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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Mega

Marsolleks Morde / Der gebrochene Kreis
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In der Silvesternacht geschieht der erste Mord. Ein Mann wird in seiner Badewanne ermordet aufgefunden. Das besondere dabei: Seine Genitalien sind abgebunden. Kurz darauf geschehen weitere Morde, mit ähnlichem ...

In der Silvesternacht geschieht der erste Mord. Ein Mann wird in seiner Badewanne ermordet aufgefunden. Das besondere dabei: Seine Genitalien sind abgebunden. Kurz darauf geschehen weitere Morde, mit ähnlichem Muster.

Nach zwei Tagen hatte ich diesen Band durchgesuchtet. Einmal angefangen war es schier unmöglich das Buch wieder zur Seite zu legen. Es startet direkt mit dem ersten Mord aus Sicht der Täterin. Das bedeutet, wir als Leser wissen bereits um wen es sich handelt. Das war aber keinesfalls störend, sondern hat mich nur noch neugieriger gemacht.
Im privaten Bereich der Ermittler rund um Lukas, Aki, Susanne und Dietmar passiert natürlich auch wieder jede Menge. Und gerade rund um Lukas Familie war es ein Bangen und Bibbern. Ein auf und ab. Kathi schreibt im Vergleich zu ihren vorherigen Teilen sehr viel konkreter und weniger ausschmückend. Das hat mir hier richtig gut gefallen und somit gab es für mich nahezu keine Stellen die langatmig waren. Mir ist direkt aufgefallen, wie gut sie es geschafft hat den Spannungsbogen aufrecht zu halten. Durch die abwechselnden Perspektiven zwischen Täterin und Ermittler war es durchgehend spannend. Was mir außerdem sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass ein Fall aus dem letzten Band in diesem Teil zum Abschluss gebracht wird. Und auch am Ende gibt es wieder einen fiesen Teaser für Teil 5😱😉 (der Fall an sich ist aber abgeschlossen!)

Insgesamt kann ich "Der gebrochene Kreis" wärmstens empfehlen. Wer es blutig, spannend und familiär mag, der ist bei Kathis Büchern absolut richtig aufgehoben. Ich finde es aber überaus wichtig, dass ihr mit dem 1. Band anfangt. "Die Achte Linie" ist der Beginn der Pentalogie und ebenfalls absolut empfehlenswert. Denn hier werden die ganzen Charaktere intensiv vorgestellt,sie wachsen ans Herz und nebenbei gibt es noch einen soo krassen Fall.

Die Reihe lebt von ihren Protagonisten,sie sind einfach super speziell und so liebenswürdig!

⭐⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2026

Highlight

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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544 Seiten, die ich binnen 48 Stunden verschlungen habe!
Die Geschichte der beiden Heimkinder Hartmut und Margret hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich selbst nachts nicht zur Ruhe kam.

Hartmut ...

544 Seiten, die ich binnen 48 Stunden verschlungen habe!
Die Geschichte der beiden Heimkinder Hartmut und Margret hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich selbst nachts nicht zur Ruhe kam.

Hartmut kommt als Junge ohne Namen 1945 in ein katholisches Kinderheim. Er weiß nicht wer er ist, und hat keine Angehörigen. Sein Alter wird geschätzt, und ein neuer Name wird ihm gegeben. Also heißt er nun Hartmut. Die Umstände in den Kinderheimen nach dem Krieg waren grausam. So erfahren wir als Leser, was Hartmut über sich ergehen lassen muss, und was dort mit anderen Heimkindern angestellt wird. Er lernt das Waisenmädchen Margret kennen, ebenfalls mit ihm in dieser Anstalt. Sie ist einige Jahre älter aber die beiden werden unzertrennlich.

Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen: Der Vergangenheit ab 1945 bis 1966 und der Gegenwart von 2006 bis 2017. Beide sind sehr eindringlich beschrieben; sehr anschaulich. Ich hatte die ganze Zeit das bedrückende Gefühl, selbst dabei zu sein. In der Gegenwart sehen wir Hartmut und Margret zusammenlebend. Sie haben eine Tochter, eine Enkelin und sogar Urenkelin Emily. Letztere lebt bei ihren Urgroßeltern und die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern war ganz sonderbar. Wie weit reichen die Folgen der Kriegstraumata?

