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Veröffentlicht am 17.04.2018

Sterbenswort

Sterbenswort
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Bereits im Prolog kann der Leser durch das gefesselte und im Dunkeln fixierte Kleinkind Mia deutlich erahnen, dass es sich hierbei um einen Thriller mit hohem Spannungsbogen handelt. Gleich danach, zu ...

Bereits im Prolog kann der Leser durch das gefesselte und im Dunkeln fixierte Kleinkind Mia deutlich erahnen, dass es sich hierbei um einen Thriller mit hohem Spannungsbogen handelt. Gleich danach, zu Beginn des eigentlichen Plots, erzählt Siegfried Langer von der schlimmen Begebenheit, die ihren langen Schatten über das gesamte Buch wirft. Ein Ereignis, das als Auslöser für Unglück, Leid, Tod und Verfolgung fungiert.

Der Autor startet in der Studienzeit der vier Protagonisten, die sich als Wohngemeinschaft nicht nur Haus, sondern als Paare auch das Bett teilen. An einem schicksalshaften Tag, dem Geburtstag eines Mitbewohners, eskaliert die Situation und es werden Geschehnisse ausgelöst, deren Tragweite keinem der jungen Menschen bewusst war. Das Leben aller Beteiligten wurde beeinträchtigt und die Verdrängung und das Vergessen waren nur solange möglich, bis plötzlich nach beinahe einem Jahrzehnt beunruhigende Dinge passieren. Gegenstände in der Wohnung sind plötzlich nicht mehr da, wo sie ursprünglich hingestellt wurden. Der totgeglaubte Mitbewohner schreibt plötzlich Nachrichten und nimmt Kontakt mit dem ehemaligen Freundeskreis auf. Drohungen werden ausgesprochen und die Situation spitzt sich immer mehr zu. Bis plötzlich alles völlig aus dem Ruder läuft …

Siegfried Langer gelingt es durch einen flüssigen Schreibstil, einem sehr guten Spannungsaufbau und vielen versteckten Hinweisen, den Leser bei der Stange zu halten. Bis zuletzt bleibt die Identität des mysteriösen Bedrohers im Dunkeln und bis zuletzt weiß man nicht mit Sicherheit, was damals tatsächlich passierte. Der Autor wechselt pro Kapitel und erzählt Episoden aus der Vergangenheit, während er im nächsten Part wieder die Gegenwart beleuchtet. Die Spannung wird konstant auf hohem Niveau gehalten – und letztendlich führen alle Fäden zusammen …

Langers Protagonisten sind gut ausgearbeitet. Er beleuchtet sowohl das soziale Umfeld wie auch charakterliche Eigenheiten der handelnden Personen und ermöglicht es dem Leser, sich in sie hinein zu versetzen. Die Ärztin Kathrin Voss wird als resolute, mit beiden Beinen im Leben stehende und vernunftgesteuerte Person geschildert, die nach der Trennung von ihrem Partner Axel ihre kleine Tochter Mia alleine erzieht. Ihr wird in diesem Buch die meisten Aufmerksamkeit zuteil. Heinrich Denk, Kathrins Lebensgefährte in der Studienzeit, wird als erfolgreicher Mann mit florierendem Unternehmen dargestellt. Verliebt in seine Frau Nina, einem um viele Jahre jüngeren Model, spielte er eine tragende Rolle in jener schrecklichen Nacht. Die extrovertierte Amelie Stutzkeis, damals mit Erik Stein liiert, veränderte sich auf tragische Weise. Aus dem jungen, fröhlichen und aufgeweckten Mädchen mit großen Plänen für die Zukunft wurde eine resignierte und ängstliche Frau, die Jahre damit zubrachte, das Geschehen zu verarbeiten. Letztendlich spielt Thomas Pfeiffer die tragischste Rolle in diesem Spiel – er als sensibelster und labilster Teil des unheilvollen Komplotts von Damals erlebte den tiefsten Fall. Sein Absturz führt ihn in die Isolation und Obdachlosigkeit und seine Schuldgefühle sind so massiv, dass es ihm nicht möglich ist, ein Leben „danach“ aufzubauen.

Siegfried Langer, von dem ich bislang noch kein Buch gelesen hatte, überraschte mich mit einem Thriller, der seinem Namen alle Ehre macht. Das Buch ist hochspannend geschrieben, die Handlung sehr gut konstruiert und meines Erachtens lückenlos und logisch aufgebaut. Fünf Berwertungssterne!

Veröffentlicht am 17.04.2018

Seelenriss

Seelenriss
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Ein schrecklicher Prolog als Einstieg in ein noch schrecklicheres Szenario: eine schwangere Frau verübt in ihrer Wohnung Selbstmord, indem sie Säure trinkt und einen qualvollen, grauenhaften Tod stirbt. ...

