Strange Familiars
Seamere College 1. Strange FamiliarsDas Cover:
Das Cover ist charmant, verspielt und macht sofort Lust auf die Geschichte dahinter, man sieht schon auf den ersten Blick, dass hier etwas Leichtes, Magisches und ein bisschen Witziges auf einen ...
Das Cover:
Das Cover ist charmant, verspielt und macht sofort Lust auf die Geschichte dahinter, man sieht schon auf den ersten Blick, dass hier etwas Leichtes, Magisches und ein bisschen Witziges auf einen wartet. Perfekt abgestimmt auf den Ton des Buches.
Meine Meinung:
Keshe Chow kannte ich bisher gar nicht , aber nach Strange Familiars werde ich sie definitiv im Auge behalten. Was mich sofort neugierig gemacht hat: Die Autorin ist nicht nur Bestsellerautorin, sondern auch tatsächlich Katzentierärztin. (Das macht gleich sympathisch) Wer schreibt sonst schon über magische Tierheilkunde mit dieser Selbstverständlichkeit und diesem liebevollen Blick fürs Detail?
Am Seamere College of Magical Veterinary Sciences verbringt Gwendolynne Chan ihre Tage damit, ihre magischen Kräfte einzusetzen, um Begleittiere zu heilen, und ihre Nächte damit, für Prüfungen zu büffeln. Ihr Ziel: Jahrgangsbeste werden. Einziges Problem: Harrisford Briggs, der privilegierte, arrogante Kommilitone, der ihr auf Schritt und Tritt in die Quere kommt. Als plötzlich magische Überschüsse London in Chaos stürzen, Vertraute wild werden und Explosionen für Panik sorgen, müssen die beiden ihren gegenseitigen Widerwillen beiseitelegen und gemeinsam herausfinden, was hinter alldem steckt.
Gwen ist eine Protagonistin, die man sofort versteht. Fleißig, ehrgeizig, mit einem gesunden Maß an Sturheit, das einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ihre Unsicherheiten und blinden Flecken machen sie menschlich und nahbar, und man fiebert wirklich für sie, nicht nur als Teil des Liebespaares, sondern als Person mit eigenen Zielen und Ängsten.
Harrisford ist anfangs genau das, was er zu sein scheint: privilegiert, arrogant, mit einem Vater im Nacken, der nichts weniger als das Beste akzeptiert. Aber natürlich steckt da mehr dahinter und je mehr Gwen von ihm sieht, desto schwerer fällt es ihr, ihn einfach abzustempeln. Die Spannung zwischen den beiden ist durchgehend zum Niederknien, ihre Schlagabtausche witzig und knackig, und die langsame Annäherung fühlt sich absolut verdient an.
Was das Buch wirklich besonders macht, ist die Originalität des Settings. Eine magische Tierheilschule, ein Magiesystem das an Spätstadiums-Kapitalismus erinnert, und Vertraute die buchstäblich das Herzstück der Geschichte sind, das hat man so noch nicht gelesen. Besonderer Dank geht dabei an Percy, den sarkastischen, zynischen, absolut unberechenbaren Kater, der jede Szene in der er auftaucht komplett stiehlt. Percy allein ist schon ein Grund, dieses Buch zu lesen.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Wer auf ausgiebige Tier- und Collegeszenen hofft, wird feststellen, dass die Geschichte schnell die Hochschulmauern verlässt und sich stärker auf die Verschwörung rund um Magecorp konzentriert. Das ist kein schlechter Tausch, aber es war anders als erwartet.
Das Buch ist Band 1 der Seamere-College-Duologie und ich freue mich schon auf das Finale.
Mein Fazit:
Ein frisches, witziges und überraschend tiefgründiges Dark-Academia-Romantasy-Debüt, das mit einem einzigartigen Setting, zwei wunderbaren Hauptcharakteren und einem Kater punktet, der das Zeug zum absoluten Lieblingscharakter hat.