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Veröffentlicht am 29.04.2026

Die Liebe ist ein seltsames Spiel - Conny Francis

Die stummen Turteltauben von Sylt
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Während Oma Käthe und Hinnerk weiter verliebt am Strand von Sylt turteln, hat sich ein anderes glückliches Pärchen leider ausgeturtelt. Ertrunken in den Fluten der Nodsee - es deutet somit alles auf Suizid ...

Während Oma Käthe und Hinnerk weiter verliebt am Strand von Sylt turteln, hat sich ein anderes glückliches Pärchen leider ausgeturtelt. Ertrunken in den Fluten der Nodsee - es deutet somit alles auf Suizid hin. Aber Käthe und Hinnerk wären nicht die Spürnasen von Sylt, wenn sie sich mit dem vorschnellen Ergebnis zufreiden geben würden. Käthe meldet sich kurzerhand auf einem Dating-Portal für Best Ager:innen an und ermittel in der skurrilen Welt der Liebeshungrigen ...


Er. Kann. Es. Einfach ! Danny Wood ist der ungekrönte Meister der humorigen Krimis, wenn es um Familie Backes und Oma Käthe geht. Der 3. Fall führt erneut nach Sylt und hier bleibt auch wieder kein Auge trocken, wenn die mysteriösen Spuren im Sand verwehen. Die Suche nach dem Täter entpuppt sich nämlich als turbulenter Liebesreigen, bei den nicht alles Gold ist, was glänzt.

Fakeprofile, Wunder im Pullunder, vermeintlich heiße Latinlover - Käthe bekommt die geballte Ladung Männlichkeit ab und muss manch übrergriffiges Patschehändchen abwehren. Die Recherchen gestalten sich kurzweilg, reichen vom gepfefferten SChlagabtausch über deftiges Liebesgesäusel und einmal mehr beweist der Autor, dass er nicht nur Jupp im Saarland auf die (Ermittlungs-)Piste schicken kann, sondern mit Oma Käthe eine ebenbürtige Ermittlerin auf Sylt an die Seite von Hinnerk stellt.

Während Ellen ihre Stimmbänder ölt und fleißig Musicals schmettert, dubiose Männerbekanntschaften auf der Suche nach "Geld oder Liebe" sind, wird jedes Körnchen Inselsand umgedreht, bis Tathergang und Beweggründe im Sonnenuntergang aus den Dünen auftauchen.

Ein amüsanter Lesespaß, der nicht nur den Krimihunger stillt, sondern auch ein bisschen Inselfeeling und Dünenrauschen parat hält

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Veröffentlicht am 25.04.2026

Das Böse triumphiert nur, wenn gute Menschen nichts tun (E.Burke)

Bretonisch mit Meeresrauschen
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Wenn die Wellen doch nur erzählen könnten, dann gäben sie Hinweise, die Tereza gerade mehr als gut gebrauchen kann. Ein hinterhältiger Anschlag auf die Inhaberin der Muskbar erschüttert Camaret-sur-Mer ...

Wenn die Wellen doch nur erzählen könnten, dann gäben sie Hinweise, die Tereza gerade mehr als gut gebrauchen kann. Ein hinterhältiger Anschlag auf die Inhaberin der Muskbar erschüttert Camaret-sur-Mer und schnell ist klar, dass es nur diesen einen Täter geben kann. Aber stimmt das auch wirklich ? Tereza juckt es erneut in den Fingern, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und sie kann nicht anders, als zu ermitteln. Aber diese ERmittlungen sind anders, denn ausgrechnet jetzt schlägt ihr Ex Gabriel wieder seine Zelte an der Atlantikküste auf...


Mit „Bretonisch mit Meeresrauschen“ legt Gabriele Kasperski den siebten Band ihrer Krimireihe vor und zeigt einmal mehr, dass ihr die Ideen noch lange nicht ausgehen. Die Autorin versteht es, ihre Leser:innen mit unerwarteten Wendungen und raffinierten Verwicklungen zu überraschen, ohne dabei den charmanten Ton ihrer Bretagne-Krimis zu verlieren.

Im Mittelpunkt steht erneut Tereza, die ein Zusammentreffen mit ihrem Ex Gabriel meidet wie der Teufel das Weihwasser. Doch persönliche Befindlichkeiten müssen zurückstehen, als die Inhaberin einer Musikbar Opfer eines brutalen Angriffs wird und schwer verletzt ins Koma fällt. Schnell präsentiert sich ein vermeintlich eindeutiger Verdächtiger, doch Tereza wäre nicht Tereza, würde sie sich mit einer vorschnellen Lösung zufriedengeben. Also beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln, und taucht tief in die schillernde, aber keineswegs harmonische Welt der Musikszene ein, in der Neid und Missgunst den Ton angeben.

Kasperski spannt von Beginn an einen dichten Spannungsbogen, den sie konsequent hält. Die malerische Kulisse der Bretagne bildet dabei einen reizvollen Kontrast zu den dunklen Geheimnissen und tödlichen Intrigen, die sich dahinter verbergen. Das Rauschen der Wellen gibt neue Spuren frei und doch werden sie gleich wieder verwischt. Ähnlich sit auch die ERmittlungsarbeit von Tereza, die ihre Erkenntnisse Stück für Stück zusammen setzen und aus dem Sand sieben muss.