Ein schrecklicher Prolog als Einstieg in ein noch schrecklicheres Szenario: eine schwangere Frau verübt in ihrer Wohnung Selbstmord, indem sie Säure trinkt und einen qualvollen, grauenhaften Tod stirbt. Als die Polizei eintrifft, wird nicht nur die Leiche der Frau, sondern auch ein Flugticket für eine zwei Tage später geplante Reise entdeckt. Nicht nur die Wahl der „äußerst schmerzhaften Waffe“ für ihren Suizid, sondern auch die Tatsache ihrer Schwangerschaft und eine geplante Ferienreise lassen große Zweifel an einem Selbstmord aufkommen.

Der ermittelnde Polizeibeamte Wulf Benning schätzt die Klugheit und die guten kriminalistischen Instinkte der Berliner Profilerin Lena Peters und holt sie an den Tatort. Da Lena und Wulf nicht nur ein sehr gutes Arbeitsverhältnis verbindet, sondern Wulf seiner Partnerin in einem vorangegangenen Fall das Leben rettete, eilt sie sofort in die Wohnung des Opfers, und stürzt sich in die Ermittlungen. Auch Lena erkennt viele Ungereimtheiten und als kurze Zeit später weitere Menschen nach dem gleichen Schema zu Tode kommen, setzen Wulf und Lena alles daran, dem Täter auf die Spur zu kommen. Doch Lena hat Wulf etwas Gravierendes verschwiegen: der Mörder hat nicht nur seinen ausgewählten Opfern, sondern auch der jungen Kriminalpsychologin Lena eine Morddrohung geschickt …

Hanna Winters Thriller „Seelenriss“ ist für mich das erste Buch, jedoch der zweite Band um die Ermittlerin Lena Paters, aus der Feder dieser Autorin, was ich spätestens zum Zeitpunkt dieser Lektüre bedaure. Zu gerne hätte ich mich bereits in die Vorgeschichte, ihrem ersten Fall, vertieft und Details über die Partnerschaft der beiden Polizisten sowie deren Privatleben erfahren. Doch auch ohne diese Vorinformationen wirkten die handelnden Personen lebendig, authentisch und sympathisch auf mich. Die Einblicke in das Privatleben von Wulf und Lena waren sporadisch in die Handlung eingebaut und lassen die Vielschichtigkeit der Charaktere erahnen. Sowohl die Arbeitskollegen, als auch das private Umfeld der Protagonistin waren sehr interessant gezeichnet, hätten jedoch für meinen Geschmack durchaus mit weiteren Einzelheiten aufwarten dürfen. Doch vielleicht wollte die Autorin in ihrer Thriller-Reihe um Lena Peters nicht vorschnell alle Details über ihre Protagonisten verraten?!

Der großartige Erzählstil der Autorin weist einen hohen Spannungsbogen auf, der den Leser förmlich dazu treibt, das Buch rasch auszulesen, es nicht aus den Händen zu legen, bevor die Identität des Mörders offen gelegt wird. Dies geschieht jedoch erst zu Ende des Buches, in einem aufregenden Finale, und nicht ohne den Versuch der Autorin, den Leser durch verdächtige Personen und Handlungen einige Male auf die falsche Fährte zu locken.

Der Plot an sich ist zwar nichts Neues, wird jedoch in hervorragendem Schreibstil äußerst interessant präsentiert. Leider ließ das Ende des Buches einige Fragen betreffend die Protagonistin offen, die wohl ebenfalls in einem Nachfolgeband thematisiert werden. Die kurzen, nur wenige Seiten füllenden Kapitel werden meist durch eine in Fettdruck präsentierte Zeit- bzw. Ortsangabe eingeleitet, das Coverfoto und die erhobene Schrift wirken düster und zugleich sehr ansprechend - sie verleiten dazu, das Buch interessiert zur Hand zu nehmen.

Ich kann „Seelenriss“ ruhigen Gewissens als gute Unterhaltung für Fans dieses Genres empfehlen und werde mir auf jeden Fall auch alle anderen Bücher dieser Autorin zu Gemüte führen.

Veröffentlicht am 17.04.2018

Seelen im Eis

Seelen im Eis
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Yrsa Sigurdardottir gibt im Thriller „Seelen im Eis“ die düstere, trostlose Atmosphäre des Erziehungsheims Krókur mitten in der eiskalten isländischen Landschaft wieder. Krókur scheint Ausgangsbasis für ...

Yrsa Sigurdardottir gibt im Thriller „Seelen im Eis“ die düstere, trostlose Atmosphäre des Erziehungsheims Krókur mitten in der eiskalten isländischen Landschaft wieder. Krókur scheint Ausgangsbasis für all das Böse zu sein, das im Verlauf des Buches nach und nach enthüllt wird.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen wiedergegeben und beginnt mit dem Selbstmord des Mitarbeiters der staatlichen Kontrollbehörde, Òdinn Hafsteinsson. Er führt sich und seine elfjährige Tochter Rún Betäubungsmittel zu, und startet den Motor seines Autos, damit die Abgase ihn und Rún sanft in den Tod befördern.

