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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2018

Ein Prinz für Mama

Ein Weihnachtsmann fürs Leben
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Angela Ochel hat hier einen ganz reizenden Weihnachtsroman rund um die kleine Luisa geschrieben, die mit kindlichem Ernst und 7 Euro in der Tasche klammheimlich zum Kaufhaus Wunder läuft, um ihrer Mutter ...

Angela Ochel hat hier einen ganz reizenden Weihnachtsroman rund um die kleine Luisa geschrieben, die mit kindlichem Ernst und 7 Euro in der Tasche klammheimlich zum Kaufhaus Wunder läuft, um ihrer Mutter zu Weihnachten eine Prinzen zu kaufen. 

Sie ist ziemlich kess, dabei treffen ihre naiven Fragen doch oft genau den Punkt und bringen die Erwachsenen zum Nachdenken. Allerdings gibt es da noch den bösen Geschäftsführer, der die ganze Belegschaft tyrannisiert und nun an Luisa ein Exempel statuieren will. Der Schuss geht nach hinten los und stürzt alle und alles in heilloses Durcheinander....

Das Ende löst sich in heiteres Wohlgefallen auf und lässt den Leser mit einem zufriedenen Lächeln zurück.

Was will man mehr von einem Weihnachtsmärchen?

Veröffentlicht am 28.05.2018

Die weisse Frau

Funkenflug
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Dieses Buch ist kein rein historischer Liebesroman, denn die Autorin lässt die englische Journalistin Faye auf den Spuren der Ahnin ihres Lebensgefährten wandeln und bedient sich dafür spannender Rückblicke ...

Dieses Buch ist kein rein historischer Liebesroman, denn die Autorin lässt die englische Journalistin Faye auf den Spuren der Ahnin ihres Lebensgefährten wandeln und bedient sich dafür spannender Rückblicke in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Clara Henriette heißt die Vorfahrin, die ein bewegtes Leben hatte. Als blutjunge Adlige muss sie ihre Pflicht erfüllen und kann nicht den Mann ihres Herzen heiraten. Viele Jahre später kommt sie hinter ein Komplott, das sie in die Arme ihres geltungssüchtigen Ehemanns getrieben hat. "Funkenflug" dient in meinen Augen einfach nur der Unterhaltung und hat keinen Anspruch auf Authentizität. Der Leser fiebert und leidet mit der jungen Frau, ist empört über die zu erleidenden Ungerechtigkeiten und hofft bis zuletzt auf ein gutes Ende. Ich glaube, das Buch hätte mir ohne die Ausflüge in die Gegenwart und damit verbunden mit dem nichtssagenden Schicksal Fayes, die einfach viel zu gut für diese Welt ist, besser gefallen.

Veröffentlicht am 15.05.2018

Zueinanderfinden

Die andere Schwester
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Mit Begeisterung habe ich Kristin Hannahs Bestseller "Die Nachtigall" verschlungen. Deswegen bin ich darum an "Die andere Schwester"  mit entsprechend hohen Erwartungen herangegangen. Wieder handelt es ...

Mit Begeisterung habe ich Kristin Hannahs Bestseller "Die Nachtigall" verschlungen. Deswegen bin ich darum an "Die andere Schwester"  mit entsprechend hohen Erwartungen herangegangen. Wieder handelt es sich um zwei absolut ungleiche Schwestern, die während der Kindheit wenig Zuwendung von der Eltern bekamen. Meghann hat sich zur Karrierefrau gemausert. Sie ist eine knallharte Staranwältin, von Ehrgeiz zerfressen, doch innerlich vereinsamt. Alkohol, Tabletten, Psychotherapie, sowie wahlloser Sex helfen ihr, die innere Leere zu ertragen. Claire dagegen führt ein ausgeglichenes Leben als alleinerziehende Mutter und Besitzerin eines malerischen Camping Ressorts. Die Beziehung zwischen den beiden besteht eigentlich nur pro forma aus Pflichttelefonaten. Das ganze dicke Buch handelt nun von der Annäherung zwischen den beiden und auch von der ganz grossen Liebe. Natürlich ist der Weg mit Schwierigkeiten gepflastert und eine lebensgefährliche Krankheit bringt sehr große Emotionen ins Spiel, die auf die Tränendrüse drücken.

