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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2026

Komplex, raffiniert, spannend, aktuell

Waldmann
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Die Figur des Kommissar Waldmann hat mir sehr gut gefallen. Er ist traumatisiert, empathisch, professionell und hat aber sein eigenes Wertesystem, was ihn sympathisch und nahbar macht. Die Handlung ist ...

Die Figur des Kommissar Waldmann hat mir sehr gut gefallen. Er ist traumatisiert, empathisch, professionell und hat aber sein eigenes Wertesystem, was ihn sympathisch und nahbar macht. Die Handlung ist komplex und wird aus vielen verschiedenen Perspektiven mit Zeitsprüngen erzählt. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich die einzelnen Erzählstränge einordnen konnte, für mich hat das aber auch seinen Reiz, weil ein komplexer Fall viel interessanter ist. Bis zum Schluss hatte ich hin und wieder einen Aha-Effekt, wodurch der raffinierte Plot-Aufbau demonstriert wird. Die Themen Zwangsprostitution, Menschenhandel, Mafia sind aktuell und das Setting in Deutschland und den Niederlanden schreckt auf und öffnet dem Leser die Augen. Gerade in Bezug auf ukrainische Frauen, die als Kriegsflüchtlinge ungewollt in die Fänge von Menschenhändlern landen, ist das Buch zeitgemäß. Mit Beginn und Ende in Nigeria schließt sich für mich der Kreis, der Fall wird umfassend gelöst. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, daher volle fünf Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Mitreißender Cold Case

Home Before Dark
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Das Buch startet langsam, nimmt dann aber richtig Fahrt auf und ich empfand es als sehr spannend. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive der verschwundenen Kristin, genannt Stine, in den ...

Das Buch startet langsam, nimmt dann aber richtig Fahrt auf und ich empfand es als sehr spannend. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive der verschwundenen Kristin, genannt Stine, in den Jahren 1966 / 1967 und ihrer Schwester Marsi im Jahr 1977 erzählt. Die Story ist zeitlos und hat ihren Fokus auf psychologischen Details, weshalb das historische Setting gut zu lesen ist. Marsi versucht das Verschwinden ihrer Schwester aufzuklären und ich fand es sehr glaubhaft, wie sie in der ländlichen Umgebung nach und nach Details erfährt und mehr Informationen über Stine bekommt. Auch ist es sehr gut gemacht, wie sich das Bild ihrer Schwester verändert und sie von Marsi und vom Leser differenzierter wahrgenommen wird. Die Charaktere sind gut gezeichnet und das Ganze wird so spannend erzählt, dass ich das Buch in zwei Tagen gelesen habe. Die Auflösung fand ich glaubhaft und es werden alle losen Ende zusammengeführt. Es gibt einen überraschenden Twist, den ich nicht habe kommen sehen, der sich aber ganz unauffällig schon lange in der Handlung angedeutet hatte. Genau so soll ein Psychothriller sein. Ich fand ihn sehr gelungen und empfehle das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Melancholisch, intensiv, glaubhaft

Laute Nächte
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Mir hat die Buchidee sehr gut gefallen: eine Wohngemeinschaft in Wien, deren Mitglieder sich nach vielen Jahren wieder treffen, bietet viel Stoff für interessante Lebensläufe und psychologischen Tiefgang. ...

