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Veröffentlicht am 22.05.2026

Strange Familiars

Seamere College 1. Strange Familiars
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Das Cover:
Das Cover ist charmant, verspielt und macht sofort Lust auf die Geschichte dahinter, man sieht schon auf den ersten Blick, dass hier etwas Leichtes, Magisches und ein bisschen Witziges auf einen ...

Das Cover:
Das Cover ist charmant, verspielt und macht sofort Lust auf die Geschichte dahinter, man sieht schon auf den ersten Blick, dass hier etwas Leichtes, Magisches und ein bisschen Witziges auf einen wartet. Perfekt abgestimmt auf den Ton des Buches.

Meine Meinung:
Keshe Chow kannte ich bisher gar nicht , aber nach Strange Familiars werde ich sie definitiv im Auge behalten. Was mich sofort neugierig gemacht hat: Die Autorin ist nicht nur Bestsellerautorin, sondern auch tatsächlich Katzentierärztin. (Das macht gleich sympathisch) Wer schreibt sonst schon über magische Tierheilkunde mit dieser Selbstverständlichkeit und diesem liebevollen Blick fürs Detail?

Am Seamere College of Magical Veterinary Sciences verbringt Gwendolynne Chan ihre Tage damit, ihre magischen Kräfte einzusetzen, um Begleittiere zu heilen, und ihre Nächte damit, für Prüfungen zu büffeln. Ihr Ziel: Jahrgangsbeste werden. Einziges Problem: Harrisford Briggs, der privilegierte, arrogante Kommilitone, der ihr auf Schritt und Tritt in die Quere kommt. Als plötzlich magische Überschüsse London in Chaos stürzen, Vertraute wild werden und Explosionen für Panik sorgen, müssen die beiden ihren gegenseitigen Widerwillen beiseitelegen und gemeinsam herausfinden, was hinter alldem steckt.

Gwen ist eine Protagonistin, die man sofort versteht. Fleißig, ehrgeizig, mit einem gesunden Maß an Sturheit, das einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ihre Unsicherheiten und blinden Flecken machen sie menschlich und nahbar, und man fiebert wirklich für sie, nicht nur als Teil des Liebespaares, sondern als Person mit eigenen Zielen und Ängsten.

Harrisford ist anfangs genau das, was er zu sein scheint: privilegiert, arrogant, mit einem Vater im Nacken, der nichts weniger als das Beste akzeptiert. Aber natürlich steckt da mehr dahinter und je mehr Gwen von ihm sieht, desto schwerer fällt es ihr, ihn einfach abzustempeln. Die Spannung zwischen den beiden ist durchgehend zum Niederknien, ihre Schlagabtausche witzig und knackig, und die langsame Annäherung fühlt sich absolut verdient an.

Was das Buch wirklich besonders macht, ist die Originalität des Settings. Eine magische Tierheilschule, ein Magiesystem das an Spätstadiums-Kapitalismus erinnert, und Vertraute die buchstäblich das Herzstück der Geschichte sind, das hat man so noch nicht gelesen. Besonderer Dank geht dabei an Percy, den sarkastischen, zynischen, absolut unberechenbaren Kater, der jede Szene in der er auftaucht komplett stiehlt. Percy allein ist schon ein Grund, dieses Buch zu lesen.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Wer auf ausgiebige Tier- und Collegeszenen hofft, wird feststellen, dass die Geschichte schnell die Hochschulmauern verlässt und sich stärker auf die Verschwörung rund um Magecorp konzentriert. Das ist kein schlechter Tausch, aber es war anders als erwartet.
Das Buch ist Band 1 der Seamere-College-Duologie und ich freue mich schon auf das Finale.

Mein Fazit:
Ein frisches, witziges und überraschend tiefgründiges Dark-Academia-Romantasy-Debüt, das mit einem einzigartigen Setting, zwei wunderbaren Hauptcharakteren und einem Kater punktet, der das Zeug zum absoluten Lieblingscharakter hat.

