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Veröffentlicht am 22.02.2026

Sehr gelungene Fortsetzung der Reihe

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Einige Jahre sind vergangen seit ich den letzten Fall mit Fabian Risk lesen durfte. Eine Reihe, die mich immer sehr begeistert hat. Mit„Wellengrab“ liegt nun endlich der siebte Fall für den Kommissar aus ...

Einige Jahre sind vergangen seit ich den letzten Fall mit Fabian Risk lesen durfte. Eine Reihe, die mich immer sehr begeistert hat. Mit„Wellengrab“ liegt nun endlich der siebte Fall für den Kommissar aus Helsingborg vor.
Nicht nur im realen Leben sind einige Jahre vergangen, auch Fabian Risk ist älter geworden, seine Tochter Mathilda studiert mittlerweile. Während die beiden den Sonnenuntergang von einem Segelboot aus genießen, kommt es plötzlich zu einem Blackout an der Küste Schwedens. Merkwürdige Dinge ereignen sich in diesem Zeitraum. Ein Überfall auf ein Bargelddepot, seltsame Zeugenaussagen und auch Kinder verschwinden und tauchen wieder auf. Fabian Risk und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Dabei ahnen sie noch nicht, dass das Ganze nur die Spitze eines Eisbergs ist.

Stefan Anhem versteht wirklich sein Handwerk. Kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, war ich schon wie gefesselt von dem Buch. Es geht nicht nur sehr spannend los, auch die Thematik, die sich im Laufe der Handlung herauskristallisiert, ist äußerst brisant. Bekannte Figuren aus den Vorgängerbänden tauchen auf, dabei habe ich mich besonders über ein Wiedersehen mit Dunja Hougaard gefreut.
Man muss die Vorgängerbände im Übrigen nicht unbedingt gelesen haben, da der Fall in sich geschlossen ist. Zum Verständnis werden ausreichend Informationen geliefert ohne zu viel zu verraten. Der Lesespaß bleibt also erhalten, wenn man die vorherigen Bücher nicht kennt und noch lesen möchte.
Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven und man lernt dabei auch die Tätersicht kennen. So weiß man als Leser immer ein bisschen mehr und ist dem ermittelnden Team einen kleinen Schritt voraus.
„Wellengrab“ umfasst mehr als 600 Seiten. Das klingt zunächst nach einem langatmigen Wälzer, doch dem ist nicht so. Das Buch ist durchgängig spannend und ich möchte keine einzige Seite davon missen. Stellenweise sind die Beschreibungen schon ziemlich brutal und es wird nicht mit blutigen Details gespart. Aber der Erzählstil insgesamt ist wirklich flüssig und extrem spannend, einfach top.
Anhem greift zudem aktuelle Themen wie Migration und Manipulation durch Medien auf. Er zeigt wie wenig es braucht, um die Grundwerte einer Demokratie zu zerstören. Ein ziemlich erschreckendes, fast dystopisches Szenario.
Nach Beendigung des Buches rätsele ich noch immer über den Titel, den ich als äußerst unpassend empfinde und der sich mir einfach nicht erschließt. Das Original lautet „Generation noll“, frei übersetzt „Generation Zero“, was viel treffender gewesen wäre.
Insgesamt die die Fortsetzung der Reihe einfach perfekt gelungen. Der kleine Cliffhanger am Ende lässt mich hoffen, dass es noch einen weiteren Folgeband geben wird.

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Veröffentlicht am 17.02.2025

Sleepy Horlow - Das Geheimnis des Kummersees

Kummersee
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Nach über 30 Jahren kehrt Lena in ihr Heimatdorf Horlow zurück. Hier im ehemals deutsch-deutschen Grenzgebiet liegt auch der Kummersee, in dem ihr Bruder damals unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. ...

