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Veröffentlicht am 04.05.2026

Nicht sichtbar und dennoch da

Plastik im Kopf
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Plastik, überall Plastik - unsere Wegwerfgesellschaft besteht aus dem Stoff, aus dem die bunten Träume sind. Klemmbausteine, Anziehpuppen, Tragetaschen, Kuscheldecken, Küchenutensilien und und und. Die ...

Plastik, überall Plastik - unsere Wegwerfgesellschaft besteht aus dem Stoff, aus dem die bunten Träume sind. Klemmbausteine, Anziehpuppen, Tragetaschen, Kuscheldecken, Küchenutensilien und und und. Die Liste lässt sich fast ins Unendliche erweitern und es steht fest - wir kommen einfach nicht mehr ohne Plastik aus.

Die Folgen sind schwimmende Plastikmüllinseln in den Weltmeeren; Meerestiere, die in Fischernetzen verenden und Plastik, das sich als Sandkörnchen "getarnt" an den Stränden findet. Doch wie gelangt Mirkoplastik in unseren Körper ?

Genau dieser Frage geht Manfred Spitzer in seinem Buch nach und zeigt in einer fachlich fundierten, jedoch auch für fachfremde Leser:innen verständlichen Ausarbeitung, dass die Aufnahme von Mikroplastik in unseren Organsimus nicht über großartige Umwege geschieht, sondern durch ganz alltägliche Dinge passiert. Atmen, für uns notwendig um zu (über-)leben, holt bereits die ersten Mikro- und Nanopartikel in die Lungen. Eincremen für streichelzarte Haut - die nächste Dosis. Trinken - nicht nur um den Durst zu stillen, sondern auch, um den "Nachschub" immer weiter voranzutreiben.

Durch unser Blut und die Lymphen gelangen die mikroskopisch keinen Teilchen überall hin - Niere, Leber und Gehirn sind ein beliebter "Treffpunkt" um sich dort anzusiedeln und im Verlauf der Jahre nachhaltige Schädigungen zu verursachen.

Klingt alles apokalyptisch und ist doch wahr. Es gilt, so viel Plastik wie möglich aus dem Alltag zu verbannen und auch nachhaltige Alternativen wie Jute, Hanf, Holz oder Glas als Verpackung zu nutzen. Die Umstellung dürfte zunächst schwer fallen, denn selbst Spitzer bricht die Lanze und sagt, dass ein Leben komplett ohne Plastik nicht von heute auf morgen geschehen kann.

Dabei gilt der Grunsatz: Nur wenn jede/r im Kleinen anfängt etwas zu ändern , können wir im Großen etwas bewirken. Und es steht nicht nur unsere Umwelt auf dem Spiel, sondern noch ein zweites, kostbares Gut: unsere Gesundheit.

Oder um es mit einem Werbeslogan zu sagen: "Es gibt viel zu tun - packen wir es an"

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Die Liebe der Mutter zu ihren Kindern ist eine Brücke zu allem Guten: im Leben und in der Ewigkeit (türkische Redewendung)

Die Löwenmutter
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Für Claudia hängt der Himmel voller Geigen, denn Musiker Florian hjat ihr Herz im sturm erobert. Um das kleine große Glück vollständig zu machen, wünschen sich die beiden nichts sehnlicher als ein Kind, ...

Für Claudia hängt der Himmel voller Geigen, denn Musiker Florian hjat ihr Herz im sturm erobert. Um das kleine große Glück vollständig zu machen, wünschen sich die beiden nichts sehnlicher als ein Kind, aber es scheint, als habe die Natur etwas dagegen. Die Hormontherapie ist eine quälende Prozedur und als sich endlich die ersehnte Nachricht einnstellt, scheint das Leben perfekt zu sein. Claudia kann ihr Glück nicht fassen und ist schier aus dem Häuschen, erst recht, als sie erfährt, dass sie nicht nur einem Kind das Leben schenken wird, sondern gleich fünf ! Schon die Schwangerschaft fordert Claudia alles ab, die Geburt der Kinder ist mehr als dramatisch. Aus den Fünflingen werden nach kurzer Zeit leider Drillinge und Claudias Herz bekommt die ersten Risse. Ihren ganzen Schmerz und die Trauer muss sie alleine tragen, denn Florian tourt mit dem Orchester durch die Lande. Es schleicht sich eine Veränderung in sein Wesen ein, die Claudia zunächst nicht wahrhaben will. Doch für ihre Kinder ist sie bereit zu kämpfen...


