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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2019

Treffend

Herzenssache
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Herzenssache trifft es als Titel ziemlich genau, im wörtlichen wie übertragenen Sinn. Dass es eine so junge Frau so heftig treffen muss, ist furchtbar. Die Umgangsweise der Ärzte - sehr zögerlich, sehr ...

Herzenssache trifft es als Titel ziemlich genau, im wörtlichen wie übertragenen Sinn. Dass es eine so junge Frau so heftig treffen muss, ist furchtbar. Die Umgangsweise der Ärzte - sehr zögerlich, sehr unbestimmt, sehr ausweichend - sowie der Freunde und Verwandten von Nicki und Christian - sehr ausweichend, teils unbekümmert, teils die Situation verneinend oder schlicht nicht erreichbar - wirkt bisweilen befremdlich. Die Protagonisten sind etwas ambivalent und das Ende dieses 1. Teils etwas plötzlich. Genug Spannung für den nächsten Teil ist aber allemal aufgebaut. Die teilweise Zerrissenheit - insbesondere von Christian - ist überzeugend dargestellt.

Veröffentlicht am 02.02.2019

Beängstigend real

Der Patriot
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"... auch wenn man höllisch aufpassen muss, wen man als bösen und wen als guten Menschen bezeichnet. Das ist nicht so einfach. ... Wenn man anderen wehtun muss, ... tut man alles, um sich selbst davon ...

"... auch wenn man höllisch aufpassen muss, wen man als bösen und wen als guten Menschen bezeichnet. Das ist nicht so einfach. ... Wenn man anderen wehtun muss, ... tut man alles, um sich selbst davon zu überzeugen, dass man ehrenwerte Gründe dafür hat. Aber das ist nur selten der Fall." Diese Zitate - relativ spät im Buch - beschreiben recht treffend worum es in diesem erschreckend realitätsnahen Buch geht. Wer hat Recht, wer Unrecht? Von wo und wem geht welche Bedrohung aus? Schwarz-Weiß-Malerei auf allen Seiten. Es gibt keine Zwischentöne und wer welche äußert oder Zweifel hegt, wird in die eine oder andere Ecke gestellt und dort abgestempelt. "Der Plot fühlt sich erschreckend real an. Ein unglaublich spannender Thriller", wird Expressen auf dem Klappentext zitiert. Kann man so unterschreiben. Man muss aber auch feststellen, dass die Darstellung aus sehr einseitiger Sicht geschrieben ist. Der Titel erschließt sich nicht. Weder aus Sicht des "Kopfes" der Täter, noch aus der Betrachtung der Figur des August, der viel zu lange in seinem chilenischen Fluchtort verweilt, ehe er in den schwedischen Schauplatz eingebunden wird. Viel zu dubios übrigens mit seiner kriminellen Vergangenheit und ebensolcher in der chilenischen Gegenwart. Tatsächlich ein Plot, dass er ausgerechnet an den Waffen stirbt, die er bzw. sein dortiger "Arbeitgeber" in Chile zuvor eben diesen Extremisten ausgehändigt haben, die er nun in Schweden zur Strecke bringen will. Durchaus aus Egoismus, geht es doch ausschließlich um seine wiedergefundene Liebe von damals. Die anderen sind ihm schlicht egal. Also kein Patriotismus. Definitiv nicht. Ein Buch, das in der Tat höchst spannend geschrieben ist, das polarisiert und zur Diskussion anregen sollte.

Veröffentlicht am 25.12.2018

Überraschendes Ende

MI-SIX: Operation Bernsteinzimmer
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Um es vorweg zu nehmen: die Idee, wo das Bernsteinzimmer letztendlich gelandet ist, ist gut und witzig. Die Einteilung des Buches in ganz kurz gehaltene Situationsbeschreibungen an ganz unterschiedlichen ...