Nach über 30 Jahren kehrt Lena in ihr Heimatdorf Horlow zurück. Hier im ehemals deutsch-deutschen Grenzgebiet liegt auch der Kummersee, in dem ihr Bruder damals unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Lena war damals gerade erst 9 Jahre alt und ist seitdem traumatisiert. Nun soll sie als Polizistin die Vermessungsarbeiten einer Firma begleiten, die hier ein Endlager plant. Dass die kleine Gruppe alles andere als willkommen ist, wird schnell klar. Doch nicht nur die Dorfgemeinschaft steht ihnen feindselig gegenüber, auch Umweltaktivisten haben ihre Zelte dort aufgeschlagen- Schon bald gibt es die ersten Toten und Lena muss sich ihrer Vergangenheit stellen.
Das Buch ist ein absoluter Pageturner. Es geht gleich sehr spannend los mit dem dramatischen Tod von Lenas Bruder Tom. Alles wirkt sehr mysteriös und natürlich möchte man dem Geheimnis auf die Spur kommen. Doch auch die aktuellen Ereignisse, die sich im Ort abspielen sind gekonnt in Szene gesetzt. Dem Autor gelingt es die feindselige Atmosphäre, die im Dorf herrscht gut einzufangen und glaubwürdig zu vermitteln. Zudem passiert ständig etwas und es tauchen immer weitere Rätsel auf. Die Spannung liegt auf einem hohen Niveau und so bleibt es auch bis zum Schluss. Auch die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man praktisch durch das Buch fliegt. Man braucht auch starke Nerven für diesen Thriller, denn an einigen Stellen spart Iver Niklas Schwarz nicht mit den blutigen Details. Aber in einem Thriller darf das gerne so sein.
Kummersee ist eines der Bücher, die schon die Aufmerksamkeit durch das Cover auf sich ziehen. Der See mit den blutgetränkten Bäumen ist ein absoluter Hingucker und macht neugierig. Doch noch mehr konnte mich der Inhalt begeistern. Ein absolut spannendes und fesselndes Thriller-Debüt. Den Namen Iver Niklas Schwarz sollte man sich unbedingt merken.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Spannung bis zur letzten Seite

Der Nachtschattenmann: Thriller
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In ihrem bereits neunten Fall bekommt es die Kölner Rechtsmedizinerin Julia Schwarz mit einem Serienmörder der besonderen Art zu tun. Die erste Tote ist eine junge Frau, die auf den Stufen einer Tanzschule ...

In ihrem bereits neunten Fall bekommt es die Kölner Rechtsmedizinerin Julia Schwarz mit einem Serienmörder der besonderen Art zu tun. Die erste Tote ist eine junge Frau, die auf den Stufen einer Tanzschule aufgefunden wird. In Ihrer Hand hält sie einen kleinen Ballerinaschuh. Trotz der Kälte trägt sie nur ein dünnes Kleid und fast sieht es aus, als ob sie noch tanzen würde. Eine schwarze Mülltüte über dem Kopf verbirgt, dass an ihrem äußeren Erscheinungsbild gearbeitet wurde. Sie wird nicht das letzte Opfer sein…
Wie bei all ihren Thrillern legt Catherine Shepherd einen rasanten Start hin und man wird direkt in die Geschichte hineingeworfen. Es beginnt mit einem spannenden Prolog, der einen sofort an das Buch fesselt. Danach beginnt die eigentliche Story, bei der ständig etwas passiert. Dazu sind die Kapitel angenehm kurz und man fliegt förmlich durch das Buch.
Wie von der Autorin gewohnt gibt es jede Menge Verdächtige und falsche Fährten. Doch irgendwie scheint keiner der Verdächtigen so richtig zu passen und so rätselt man das ganze Buch lang, wer denn der Täter sein könnte und wird am Ende wieder total überrascht. Die Charaktere des ermittelnden Teams sind mir mittlerweile bestens vertraut und ich freue mich immer, wenn ich an den privaten Entwicklungen der einzelnen Figuren teilhaben darf. Diese nehmen aber nur einen kleinen Raum ein, sodass diese nicht stören, sondern das Ganze ein klein wenig auflockern und auch die Figuren sympathischer machen.
Die Spannung ist von Beginn an vorhanden und das hohe Spannungsniveau kann sich bis zur letzten Seite halten. Die Auflösung wie immer schlüssig und es bleiben keine Fragen offen. Schon jetzt freue ich mich auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 24.04.2018

Böse Dinge geschehen

Das Böse in deinen Augen
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Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihr Heimatdorf Gaunt zurück. Hier tritt sie auch eine neue Stelle an und lernt dabei die 11jährige Ellie Atkinson kennen. Ellie lebt ...

Die Kinderpsychologin Imogen Reid kehrt nach dem Tod ihrer Mutter in ihr Heimatdorf Gaunt zurück. Hier tritt sie auch eine neue Stelle an und lernt dabei die 11jährige Ellie Atkinson kennen. Ellie lebt bei einer Pflegefamilie, seit ihre eigene Familie bei einem Brand ums Leben kam. Doch es gibt Gerüchte, Ellie sei eine Hexe. Denn immer, wenn Ellie wütend wird, geschehen böse Dinge.
Imogen hingegen sieht nur ein verängstigtes Mädchen und glaubt nicht, dass Ellie besondere Fähigkeiten hat. Erst als Imogen selbst betroffen ist, kommen ihr doch Zweifel. Sollte sie sich wirklich getäuscht haben?

