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Veröffentlicht am 16.04.2018

Abrams Töchter - Das Opfer (Band 3)

Das Opfer
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Wer bereits in den Genuss der Lektüre der beiden ersten Bände um „Abrams Töchter“ gekommen ist, wird es kaum erwarten können, sich auch dem dritten Teil „Das Opfer“ zu widmen. Beverly Lewis lässt mit wunderschönem ...

Wer bereits in den Genuss der Lektüre der beiden ersten Bände um „Abrams Töchter“ gekommen ist, wird es kaum erwarten können, sich auch dem dritten Teil „Das Opfer“ zu widmen. Beverly Lewis lässt mit wunderschönem Schreibstil das kleine Stück Land Revue passieren, das die Familie Ebersol mit ihren Kindern bewohnt. Wir treffen die bereits aus den Vorgängerbüchern lieb gewonnenen Personen wieder, deren Lebensweg diesmal ein wenig dornig zu sein scheint. Und dennoch ist da dieser tiefe Glaube an Gott, der der Amisch Bevölkerung ein großer Halt ist, sie in den schlimmsten und traurigsten Momenten ihres Lebens tröstet und neue Hoffnung schenkt. Leah, im Grunde die Protagonistin aller bisheriger Bände, kommt nur sehr schwer über die Trennung von ihrem zukünftigen Ehemann Jonas hinweg. Smithey Gid bemüht sich zwar um aufrichtige Freundschaft und bietet ihr auch ein Leben an seiner Seite, doch ein schwerer Schicksalsschlag scheint auch das zarte Pflänzchen neuen Glücks in Leah zu zerstören. Die Autorin lässt Tante Lizzie im Buch zu Wort kommen, die meint: „Im Leben wird man nicht immer auf Rosen gebettet; das Leben ist manchmal schwer und schmerzlich“. Wie Recht sie damit hat, und wie heilsam Leahs starker Glaube dabei wirkt, erzählt uns Beverly Lewis in diesem Buch. Die empfindsame, naturliebende Leah, die in der Rolle, in die das Leben sie gedrängt hat, wahre Größe zeigt und ein glänzendes Vorbild in der amischen Gemeinde ist, verdrängt ihre tiefe Traurigkeit. „Den Charakter eines Menschen erkennt man an dem, was er im Alltag tut, wenn niemand hinschaut.“ Hannas Verlobter, ein wahrhaft kluger Mann, hat in dieser Aussage für meine Begriffe die Person Leahs sehr detailliert umschrieben. Leah ist wie ein Stern, der für andere leuchtet, stets selbstlos für die Ihren da ist. Ob auch sie ein Glück an der Seite eines Mannes finden darf, der ihr von Herzen zugetan ist? Ich wünsche es ihr… und fiebere bereits der Lektüre des nächsten Bandes entgegen.

Abschließend möchte ich potentiellen Lesern die Einhaltung der Reihenfolge bei der Lektüre der Reihe um „Abrams Töchter“ unbedingt ans Herz legen.

Fünf Bewertungssterne für das bislang berührendste und emotionalste Buch dieser Reihe.


(Rezension zum Printexemplar)

Veröffentlicht am 16.04.2018

Das 10-Sekunden-Prinzip

Das 10-Sekunden-Prinzip
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„Tu als Nächstes einfach das, von dem du ziemlich sicher bist, dass Jesus es möchte. Und entscheide dich sofort dafür – innerhalb der nächsten zehn Sekunden-, bevor du es dir wieder anders überlegst!“

Was ...

„Tu als Nächstes einfach das, von dem du ziemlich sicher bist, dass Jesus es möchte. Und entscheide dich sofort dafür – innerhalb der nächsten zehn Sekunden-, bevor du es dir wieder anders überlegst!“

