirft einen anderen Blick auf menschliches Verhalten, auf Gemeinschaft, Angst und Mut. Gerade in den ruhigeren Momenten entfaltet sich eine überraschende Tiefe.
Insgesamt ist das Buch ein herrlich komischer, spannender und origineller Krimi, der durch seine außergewöhnliche Erzählweise besticht. Wer schwarzen Humor, skurrile Figuren und eine Prise Küstenatmosphäre mag, wird hier bestens unterhalten – und vielleicht nie wieder ganz gleich auf eine Schafsherde schauen.