Nachkriegskindheit im Pott
Gummitwist in Schalke NordFast jeder der in den 50er und 60er Jahren geborenen, vor allem die in westdeutschen Siedlungen aufgewachsenen Nachfahren der Kriegsflüchtlinge aus dem Osten, hat Gummitwist gespielt, ob in Schalke-Nord, ...
Fast jeder der in den 50er und 60er Jahren geborenen, vor allem die in westdeutschen Siedlungen aufgewachsenen Nachfahren der Kriegsflüchtlinge aus dem Osten, hat Gummitwist gespielt, ob in Schalke-Nord, oder, wie in meinem Fall, in Köln-Süd. Vieles von dem, was Elke Schleich über ihre Nachkriegskindheit schreibt, erkenne ich, obwohl zehn Jahre jünger, wieder und kann es fast wortgetreu auf die eigene Erlebniswelt oder die von Freundinnen übertragen.
18 kleine Geschichten fügen sich hier zu einer und damit zur Beschreibung von Lenis - so heißt die Hauptperson in Schleichs kleinem Büchlein - Kindheit und Jugend zusammen, wobei durch das spezielle Lokalkolorit des Ruhrgebiets noch eines draufgesetzt wird. Ob erfüllte und - vor allem - unerfüllte Wünsche, die Begleitung des Vaters beim sonntäglichen Kneipengang, die Reisen zur Verwandtschaft in der Ostzone und natürlich die erste Liebe: alles wird wiedergegeben in diesem ganz spezifischen Lokalkolorit.
Ein Buch für alle in den 1950er und 60er Geborenen, ein Buch für die Ruhrpottler und natürlich für die, die lernen wollten/sollen/müssen, dass Schalke mehr ist als die Farben Blau-Weiß in einem Fußballstadion, Verzeihung, in einer riesigen Arena.