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Veröffentlicht am 31.07.2018

Indianer Jones trifft auf These broken Stars

Undying – Das Vermächtnis
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„Wir werden unsere Geschichte den Sternen erzählen und somit niemals sterben – wir werden die Unsterblichen sein. Vielleicht werden nur die Sterne uns hören, bis wir nichts als eine Erinnerung sind. Doch ...

„Wir werden unsere Geschichte den Sternen erzählen und somit niemals sterben – wir werden die Unsterblichen sein. Vielleicht werden nur die Sterne uns hören, bis wir nichts als eine Erinnerung sind. Doch eines Tages wird eine Spezies die von uns hinterlassene Macht entdecken – und sie wird geprüft werden, denn manchen Dinge sollten verborgen bleiben. Manche Geschichten unausgesprochen. Manche Worte ungesagt.“

Auf einem verlassenen Planeten begegnen sich Jules und Amelia. Er ist doch als Forscher und sie als Plünderin. Überall sonst hätten sie sich gehasst, aber hier sind sie aufeinander angewiesen. Zusammen beginnen sie die Reise zu einem Tempel, um dort eine vergessene Technologie zu finden. Beide haben unterschiedliche Missionen und Ziele. Können sie einander in dieser Zweckgemeinschaft trauen?

Von dem Autorenduo habe ich bereits „These broken Stars“ gelesen. Das Buch fand ich ganz nett, aber hier konnte ich nicht sonderlich den Hype verstehen. Hier hat mir irgendwie die Handlung gefehlt. Da der Klappentext von „Undying – Das Vermächtnis“ spannend klang, wollte ich den Autorinnen gerne noch eine Chance geben. Die Geschichte beginnt zunächst recht ähnlich. Wieder sind zwei Personen – ein Junge und ein Mädchen – alleine auf einem verlassenen Planeten. Einer kennt sich mit den Begebenheiten besser aus und ist gut im Überlebenstraining.

Als die beiden zu dem Tempel finden erinnert die Geschichte eher an Indianer Jones. Der Zugang ist voller Rätsel und Fallen. Dieser Aspekt ist zwar eine schöne Abwechslung, jedoch machen diese Rätsel über die Hälfte des Buches aus. So unterschiedlich sie auch sind, wurden sie mir irgendwann langweilig. Ich hätte gerne noch irgendetwas anderes gehabt. So hat für mich die Spannungskurve recht bald angenommen und konnte auch nur zum Ende hin leicht gesteigert werden.

Wer vom Stil her „These broken Stars” mochte, der wird auch dieses Buch mögen. Einige Parallelen gibt es zwischen beiden Reihen, jedoch sind auch einige neue Aspekte dazugekommen. Für mich war zwar der Schreibstil und die Charaktere angenehm, jedoch war mir die Handlung zu dürftig.

Veröffentlicht am 17.07.2018

Was finden die beiden nur aneinander?

King of New York
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Es kommt selten vor, aber vor diesem Buch hatte ich eigentlich gar keine Erwartungen an die Geschichte. Ich kannte weder die Autorin noch hat ich vorher etwas über das Buch gehört. Noch außergewöhnlicher ...

Es kommt selten vor, aber vor diesem Buch hatte ich eigentlich gar keine Erwartungen an die Geschichte. Ich kannte weder die Autorin noch hat ich vorher etwas über das Buch gehört. Noch außergewöhnlicher ist, dass ich trotz fehlender Erwartungen dennoch von dem Buch enttäuscht wurde.

Als „King of New York“ bezeichnet sich Max King. Er ist sehr reich und es gewohnt, dass er seinen Willen bekommt. Neuerdings kümmert er sich an seinen Feierabenden um seine Tochter, die bei ihm eingezogen ist. Sei Privatleben trennt er dabei strikt von seinem Berufsleben – bis er auf seine neue Mitarbeiterin Harper trifft, die ihn um den Verstand bringt.

Harper ist eine ambitionierte, junge Frau, die gerne einmal ein Lob von ihrem Chef hören würde. Neben ihrem Job hat sie quasi kein Privatleben mehr. Somit frustriert es sie umso mehr, dass Max nicht die Arbeit zu sehen scheint, die sie erledigt. Als die Geschichte beginnt, können sich Harper und Max nicht sonderlich gut leiden. So wie die beiden sich verhalten, kann ich gut nachvollziehen, dass die beiden nicht miteinander auskommen.