Was Clare De Graaf seinen Lesern in diesem Sachbuch vermitteln möchte, klingt klar, einfach und logisch. Er erzählt von der Kraft kleiner Gesten der Freundlichkeit und Ermutigung, und was diese in den Menschen entfalten können, die sie empfangen. Er verlangt auch keine Perfektion, und bestärkt die Leser darin, dieses Prinzip jeden Tag neu zu leben, sich selber zu ermutigen und Misserfolge zu nutzen, um für das nächste Mal besser gewappnet zu sein. Doch wenn man seine anhand vieler eindrucksvoller Beispiele angeführten Fälle genauer betrachtet, kostet es oft unendliche Überwindung, und nur allzu oft folgt dem Gefühl, dass Gott uns zu einer bestimmten Handlung auffordert, unweigerlich ein „Aber-Impuls“. Das 10-Sekunden-Prinzip zu leben und nicht einfach aufgrund der eigenen Bequemlichkeit, der Zeitfrage, oder etwaiger anderer Hinderungsgründe auszuweichen, dürfte unendlich schwer sein. Der Autor legt in diesem Buch aber auch ganz klar dar, weshalb es sich auf jeden Fall lohnt. Er zeigt, dass Eigennützigkeit und Selbstlob völlig fehl am Platze sind, dass gute Taten nicht dazu da sein sollten, um uns anschließend selber lobend auf die Schultern zu klopfen und unser „Guthaben an guten Taten“ aufzufüllen. Was Clare De Graaf in seinem Buch gelingt, ist eine kleine Flamme zu entfachen, die – konsequent und unermüdlich genährt – zu einem lodernden Feuer werden kann. Es kann dazu führen, dass die Aneinanderreihung vieler Hunderter solcher kleinen, selbstlosen Entscheidungen, die wir treffen müssen, zu einer Neukalibrierung unseres Charakters führen, sodass wir uns lt. Autor langsam in das Bild Jesu verwandeln, im Vertrauen, dass er einen Grund hat, der über unser Verstehen hinausgeht. Clare De Graaf bezeichnet dies auch als wahren Glauben, und seine Art und Weise, diese Überzeugung zu vermitteln, ist ihm im vorliegenden Sachbuch großartig gelungen!

Ich kann dieses Buch, das zwar sehr eindrucksvoll, aber in leicht verständlichen Worten und mit vielen praktischen Hinweisen zur Umsetzung, geschrieben ist, uneingeschränkt weiter empfehlen. Der Autor beschreibt exakt das „schlechte Bauchgefühl“, das mir nur allzu oft begegnet, wenn ich Taten, die ich meinte, aus einem Impuls heraus setzen zu müssen, hinauszögerte und letztendlich doch nicht durchführte. Ich fühlte bei vielen Passagen eine Art „Wiedererkennen“ in der Beschreibung bestimmter Situationen im täglichen Leben, und die Tatsache, dass der Autor auch von Enttäuschungen und Fehlschlägen schrieb und auch zeitweise Resignation und Hinterfragen der getroffenen Entscheidungen offen und ehrlich anführte, machte das Buch für mich umso glaubwürdiger.

Am meisten beeindruckt hat mich eine Passage in der Mitte des Buches, in der Clare de Graaf sagt: „Ich mag nicht immer jeden, dem ich helfen soll. Und leider habe ich herausgefunden, dass ich mich nicht dazu zwingen kann, jemandes Gesellschaft zu genießen, den ich nicht mag. Gott kann das in mir bewirken, aber ich kann durch keinen Willensakt und durch keine psychologische Technik aufrichtige Liebe und Bewunderung für ein anderes menschliches Wesen produzieren. Es gibt ein christliches Buch mit dem Titel „Liebe ist eine Entscheidung“. Ja, das glaube ich auch. Und ich habe beschlossen, dass mir das reicht. Den Nächsten zu leiben bedeutet, freundlich und großzügig gegenüber Menschen zu sein, die man vielleicht nicht mag – aber irgendwann. Möglicherweise.“


(Rezension zum Printexemplar)

Veröffentlicht am 16.04.2018

Abrams Töchter - Die Wiederkehr (Band 4)

Die Wiederkehr
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In Band 4 aus der Reihe um „Abrams Töchter“ berichtet Beverly Lewis von den Jahren, in denen Leah nach dem Tod ihrer geliebten Mama „Ida“ die beiden kleinen Geschwister Lydiann und Abe großzieht. Als „unverheiratetes ...

In Band 4 aus der Reihe um „Abrams Töchter“ berichtet Beverly Lewis von den Jahren, in denen Leah nach dem Tod ihrer geliebten Mama „Ida“ die beiden kleinen Geschwister Lydiann und Abe großzieht. Als „unverheiratetes Mädel“ lebt die fröhliche, von tiefem Gottvertrauen und stiller Heiterkeit durchdrungene junge Frau zurückgezogen im Haus ihres Vaters. Abram hat auch seine älteste Tochter Sadie wieder in den Schoß der Familie aufgenommen, und die junge Witwe lebt nach einer Beichte vor dem Bischof in einer Prüfungszeit. In diesem Band der Saga um die Amisch Familie Ebersol gibt es einige Geheimnisse zu lüften, einige aufregende Ereignisse und die zarte Hoffnung auf ein neues Glück begegnen uns beim Lesen.

