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The_Lord_Pepper

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Cozy Vorweihnachts-Crime

Der Tod backt heute Weihnachtsplätzchen
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"Der Tod backt heute Weihnachtsplätzchen" ist ein Roman von Susanne Hanika, der im Dezember 2025 bei beTHRILLED erschienen ist. Ich habe das e-Book über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, ...

"Der Tod backt heute Weihnachtsplätzchen" ist ein Roman von Susanne Hanika, der im Dezember 2025 bei beTHRILLED erschienen ist. Ich habe das e-Book über eine Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mal den ersten Band der Hirschgrund-Serie gelesen, "Der Tod kommt mit dem Wohnmobil". Als ich dann den Title dieses Buches gesehen habe, kam mir das gleich so bekannt vor - doch ich war sehr erstaunt zu sehen, dass dies bereits Band 27 der Hirschgrund-Morde ist. Campen scheint also was gefährliches zu sein... Die Geschichte hier lässt sich auch bestens ohne "Vorwissen" aus früheren Hirschgrund-Büchern lesen, da sie in sich abgeschlossen ist, und die einzelnen Charaktere auch hier ausreichend eingeführt werden.

Die Geschichte rund um die Campingplatzbesitzerin Sofia, die ein Händchen dafür hat, sich in auswegslose Situationen zu manövrieren, ist eigentlich trotz Todesfällen mehr Komödie als Krimi und sehr amüsant zu lesen. Die verschiedenen Protagonisten sind teilweise herrlich überzeichnet - genau so wie man sich ein Dauercamper-Klischee vorstellt. Wir begleiten hier die Hirschgrund-Truppe durch die Vorweihnachtszeit, bei einer grossen, mehrwöchigen Schnitzeljagd für die ganze Dorfgemeinschaft (sogar mit auswärtigen Teilnehmern) mit einem sensationellen Hauptgewinn, der jedoch mehr Geheimnisse birgt als auf den ersten Blick anzunehmen ist. Und dann blitzt da zwischendurch noch gewissermassen eine Hommage an Arsen und Spitzenhäubchen auf...

Das Buch ist sehr angenehm geschrieben, in einer bildhaften aber dennoch nicht gekünstelten Sprache. Der Aufbau erscheint mir genau passend - nicht zu langatmig, aber auch nicht mit zu grossen Sprüngen, so dass man als Leser gemütlich mitkommt.

Ich empfehle das Buch den Leserinnen und Lesern, die Spass haben an Regio-Krimi-Komödien und ein Buch passend zur Vorweihnachtszeit suchen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Spannend, aber heftig

Der Soldat
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“Der Soldat” ist ein Thriller von Roland Hebesberger, der im Juli 2025 im Empire Verlag erschienen ist. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar auf einer Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.

Der ...

“Der Soldat” ist ein Thriller von Roland Hebesberger, der im Juli 2025 im Empire Verlag erschienen ist. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar auf einer Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.

Der Leser wird gleich zu Beginn mitten in eine ziemlich explizite Gewaltszene hineingezogen, wir haben es offenbar mit einem Rächer und einem Betrüger zu tun. Anlass der Szene wie auch Hintergrund der Personen bleiben jedoch noch im Dunkeln. Einen Tag später lernen wir einige Vertreter des CID - quasi die Kriminalpolizei der US Army - und des Profiler-Teams des BKA kennen. Ein Soldat der Army ist in Deutschland nicht mehr auffindbar - ist er zum Mörder geworden? Etwas widerstrebend arbeiten CID und BKA zusammen und kommen dem Täter allmählich auf die Spur, doch sie haben mit tödlichen Rückschlägen und Irrtümern zu kämpfen.

”Der Soldat” ist ein vielschichtiger, spannender Thriller mit unerwarteten Wendungen und interessanten Charakteren. Besonders gefallen hat mir Tanja, die als Studentin bereits voll in einem anspruchsvollen Polizeijob arbeitet. Aber auch die anderen Hauptpersonen, Jan und Lisa, sind facettenreich dargestellt, und haben sowohl dunkle als auch sympatische Seiten. der Fokus auf Verhaltensanalyse und die Ergänzung der Geschichte mit einer weiteren psychologischen Rahmenhandlung sind sehr interessant.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, das Buch liest sich sehr flüssig, und die Darstellung in eher kurzen Kapiteln ist etwas, das mir zusagt. Weniger gefallen haben mir die teils sehr expliziten Gewaltdarstellungen - hier hätten aus meiner Sicht auch Andeutungen ausgereicht. Leser, die mit gewissen Themen Mühe haben sind gut beraten, die Triggerwarnungen vor der Lektüre zu prüfen.

