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Veröffentlicht am 28.05.2026

Lug und Trug in Mayfair

Die Queen von Mayfair
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𝘔𝘢𝘺𝘧𝘢𝘪𝘳 𝘏𝘰𝘶𝘴𝘦 war letztes Jahr eines meiner 5 Sterne Bücher. Die Epoche, der Schauplatz, die Idee – Das alles hat meinen Geschmack perfekt getroffen. Um so erfreuter war ich, als ich bei @vorablesen jetzt ...

𝘔𝘢𝘺𝘧𝘢𝘪𝘳 𝘏𝘰𝘶𝘴𝘦 war letztes Jahr eines meiner 5 Sterne Bücher. Die Epoche, der Schauplatz, die Idee – Das alles hat meinen Geschmack perfekt getroffen. Um so erfreuter war ich, als ich bei @vorablesen jetzt den unabhängigen Nachfolger 𝐃𝐢𝐞 𝐐𝐮𝐞𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐌𝐚𝐲𝐟𝐚𝐢𝐫 entdeckte und ein Exemplar für mich gewinnen konnte. Vielen Dank dafür!

Auch dieses mal geht es wieder um Lug und Betrug in den gut betuchten Kreisen von Mayfair. Allerdings wird dieses mal kein Haus ausgeraubt, sondern ein reicher Erbe um sein Vermögen gebracht. So zumindest der Plan, den sich Quinn gesetzt hat. Sie ist die aktuelle Queen einer ganzen Ahnenreihe von Betrügerinnen. Mit einem 5 Punkte Plan, umsetzbar in 5 Tagen, soll das große Geld gemacht werden. Da hat sie allerdings die Rechnung ohne eine geheimnisvolle Widersacherin gemacht, welche den Coup zum Einsturz bringen könnte. Und nicht nur den…

Ich bin richtig gerne wieder in die Welt von Mayfair eingetaucht. Die Geschichte spielt 1898 und entführt gekonnt in die Welt der reichen Oberklasse und der gerissenen Unterwelt. Intrigante Rollenspiele, fantasievolle Verkleidungen und vorteilhafte Allianzen – Betrügerin im viktorianischen London zu sein, klingt hier echt verlockend. Aber auch stressig und gefährlich.

Schon wie beim Vorgänger stellt sich die Protagonistin einer schier unmöglich zu erfüllenden Aufgabe. Einen stinkreichen Junggesellen für sich gewinnen und heiraten, alles in 5 Tagen. Wie soll das bitte gehen? Doch am Ende geht alles auf. Zugegeben, vor allem dank glücklicher Zufälle und Umstände, wie es sie nur in Romanen gibt.

Dazu gab es noch einen grandiosen Twist, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte. Man sucht als Leser zwar den Gegenspieler von Quinn unter den anderen Figuren, aber erst kurz vor Schluss ging mir dann ein Licht auf. Eine tolle Überraschung!

Auch das Ende konnte wieder überzeugen, denn trotz Gaunereien sind alle Beteiligten, naja...zumindest nicht unglücklich.

Ich hoffe wirklich, dass noch weitere Romane in den Stil folgen, denn ich kann einfach nicht genug von ihnen bekommen.

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Raus aus dem Trott des Lebens

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Zwischen Fantasy und Spukhaus muss es auch mal was bodenständiges sein. Ich weiß nicht genau was mich dazu bewogen hat auf das Buch zu klicken. Vielleicht das hübsche pastellige Cover, von denen es gerade ...

Zwischen Fantasy und Spukhaus muss es auch mal was bodenständiges sein. Ich weiß nicht genau was mich dazu bewogen hat auf das Buch zu klicken. Vielleicht das hübsche pastellige Cover, von denen es gerade so viele gibt. Oder der Titel, denn ich guck gern aus dem Fenster, wenn mir alles zu viel wird. Sophie wird auch gerade alles zu viel, doch sie geht noch einen Schritt weiter.

Immer den Anforderungen anderer genügen. Immer das machen, was richtig ist. Aber was will Sophie eigentlich wirklich? Vorerst aus dem Hamsterrad ausbrechen. Mit einem Klick kauft sie für 3.000 € ein heruntergekommenes Haus in Ostdeutschland, packt ihre wenigen Sachen und macht sich direkt auf den Weg zum neuen Eigenheim. Dabei stürzen sowohl positive als auch negative Überraschungen auf sie ein. Sophie beschließt erst einmal einen Schritt nach dem anderen zu tun und sich die Frage zu stellen, was im Leben wirklich zählt.