Mich hat das Buch sehr zum Nachdenken angeregt. Es lässt viel Raum für eigene Gedanken. Mich haben die Informationen über die Zustände in den katholischen Heimen sehr schockiert. Auch wenn schon öfter mal was durchgesickert ist, so war es doch was anderes, das jetzt mal schwarz auf weiß zu lesen.

Eine schicksalhafte, berührende und aufrüttelnde Familiengeschichte. Sie hat mich komplett eingenommen. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar anschaulich, fesselnd und einnehmend. Dieser Sog beim Lesen wäre sonst auch gar nicht möglich gewesen. Ich bin einfach rundum begeistert und kann für mich ein weiteres Jahreshighlight vermerken.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wahnsinn

Am Meer ist es schön
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Beim Lesen des Klappentextes ist mir ganz anders geworden. Kleine Kinder, die getrennt von ihren Eltern und ihrer Familie auf Kur geschickt werden. Weil sie entweder nicht den "Richtlinien" entsprechen, ...

Beim Lesen des Klappentextes ist mir ganz anders geworden. Kleine Kinder, die getrennt von ihren Eltern und ihrer Familie auf Kur geschickt werden. Weil sie entweder nicht den "Richtlinien" entsprechen, sprich: zu wenig oder zu viel Gewicht aufweisen, oder zu frech sind und sich nicht an Regeln halten. Sie wurden damit "Verschickungskinder" genannt. Die Verschickungen erfolgten von der Nachkriegszeit bis in die 1990er Jahre.

Hier im Buch geht es um Susanne, sie ist Ende 50 und sitzt im Altenheim am Sterbebett ihrer Mutter. Plötzlich bricht Luise in Tränen aus und entschuldigt sich bei ihrer Tochter. Susanne weiß direkt um was es geht. Um die Zeit, die für sie die Schlimmste war: 1969. Susanne hat damals nach der Kur von ihren Erlebnissen dort berichtet. Und ihre Eltern haben ihr nicht geglaubt. Haben es als kindlichen Wahnsinn abgestempelt. Denn in den Briefen, die sie schrieb, sagte sie ja immer, dass es ihr gut gefiel. "Am Meer ist es schön". Nach und nach beginnt Susanne ihrer Mutter und ihrer eigenen Tochter von der Zeit im Heim zu erzählen, zum ersten Mal nach so langer Zeit.

Die Autorin schreibt sehr einfühlsam und mit bildhafter Sprache. Sie gibt den einzelnen Charakteren unheimlich viel Tiefe, sie werden greifbar und das, was sie erlebt haben, wird umso realistischer. Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte erzählt. Susanne spricht mit ihrer Familie 2018 über die Geschehnisse aus 1969, dabei wechseln sich die Kapitel immer ab, und es ist ein nahtloser Übergang. Unfassbar was damals passiert ist, und dass die Kurheime und Verantwortlichen da so lange mit durchgekommen sind.

Barbara Leciejewski hat mir einen guten Einblick in diese Thematik gegeben. Ich fand es spannend und unheimlich zugleich. Ich habe mit den Kindern mitgefühlt, die Strafen die sie erleiden mussten waren hart. Zucht und Ordnung war da das große Thema. Es ist großartig geschrieben und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Zwischendurch musste ich immer mal wieder meine Gedanken kreisen lassen und das gelesene verarbeiten.

⭐⭐⭐⭐,75 | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Toll

Ruf der Leere
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Die Thematik des Klappentextes hat mich enorm angesprochen. Eine Gruppe von Leuten feiert in einer abgelegenen Waldhütte die Rückkehr eines Freundes. Bis am Abend ein mysteriöser, alter Mann auftaucht. ...

Die Thematik des Klappentextes hat mich enorm angesprochen. Eine Gruppe von Leuten feiert in einer abgelegenen Waldhütte die Rückkehr eines Freundes. Bis am Abend ein mysteriöser, alter Mann auftaucht. Er sagt, er sei der Tod. Und sie müssten sich für eine Person entscheiden, die den Abend überleben dürfte. Alle anderen müssten sterben.