Nach „Die stille Kammer“ und „Das Mädchen im Dunkel“ nun also der dritte Psychothriller von Jenny Blackhurst. Und wieder versteht es die britische Autorin mit den Gefühlen des Lesers zu spielen und ihn auf falsche Fährten zu locken.
Erzählt wird immer abwechselnd aus der Sicht von Imogen und Ellie. Die 35jährige Imogen hütet selbst ein dunkles Geheimnis, von dem man als Leser erst gegen Ende des Buches erfährt. Deshalb lässt sich anfangs auch so manches Verhalten von Imogen nicht ganz nachvollziehen. Als Psychologin fand ich sie zu unprofessionell, da sie Ellie und deren Gefühle viel zu nah an sich heranlässt.
Ellie selbst hat es auch nicht einfach bei ihrer Pflegefamilie, die aus den Pflegeeltern und deren 15jähriger Tochter, sowie einem weiteren Pflegekind besteht. Die unnatürlichen Dinge, die geschehen, wenn Ellie wütend wird, lassen so manches Mal an „Carrie“ von Stephen King denken. Als Leser fragt man sich natürlich, wie dies all sein kann und sucht verzweifelt nach einer logischen Erklärung.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd und man ist ganz schnell in der Handlung drin. Es gibt falsche Verdächtige und Wendungen. Lediglich der Schluss war nicht so ganz nach meinem Geschmack. Es wird zwar vieles zum Ende hin geklärt, dennoch bleiben so einige Fragen offen und können verschieden ausgelegt werden.

Insgesamt aber ein spannender und auch gut erzählter Psychothriller, den ich gerne weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Back to the eighties

Tainted Love
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„Tainted love“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe, die in den 80er Jahren angesiedelt ist. Dabei besticht das Buch vor allem durch seine gekonnt eingefangene Stimmung der damaligen Zeit.
Sommer 1986. ...

„Tainted love“ ist der Auftakt zu einer Krimireihe, die in den 80er Jahren angesiedelt ist. Dabei besticht das Buch vor allem durch seine gekonnt eingefangene Stimmung der damaligen Zeit.
Sommer 1986. Ein kleiner Ort in Nordhessen, nahe der damaligen Grenze zu der noch existierenden DDR. Durch den gesunkenen Wasserspiegel wird ein luxuriöser Wagen in einem See entdeckt, der hier schon mehrere Jahrzehnte gelegen haben muss. Wer hat ihn versenkt? Und was ist mit dem Fahrer geschehen? Fragen, denen die Journalistin Christine Lehmann und der Bibliothekar Martin Ritter unbedingt nachgehen wollen.
Der Einstieg in das Buch ist wirklich gelungen. Schon nach wenigen Seiten taucht man ab in die Welt der 80er Jahre. Gekonnt werden Ereignisse und Songs von damals in die Geschichte eingebunden und so vermischt sich das Setting mit den (falls vorhandenen) eigenen Erinnerungen und Erlebnissen. Natürlich war damals nicht alles gut, es wurde viel zu viel geraucht, es gab das Waldsterben und Tschernobyl lässt grüßen. Doch auf mich wirkte das Buch herrlich entschleunigend und ich war total begeistert von den Beschreibungen, die mit viel Liebe zum Detail in die Handlung eingebracht wurden. Der Kriminalfall selbst war nicht ganz so spektakulär. Anfänglich vermisste ich die Spannung, doch mit der Zeit ergeben sich immer wieder neue Rätsel und die Spannung stieg etwas an.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Martin und die Journalistin Christine. Beide hatten sich zu Beginn der 80er Jahre kennengelernt, in einer Nacht, in der die Tochter einer Freundin Christines verschwunden ist. Die Beziehung zwischen den beiden dümpelt seither vor sich hin und nimmt auch in dem Buch viel Raum ein. Die Figuren sind ziemlich unterschiedlich, Martin ist der ruhige und zögerliche Typ, während Christine eher energisch wirkt. Beide sind aber sehr sympathisch.
Auch der Schreibstil ist außergewöhnlich gut und flüssig, man fliegt förmlich durch die Seiten
Das Ende und somit die Auflösung kamen dann ziemlich schnell. Einige Punkte blieben noch ungeklärt und liefern damit eine Basis für den Folgeband „Sweet Dreams“ der 2027 erscheinen soll.
Für mich war „Tainted love“ ein sehr unterhaltsames Buch, das gekonnt das Flair der 80er Jahre einzufangen weiß. Der Schreibstil ist hervorragend, nur der Kriminalfall selbst war leider etwas dünn und bot zu wenig Spannung.

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