Ach, ein wundervolles Buch.

Kein klassisches Happy End, keine großen Katastrophen, keine obligatorische Romanze. Eine ungekünstelte Geschichte mit dem Motto „Nicht so viel denken. Machen!“.

Sophie ist eine sehr gelassene und spontane Protagonistin, deren innere Monologe so voller Humor und so angenehm zu lesen sind. Wahrscheinlich müsste man es öfters mal genauso machen wie sie, aber ich habe gerade am Anfang mehr als einmal die Hände über den Kopf zusammengeschlagen bei all den unbedachten Entscheidungen und deren Konsequenzen.

Aber je länger man liest, desto mehr wünscht man sich, dass Sophie nicht aufgibt und weiter den Traum vom idyllischen und einfachen Leben in der Pampa frönt, für das man selbst nicht mutig genug ist. Man nimmt sich vor, in Zukunft wieder mehr auf die kleinen Wunder des Alltags zu achten, das Handy wegzulegen und in den Himmel zu schauen.

Das Ende ist für manch einen vielleicht etwas enttäuschend, aber ein guter Spagat zwischen Herz und Hirn. Ein realistisches Ende, das man nicht von vielen Romanen kennt.

Es ist ein Buch das einen von Sommer und Freiheit träumen lässt. Eines der besten Bücher in diesem noch jungen Jahr. Vielleicht sogar des ganzen Jahres?

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Veröffentlicht am 10.03.2026

The other Austen Girl

Miss Austen
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Achtung, bei der schönen Schmuckausgabe zu 𝐌𝐢𝐬𝐬 𝐀𝐮𝐬𝐭𝐞𝐧 handelt es sich diesmal nicht um einen alten Klassiker, sondern um einen teils fiktiven Roman von 2021. Trotzdem ist die Geschichte ganz im alten ...

Achtung, bei der schönen Schmuckausgabe zu 𝐌𝐢𝐬𝐬 𝐀𝐮𝐬𝐭𝐞𝐧 handelt es sich diesmal nicht um einen alten Klassiker, sondern um einen teils fiktiven Roman von 2021. Trotzdem ist die Geschichte ganz im alten Stil, aber sehr viel einfacher geschrieben als die Romane der allseits bekannten Autorin Jane Austen. Die spielt hier natürlich eine Rolle. Hauptprotagonistin ist allerdings ihre Schwester Cassandra und die hat eine wichtige Mission zu erfüllen.

1840: Cassandra Austen sieht dem Ende ihres Lebens entgegen. Doch eine Sache gibt es noch zu erledigen. Als der Hausstand der befreundeten Fowles aufgelöst wird, drohen private Korrespondenzen in Umlauf zu geraten. Cassandra ist es als Hüterin des Erbes ihrer Schwester wichtig, dass diese Briefe nicht in die Hände der neugierigen Verwandtschaft geraten. Cassandra reißt nach Kintbury und damit auch in die eigene Vergangenheit.

Ich habe das Buch so so gern gelesen!
Es fängt die Essenz eines Jane Austen Romans perfekt ein und macht dabei doch vieles anders.
Zwar gibt es am Ende, ganz typisch, ein glückliches Paar das zueinander findet, aber der Hauptaugenmerk liegt ganz woanders.

Sowohl Jane als auch Cassandra heirateten nie, wenngleich beide mal kurz davor waren. Wie die beiden wirklich zur Ehe standen, können wir nur spekulieren. Dieser Roman widmet sich vor allem Cassandras Einstellung dazu, welche ihren Verlobten durch Gelbfieber verlor. Wir erleben ihre Zerrissenheit. Die Vorfreude auf Ehe und Kinder, einen eigenen Haushalt. Aber auch die drohende Entfernung zur geliebten Familie und die gar nicht romantischen Seiten einer Beziehung.