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Veröffentlicht am 22.05.2026

Kooky Spooky Love

The Girls Ghostbusting Agency – Kooky Spooky Love
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Das Cover:
Verspielt, ein bisschen kitschig, ein bisschen gruselig und dabei trotzdem irgendwie zuckersüß. Das Cover trifft die Stimmung der Reihe eigentlich ziemlich gut: nicht zu ernst, nicht zu düster, ...

Das Cover:
Verspielt, ein bisschen kitschig, ein bisschen gruselig und dabei trotzdem irgendwie zuckersüß. Das Cover trifft die Stimmung der Reihe eigentlich ziemlich gut: nicht zu ernst, nicht zu düster, genau auf der richtigen Seite von "charmant albern". Ich hab direkt gewusst, was mich erwartet, und das ist beim zweiten Band einer Reihe ja eigentlich das Beste, was ein Cover leisten kann.

Meine Meinung:
Josie Silver kenne ich bereits aus Band 1, Crazy Spooky Love, und ich muss sagen, wer diesen ersten Band geliebt hat, wird sich in Kooky Spooky Love sofort wieder zuhause fühlen. Melody Bittersweet ist immer noch sie selbst: chaotisch, herzlich, mit einer Gabe, die ihr das Leben abwechslungsreicher macht als den meisten anderen, und mit einem Liebesleben, das gefühlt genauso unordentlich ist wie jeder ihrer Geisterjäger-Einsätze. Und ich meine das absolut liebevoll.

Diesmal verschlägt es Melody und die Girls Ghostbusting Agency nach Maplemead Castle, wo es geistert wie in einem klassischen Gruselroman. Im Mittelpunkt steht Britannia Lovell, eine Trapezkünstlerin, die vor einem Jahrhundert unter mysteriösen Umständen im großen Ballsaal des Schlosses ums Leben kam und seitdem keine Anstalten macht, weiterzuziehen. War es ein Unfall, oder steckt mehr dahinter? Das ist die Frage, die sich durch den ganzen Roman zieht, und ich fand diesen kleinen Mystery-Einschlag tatsächlich sehr gelungen. Es gibt Josie Silvers Welt eine zusätzliche Ebene, die über reine Paranormal Romance hinausgeht, und macht das Lesen zu einem echten Pageturner-Erlebnis.
Was natürlich bleibt: Leo Dark, Melodys Ex, der leider nach wie vor so aussieht wie er aussieht und dessen Anwesenheit grundsätzlich nichts einfacher macht. Und dann ist da noch Fletcher Gunn, der Journalist, der Melody bereits aus Band 1 kennt und auch in diesem Band wieder eine nicht ganz unwichtige Rolle in ihrem Herz spielt. Das Liebesdreieck, das sich daraus ergibt, ist ehrlich gesagt der Teil, der mich am meisten gefesselt hat, nicht weil es dramatisch überspitzt ist, sondern weil Josie Silver beide Männer so schreibt, dass man Melodys inneren Konflikt wirklich nachvollziehen kann. Das ist gar nicht so selbstverständlich.

Was ich weniger gut fand: Band 2 fühlt sich stellenweise sehr ähnlich an wie Band 1. Gleiche Struktur, ähnliche Dynamik, ähnliche Witze. Das ist nicht unbedingt schlecht, wer den ersten Band mochte, wird das hier auch mögen, aber den Überraschungsmoment, den Crazy Spooky Love noch hatte, gibt es hier nicht mehr in dieser Form. Wer eine wirkliche Weiterentwicklung der Reihe erwartet, könnte sich ein kleines bisschen zu wenig Neuem gegenübersehen.
Und trotzdem, ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, weil Josie Silver einfach eine Wahnsinnsgabe hat, ihre Welt so warm und einladend zu gestalten, dass man gar nicht aufhören will. Melody, Marina, Art und Lestat der Mops sind als Team ein absoluter Spaß, und ich freue mich jetzt schon auf Band 3, der uns offenbar in ein altehrwürdiges Kaufhaus und eine ganz andere Art von Geister-Fall bringen wird.