Von einem auf den anderen Moment ändert sich ihr Verhältnis. Bereits nach wenigen Kapiteln fangen die beiden ein Verhältnis an und können nicht mehr voneinander lassen. Dieser Sinneswandel war für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Es werden hier keine Gründe geliefert, was sie aneinander mögen und es gibt auch keinen richtigen Hinweis, warum sich plötzlich ihr zuvor rein geschäftliches Verhältnis ändert.

So Wendungen, die nicht nachvollziehbar waren, gab es in meinen Augen häufiger. Das fand ich sehr schade, weil die Geschichte zwischenzeitlich echt gut war. Als alleinerziehender Vater und Geschäftsmann ist es mit Sicherheit nicht leicht. Lange Arbeitstage im Büro müssen mit gemeinsamen Abendessen, Gesprächen über Schulfreunde und Einkaufsausflügen für Abschlussballkleider in Einklang gebracht werden. Es gibt bis dato noch nicht so viele Bücher, die einen solchen Blickwinkel darstellen und das hat mich fasziniert.

Auch wenn die Thematik eigentlich spannend war, haben mich die Charaktere und die unplausiblen Wendungen enttäuscht. Es könnte so eine schöne, gefühlvolle Geschichte sein, wenn die Handlungen der Figuren nachvollziehbar wären. Dieser Aspekt war für mich leider nicht durch die anschauliche Sprache und die interessanten Denkansätze ausgeglichen werden.

Veröffentlicht am 13.07.2018

Ein Tagtraum, der geplatzt ist

Wenn die Sterne Schleier tragen
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„Sie hatte sich in mein Herz gespielt. Mit jedem Tag, ja mit jeder Minute, die verging, verfiel ich ihr ein klein wenig mehr – es abzustreiten wäre sinnlos gewesen. In ihrer Gegenwart konnte ich kaum atmen. ...

„Sie hatte sich in mein Herz gespielt. Mit jedem Tag, ja mit jeder Minute, die verging, verfiel ich ihr ein klein wenig mehr – es abzustreiten wäre sinnlos gewesen. In ihrer Gegenwart konnte ich kaum atmen. Sie berührte meine Seele auf eine Weise, die ich mir nicht erklären konnte. Dieses Mädchen hatte die Macht, mit einem einzigen Wort meine ganze Welt zum Einsturz zu bringen.“

Auch wenn ich mittlerweile erwachsen bin, träume ich auch manchmal von pompösen Kleidern und Kronen. Egal wie alt ich bin, gibt es doch noch diese kleine Prinzessin in mir. Das Leben einer Prinzessin ist bestimmt nicht immer schön, aber in einem Tagtraum wirkt das Leben einfach fabelhaft. Wie schön ist es daher, manchmal in eine märchenhafte Geschichte einzutauchen und den eigenen Alltag durch den einer Prinzessin zu tauschen.

Bei „Cecilia – Wenn die Sterne Schleier tragen“ wird der Leser in ein Europa der Zukunft entführt. Hier soll Cecilia den Thronfolger heiraten, obwohl sie ihn noch gar nicht kennt. Mit viel Widerwillen reist sie mit ihrer Familie an den Königshof um den Prinzen – und seinen Bruder Elias – kennenzulernen. Obwohl sie schon Prinz Noran versprochen ist, bekommt sie Elias nicht aus dem Kopf. Wäre ihre innere Zerrissenheit nicht schon genug, kommen noch Intrigen im Palast, eine eifersüchtige Schwester und weitere Probleme auf sie zu.

Von dem Klappentext her hat mich die Geschichte etwas an „The Selection“ erinnert. Ich liebe diese Reihe einfach und habe sie schon mehrfach gelesen. Natürlich ist es unfair zwei Reihen direkt miteinander zu vergleichen, aber ich kann definitiv versprechen, dass ich Cecilia eine faire Chance gegeben habe.