Offenbar ist “Der Soldat” Teil einer Reihe um die Analysten Jan Theurer und Lisa Seifert - ich habe bisher noch keine Bücher dieser Reihe gelesen, aber ich kann mir gut vorstellen, dies künftig noch zu tun.

Mein Fazit - “Der Soldat” ist ein sehr solider Thriller mit einem Fokus auf psychologische Aspekte und gewissermassen auf den Blick in den Kopf von Opfer und Täter. Aufgrund der teilweise drastischen Darstellungen ist das Buch sicher nicht für Jugendliche geeignet, und auch nicht für in dieser Hinsicht empfindliche Personen.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Drückende Atmosphäre im vermeintlichen Traumhaus

Party of Liars
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"Party of Liars" von Kelsey Cox erscheint in der deutschen Übersetzung von Sabine Schilasky im April 2026 im Lübbe Verlag. Ich habe das Buch auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen ...

"Party of Liars" von Kelsey Cox erscheint in der deutschen Übersetzung von Sabine Schilasky im April 2026 im Lübbe Verlag. Ich habe das Buch auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.



Ein Haus auf einem Hügel über einem kleinen Ort in Texas - verlassen, verfallen, und mit einer schaurigen Vergangenheit - bekommt neues, luxuriöses Leben eingehaucht, wird zu einem Anziehungspunkt und Sehnsuchtsort für viele, die es nur von aussen sehen. Dann finden wir uns wieder auf einer glamourösen Party mitten am Tag - eigentlich ein "Kinder"geburtstag der 16-jährigen Sophie, doch es tummeln sich mehr Erwachsene als Junge, die vielen Menschen bilden eine Art anonyme Masse, die einfach da ist. Der Champagner und die Cocktails fliessen in Strömen, die texanische Sonne brennt, und die Gedanken und das Handeln der Menschen scheinen zwischen Alkohol und Sommerhitze zu zerfliessen.



Erzählt wird die Geschichte aus Sicht verschiedener Personen - hauptsächlich Kim, die geschiedene Mutter von Sophie; Dani, die neue Frau von Sophie's Vater Ethan; Mikayla, Sophie's bester und langjährigster Freundin; und Órlaith, Nanny der kleinen Charlotte, dem Baby von Dani und Ethan. Gelegentlich kommt auch noch die Perspektive einer anderen Person mit dazu. Zu Beginn ist alles sehr unspektakulär - allein weil man als Leser weiss, dass das Buch in ein düsteres Genre gehört, beginnt sich von Anfang an eine Spannung aufzubauen. Phasenweise meint man selbst die texanische Hitze zu spüren, die die Menschen fast wahnsinnig machen kann. Das eigentlich wunderschöne Haus hat eine drückende Präsenz, und bald beginnt man mit den Hauptpersonen zu leiden und zu rätseln, was denn nun noch Fakt und was Einbildung ist.



Das Buch thematisiert ein ernstes Thema - Manipulation, Gaslighting und dergleichen - auf eine beklemmende Art und Weise, und gelangt zu einem für mich nicht lange vorhersehbaren Ende. Die Story ist grundsätzlich wirklich spannend, das Setting ist gut gewählt und beschrieben. Der Grund warum ich dennoch nicht mehr Sterne vergeben mag liegt im Schreibstil: Es werden sehr schnell sehr viele Personen eingeführt, so dass man sehr lange braucht, bis man einigermassen den Überblick hat, wer jetzt wer ist. Das Buch ist hauptsächlich in der 1. Person Präsens geschrieben, was für mich immer etwas von einem Schluaufsatz hat. Die Kapitel sind kurz, und in jedem Kapitel wechselt wieder die Erzählerin und damit die Perspektive. Und dann ist das Buch auch noch durchzogen mit so 1-2-seitigen Minikapiteln mit dem Titel "Danach", die so als Flashes einen Ausblick auf die Situation nach dem grossen Ereignis zeigen - diese Zwischenkapitel empfinde ich als reines Ärgernis, sie teasern etwas an, was aber noch gar keine Rolle spielt. Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder Sprünge in die Vergangenheit; und auch innerhalb des Tages, an dem die Handlung hauptsächlich spielt springt die Erzhählzeit von Kapitel zu Kapitel vor und zurück. Im Mitteilteil des Buches verzettelt sich die Autorin eine zeitlang etwas - da hätte man wohl rund 50 Seiten einsparen können, die nur diese drückende, unwirtliche und oberflächliche Atmosphäre beschreiben, ohne dass etwas massgeblich Neues passieren würde. Das alles macht das Buch leider wirklich schwerfällig zu lesen - sehr schade, denn damit geht ein Teil des Reizes der Handlung einfach verloren.