Kristin Hannah hat wieder einen großen, mitreißenden Roman verfasst, der allerdings "Der Nachtigall" nicht das Wasser reichen kann.

Veröffentlicht am 10.05.2018

Ella wird glücklich

Das weiße Blut der Erde
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Der Roman beginnt Ende des 19.Jahrhunderts in Hamburg. Ella Kaltenbach ist eine sehr fähige Krankenschwester. Ihre Eltern leben in ordentlichen Verhältnissen, allerdings besser, als es der Kapitänsberuf ...

Der Roman beginnt Ende des 19.Jahrhunderts in Hamburg. Ella Kaltenbach ist eine sehr fähige Krankenschwester. Ihre Eltern leben in ordentlichen Verhältnissen, allerdings besser, als es der Kapitänsberuf des Vaters normalerweise ermöglichen würde. Beim plötzlichen Tod des Vaters stellt sich heraus, dass er jahrelang ein Geheimnis gehütet hat, das ihm regelmäßige Geldzuwendungen beschert hat, und Ella muss zu ihrem Schrecken erfahren, dass sie ein adoptiertes Kind aus einer britischen Kolonie ist. Sie begibt sich auf eine gefährliche Reise nach Malaya, um ihren leiblichen Vater zu finden.

Wie zu erwarten, ist die Suche geheimnisvoll und lebensgefährlich. Die Zustände in Malaysia werden stark idealisiert dargestellt, so dass man nachvollziehen kann, dass sich die Protagonistin in einen Einheimischen verlieben kann. Wenn man keine großen Ansprüche auf Authentizität hat, sondern sich von einem Roman einfach nur unterhalten lassen möchte, dann ist man mit diesem Buch von Tara Haigh bestens bedient. Sie versteht es, spannend zu erzählen und Romantik unter fremder Sonne zu schildern. Auch wenn mir selbst die Story ein wenig zu haarsträubend war, so habe ich das Buch dennoch gern gelesen. Außerdem hat mir das bildschöne Cover sehr gut gefallen und auch der Druck auf strahlend weißem Papier ist sehr angenehm.

Veröffentlicht am 10.05.2018

Seelenkummer

Sommernachtstod
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Vera/Veronica, die Protagonistin in "Sommernachtstod" ist ganz und gar nicht sympathisch. Als Teenager musste sie erleben, wie ihr kleiner Bruder spurlos verschwand und nie wieder auftauchte. Doch es ...

Vera/Veronica, die Protagonistin in "Sommernachtstod" ist ganz und gar nicht sympathisch. Als Teenager musste sie erleben, wie ihr kleiner Bruder spurlos verschwand und nie wieder auftauchte. Doch es gibt viele Gründe, warum sie in die Stadt zieht, sobald es ihr vom Alter her möglich ist. Sie macht dort eine Ausbildung zur Trauertherapeutin. Die Geschichten der Trauernden geben ihr insgeheim einen Kick, ebenso wie Drogen und Alkohol. Eine unglückliche Liebesgeschichte lässt sie sogar zur Stalkerin werden. Es kommt zum Totalabsturz, von dem sie sich erst langsam erholt. Ein neuer Patient in ihrer Trauergruppe reißt alte Wunden wieder auf. Er macht Andeutungen zu ihrem verschwundenen Bruder, sieht ihm in gewisser Weise sogar ähnlich. Sie beginnt selbst mit Nachforschungen, aber das Dorf, eine eingeschworene Gemeinschaft rund um ihren dominanten Onkel, macht es ihr nicht einfach...

Die Geschichte braucht lange, bis sie in Fahrt kommt. Der Erzähler hat ein gutes Auge für Details und kann viel Unausgesprochenes zwischen die Zeilen legen. Man braucht einfach Geduld, um sich auf den Roman einzulassen, der aber gegen Ende in dunkler Gewitternacht einen atemlosen Schlussspurt hinlegt. Mir fehlt irgendwie ein Sympathieträger und die erste Hälfte des Buches hätte für mich mehr Schwung haben können. Aber ansonsten bleiben die Familiengeheimnisse fast bis zum Schluss gewahrt und die Auflösung ist überraschend. "Sommernachtstod" entspricht vielleicht nicht ganz dem gängigen Skandinavien-Krimi-Klischee, aber weiß doch auf seine Art zu fesseln.