Die Autorin berichtet über die bereits aus den Vorgängerbüchern bekannten Protagonisten, die mir als Leser bereits sehr ans Herz gewachsen sind. Beverly Lewis entführte mich erneut in die Welt der Amish, ließ mich deren unverrückbaren, festen Glauben an Gott auf jeder Seite dieses Buches spüren und schaffte es mit Leichtigkeit ein weiteres Mal, mich mit „Abrams Töchter“ in den Bann zu ziehen. „Die Wiederkehr“ ist der unwiderstehliche vierte Band dieser Reihe, der mich bereits voller Vorfreude auf den letzten Teil, „Die Enthüllung“, fiebern lässt. Ich kann es kaum erwarten, dieses Buch zu lesen und hoffe auf ein emotionsgeladenes, wunderschönes Happy End bei den Ebersols.

Potenziellen Lesern lege ich ans Herz, bei der Lektüre dieser Serie unbedingt die Reihenfolge einzuhalten!

Unbedingte fünf Sterne für dieses wundervolle Buch!!!


(Rezension zum Printexemplar)

Veröffentlicht am 16.04.2018

Abrams Töchter - Die Enthüllung (Band 5)

Die Enthüllung
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Um gleich das Wichtigste vorwegzunehmen: das emotionsgeladene, wunderschöne Happy End bei den Ebersols, das ich mir nun fünf Bände lang gewünscht hatte, trat endlich ein. Beverly Lewis legt dem glücklichen ...

Um gleich das Wichtigste vorwegzunehmen: das emotionsgeladene, wunderschöne Happy End bei den Ebersols, das ich mir nun fünf Bände lang gewünscht hatte, trat endlich ein. Beverly Lewis legt dem glücklichen Ausgang der Familien- und Liebesgeschichten der Familien Ebersol, Mast und Schwartz noch einige kleine Hürden und Fallstricke in den Weg, überwältigt ihre Leser durch Herz erwärmende Dialoge und heilsame Begegnungen und führt die liebenswerten Protagonisten dieses Buches zielstrebig zu einem wahrlich gesegneten Ende. Die große Familie der Amisch in Gobbler’s Knob, speziell natürlich Abrams Familie und seine Töchter, sind mir im Verlauf der fünf Bände so sehr lieb geworden, dass ich es beinahe bedauerte, nun mit Band 5 das letzte Buch der Reihe um Abrams Töchter in Händen zu halten. Die Autorin entschädigte mich jedoch mit einem unübertrefflichen Letztband, in dem alte Wunden geheilt, Freundschaften wieder belebt, und zarte neue Bande geknüpft wurden. Das kleine, friedliche Fleckchen Land mitten in Lancaster County mit den Menschen, die streng nach der „Alten Ordnung“ der Amisch leben, sich in Demut, Nächstenliebe und aktiver Nachbarschaftshilfe üben, wird mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben. Ich durfte Beverly Lewis als eine grandiose Autorin kennen lernen, der es vortrefflich gelungen ist, mir die Lebensweise dieser Gemeinschaft nahe zu bringen. Ich kann für „Die Enthüllung“ – wie auch für die gesamte Reihe um Abrams Töchter – eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen und möchte mich noch einmal für diese einzigartige Leseempfehlung bedanken. Die Lektüre hat mein Lesejahr nicht nur enorm bereichert, sie stellt sogar ein wesentliches Lese-Highlight dar, das wohl nur äußerst schwer zu toppen ist. Abschließend möchte ich noch anmerken, dass es ratsam wäre, die Reihenfolge bei der Lektüre von „Abrams Töchtern“ einzuhalten (1. Das Gelübde, 2. Der Betrug, 3. Das Opfer, 4. Die Wiederkehr, 5. Die Enthüllung). Fünf Bewertungssterne!!!