In die Geschichte bin ich gut eingetaucht. Es gibt keine lange Einleitung, sondern die Geschichte startet sofort, was mir sehr gut gefallen hat. Cecilia ist zwar noch sehr jung, aber wirkt relativ für reif. Sie versteht nicht, warum sie Noran heiraten soll, aber denkt hier zunächst an ihre Familie. Zunächst habe ich gedacht, dass sie so aus einem Pflichtgefühl heraus handelt. Jedoch ist mir im späteren Verlauf aufgefallen, dass sie scheinbar nicht sonderlich reflektiert ist. Mir hat Tiefe in ihrem Charakter gefehlt. So häufig wird bei ihr nur an der Oberfläche gekratzt, aber ihre tiefergehenden Motive werden nicht erklärt.

Wenn ein Klappentext Intrigen im Palast verspricht, dann erhoffe ich mir davon, dass es eine Veränderung oder vielleicht sogar eine Rebellion gibt. Was ich nicht erwarte ist, dass die Geschichte erst auf den letzten Seiten so richtig ins Rollen kommt. Mir ist zwar bewusst, dass dies erst der Auftakt einer Reihe ist, jedoch möchte ich hier schon in die Handlung eingeführt werden und eine Idee haben, was alles noch in dem nächsten Teil passieren kann.

Von der Idee her, war die Geschichte auf den ersten Blick nichts Neues. Ich hatte diese wunderschöne Vorstellung, dass ich mit diesem Buch in ein Schloss entführt werde, eine einzigartige und abwechslungsreiche Geschichte lese. Dieser Tagtraum ist leider geplatzt. Ich bin zwar in ein Schloss entführt worden, jedoch war die Handlung ziemlich zäh und der Charakter noch nicht ganz ausgereift. Die Sprache ist zwar unterhaltsam, aber für mich war dies leider nicht ausreichend. Mein Ausflug an den Königshof wird damit wohl enden und ich werde zurück in die Realität kehren.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Eine schwerwiegende Entscheidung

Immerwelt - Der Anfang
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„Ich möchte einfach ganz allein und ohne Einmischung von anderen eine Entscheidung treffen. Das ist alles.“ „Das kannst du doch. Genau jetzt, in diesem Moment. Und du konntest es gestern und vorgestern ...

„Ich möchte einfach ganz allein und ohne Einmischung von anderen eine Entscheidung treffen. Das ist alles.“ „Das kannst du doch. Genau jetzt, in diesem Moment. Und du konntest es gestern und vorgestern und vorvorgestern. Egal, wo du bist oder was du tust, du hast immer die Freiheit zu wählen.“

In einer Wirklichkeit kämpfen zwei Welten, Myriad und Troika, gegeneinander. So muss sich jeder Mensch in seinem ersten Leben entscheiden, in welcher Welt er sein Zweitleben verbringen möchte. Für Tenley ist dies eine sehr schwierige Entscheidung, da ihre Eltern darauf bestehen, dass sie sich Myriad anschließt und ihre Entscheidung so viel mehr Einfluss hat, auf den Kampf der Welten, als die Entscheidung eines anderen Menschen. Wie soll sie da eine freie, eigenständige Entscheidung treffen?

Wahrscheinlich musste jeder schon einmal eine schwere Entscheidung treffen, die auch nicht nur Auswirkungen auf das eigene Leben hatte. Da helfen zum Teil Pro-und-Kontra-Listen, Gespräche oder spontane Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Das Thema betrifft somit jeden irgendwann einmal und ich fand es auch sehr interessant, dass es einmal Mittelpunkt eines Buches wird. Zudem fand ich das Weltenszenario sehr faszinierend. Mir ist zwar nicht klar geworden, warum sich die beiden Welten im Krieg befinden, aber dass jeder Mensch zwei Leben hat und die Entscheidungen des Ersten das Zweite beeinflussen hat etwas für sich.

Neben der Grundidee ist auch die Sprache wirklich faszinierend. Hier werden immer wieder Zahlen aufgegriffen. Tenley sieht drei Sachen und denkt über die Zahl drei nach. Die Dreifaltigkeit oder dass es die einzige Zahl ist, die genauso groß ist wie die Sommer der vorherigen Zahlen. Diese kleinen Vergleiche oder Gleichungen fand ich immer interessant. Das hat die Geschichte etwas, besonders gemacht.

Ein Problem hatte ich bei dem Buch jedoch, dass die Geschichte quasi nur von dem inneren Konflikt von Tenley handelt. So faszinierend das Thema auch ist, möchte ich bei einem Buch nicht immer das gleiche lesen, sondern auch eine Entwicklung miterleben und eine abwechslungsreiche Handlung haben. Es soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass das ganze Buch nur aus Abwägungen besteht, aber es kommt immer alles auf dieses Thema zurück.