Insgesamt schwanke ich hier so zwischen 3 und 4 Sternen - das Buch ist als spannender Psychothriller empfehlenswert, ist aber aufgrund der genannten Schwächen im Schreibstil kein Must Read.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Eintauchen in die düstere Welt der Spionage auch nach dem kalten Krieg

Moskau X (CIA-Agentin Artemis Procter, Bd. 2)
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CIA-Agentin Artemis Procter wacht nackt und mit Brummschädel an einem fremden Ort auf - und als sie einem russischen Geheimdienstoffizier gegenübersteht, realisiert sie, dass ihre Zeit als Station Chief ...

CIA-Agentin Artemis Procter wacht nackt und mit Brummschädel an einem fremden Ort auf - und als sie einem russischen Geheimdienstoffizier gegenübersteht, realisiert sie, dass ihre Zeit als Station Chief in Duschanbe zu einem jähen Ende gekommen ist.
Zurück in Langley findet sie eine Spur, die die CIA zu Putins' Banquiers führen kann und setzt die Agenten Max und Sia auf den riskanten Plan an. Der Weg zum Geld soll über Vadim und seine Frau Anna führen - doch was ahnen diese beiden, und was ist ihre eigene Agenda? Schon bald finden sich Sia und Max auf einem Gestüt an einem abgelegenen Ort in Russland wieder, abgeschnitten von Kontakten und Hilfe im Westen, und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Moskau X von David McCloskey, 2025 auf Deutsch im Gutkind Verlag erschienen, ist ein actionreicher, düsterer Spionagethriller, der den Leser mit Gänsehaut zurücklässt. Ich habe das e-Book als Rezensionsexemplar auf einer Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.

Ich bin mir auch einige Zeit nach dem Lesen noch nicht ganz sicher, wie mein Urteil über Moskau X wirklich ausfällt. Auf der einen Seite ist das Buch sehr spannend und gut geschrieben bzw. auch gut übersetzt, und der Autor hat gemäss Angaben im Buch gar selbst einen CIA-Hintergrund, kann wohl also zumindest ein Stück weit in seinen Beschreibungen auf eigene Erfahrungen aufbauen. Auf der anderen Seite ist die Story so dunkel, dass selbst die eigentlich "Guten" nur wenig sympathischer erscheinen als die "Bösen", und beim Lesen nie richtig Lesefreude aufkommt.

Bei den Personen hat mich vorallem Artemis Procter irritiert - offenbar ist sie eine wiederkehrende Person auch aus anderen Büchern, aber eigentlich erscheint sie irgendwie nebensächlich (und zudem auch sehr unangenehm). Zentrale Charaktere sind Max und Sia, und als Leser fragt man sich zwischendurch, wie freiwillig diese beiden ihren Job wirklich machen, oder ob es noch irgendwo heimliche Erpressung dazu gibt?

Die Ereignisse, die sich am Ende geradezu überstürzen, erscheinen teilweise so absurd, dass sie nicht mehr glaubwürdig wirken, aber dann denkt man dennoch "es könnte aber schon so sein, was wissen wir denn über diese Welt?" - das ist sehr clever geschrieben. Insgesamt ein gutes Buch, auch wenn ich nicht restlos davon überzeugt bin.

Ich empfehle dieses Buch allen Fans von actionreichen Spionagethrillern, die kein Problem mit Brutalität und ambivalenten Hauptfiguren haben.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht?

Das kleine Café am Gardasee: Stracciatellaküsse
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"Stracciatellaküsse", erschienen im November 2025 im Empire-Verlag, ist der 4. (und letzte?) Band der "Das kleine Café am Gardasee"-Reihe von Sara Pepe. Ich kenne die übrigen 3 Bände nicht, was aber kein ...

"Stracciatellaküsse", erschienen im November 2025 im Empire-Verlag, ist der 4. (und letzte?) Band der "Das kleine Café am Gardasee"-Reihe von Sara Pepe. Ich kenne die übrigen 3 Bände nicht, was aber kein Problem ist, "Stracciatellaküsse" kann auch ohne Vorgeschichte gelesen werden. Ich habe das Buch auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Die bunt zusammengewürfelte Clique rund um das kleine Café "Il sogno di Limone" durchlebt kurz vor Saisonende eine Reihe von Veränderungen: Gina muss ihr Leben nach einer Trennung neu sortieren, Luna überlässt ihr ihr WG-Zimmer zieht zu ihrem Freund, Elena und Diego planen die Eröffnung eines eigenen Restaurants, und Enzo ordnet alles seiner Karriere als Spitzenkoch unter. Auf Diego's Geburtstagsfeier treffen Gina und Enzo zum ersten Mal aufeinander, und spüren von Anfang an eine starke Verbindung und Anziehung - doch diese erste Begegnung steht unter keinem guten Stern. Es entspinnt sich eine Abfolge von Chancen und Missverständnissen, die keine der involvierten Personen kalt lassen können.

