leider war es nichts für mich
Das EventMeinung: Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht und auch der Klappentext klang genau nach meinem Geschmack: ein verlassenes Inselhotel, ein zwielichtiger Eventveranstalter und ein tödliches Spektakel ...
Meinung: Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht und auch der Klappentext klang genau nach meinem Geschmack: ein verlassenes Inselhotel, ein zwielichtiger Eventveranstalter und ein tödliches Spektakel das versprach für mich eine düstere, atmosphärische und vor allem spannende Geschichte.
Der Einstieg ist mir auch tatsächlich leicht gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm, locker und flüssig, sodass ich schnell in die Geschichte hineingefunden habe. Die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven haben mir ebenfalls gut gefallen, weil sie grundsätzlich Tempo in die Handlung bringen und immer wieder kleine Einblicke aus unterschiedlichen Blickwinkeln liefern.
Leider konnte mich die Geschichte selbst dann aber immer weniger überzeugen. Mein größtes Problem waren tatsächlich die Charaktere. Weder zu Kommissarin Leandra Kern noch zu Kommissaranwärterin Maxi Adler konnte ich eine wirkliche Verbindung aufbauen. Beide bringen zwar ihre eigenen Hintergründe und Geheimnisse mit, was an sich spannend sein könnte, aber für mich blieb das alles zu oberflächlich. Ich hatte oft das Gefühl, dass ihre Emotionen und Beweggründe nicht ausreichend greifbar gemacht wurden. Dadurch wirkten sie auf mich distanziert und teilweise auch widersprüchlich in ihrem Handeln.
Gerade bei wichtigen Entscheidungen konnte ich oft nicht nachvollziehen, warum sie so handeln, wie sie es tun. Das hat mich beim Lesen immer wieder rausgebracht, weil mir die innere Logik gefehlt hat. Statt mitzufiebern, habe ich eher hinterfragt.
Auch die Spannung, die das Setting eigentlich hergibt, wurde für mich nicht ausgeschöpft. Ein verlassenes Inselhotel auf Helgoland bietet so viel Potenzial für eine beklemmende, fast klaustrophobische Atmosphäre aber genau dieses Gefühl ist bei mir nicht wirklich angekommen.
Es gab zwar einzelne Momente, die in diese Richtung gingen, insgesamt blieb die Geschichte für mich aber zu ruhig und zu wenig intensiv. Mir haben klare Spannungsspitzen gefehlt, diese Momente, in denen man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Das Ende hat diesen Eindruck leider noch verstärkt. Die Auflösung war für mich nicht nur wenig überzeugend, sondern auch schwer nachzuvollziehen. Es wirkte, als wollte man unbedingt einen dramatischen Twist einbauen, ohne dass dieser wirklich organisch aus der Geschichte heraus entsteht. Dadurch hat mich das Finale eher unzufrieden zurückgelassen.