Auch wenn das Welten-Konstrukt neuartig ist und die Sprache faszinierende Elemente hatte, konnte das in meinen Augen nicht die fehlende Handlung ausgleichen. Die vielen Längen haben mir das Leseerlebnis so zäh werden lassen, dass ich teilweise keine Lust hatte weiterzulesen. Mein Ausflug in die Immerwelt wird daher nach diesem Buch enden, obwohl es noch eine Fortsetzung gibt. Hier gibt es andere Welten, in die meines Erachtens nach ein Besuch viel lohnenswerter ist.

Veröffentlicht am 08.05.2018

Vicious Love, aber leider keine Liebe von meiner Seite aus

Vicious Love
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„Meine Großmutter sagte mir einmal, dass Liebe und Hass ein und dasselbe Gefühl seien, nur unter verschiedenen Vorzeichen erlebt. Bei beiden empfindet man Leidenschaft. Und Schmerz. Diese merkwürdige Empfindung, ...

„Meine Großmutter sagte mir einmal, dass Liebe und Hass ein und dasselbe Gefühl seien, nur unter verschiedenen Vorzeichen erlebt. Bei beiden empfindet man Leidenschaft. Und Schmerz. Diese merkwürdige Empfindung, die sich wie Champagnerbläschen in der Brust anfühlt? Dito. Ich glaube ihr nicht, bis ich Baron Spencer traf und er zu meinem Albtraum wurde.“

Emilia und Vicious kennen sich aus ihrer Jugend. Sie haben quasi im gleichen Haus gewohnt, sind zur gleichen Schule gegangen und konnte sich dennoch nie ausstehen. Einige Jahre später begegnen sich die beiden wieder. Auch jetzt können sie sich noch nicht leiden, dennoch können sie sich auch nicht fernbleiben. Da Emilia Geld benötigt, um Medikamente für ihre kranke Schwester zu finanzieren, ist sie sehr versucht für den stinkreichen Vicious zu arbeiten. Werden die beiden einen Weg finden miteinander auszukommen oder werden sie sogar der Anziehung nachgeben?

Hass und Liebe sind beides so starke Emotionen, dass ich eigentlich als Leser erwarte auch ein bisschen von diesen Gefühlen beim Lesen zu empfinden. Bei anderen Büchern habe ich das definitiv. Es ist nicht so, dass ich beim Lesen ein gefühlloser Stein bin. Bei diesem Buch ist es mir jedoch nicht gelungen, eine wirkliche Beziehung zu den Charakteren aufzubauen und mit ihnen zu fühlen.

Vicious ist wirklich kein sympathischer Charakter. Er ist reich, rücksichtslos und benutzt andere Menschen. Normalerweise verstehe ich im Laufe eines Buches, warum Figuren so kalt sind und kann mit ihnen mitfühlen. Hier wurden zwar ein paar Verhaltensweisen erklärt, aber nicht alle Erklärungen waren für mich schlüssig. Andere Verhaltensweisen sind für mich auch ungeklärt geblieben, sodass Vicious für mich ein unverständlicher Charakter geblieben ist. Das fand ich sehr schade.

Ein weiteres Problem hatte ich damit, wie Emilia dargestellt wird. Als Charakter ist sie eigentlich ganz in Ordnung und sie hat auch liebenswerte Wesenszüge, aber ich habe Probleme damit, wenn eine Frau sehr stark objektiviert wird. Gleichberechtigung ist noch nicht in allen Bereichen vollständig angekommen, aber ich finde es einfach nicht schön, wenn eine Figur als Besitz bezeichnet wird. Von dem ersten Moment an meint Vicious, dass Emilia ihm gehört. So Aussagen haben mich wirklich sauer gemacht.

Der Schreibstil ist hingegen sehr gut. Das Buch ist fesselnd geschrieben, sodass es sich schwer aus der Hand legen lässt. Auch wenn ich mit den Personen und dem Bild der Frau in der Geschichte nicht ganz einverstanden bin, kann ich doch verstehen, wenn es einen Nächte durchlesen lässt. Für mich ist die Reihe wohl nicht die richtige.

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