Die Tatsachenromanw von Hra Lind gehen unter die Haut, bringen eine Saite im Herz zum Klingen und zeigen, dass das Leben die emotionalsten Geschichten schreibet. Der neue Roman "Die Löwenmutter" ist sehr einfühlsam erzählt und lässt den Eindruck entstehen, gemeinsam mit Hera Lind und ihrer weiblichen Hauptfigur Claudia am Tisch zu sitzen, um dieser erstaunlichen, aufwühlenden und zu Herzen gehenden Lebensgechichte zu lauschen.

Das tubulene Famielienchaos ist allgegenwäritg und verbreitet eine echte Wohlfühlatmosphäre, denn aus jeder Zeile ist die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern zu spüren, die bereit ist, alles zu ertragen, was ihr an Steinen, körperlichem und seelischem Schmerz und Entbehrungenen in den Weg gelegt wird.

Manche Szenenen gehen so unter die Haut, dass die Tränen sich unweigerlich ihren Weg bahnen, sich beim Lesen ein Schluchzer aus dem Brustkorb den Weg nach draußen bahnt und auch manchmal ein fast schon hilfloses Kopfschütteln Ausdruck der spürbaren Resignation ist, wenn Claudia wider einmal von Florian um den Finger gewickelt wird. Am liebsten möchte ich ihr zurufen: "Wach endlich auf " Sieh genau hin" Dieser Mann ist Gift für dich und deine Kinder!" und ich ertappe mich oft dabei, dass ich vor Wut auf diesen Mann die Hände zur Faust geballt habe. Ja, Florian ist krank, aber das, was er seiner Frau und den Kindern antut, ist nicht entschuldbar.

Claudia geht ihren Weg - zunächst sehr zaghaft und in winzigen Schritten, doch dann fasst sie sich ein Herz und lernt, auf selbiges zu hören, um nicht nur die Interessen der Kindern, sondern auch endlich ihre eigenen zu vertreten. Sie ist bereit, sich nicht nur schützend vor ihre Kinder zu stellen, sondern immer wieder von Neuem zu beginnen.

Der Roman erzählt von bedingsloser Mutterliebe, Familienbanden, wundervollen Freundschaften, hilfsbereiten Menschen und einer Liebe, die erst wachsen kann, als alles ausweglos erscheint.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Die Liebe ist ein seltsames Spiel - Conny Francis

Die stummen Turteltauben von Sylt
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Während Oma Käthe und Hinnerk weiter verliebt am Strand von Sylt turteln, hat sich ein anderes glückliches Pärchen leider ausgeturtelt. Ertrunken in den Fluten der Nodsee - es deutet somit alles auf Suizid ...

Während Oma Käthe und Hinnerk weiter verliebt am Strand von Sylt turteln, hat sich ein anderes glückliches Pärchen leider ausgeturtelt. Ertrunken in den Fluten der Nodsee - es deutet somit alles auf Suizid hin. Aber Käthe und Hinnerk wären nicht die Spürnasen von Sylt, wenn sie sich mit dem vorschnellen Ergebnis zufreiden geben würden. Käthe meldet sich kurzerhand auf einem Dating-Portal für Best Ager:innen an und ermittel in der skurrilen Welt der Liebeshungrigen ...