Mein Fazit
Kooky Spooky Love ist kein Buch, das das Rad neu erfindet, aber es macht genau das, was es verspricht, und zwar mit viel Charme, Humor und einer gehörigen Portion Herz. Für alle, die Crazy Spooky Love geliebt haben und mehr von Melody wollen, ist das hier ein absolutes Muss. Ohne Band 1 würde ich aber nicht einsteigen, zu viel Kontext, zu viel Vorgeschichte, die man einfach braucht, um die Dynamik wirklich zu genießen.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Royal Fake

Royal Fake
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Das Cover:
Ist wieder ein absoluter Hingucker, die Royal-Heist-Reihe macht wirkich einiges richtig in ihrer Schlichtheit und den drei Farben, die wechseln. Man erkennt sofort, dass es zusammengehört.

Meine ...

Das Cover:
Ist wieder ein absoluter Hingucker, die Royal-Heist-Reihe macht wirkich einiges richtig in ihrer Schlichtheit und den drei Farben, die wechseln. Man erkennt sofort, dass es zusammengehört.

Meine Meinung:
Wo wir schon beim zusammengehören waren: Achtung Band zwei (!) Könnte leichte Spoiler zu Band eins enthalten und man muss diesen kennen um Band zwei zu verstehen.
Wer Band 1 nicht kennt, sollte hier definitiv nicht einsteigen. Das ist kein Buch, das man einfach so aus dem Regal greift.

Sechs Monate sind vergangen. Darcy befindet sich am anderen Ende der Welt, ohne Tristan, ohne Plan, ohne ihre Crew und ohne die Gewissheit, ob sie je wieder zurückkommt. Als Tristan plötzlich vor ihr steht, geht es nicht ums Verhaften, sondern um Hilfe: Seine Schwester Matilda soll einen spanischen Prinzen heiraten und Darcy ist die Einzige, die das verhindern kann.

Was folgt, ist ein Ausflug nach Spanien, bei dem Darcy und Tristan nicht nur gegen äußere Gegner kämpfen, sondern auch gegen sich selbst und gegen Gefühle, für die es eigentlich keine Regeln geben darf. Zudem kommt der Druck der Öffentlichkeit und der Monarchie, eine gelungene Mischung.

Darcy ist in diesem Band noch vielschichtiger als zuvor. Man sieht, was die Ereignisse aus Band 1 mit ihr gemacht haben und ihre innere Zerrissenheit zwischen Mission und Gefühlen ist so authentisch geschrieben, dass man manchmal am liebsten selbst in die Geschichte springen würde, um ihr zu sagen, dass sie aufhören soll, sich selbst im Weg zu stehen. Ihre Stärke liegt darin, dass sie trotz allem nie aufgibt, weder ihren Plan noch sich selbst.

Tristan ist und bleibt eine absolute Wucht. Was Band 2 mit seinem Charakter macht, hätte ich so nicht erwartet, man bekommt Seiten von ihm zu sehen, die einem das Herz brechen und versteht ihn auf eine Art, die man im ersten Band noch nicht ahnen konnte. Die Dynamik zwischen ihm und Darcy hat sich verändert, ist tiefer geworden, komplizierter und genau das macht diesen Band so spannend. Die aufgestellten Regeln halten nämlich nicht lange. (Wer hätte es gedacht?)

Was den Band von seinem Vorgänger unterscheidet, ist der Fokus. Während Royal Heist stark vom Heist-Element und dem Kennenlernen der Welt gelebt hat, rückt hier die Beziehung zwischen Darcy und Tristan in den Mittelpunkt. Spanien als Setting, Matildas "Rettung" als roter Faden, aber die echte Geschichte spielt sich zwischen den beiden ab. Das ist anders, aber nicht schlechter, einfach eine bewusste Schwerpunktverlagerung, die funktioniert. Und gegen Ende nimmt die Spannung nochmal so richtig Fahrt auf: Wendungen, Enthüllungen, offene Fragen und ein Cliffhanger, der nach einigen anderen aber fast schon zahm wirkt.
Das Buch ist Band 2 der Royal-Heist-Trilogie und sollte unbedingt nach Band 1 gelesen werden.

Mein Fazit:
Lena Kiefer beweist einmal mehr, warum sie die Queen of Cliffhanger ist. Royal Fake ist emotional, spannend und mitreißend und auch wenn der Fokus diesmal ein anderer ist als in Band 1, verliert die Geschichte dadurch nichts von ihrer Zugkraft. Darcy und Tristan haben mich wieder vollständig in ihren Bann gezogen, und jetzt heißt es warten...