Wir lernen die Austens als fröhliche Familie kennen, die aber auch Rückschläge verkraften muss. Dabei sticht besonders Cassandra als Fels in der Brandung hervor. Trotz vieler Zweifel, war diese letztlich sehr zufrieden mit ihrem unverheirateten Dasein. Glück kann man auch weitab von Ehe und Kindern finden. Sehr inspirierend, auch noch in der heutigen Zeit.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die echte Cassandra genauso gewesen ist. Eine großartige Schwester und Romanheldin.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Das Leben ist schön...er mit Katzen

Die Magnolienkatzen
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Bei meinem letzten Bibliotheksbummel konnte ich einfach kein passendes Buchen finden, aber ohne wollte ich auch nicht gehen. Kurz entschlossen griff ich zu 𝐃𝐢𝐞 𝐌𝐚𝐠𝐧𝐨𝐥𝐢𝐞𝐧𝐤𝐚𝐭𝐳𝐞𝐧.

Das hatte ich mal auf meiner ...

Bei meinem letzten Bibliotheksbummel konnte ich einfach kein passendes Buchen finden, aber ohne wollte ich auch nicht gehen. Kurz entschlossen griff ich zu 𝐃𝐢𝐞 𝐌𝐚𝐠𝐧𝐨𝐥𝐢𝐞𝐧𝐤𝐚𝐭𝐳𝐞𝐧.

Das hatte ich mal auf meiner Wunschliste, es dann aber wieder entfernt, weil Tiergeschichten oft traurig enden. Da meine Katze aber auch immer älter wird und mich das Thema nun häufiger beschäftigt, dachte ich mir, das Buch gibt mir da vielleicht etwas Kraft.

„Die Magnolienkatzen“ ist eigentlich kein Roman. Es ist die Geschichte der Autorin Noriko Morishita und wie diese zu Katzen kam.
Es ist aber auch die rührende Geschichte der Katzenmutter Mimi, die ihre fünf Kätzchen am Stamm eines gefällten Magnolienbaums vor dem Haus der Morishitas zur Welt bringt.
Mutter und Tochter sind zunächst nicht begeistert, wollen keine Verantwortung übernehmen, können dann aber doch nicht mit ansehen, wie die kleine Familie dem strömenden Regen ausgesetzt ist.

Mit Hilfe eines Netzwerks von Kollegen, Freunden und Verwandten, die allesamt vernarrt in Katzen sind, werden die Kätzchen liebevoll großgezogen, bis jede von ihnen ein neues Zuhause gefunden hat. Sogar bei den Morishitas…

Ein klassischer Fall von „Du magst keine Katzen? Dann hattest du noch keine.“
Ich habe es geliebt davon zu lesen, wie Noriko und ihre Mutter immer mehr zu Katzenfans avancierten. Wie ihnen die ganzen liebenswerten Eigenheiten bewusst werden, die man als langjähriger Katzenbesitzer längst kennt.
Auch die Katzengeschichten aus dem Umfeld zaubern immer wieder Lächeln und Tränen ins Gesicht.

Abgesehen davon mochte ich auch den Einblick in das Leben japanischer Familien. Als Frau mittleren Alters wieder Zuhause zu wohnen, schien nicht ungewöhnlich. Kein Mann und keine Kinder? Kaum mehr als ein Schulterzucken wert. Mir schien es, als hätte die fernöstliche Kultur eine viel entspanntere Sicht auf die Dinge.

Bei einer Sache aber konnte auch Noriko nicht nüchtern bleiben. Die Liebe zu einer Katze hat einen hohen Preis. Sorge um sein Fellkind und irgendwann er unausweichliche Abschied.

Das Buch ist von 2011 und ich hätte gern gewusst, ob die Katzen noch leben. Doch leider findet man sehr wenig über die Autorin und ihr Privatleben.

Ich habe es sehr gern gelesen, habe mich verbunden gefühlt mit den ganzen Katzenbesitzern, in ihrer Liebe und ihrem Leiden. Und ja, ich fand es irgendwie aufmunternd, dass man auch nach einem Verlust Kraft zum weitermachen finden und erneut Katzen in sein Herz lassen kann. Denn ein Leben ohne Katzen ist zwar möglich, aber so viel weniger schön.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Besänftigt jeden Grinch

Gruselige Weihnacht überall. Klassische Horror- und Geistergeschichten
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Als waschechter Grinch kommen mir keine Weihnachtsbücher ins Regal. Es sei denn, es geht um schreckliche Weihnachten.
Mittlerweile kommt ja jedes Jahr eine schöne Kurzgeschichtensammlung zu dem Thema ...