Ich bin mit etwas gemischten Erwartungen an das Buch herangegangen - einerseits mag ich das RomCom-Genre sehr gerne, andererseits verleiden mir aber allzu stereotyp erzählte Geschichten sehr schnell. Und ist nicht die inzwischen endlose Reihe an kleinen Cafés, Buchhandlungen, Cottages, und ähnlichen Gebäuden inzwischen allmählich abgefrühstückt? Nun, die Erfahrung war durchaus positiv. "Stracciatellaküsse" ist eine solide RomCom, die liefert was man erwartet. Das Setting am Gardasee ist schön, fliesst aber nur wenig in die Geschichte ein, im Prinzip könnte die Handlung überall spielen. Die "Kuss-Titel" sind eine hübsche Idee, die auch im Buch selber aufgegriffen wird. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Gina und Enzo ist schön geschrieben, wenn auch vorhersehbar - das gehört aber bei diesem Genre auch mit dazu und stört nicht. Das Zusammenspiel der verschiedenen Personen ist ziemlich schwierig zu durchschauen - wer ist jetzt wessen Schwester, Bruder, Freund, Freundin, Partnerin oder Partner? Ich glaube, das habe ich bis zum Schluss nicht ganz durchschaut.

Ich empfehle das Buch all jenen, die Freude an leichter, moderner und unterhaltsamer RomCom-Lektüre haben. Es ist nicht mein Favorit in dieser Kategorie, aber es erzählt solide eine sympathische Geschichte.

Was mir nicht so gut gefallen hat ist die Darstellung der Gedankenwelt von Gina: Achtung, Spoiler: Als Gina und Enzo sich kennenlernen, zieht Gina aus einer einzelnen Begebenheit sofort einen falschen - wenn auch verständlichen - Schluss, der einen Grossteil des Buches dominiert und zwischen den beiden steht - es ist der Aufhänger für das Spiel zwischen "ich darf das nicht" und "ich will mich ihm nur noch hingeben", welches zum Genre dazugehört. Das Problem ist hier, dass Gina die längste Zeit weder den Elefanten im Raum anspricht, noch dass dem Leser klar wird, worum es geht. Vielmehr wird immer in Andeutungen von diesem dunklen Ereignis gesprochen, das dem Leser aber vorenthalten wird. Dem Leser eine zentrale Information vorzuenthalten ergibt dann Sinn, wenn er sich das Wissen anschliessend gemeinsam mit dem oder den Protagonisten erarbeitet. Diese bedeutungsschwangeren Andeutungen hingegen sind nur langweilig. Leider ist das ein "Stilmittel", das in jüngster Zeit fast überall so eingesetzt wird, meines Erachtens ist das eine falsche Art von Spannungsaufbau (es erinnert an diese kryptischen Facebook-Posts, mit welchen sich Menschen seinerzeit vor ihren Freunden wichtig machen wollten und die nur Insider verstanden haben, in der Art von "Es ist so traurig, wie egoistisch manche Menschen sind" ohne jeglichen Kontext). In der Geschichte hier ist das umso mehr schade, weil das verborgene Thema durchaus wichtig ist und viel mehr Raum verdient hätte. Das hätte man ganz anders spielen können. Auch nicht so ganz überzeugt hat mich die Queerness von Gina: Zu Beginn der Geschichte hat sie eben die Trennung von ihrer Partnerin hinter sich, die sie nach mehreren Jahren verlassen hat. Sie lernt Enzo also frisch getrennt kennen. Hin und wieder scheint ihre nicht festgelegte Orientierung in ihrem schlagfertigen Verhalten durch, was sehr unterhaltsam beschrieben ist. Aber dann verfällt sie Enzo auf so absolut klassische Art und Weise, dass der Eindruck entsteht, ihre Queerness sei eher als Quotenreferenz an den Zeitgeist denn als echter Charakterzug der Hauptdarstellerin in das Buch aufgenommen worden. Auch hier hätte man sicherlich noch mehr rausholen können.

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