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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.12.2018

Überraschendes Ende

MI-SIX: Operation Bernsteinzimmer
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Um es vorweg zu nehmen: die Idee, wo das Bernsteinzimmer letztendlich gelandet ist, ist gut und witzig. Die Einteilung des Buches in ganz kurz gehaltene Situationsbeschreibungen an ganz unterschiedlichen ...

Um es vorweg zu nehmen: die Idee, wo das Bernsteinzimmer letztendlich gelandet ist, ist gut und witzig. Die Einteilung des Buches in ganz kurz gehaltene Situationsbeschreibungen an ganz unterschiedlichen Orten und mit sehr unterschiedlich motivierten Personen, lädt zu kurzweiligem Lesen. Der Titel ist insofern etwas irreführend, als im Verlaufe des Buches der Geheimdienst und selbst das Bernsteinzimmer immer wieder in den Hintergrund rücken. Der Geheimdienst kommt eigentlich nur zu Beginn und dann am Schluss wieder vor, das Bernsteinzimmer zwar immer wieder, aber nicht wirklich durchgängig, denn eigentlich verliert sich das Buch ein wenig in der sehr ausführlichen Kriegsbeschreibung und den Motivationen der dort handelnden Personen. Der Schluss ist "versöhnlich" und auch witzig ausgedacht. Letztendlich auch ein Pageturner, obwohl das ständige Kunstverschieben etwas undurchsichtig und zum Schluss kaum nachzuvollziehen ist. Aber das macht dann ja auch den Schluss des Buches aus.

Veröffentlicht am 01.08.2018

Verwirrspiel

Totenbauer
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Vor dem Hintergrund der Aufarbeitung des eigenen Familiendramas mit dem Tod von Tenbrinks Ehefrau treten der Mordfall - und die Folgemorde -, die diesem Krimi zugrundeliegen, fast in den Hintergrund. Denn ...

Vor dem Hintergrund der Aufarbeitung des eigenen Familiendramas mit dem Tod von Tenbrinks Ehefrau treten der Mordfall - und die Folgemorde -, die diesem Krimi zugrundeliegen, fast in den Hintergrund. Denn die Aussetzer, Gedächtnislücken und schließlich wiedergefundenen Erinnerungen führen zu schrecklichen Erkenntnissen. Ansonsten müsste die Geschichte unter der Überschrift stehen: Wenn Du doch nicht geschwiegen hättest. Denn dass jeder jedem irgendetwas verschweigt, führt letztlich zu den Ereignissen, die viele der hier Handelnden in den Abgrund stoßen. Und selbst die Ermittler führen sich gegenseitig in die Irre, da sie zwischendurch immer etwas nicht erzählen, verschweigen oder die Nachricht über Erkenntisse verschieben, so dass man mittendrin aneinander vorbei ermittelt. Aber trotz einiger Wirrungen bleibt es spannend bis zum Schluss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Figuren
  • Spannung
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.04.2018

Unheimlich

Nachtparade
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Eine neue Seuche, der ganze Dörfer, Städte, Landstriche zum Opfer fallen. Ein Vater auf der Flucht, der sein Kind anlügt, weil er ihm die grausige Wahrheit nicht zumuten will. Die Frau tot. Die Umstände, ...

Eine neue Seuche, der ganze Dörfer, Städte, Landstriche zum Opfer fallen. Ein Vater auf der Flucht, der sein Kind anlügt, weil er ihm die grausige Wahrheit nicht zumuten will. Die Frau tot. Die Umstände, die zum Tod führen, erschließen sich nur allmählich. Ein Kind, das unheimliche Fähigkeiten entwickelt, die sich im Verlauf der nervenzerrenden Flucht weiter entwickeln und immer mysteriöser werden. Ein sterbender Vater, der sich erst ganz zum Schluss seine Krankheit eingesteht. Dazwischen immer wieder verstörende Aufenblicke, in denen man nicht weiß, was Halluzination, Lüge, Halbwahrheit oder Wahrheit ist.
Durch die Rückblicke vom Jetzt auf Ereignisse, die Jahre, Monate, Wochen und schließlich nur noch Tage zurückliegen, wird der Leser ganz allmählich in die Geschichte hineingezogen. So wird ein Spannungsbogen bis zum Schluss aufgebaut. So gut die Geschichte geschrieben ist, durch die Art, wie die Menschen schließlich sterben, die Art, wie mit Quarantänen, Evakuierungen, Beobachtungen und Verfolgungen umgegangen wird, wird es dem Leser zunehmend mulmig. Auch das offene Ende der Geschichte, hinterlässt ein ungutes Gefühl. Das ist insofern schade, als man das Buch dennoch von vorne bis hinten in einem Rutsch durchlesen konnte. Mein Fazit daher: Ja gerne mehr von diesem Autor, aber keine Fortsetzung dieser Geschichte.