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Masked by Nightfall

Masked by Nightfall
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Das Cover:
Das Cover der Erstauflage mit Motivfarbschnitt ist wirklich ein Hingucker: düster, atmosphärisch und mit dieser dunklen Eleganz, die sofort Lust auf die Geschichte macht zeigt rs eine der prägendesten ...

Das Cover:
Das Cover der Erstauflage mit Motivfarbschnitt ist wirklich ein Hingucker: düster, atmosphärisch und mit dieser dunklen Eleganz, die sofort Lust auf die Geschichte macht zeigt rs eine der prägendesten Szenen des ersten Bandes. Die Last-Shadows-Reihe startet optisch schon mal auf höchstem Niveau, und ich bin gespannt, wie die nächsten Bände das weiterführen.

Meine Meinung:
Gnadenlose Auswahlprüfungen, verbotene Magie und eine Anziehung, die alles zerstören könnte – die Grundidee von Masked by Nightfall hat mich sofort gepackt. Kim Nina Ocker, die ich bisher hauptsächlich aus der Contemporary Romance kenne, betritt mit der Last-Shadows-Reihe das Romantasy-Terrain und das mit einer Selbstverständlichkeit, die man nicht unbedingt erwartet hätte.

Die Geschichte folgt Elodie Havare, die sich freiwillig der gefürchteten Auslese unterwirft, einem erbarmungslosen Trainingslager, das nur die Besten überstehen. Ziel ist es, Schattensoldat am Bruch zu werden, der Grenze zum Reich der gefallenen Götter, wo regelmäßig Menschen spurlos verschwinden. Elodies Plan: unsichtbar bleiben, niemanden an sich heranlassen, ihr Geheimnis um jeden Preis hüten. Was natürlich sofort schiefgeht, als ihr ausgerechnet Jax Elder als Partner zugeteilt wird.

Elodie ist eine Protagonistin, die man sofort versteht. Ihre Motivation ist klar, ihr innerer Kampf zwischen Selbstschutz und den wachsenden Gefühlen für Jax ist authentisch geschrieben, man fiebert wirklich für sie mit. Dass ihr Geheimnis sich für geübte Genreleserinnen schon recht früh andeutet und am Ende nicht ganz die Überraschung ist, die es hätte sein können, ist der einzige kleine Wermutstropfen, das hat den Wow-Effekt etwas abgeschwächt. Aber mal sehen, das ist ja erst der Anfang.

Jax ist genau das, was man sich von einem männlichen Hauptcharakter in diesem Setting wünscht: gefährlich, faszinierend und mit einer Tiefe, die sich erst langsam erschließt. Er fällt zuerst für sie und das merkt man in jedem seiner Momente mit Elodie. Die Dynamik zwischen den beiden entwickelt sich organisch, von gegenseitigem Misstrauen über erzwungene Zusammenarbeit bis zu einer Anziehung, die sich beide partout nicht eingestehen wollen. Das funktioniert wirklich gut.
Was das Buch besonders macht, ist das Worldbuilding rund um den Bruch und die gefallenen Götter, das hat Potenzial für eine epische Reihe, und man spürt, dass die Autorin hier eine große Geschichte plant.
Vier Bände bedeuten viel Raum für Entwicklung, und Band 1 legt das Fundament solide. Der Schreibstil ist flüssig und emotional, wie man es von ihr gewohnt ist, und die Spannung bleibt durchgehend hoch.

Das Buch ist Band 1 der vierteiligen Last-Shadows-Reihe und endet mit offenem Ausblick, da kommt also noch einiges auf uns zu und ich kann es kaum erwarten.

Mein Fazit:
Ein starker Auftakt einer Reihe, die viel verspricht. Elodie und Jax sind ein Duo, dem man gerne beim Aufeinanderzugehen zuschaut, die Welt ist atmosphärisch und mit viel Liebe zum Detail erschaffen und das Setting macht neugierig auf das, was noch kommt. Wer auf verbotene Magie, gefährliche Ausbildung und eine Slow-Burn-Romance steht, bei der er zuerst fällt, ist hier genau richtig. Vier Sterne und ich freue mich auf Band 2!