Die Autorin rollt das Geschehen behutsam auf und schildert parallel die schrecklichen Ereignisse des Jahres 1974 in besagtem Erziehungsheim. Geheimnisse werden Stück für Stück enthüllt, seltsame, teilweise unerklärliche Ereignisse in der Gegenwart verunsichern Ódinn und führen dazu, dass er sich tiefer und tiefer in die Akten um den tödlichen Unfall seiner Exfrau, wie auch in die Unterlagen betreffend Krókur, vergräbt.

Irgendjemand möchte jedoch mit aller Macht verhindern, dass Ódinn etwas herausfindet, was Drohbriefe an seine Kollegin beweisen, die plötzlich starb und ihre Ermittlungen nicht mehr fortführen konnte.

Yrsa Sigurdardottir hat mich zwar bislang stets mit ihrem hohen Spannungsniveau und einem sehr guten Schreibstil verwöhnt, bei „Seelen im Eis“ schien jedoch das Spannungselement noch gesteigert zu werden.

Ihre Protagonisten waren für mich fesselnd, aber dennoch in keiner Weise durchschaubar. Das Rätsel, ob „Gut oder Böse“ war schwer zu lösen, wobei mir die Identität des Mörders bis zum Ende des Buches nicht klar war. Meinem Lesefluss konnte kaum noch Einhalt geboten werden - dieses Buch wurde auf der ersten Seite aufgeschlagen und nicht mehr aus der Hand gelegt, bis ich auf endlich Klarheit über die dramatischen Szenen in der Vergangenheit hatte.

Ein Adrenalin geladener, mit mystischen Elementen behafteter Thriller, den ich wieder einmal bedenkenlos weiter empfehlen kann. Fünf Bewertungssterne für ausgezeichnete Thriller-Unterhaltung!

Veröffentlicht am 17.04.2018

Opfernacht

Opfernacht
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Der Fund der mumifizierten Babyleiche, die bald als Dylan Sommer identifiziert wird, bringt einen Stein ins Rollen.

Die Mutter des vor 25 Jahren entführten und ermordeten Jungen verheimlicht Dylans Schwester ...

Der Fund der mumifizierten Babyleiche, die bald als Dylan Sommer identifiziert wird, bringt einen Stein ins Rollen.

Die Mutter des vor 25 Jahren entführten und ermordeten Jungen verheimlicht Dylans Schwester Alexandra ihre Vergangenheit. Als Alexandra auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, passieren schlimme Dinge, in deren Zentrum stets die junge Frau zu stehen scheint. Bald geschehen weitere Morde und der Verdacht lenkt sich auf die Protagonistin, die ihre Unschuld beteuert.

Detaillierter möchte ich auf den Inhalt dieses Hörbuches gar nicht erst eingehen, da ich den zukünftigen Lesern bzw. Hörern dieses Thrillers von Erika Spindler die Spannung nicht vorweg nehmen möchte.

Die Autorin liefert einen interessanten Plot mit geschickt gelegten Fährten. Ich ahnte bis zu den letzten Minuten dieses Hörbuches nichts über die Identität des Mörders, verdächtigte mal gar keinen der handelnden Personen, und dann wieder beinahe jeden.

Der konstant hohe Spannungsbogen sorgte dafür, dass ich dieses Hörbuch in kürzester Zeit durch hatte, die Vertonung durch Susanne von Medvey bereitete mir dabei große Freude. Ich kann ihre angenehme Stimmlage, die ruhige und deutliche Sprache nur positiv hervorheben und wärmstens weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 17.04.2018

„Hochspannung – und das im wahrsten Sinne des Wortes!“

Opferlämmer
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„Hochspannung – und das im wahrsten Sinne des Wortes!“

Dieses erstklassige Hörbuch liefert einen hoch spannenden Thriller aus der Feder des genialen Spannungsautors Jefferey Deaver.

Mit "Opferlämmer" ...

„Hochspannung – und das im wahrsten Sinne des Wortes!“

Dieses erstklassige Hörbuch liefert einen hoch spannenden Thriller aus der Feder des genialen Spannungsautors Jefferey Deaver.

Mit "Opferlämmer" präsentiert er einen ausgeklügelten Plot, die aus dieser Reihe bereits altbekannten Protagonisten sind authentisch und interessant gezeichnet.

Der Autor glänzt mit prickelnden Details zum Thema "Strom" und man hält bei diesem Hörbuch buchstäblich den Atem an.

Der durchgehend hohe Spannungsbogen und das ausgeklügelte, geniale Finale lassen es zusammen mit der sympathischen Stimme des Sprechers zu einem wahren Vergnügen gereichen.

Uneingeschränkte Empfehlung und unbedingte fünf Bewertungssterne für dieses tolle Werk!