Die Autorin arrangiert Figuren, Handlung und aktuelle Themen mit sicherem Gespür, fast wie bei einem musikalischen Sampler, bei dem alles perfekt aufeinander abgestimmt ist. Am Ende steht fest: Tereza hat ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft – und die Fans dieser Cosy-Crime-Reihe dürfen gespannt sein, wohin ihr Weg sie als Nächstes führt :)

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Veröffentlicht am 18.04.2026

In der Stille und Einsamkeit vermag man seine innere Stimme am lautesten zu vernehmen. (Dieter Uecker)

Lass den Tag nicht vorübergehen
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Theodor kann den Lärm des Alltags nicht ertragen - seine Zuflucht ist die weiße Leinwand, die er mit seinen außergeöhnlichen Bildern zum Leben erweckt. Denn was noch niemand weiß - Stille kann sprechen, ...

Theodor kann den Lärm des Alltags nicht ertragen - seine Zuflucht ist die weiße Leinwand, die er mit seinen außergeöhnlichen Bildern zum Leben erweckt. Denn was noch niemand weiß - Stille kann sprechen, ohne Worte zu verwenden. Theodor gelingt mit seinen Bildern das auszudrücken, wonach er sich sehnt. Reinheit, Sanftheit, Stille und innerer Einklang. Der Zufall will es, dass aus dem unbekannten Maler aus dem Malerkeller bald ein gefeierter Künstler wird. Doch je lauter die Stimmen der Kunstszene werden, desto leiser wird Theodor. Kann er die inneren Stürme mit einem neuen Bild zum Ausdrück bringen ?


Wow, was für ein Brett ! Dieses Buch passt in keine Nische, hebt sich vom Mainstream ab und geht tief unter die Haut. Frank Wilmes erzählt in leisen unaufgregten Tönen von den vielen Facetten der Stille: ohrenbetäubend, kreativ, niederschmetternd, emotionsgeladen, köstlich, hungrig, satt, gehaltvoll...diese Liste ließe sich noch ewig fortführen, denn für jede/n Leser:in hat, genau wie für Theodor, Stille eine ganz eigene Bedeutung.

Während sich die männliche Hauptfigur regelrecht freischwimmt, gelingt Wiles etwas ganz Besonderes. Er lässt die Leserschaft Teil der Emotionen und Gedanken werden, die zum Schaffensprozees eines Bildes beitragen. Auch werden sie zu Weggefährt:innen, die nicht nur Sir Walter, Herr Jäger und auch Birgit kennenlernen, sondern tief in ihr Innerstes blicken.

Wilmes ist ein Wortpoet, malt mit Eloquenz ein wunderbar stilles Kopfkino, das beim Lesen auch "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski als leise musikalische Untermalung erklingen lässt. Der Werdegang von Theodor ist mit vielen Begegnungen behaftet, die ihn unweigerlich an seine großes Ziel führen: Seine Kunst wird geachtet, geschätzt, gekauft, gesammelt.

Doch genau dieser Erfolg ist es, der Theoder alles nimmt, für was er eigentlich steht - Stille, Ruhe, Abgeschiedenheit. Der Roman ist tiefsinnig, sinnlich erlebbar und zeigt auf, dass alles im Leben seinen Preis hat. Ganz gleich, ob monetär oder emotional. Eine feinsinnige Erzählung über das Leben selbst, über Sehnsüchte, Verlust, Freundschaft und der Gewissheit, dass in der Stille auch immer eine ganz eindringliche Aufforderung steckt, die der Buchtitel wiedergibt: "Lass den Tag nicht vorübergehen", denn jeder Tag ist (d)ein ganz persönliches Geschenk.

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Veröffentlicht am 04.04.2026

“Zu reisen bedeutet sich zu entwickeln.” – Pierre Bernardo

Zugvögel wie wir
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Eva hat es sich über Jahrzehnte hinweg in ihrem Kokon aus Melancholie, Trauer und Selbstmitleid bequem gemacht und dabei vergessen zu leben. Irgendwann ist sie falsch abgebogen und es scheint, als würde ...

Eva hat es sich über Jahrzehnte hinweg in ihrem Kokon aus Melancholie, Trauer und Selbstmitleid bequem gemacht und dabei vergessen zu leben. Irgendwann ist sie falsch abgebogen und es scheint, als würde sie Kurve nicht mehr bekommen, um wieder Träume fliegen zu lassen, den inneren Regenbogen zum Leuchten zu bringen und die Frau sein, sie die einmal gewesen ist. Ein Urlaub in Schweden bringt die unerwartete Wendung: Eva findet einen jungen verletzten Kranich und in ihr reift der Wunsch, diesen Kranich auf seiner weiteren Reise zu beschützen. Kurzerhand schnappt sich Eva ein Fahrrad und begleitet "ihren" Kranich auf der Route gen Süden. Noch ahnt Eva nicht, dass diese Reise sie vollkommen verändern wird....