Er. Kann. Es. Einfach ! Danny Wood ist der ungekrönte Meister der humorigen Krimis, wenn es um Familie Backes und Oma Käthe geht. Der 3. Fall führt erneut nach Sylt und hier bleibt auch wieder kein Auge trocken, wenn die mysteriösen Spuren im Sand verwehen. Die Suche nach dem Täter entpuppt sich nämlich als turbulenter Liebesreigen, bei den nicht alles Gold ist, was glänzt.

Fakeprofile, Wunder im Pullunder, vermeintlich heiße Latinlover - Käthe bekommt die geballte Ladung Männlichkeit ab und muss manch übrergriffiges Patschehändchen abwehren. Die Recherchen gestalten sich kurzweilg, reichen vom gepfefferten SChlagabtausch über deftiges Liebesgesäusel und einmal mehr beweist der Autor, dass er nicht nur Jupp im Saarland auf die (Ermittlungs-)Piste schicken kann, sondern mit Oma Käthe eine ebenbürtige Ermittlerin auf Sylt an die Seite von Hinnerk stellt.

Während Ellen ihre Stimmbänder ölt und fleißig Musicals schmettert, dubiose Männerbekanntschaften auf der Suche nach "Geld oder Liebe" sind, wird jedes Körnchen Inselsand umgedreht, bis Tathergang und Beweggründe im Sonnenuntergang aus den Dünen auftauchen.

Ein amüsanter Lesespaß, der nicht nur den Krimihunger stillt, sondern auch ein bisschen Inselfeeling und Dünenrauschen parat hält

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Das Böse triumphiert nur, wenn gute Menschen nichts tun (E.Burke)

Bretonisch mit Meeresrauschen
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Wenn die Wellen doch nur erzählen könnten, dann gäben sie Hinweise, die Tereza gerade mehr als gut gebrauchen kann. Ein hinterhältiger Anschlag auf die Inhaberin der Muskbar erschüttert Camaret-sur-Mer ...

Wenn die Wellen doch nur erzählen könnten, dann gäben sie Hinweise, die Tereza gerade mehr als gut gebrauchen kann. Ein hinterhältiger Anschlag auf die Inhaberin der Muskbar erschüttert Camaret-sur-Mer und schnell ist klar, dass es nur diesen einen Täter geben kann. Aber stimmt das auch wirklich ? Tereza juckt es erneut in den Fingern, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und sie kann nicht anders, als zu ermitteln. Aber diese ERmittlungen sind anders, denn ausgrechnet jetzt schlägt ihr Ex Gabriel wieder seine Zelte an der Atlantikküste auf...


Mit „Bretonisch mit Meeresrauschen“ legt Gabriele Kasperski den siebten Band ihrer Krimireihe vor und zeigt einmal mehr, dass ihr die Ideen noch lange nicht ausgehen. Die Autorin versteht es, ihre Leser:innen mit unerwarteten Wendungen und raffinierten Verwicklungen zu überraschen, ohne dabei den charmanten Ton ihrer Bretagne-Krimis zu verlieren.

Im Mittelpunkt steht erneut Tereza, die ein Zusammentreffen mit ihrem Ex Gabriel meidet wie der Teufel das Weihwasser. Doch persönliche Befindlichkeiten müssen zurückstehen, als die Inhaberin einer Musikbar Opfer eines brutalen Angriffs wird und schwer verletzt ins Koma fällt. Schnell präsentiert sich ein vermeintlich eindeutiger Verdächtiger, doch Tereza wäre nicht Tereza, würde sie sich mit einer vorschnellen Lösung zufriedengeben. Also beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln, und taucht tief in die schillernde, aber keineswegs harmonische Welt der Musikszene ein, in der Neid und Missgunst den Ton angeben.

Kasperski spannt von Beginn an einen dichten Spannungsbogen, den sie konsequent hält. Die malerische Kulisse der Bretagne bildet dabei einen reizvollen Kontrast zu den dunklen Geheimnissen und tödlichen Intrigen, die sich dahinter verbergen. Das Rauschen der Wellen gibt neue Spuren frei und doch werden sie gleich wieder verwischt. Ähnlich sit auch die ERmittlungsarbeit von Tereza, die ihre Erkenntnisse Stück für Stück zusammen setzen und aus dem Sand sieben muss.