Als waschechter Grinch kommen mir keine Weihnachtsbücher ins Regal. Es sei denn, es geht um schreckliche Weihnachten.
Mittlerweile kommt ja jedes Jahr eine schöne Kurzgeschichtensammlung zu dem Thema raus und eigentlich wollte ich mir das neueste Exemplar „Gruselige Stunden“ auch zulegen. Aber dann entdeckte ich mit 𝐆𝐫𝐮𝐬𝐞𝐥𝐢𝐠𝐞 𝐖𝐞𝐢𝐡𝐧𝐚𝐜𝐡𝐭 ü𝐛𝐞𝐫𝐚𝐥𝐥 eine ganz ähnliche Version für unschlagbare 7,95 € und habe dann lieber dazu gegriffen.


Enthalten sind 10 schauerliche Kurzgeschichten älteren Datums (Zeitspanne 1866 – 1951).

Hier einmal in Kurzform mit Bewertung.


𝐃𝐞𝐫 𝐟𝐚𝐥𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐌ö𝐧𝐜𝐡, Louisa Baldwin
Geistreicher Streich geht schief.
5/5


𝐒𝐜𝐡𝐧𝐞𝐞𝐭𝐫𝐞𝐢𝐛𝐞𝐧, Hugh Walpole
Streitsüchtige Ehefrau bekommt durch Vorgängerin ihre Strafe.
4/5


𝐃𝐞𝐫 𝐁𝐚𝐡𝐧𝐰ä𝐫𝐭𝐞𝐫, Charles Dickens
Bahnwärter wird von todbringenden Zukunftsvisionen geplagt.
5/5


𝐀𝐮𝐟 𝐝𝐞𝐦 𝐧ö𝐫𝐝𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐄𝐢𝐬, Ella Wilkinson Peattie
Tragischer Geist eilt zur Rettung.
5/5


𝐇𝐚𝐮𝐬 𝐍𝐫. 𝟗𝟎, Bithia Mary Croker
Ungläubiger wird eines besseren belehrt.
5/5


𝐃𝐞𝐫 𝐌ö𝐧𝐜𝐡 𝐮𝐧𝐝 𝐬𝐞𝐢𝐧 𝐄𝐧𝐠𝐞𝐥, Marie Corelli
Schuldgeplagter Mönch widerfährt göttliche Inspiration.
5/5


𝐃𝐚𝐬 𝐑𝐞𝐳𝐞𝐩𝐭, Marjorie Bowen
Schuldgeplagter Geist sucht nach Wiedergutmachung.
5/5


𝐍𝐞𝐛𝐞𝐥 ü𝐛𝐞𝐫 𝐝𝐞𝐦 𝐌𝐨𝐨𝐫, Richard Henry Malden
Vikar hat dämonische Begegnung.
5/5


𝐃𝐚𝐬 𝐅𝐞𝐬𝐭, H.P. Lovecraft
Überbringer alter Tradition wird Zeuge von okkultem Treiben.
4/5


𝐁𝐞𝐫𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐞𝐫𝐬𝐭𝐚𝐭𝐭𝐞𝐭, Wiliam Fryer Harvey
Geduldiger Geist bekommt seine Rache.
5/5


Ich glaube das ist die beste Kurzgeschichtensammlung die ich bisher gelesen habe. Jede Geschichte hat sich gut gelesen und konnte auf ganz unterschiedliche Weise mit einer unheimlichen Winter-Atmosphäre punkten.


Am besten gefielen mir 𝐇𝐚𝐮𝐬 𝐍𝐫. 𝟗𝟎 (kam mir irgendwie bekannt vor) und 𝐃𝐚𝐬 𝐑𝐞𝐳𝐞𝐩𝐭. Am wenigsten 𝐃𝐚𝐬 𝐅𝐞𝐬𝐭 (Lovecraft und ich werden keine Freunde). Schlecht war keine Geschichte, manche waren witzig, andere traurig und oft war jemand am Ende tot.

Und das Beste: Keine kitschige Weihnachtsatmosphäre. I love it.


Wenn ihr auch ein Grinch seid und für wenig Geld ein paar gute Gruselgeschichten für die Zeit sucht, ist dieses außerdem sehr hübsch gestaltete Buch das Richtige für euch.

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