Julia Dibbern ermöglicht ihren Leser:innen einen aufregenden Roadtrip der ganz besondren Art - nicht laut, bunt und und durch überfüllte Städte, sondern mit leisen Tönen, sanften Naturerlebnissen und einem In-sich-Hineinhören.

Mit Klarinettistin Eva hat sie eine Frau gezeichnet, die - wie viele Frauen - das Wohl der Familie an vorderste Stelle gestellt und ihre eigene Karriere dafür "geopfert" hat. Mit dem Ergebnis, dass Eva eine gescheiterte Ehe vorzuweisen hat und die Kluft zwischen ihr und ihrer erwachsenen Tochter Sophie so groß ist, dass eine Annäherung fast aussichtlos erscheint.

Während Eva im Gleichtritt der Pedale die Reise durch Europa antritt, lernt sie durch zufällige Reisebekanntscheften, auf ihr Herz zu hören, ihre Bedürnisse zu erkennen und auch zu benennen. Jeder gefahrene Kilometer steht für den Prozess des Lassens: Darauffeinlassen - Zulassen- Loslassen - und Eva erkennt, dass es Zeit ist, sich ihren Gefühlen zu stellen, auch wenn diese weh tun. Denn durch den Schmerz lernt sie, ihre Trauer zu verarbeiten und sich selbst wieder zu finden.

Dibbern komponiert eine ganz besondere Symphonie - nicht aus Noten, sondern aus Worten und lässt diese wie einen zart gewebten Schleier die Leser;innen umhüllen. Mit jeder gelesenen Seite wird deutlich, dass das Loslassen von negativen Erinnerungen und Gefühlen das Abwerfen von emotionalem Ballast bedeutet. Sinnbildlich hierfür steht der Weg durch den See, der eine Perspektivenverschieung nicht nur bei denjeinigen hervorruft, die diesen Weg gehen, sondern auch für alle, die aktiv durch einen Perspektivenwechsel einen Übergang finden und den Wechsel akzeptieren.

Erneut ein Buch der leisen Töne, das lange nachhallt und in Erinnerung bleiben wird - sehr lesenswert !

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt. Theodor Fontane

Waldbad
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Luan ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben - er kommt gerade so über die Runden, ist ein Tausendsassa und hält sich mit seinen vielen Jobs über Wasser. Auch kann er sich nicht vorstellen, jemals ...

Luan ist eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben - er kommt gerade so über die Runden, ist ein Tausendsassa und hält sich mit seinen vielen Jobs über Wasser. Auch kann er sich nicht vorstellen, jemals irgendwo anders zu leben als in Waldbad. Dieser Ort gibt ihm so unendlich viel und doch geht eine Veränderung im Kurort vor. Dort, wo einst die Einheimischen gewohnt haben, entstehen sogenannte Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen zu exorbitanten Preisen. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und Luan merkt schon bald, dass sein kleines Nest in Gefahr ist. Gehen ober bleiben ? Aber Luan möchte nicht, dass sich etwas verändert, denn er ist zufrieden mit allem, wie es ist...


"Waldbad" ist ein Buch der leisen Töne, das auch zwischen den Zeilen ganz viele Botschaften für die Lesenden bereit hält. Lea Catrina erzählt vom Ausschlachten eines Kurortes, den die Tourist:innen für sich entdeckt haben. Daraus entsteht Wohnraummangel für die Einheimischen, was zu Konflikten führt.

Die Infrastruktur wandelt sich und je mehr Ferienwohnungen im Resort an wohlhabende Bürger:innen verkauft werden, desto mehr verändert sich die Sachlage vor Ort. Es ist kein Bohren mit dem Finger in der offenen Wunde, sondern ein sanfter Denkanstoß, den Catrina hier gibt, um das eigene Reiseverhalten zu überdenken und auch diejenigen miteinzubeziehen, die nach dem Urlaub vor Ort bleiben,um den Reisenden den Komfort zu ermöglichen, der von ihnen gewünscht/erwartet wird.

Luan ist authentisch, echt und ehrlich, nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt den Leser;innen seine kleine Welt, die nach und nach immer mehr Risse bekommt. Auch lernen die Lesenden die Urlauber:innen, Best Friends und einige Einheimische kennen, sodass das Buch sehr lebhaft und interssant gestaltet ist. Der ständige Wechsel zwischen Rückblicken Einblicken und Ausblicken sorgt für eine dynamische Erzählung, die aus der Sicht und mit den Gefühlen von Luan sehr gut treansportiert wird.

Einige paranormale Ereignisse machen den Roman noch interessanter und bringen zusätzlich noch ein wenig Schwung in die ohnehin schon kurzweilige Handlung. Ein wunderbarer Mix aus Melancholie, tiefgreifenden Gedanken, skurrilen Szenen und schrägen Charakteren , der vom Suchen und Finden des Sinn des Lebens, vom kleinen großen Glück und (innerer) Zufriedenheit erzählt.

Weit ab vom Mainstream und daher umso lesenswerter !

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