Um es vorweg zu nehmen: die Idee, wo das Bernsteinzimmer letztendlich gelandet ist, ist gut und witzig. Die Einteilung des Buches in ganz kurz gehaltene Situationsbeschreibungen an ganz unterschiedlichen Orten und mit sehr unterschiedlich motivierten Personen, lädt zu kurzweiligem Lesen. Der Titel ist insofern etwas irreführend, als im Verlaufe des Buches der Geheimdienst und selbst das Bernsteinzimmer immer wieder in den Hintergrund rücken. Der Geheimdienst kommt eigentlich nur zu Beginn und dann am Schluss wieder vor, das Bernsteinzimmer zwar immer wieder, aber nicht wirklich durchgängig, denn eigentlich verliert sich das Buch ein wenig in der sehr ausführlichen Kriegsbeschreibung und den Motivationen der dort handelnden Personen. Der Schluss ist "versöhnlich" und auch witzig ausgedacht. Letztendlich auch ein Pageturner, obwohl das ständige Kunstverschieben etwas undurchsichtig und zum Schluss kaum nachzuvollziehen ist. Aber das macht dann ja auch den Schluss des Buches aus.

Veröffentlicht am 01.08.2018

Verwirrspiel

Totenbauer
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Vor dem Hintergrund der Aufarbeitung des eigenen Familiendramas mit dem Tod von Tenbrinks Ehefrau treten der Mordfall - und die Folgemorde -, die diesem Krimi zugrundeliegen, fast in den Hintergrund. Denn ...

Vor dem Hintergrund der Aufarbeitung des eigenen Familiendramas mit dem Tod von Tenbrinks Ehefrau treten der Mordfall - und die Folgemorde -, die diesem Krimi zugrundeliegen, fast in den Hintergrund. Denn die Aussetzer, Gedächtnislücken und schließlich wiedergefundenen Erinnerungen führen zu schrecklichen Erkenntnissen. Ansonsten müsste die Geschichte unter der Überschrift stehen: Wenn Du doch nicht geschwiegen hättest. Denn dass jeder jedem irgendetwas verschweigt, führt letztlich zu den Ereignissen, die viele der hier Handelnden in den Abgrund stoßen. Und selbst die Ermittler führen sich gegenseitig in die Irre, da sie zwischendurch immer etwas nicht erzählen, verschweigen oder die Nachricht über Erkenntisse verschieben, so dass man mittendrin aneinander vorbei ermittelt. Aber trotz einiger Wirrungen bleibt es spannend bis zum Schluss.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Figuren
  • Spannung
  • Handlung
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.04.2018

Unheimlich

Nachtparade
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Eine neue Seuche, der ganze Dörfer, Städte, Landstriche zum Opfer fallen. Ein Vater auf der Flucht, der sein Kind anlügt, weil er ihm die grausige Wahrheit nicht zumuten will. Die Frau tot. Die Umstände, ...

Eine neue Seuche, der ganze Dörfer, Städte, Landstriche zum Opfer fallen. Ein Vater auf der Flucht, der sein Kind anlügt, weil er ihm die grausige Wahrheit nicht zumuten will. Die Frau tot. Die Umstände, die zum Tod führen, erschließen sich nur allmählich. Ein Kind, das unheimliche Fähigkeiten entwickelt, die sich im Verlauf der nervenzerrenden Flucht weiter entwickeln und immer mysteriöser werden. Ein sterbender Vater, der sich erst ganz zum Schluss seine Krankheit eingesteht. Dazwischen immer wieder verstörende Aufenblicke, in denen man nicht weiß, was Halluzination, Lüge, Halbwahrheit oder Wahrheit ist.
Durch die Rückblicke vom Jetzt auf Ereignisse, die Jahre, Monate, Wochen und schließlich nur noch Tage zurückliegen, wird der Leser ganz allmählich in die Geschichte hineingezogen. So wird ein Spannungsbogen bis zum Schluss aufgebaut. So gut die Geschichte geschrieben ist, durch die Art, wie die Menschen schließlich sterben, die Art, wie mit Quarantänen, Evakuierungen, Beobachtungen und Verfolgungen umgegangen wird, wird es dem Leser zunehmend mulmig. Auch das offene Ende der Geschichte, hinterlässt ein ungutes Gefühl. Das ist insofern schade, als man das Buch dennoch von vorne bis hinten in einem Rutsch durchlesen konnte. Mein Fazit daher: Ja gerne mehr von diesem Autor, aber keine Fortsetzung dieser Geschichte.