Veröffentlicht am 03.05.2026

Treffender Titel

Liars all around me
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Ein bisschen viel der problematischen Themen für einen YA Roman vielleicht. Und das ist dieses Buch, obwohl das nirgends erwähnt wird. Eine etwas ausschweifende Geschichte um die 17jährige Avery, die einen ...

Ein bisschen viel der problematischen Themen für einen YA Roman vielleicht. Und das ist dieses Buch, obwohl das nirgends erwähnt wird. Eine etwas ausschweifende Geschichte um die 17jährige Avery, die einen 18jährigen Mitschüler, der als schwarzes Schaf der Schule gilt, um die Beschaffung einer Pistole bittet, was dieser ablehnt, weil er es schlicht nicht kann. Als wenige Zeit darauf eine Mitschülerin erschossen aufgefunden wird, glaubt dieser Mitschüler, Ryle, dass Avery das getan hat, schließlich hat sie ihn gebeten, eine Pistole zu besorgen und die getötete Shila galt als Averys Konkurrentin um den Platz der Jahrgangsbesten. In den Kreisen der Reichen, Machtvollen und Auf-Andere-Herabsehenden, zu denen beide Schülerinnen gehören, ist dies ein mörderischer Kampf. Ryle, das „Schwarze Schaf“, droht ihr damit, zur Polizei zu gehen. Nur mühsam kann sie ihn davon überzeugen, ihr etwas Zeit zu geben, um ihre Unschuld zu beweisen. In der schwierigen, aussichtslos erscheinenden, Suche nach Verdächtigen mit erkennbaren Motiven, ohne Alibi, die von Averys Freundin Micah eng begleitet wird, enthüllen sich die tragischen Hintergründe, sowohl in Ryles, als auch Averys Leben. Aus wechselnder Sicht geschrieben, behält die Geschichte Präsenz, eine gewisse Spannung und bestätigt das Zutreffen des Titels.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2026

Beklemmend

Unter dem Strand
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Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine ...

Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine Gedenkfeier, mehr oder minder beachtet. Aber dies ist eben ein Jubiläum und daher ist Platz für einen kleinen Artikel. Und eigentlich hat Cay auch so gar keine Lust auf diesen Auftrag, aber sie ist chronisch pleite, von daher ... Vor Ort allerdings stolpert sie über die Leiche einer jungen Frau, Sie meldet dies bei der Polizei, die sie anweist, bei der Leiche bis zum Eintreffen der Polizei zu warten. Was sie ursprünglich auch vorhat, es sich dann aber anders überlegt. Flugs macht sie ein paar Fotos der Leiche (sie weiß, dass das nicht richtig ist) und verlässt den Ort des Geschehens, um die Fotos, schließlich bringt das Geld, zu verkaufen, die auch alsbald in einem Online-Dienst erscheinen. Von da an steht ihr Leben auf dem Kopf. Bei ihr wird eingebrochen, die Kamera gestohlen, sie wird um eine geliehen zweite Kamera gebracht, fühlt sich zunehmend beobachtet und die Einbrüche bei ihr häufen sich. Sie beginnt im Umfeld der Toten zu forschen und geht auch Gerüchten nach, wonach es sich damals beim Untergang der Cap Arkona und weiterer Schiffe um ein Massaker gehandelt haben soll, wobei Tausende Kriegsgefangenen und Häftlingen des Konzentrationslagers Stutthof zu Tode gekommen sein sollen. Bloß stößt sie in der Umgebung auf eine Mauer des Schweigens, davon will niemand etwas wissen. Je stärker sie forscht, umso ungesunder wird ihr Leben, um es mal vorsichtig zu formulieren. Diese unglaubliche Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Aus der von Leon, einem Insassen des Lagers, der von Cay, aber auch von der Toten und weiteren zentralen Personen in diesem Kriegsdrama. Dadurch bleibt die Geschichte spannend und lebendig und macht betroffen ob der Zu- und Umstände und des Grades des Wegsehens und Verdrängens, was teils schon sarkastisch dargestellt wird. Was die Geschichte leider ein wenig herunterzieht, ist die Person der Cay, die extrem phlegmatisch und wenig empathisch erscheint. Sie scheint selbst ein Trauma mit sich zu schleppen, nutzt dabei andere aber extrem aus. Sie geht sehr naiv und unprofessionell an ihre Recherche. Ihre Selbstreflextionen machen die Geschichte langatmig, was ihr nicht gut tut. Das Wort prokastinieren wird ein wenig zu häufig bemüht. Und am Schluss hat man den Eindruck, dass die Geschichte nicht wirklich auserzählt ist, trotz der Seitenzahl von 588 im E-Book.

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