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Phönixkrone

Phönixkrone
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Das Cover:
Das Cover hat diese warme, epische Energie, die sofort nach High Fantasy schreit, die Phönix-Motive sind wunderschön umgesetzt und machen neugierig auf die Geschichte dahinter. Ein Buch, das ...

Das Cover:
Das Cover hat diese warme, epische Energie, die sofort nach High Fantasy schreit, die Phönix-Motive sind wunderschön umgesetzt und machen neugierig auf die Geschichte dahinter. Ein Buch, das man sofort wahrnimmt. Sehr stimmig.

Meine Meinung:
Tödliche Prüfungen, ein Phönix als Ziel und eine Frau, die in einem Wettbewerb antritt, der eigentlich nicht für sie gedacht ist... die Grundidee von Phönixkrone hat mich sofort gepackt. Und S. L. Crest liefert hier etwas, das sich wohltuend anders anfühlt als viele aktuelle Romantasy-Titel: ein Buch, das bewusst mit Genre-Konventionen bricht und dadurch überrascht.

Die Geschichte folgt Alissa, einer jungen Heilerin, die am Prinzenkampf teilnimmt, einem gefährlichen Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer in die Berge aufsteigen müssen, um einen legendären Phönix zu bändigen und damit Anspruch auf die Krone zu erheben. Als Frau unter lauter misstrauischen Männern hat sie es von Anfang an schwerer als alle anderen. Die einzige Ausnahme ist Nardul, ein geheimnisvoller Adliger, der ihr ein Bündnis anbietet. Was zunächst wie ein Zweckbündnis aussieht, entwickelt sich auf dem gemeinsamen Weg langsam zu etwas mehr, aber die Geschichte nimmt sich dabei richtig viel Zeit und das ist hier ausdrücklich als Lob gemeint.

Alissa ist eine Protagonistin, die man sofort respektiert. Sie kämpft nicht mit übernatürlichen Kräften oder besonderer Magie, sondern mit Köpfchen, Ausdauer und einem Willen, der sich von niemandem brechen lässt. Ihre Entwicklung über den Verlauf der Prüfungen ist glaubwürdig und macht Freude, man sieht ihr an, wie sie an jeder Herausforderung wächst, ohne dabei ihre Verletzlichkeit zu verlieren.
Nardul ist anfangs schwer einzuschätzen, und das ist absolut gewollt. Geheimnisvoll, mit einer Vergangenheit die sich nur langsam enthüllt ist er ist (k)ein klassischer Romantasy-Held, der von Anfang an für einen schwärmt. Die Annäherung zwischen ihm und Alissa entwickelt sich über Vertrauen und Freundschaft, bevor überhaupt von Gefühlen die Rede sein kann. Wer auf schnelle Romance hofft, wird hier auf eine harte Geduldsprobe gestellt, wer sich darauf einlässt, bekommt dafür eine Dynamik, die sich wirklich verdient anfühlt.

Was das Buch besonders macht, ist genau diese Bereitschaft, gegen den Strom zu schwimmen. Es ist in der dritten Person geschrieben, was im Genre inzwischen eher selten ist und lässt die Romantik bewusst im Hintergrund zugunsten von Charakterentwicklung, Prüfungen und einem Worldbuilding, das Schritt für Schritt aufgebaut wird. Der Twist am Ende hat mich wirklich kalt erwischt. Einziger kleiner Wermutstropfen: Der Hintergrund der Welt und das Magiesystem bleiben etwas schwammig und hätten gerne etwas mehr Tiefe haben dürfen. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden.

Mein Fazit:
Eine High Fantasy, die sich traut, anders zu sein, keine überstürzte Romance, keine Klischee-Heldin, dafür facettenreiche Charaktere, spannende Prüfungen und ein Ende, das einen mit offenem Mund zurücklässt. Wer Geduld mitbringt und auf echte Charakterentwicklung steht, wird hier belohnt. Ich bin sehr gespannt auf Band 2!

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