Zwischen Kontrolle und Manipulation
Das SignalNachdem Viola Decker beim Einsturz ihres Weinkellers ein Bein verloren hat, steht ihr Leben plötzlich Kopf. An vieles kann sie sich nicht mehr erinnern, doch ihr Ziel ist klar. Sie möchte so schnell wie ...
Nachdem Viola Decker beim Einsturz ihres Weinkellers ein Bein verloren hat, steht ihr Leben plötzlich Kopf. An vieles kann sie sich nicht mehr erinnern, doch ihr Ziel ist klar. Sie möchte so schnell wie möglich wieder selbstständig werden. Während sie mit Krücken das Gehen übt, stellt sie fest, dass diese immer wieder nicht am gewohnten Platz sind. Kurzerhand stattet sie sie mit Trackern aus – und schon bald auch ihren Mann und ihre Pflegerin, um deren Bewegungen im Blick zu behalten.
Zu Beginn des Thrillers war ich überrascht, dass Viola so konsequent an ihrem Mann festhält. Denn eigentlich ist ihr von Anfang an bewusst, dass er nicht vorhat, dauerhaft an ihrer Seite zu bleiben. Für ihn scheint sie nach ihrem Unfall nicht mehr in sein Leben zu passen. Dennoch kehrt sie in das gemeinsame Haus zurück und lässt sich von ihm im Erdgeschoss im Gästezimmer unterbringen. Sein Verhalten ist dabei alles andere als unterstützend: Er sabotiert ihre Genesung und redet ihre Fortschritte klein. Als Leser:in möchte man sie am liebsten wachrütteln, damit sie ihm endlich klare Grenzen setzt.
Gerade dadurch baut sich über weite Strecken eine enorme Spannung auf. Man wartet förmlich auf den Moment, in dem Viola die Kontrolle übernimmt und ihren Mann mit ihren Beobachtungen konfrontiert – und genau das macht den Reiz der Geschichte aus.
Für meinen Geschmack hätte das Ende jedoch noch etwas spektakulärer und dramatischer ausfallen dürfen. Dennoch ein insgesamt sehr gelungener Thriller mit starkem Spannungsaufbau.