Mir hat die Buchidee sehr gut gefallen: eine Wohngemeinschaft in Wien, deren Mitglieder sich nach vielen Jahren wieder treffen, bietet viel Stoff für interessante Lebensläufe und psychologischen Tiefgang. Das Buch ist aus der Perspektive eines Mitbewohners, Kenni, geschrieben. Ich fand seine Person ebenso wie die anderen Charaktere sehr glaubhaft dargestellt. Das Zusammenleben und die Entwicklung der Beziehungen in der WG ergeben sich natürlich und die Handlung ist aus einem Guss. Aus oberflächlichen Kontakten entstehen tiefe Beziehungen und es werden einige Geheimnisse gelüftet. Kennis tiefe Trauer um seine Freundin und sein Kampf zurück ins Leben und in Liebesbeziehungen ist für mich aber das Hauptthema. Das ist nicht immer leicht zu lesen, mir kamen öfters die Tränen, weil vieles so treffend beschrieben wurden. Deshalb ist das keine Lektüre für nebenher oder im ÖPNV, man möchte sich darauf konzentrieren. Besonders gut hat mir gefallen, wie sich Kenni im Laufe der Zeit differenzierter mit seiner verstorbenen Freundin beschäftigt und sich sein Blickwinkel wandelt. Das wird mit großer psychologischer Tiefe geschildert. Am Ende hätte ich gerne noch mehr über die anderen WG Bewohner erfahren, wie ihre Leben verlaufen sind, aber ein Manko ist das Fehlen nicht. Es war für mich das zweite Buch von Anne Freytag, aber sicher nicht das letzte.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wunderschönes Buch

JAPAN – Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai
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Dieses Japan Buch hat ein wunderschönes, durchdachtes Design. Die Fotos sind matt, nicht glänzend, und diese zurückhaltende, unaufdringliche Darstellung passt hervorragend zu Japan und den kurzen Kapiteln. ...

Dieses Japan Buch hat ein wunderschönes, durchdachtes Design. Die Fotos sind matt, nicht glänzend, und diese zurückhaltende, unaufdringliche Darstellung passt hervorragend zu Japan und den kurzen Kapiteln. Der Inhalt ist nach Jahreszeiten strukturiert, was ungewöhnlich ist. Aber diese Logik drängt sich nach dem Lesen direkt auf, weil der Inhalt sehr gut darauf abgestimmt ist. Es gibt in jeder Jahreszeit sich wiederholende Themen wie z.B. die Besonderheiten der Jahreszeit und deren Auswirkung auf die Kultur, damit verbundene Städte, Regionen, Lebensmittel und Rezepte, sowie ganz klassisch Do`s & Don`ts. Besonders gelungen fand ich die Rubrik Japan für zu Hause, in der man kleine Tipps und Anregungen bekommt, wie man sich das Feeling einer bestimmten Jahreszeit nach Hause holen kann. Es sind Kleinigkeiten, die man einfach zu Hause umsetzen kann, auf die ich aber nie gekommen wäre. Beim Lesen dieses tollen Buches kommt definitiv Fernweh auf und es macht große Lust darauf, die Japanische Kultur zu entdecken.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Ein Roman, der etwas bewegt

Pina fällt aus
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Wow! Das Buch hat mich sehr beeindruckt und angenehm überrascht. Die Geschichte von Pina, die sich ganz alleine um ihren erwachsenen, behinderten Sohn kümmert und plötzlich krankheitsbedingt aus der Bahn ...

Wow! Das Buch hat mich sehr beeindruckt und angenehm überrascht. Die Geschichte von Pina, die sich ganz alleine um ihren erwachsenen, behinderten Sohn kümmert und plötzlich krankheitsbedingt aus der Bahn geworfen wird, wird sehr eindringlich erzählt und hat mich sehr bewegt. Auf der einen Seite erlebt man die Anspannung und Belastung von Pina hautnah mit, auf der anderen Seite sieht man, wie die Nachbarn mit dieser Situation umgehen und an der Herausforderung wachsen. Leos Leben wird von unsichtbar zu sichtbar und der Leser entwickelt ein Verständnis für die Unlösbarkeit der Situation. Obwohl der Schreibstil sachlich bleibt, ist die Handlung emotional und bewegend. Dieses Buch erweitert den Horizont und kann in der realen Welt wirklich etwas bewegen. Ich hoffe sehr, dass es die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient und damit das Thema Inklusion deutlicher, sichtbarer und verständlicher machen kann. Vom wichtigen Inhalt abgesehen lässt es sich hervorragend lesen und ist spannend wie ein Krimi.

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