Veröffentlicht am 16.04.2018

Es kostet etwas, das Verbogene wieder gerade zu biegen, manchmal kostet es sogar das Leben.“

Der Spiegel des Schöpfers
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„Es kostet etwas, das Verbogene wieder gerade zu biegen, manchmal kostet es sogar das Leben.“

Was der Chirurgin Leonie Brandstätter am Abend nach einer Party widerfährt und alle darauf folgenden Ereignisse, ...

„Es kostet etwas, das Verbogene wieder gerade zu biegen, manchmal kostet es sogar das Leben.“

Was der Chirurgin Leonie Brandstätter am Abend nach einer Party widerfährt und alle darauf folgenden Ereignisse, klingen zunächst ein wenig übertrieben, an den Haaren herbeigezogen. Um Spannung bemüht. Reißerisch. Doch es benötigte nicht einmal eine Handvoll Seiten, um meine Neugier, meinen Lesehunger dermaßen zu entfachen, dass ich in beinahe atemloser Lektüre innerhalb weniger Stunden durch dieses Buch raste. Die Seiten flogen nur noch an mir vorbei und ich schäme mich nicht, von einer regelrechten Begierde zu sprechen, mit der ich diesen Roman las. Die Spannung ist kaum zu überbieten, die Geschichte selber dermaßen ausgeklügelt dargeboten, dass man versucht ist, sie für bare Münze zu nehmen, man vollständig in den Bann gezogen wird und im Dunkeln sogar die Augen offen hält, um etwaigen Schatten rechtzeitig zu entfliehen. Thomas Franke malt ein Szenario, das zugleich erschreckend, wie auch wunderschön erscheint. Einerseits verzaubert er seine Leser durch die magische Faszination eines Spiegels, durch den man dem Schöpfer nahe sein, seine Liebe und Wärme, seine Anwesenheit spüren kann, seine Worte vernimmt. Andererseits erzählt der Autor aber auch vom Bösen, von gefallenen Engeln, grausamen Experimenten und Genmanipulation einer uralten Ordensgemeinschaft. Der Kampf zwischen Gut und Böse wurde in einem Schreibstil erzählt, der einem zwischendurch immer wieder den Boden unter den Füßen wegzog. Man jagt durch die Seiten und obgleich man es kaum für möglich hält, wird die Spannung bis zum fulminanten Finale noch weiter gesteigert. Die beiden Protagonisten Leonie und Ruben, die Seite an Seite dafür kämpfen, Ari zu beschützen, sind äußerst lebendig und sehr liebenswert gezeichnet. Der Autor widmet sich auch intensiv seinen Nebenfiguren und bringt sie mit viel Wärme und Liebe zum Detail dem Leser nahe. Diese temporeiche Verfolgungsjagd durch beinahe sechshundert Seiten erzählt von tragischen Verlusten, Familienbeziehungen, Liebe und Freundschaft, Glauben und Hoffnung, Verzeihung und Vertrauen. Sie beschreibt das abgrundtief Böse, und erzählt von der Verführung und der Vorspiegelung falscher Tatsachen. Sie macht deutlich, wie schwierig es sein kann, die Wahrheit hinter dem Trug zu erkennen und das Richtige zu tun. Die philosophischen Passagen und jene der Quantenphysik sowie die christlichen Aussagen dieses Buches bereichern es auf unermessliche Weise. Sie machen diesen Roman zu einer Lektüre, bei der man viel über das Gelesene nachsinnt, Parallelen zum eigenen Leben zieht und immer wieder reflektiert.

Ich möchte zu guter Letzt auch noch auf die wunderschöne Optik und Haptik des Buchcovers hinweisen, die mich sofort bezaubert haben. Meine Fantasie hätte das gleißende Licht mitten in der dunklen, tief im Felsen gelegenen Höhle und der idyllischen, Friede und unendliche Wärme verbreitenden Landschaft dahinter nicht schöner ausmalen können. Die Figur davor, einsam die beiden Handflächen auf ihr Spiegelbild gepresst, symbolisiert für mich tiefe Sehnsucht „nach der anderen Seite“, der „Heimat“. Das tief beeindruckende Bild spricht für die Qualität des Inhalts – der genauso faszinierend, mitreißend, abenteuerlich, jedoch auch teilweise friedlich und schön ist. Ein bunter Cocktail mit der gesamten Bandbreite menschlicher Gefühle und Handlungsweisen, der den Leser atemlos zurück lässt.