Die Autorin arrangiert Figuren, Handlung und aktuelle Themen mit sicherem Gespür, fast wie bei einem musikalischen Sampler, bei dem alles perfekt aufeinander abgestimmt ist. Am Ende steht fest: Tereza hat ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft – und die Fans dieser Cosy-Crime-Reihe dürfen gespannt sein, wohin ihr Weg sie als Nächstes führt :)

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Veröffentlicht am 18.04.2026

In der Stille und Einsamkeit vermag man seine innere Stimme am lautesten zu vernehmen. (Dieter Uecker)

Lass den Tag nicht vorübergehen
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Theodor kann den Lärm des Alltags nicht ertragen - seine Zuflucht ist die weiße Leinwand, die er mit seinen außergeöhnlichen Bildern zum Leben erweckt. Denn was noch niemand weiß - Stille kann sprechen, ...

Theodor kann den Lärm des Alltags nicht ertragen - seine Zuflucht ist die weiße Leinwand, die er mit seinen außergeöhnlichen Bildern zum Leben erweckt. Denn was noch niemand weiß - Stille kann sprechen, ohne Worte zu verwenden. Theodor gelingt mit seinen Bildern das auszudrücken, wonach er sich sehnt. Reinheit, Sanftheit, Stille und innerer Einklang. Der Zufall will es, dass aus dem unbekannten Maler aus dem Malerkeller bald ein gefeierter Künstler wird. Doch je lauter die Stimmen der Kunstszene werden, desto leiser wird Theodor. Kann er die inneren Stürme mit einem neuen Bild zum Ausdrück bringen ?


Wow, was für ein Brett ! Dieses Buch passt in keine Nische, hebt sich vom Mainstream ab und geht tief unter die Haut. Frank Wilmes erzählt in leisen unaufgregten Tönen von den vielen Facetten der Stille: ohrenbetäubend, kreativ, niederschmetternd, emotionsgeladen, köstlich, hungrig, satt, gehaltvoll...diese Liste ließe sich noch ewig fortführen, denn für jede/n Leser:in hat, genau wie für Theodor, Stille eine ganz eigene Bedeutung.

Während sich die männliche Hauptfigur regelrecht freischwimmt, gelingt Wiles etwas ganz Besonderes. Er lässt die Leserschaft Teil der Emotionen und Gedanken werden, die zum Schaffensprozees eines Bildes beitragen. Auch werden sie zu Weggefährt:innen, die nicht nur Sir Walter, Herr Jäger und auch Birgit kennenlernen, sondern tief in ihr Innerstes blicken.

Wilmes ist ein Wortpoet, malt mit Eloquenz ein wunderbar stilles Kopfkino, das beim Lesen auch "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski als leise musikalische Untermalung erklingen lässt. Der Werdegang von Theodor ist mit vielen Begegnungen behaftet, die ihn unweigerlich an seine großes Ziel führen: Seine Kunst wird geachtet, geschätzt, gekauft, gesammelt.

Doch genau dieser Erfolg ist es, der Theoder alles nimmt, für was er eigentlich steht - Stille, Ruhe, Abgeschiedenheit. Der Roman ist tiefsinnig, sinnlich erlebbar und zeigt auf, dass alles im Leben seinen Preis hat. Ganz gleich, ob monetär oder emotional. Eine feinsinnige Erzählung über das Leben selbst, über Sehnsüchte, Verlust, Freundschaft und der Gewissheit, dass in der Stille auch immer eine ganz eindringliche Aufforderung steckt, die der Buchtitel wiedergibt: "Lass den Tag nicht vorübergehen", denn jeder Tag ist (d)ein ganz persönliches Geschenk.

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