Ein Buch über Moral und Ethik. Wie fällen wir Menschen Entscheidungen? Welches Leben ist mehr wert als das andere, und warum?
Das hat mich an den ein oder anderen Stellen wirklich zum Nachdenken angeregt. Es werden viele Vergleiche und Beispiele angeführt, die mir vor Augen führten, weshalb sich in manchen Momenten vielleicht so verhalten wird.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir tatsächlich nicht so leicht, was aber überhaupt nicht mit dem Schreibstil zusammenhängt. Denn dieser war von Beginn an sehr anschaulich gehalten. Es wird in Rückblenden aus der Vergangenheit und in der Gegenwart geschrieben. Jedes Kapitel umfasst eine Person aus der Freundesgruppe. Die Rückblenden starteten größtenteils aus einer Universität heraus. Das konnte mich erst nicht so fesseln, dafür aber später umso mehr. Denn alles was gegen Ende ans Licht kommt, geht mit dem Anfang einher. Der Autor beschreibt die Entscheidungen der jeweiligen Personen sehr glaubhaft und überzeugend. Der Hauptcharakter Felix wirkte auf mich die ganze Zeit überheblich und von sich selbst sehr überzeugt. Aber auch sein Verhalten lässt sich im Laufe des Buches erklären. Ob es nachvollziehbar ist, dass darf jeder für sich selbst entscheiden.

Für mich war es ein sehr besonderes Buch, welches ich auch als einen Spannungsroman betiteln würde. Denn es war nahezu auf jeder Seite packend. Spätestens ab der Hälfte war ich im Sog und konnte nicht mehr aufhören. Die Charaktere blieben erst blass, bekamen aber mit der Zeit sehr viel Farbe. Ich mag es sehr, wie ausdrucksstark der Autor schreibt. Ein Buch,was definitiv noch nachhallen wird!

Eine gelungene Überraschung und eine große Empfehlung meinerseits!

⭐⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Wow

Alle glücklich
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Eine Familie, die scheinbar glücklich ist. Jeder führt sein Leben, alles reine Routine. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Nina ist Mutter zweier Kinder und die Ehefrau von Alexander. Sie arbeitet als ...

Eine Familie, die scheinbar glücklich ist. Jeder führt sein Leben, alles reine Routine. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Nina ist Mutter zweier Kinder und die Ehefrau von Alexander. Sie arbeitet als medizinische Fachangestellte und fühlt sich von ihrem Mann und ihren Kindern öfter mal missverstanden. Alexander ist Oberarzt, bringt das Geld nach Hause und sorgt dafür, dass die Familie es gut hat. Ein bisschen mehr Anerkennung würde auch er sich wünschen.
Emilia ist sechzehn und so richtig verliebt. Blind vor Liebe, könnte man meinen. Ben ist neunzehn und Student. Aber das auch nur gezwungenermaßen. Eigentlich fühlt er sich ziemlich allein.

Der Schreibstil von Kira Mohn ist unheimlich flüssig und authentisch. Sie schreibt soo anschaulich. Es erweckt den Eindruck, als würde sie von einer Familie in der Nachbarschaft schreiben. Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Familienmitgliedes geschildert. Die Reihenfolge bleibt immer gleich,somit wusste ich nach einer Weile schon, wer als nächstes wieder drankommt. Ich habe an den Zeilen gehangen und jedes Wort aufgesogen. Emilias Geschichte hat mich persönlich sehr mitgenommen. Ich habe den Schmerz gefühlt, den sie beschrieben hat. Aber auch Ninas Gedanken haben mich bewegt. Ben konnte ich lange Zeit sehr schwer einschätzen, aber auch seine Gefühle waren hart. Echt. Authentisch. Alexander wird definitiv nicht mein Lieblingscharakter, aber ich muss zugeben, dass mir sein Werdegang ein bisschen gefallen hat. (🤭)

Es geht ums Zuhören, Hinsehen und Da sein. Nicht alles in sich hineinzufressen, über Probleme reden und auch genau so richtig zu sein wie man ist. Jedenfalls nehme ich das aus dieser Geschichte mit. Mir hat es unheimlich gut gefallen und es hat mal wieder aufgezeigt, wie manche Familien scheinbar einfach nebeneinander her leben. Da sagt man lieber: Alle sind glücklich. Alles ist gut.

Für mich ein großartiges Buch und eine absolute Leseempfehlung!

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

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