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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2018

Kommt nicht ganz an die anderen Bücher der Autorinnen heran

Dating you, hating you - Hoffnungslos verliebt
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„Wie jeder weibliche Single meines Alters habe ich schon sämtliche Aufreiß-Szenarien durch, von der Bar bis zum Buchclub und alles Mögliche dazwischen. Ich hatte viele spektakuläre schlechte One-Night-Stands ...

„Wie jeder weibliche Single meines Alters habe ich schon sämtliche Aufreiß-Szenarien durch, von der Bar bis zum Buchclub und alles Mögliche dazwischen. Ich hatte viele spektakuläre schlechte One-Night-Stands und habe mehr als genug Dating-Portale ausprobiert.“

Von dem Autoren-Duo Christina Lauren habe ich schon einige Bücher gelesen und mag ihren Stil. Egal ob im Genre der Erotik oder der Liebe, sie schreiben jedes Mal faszinierende, gefühlvolle Bücher. Da war für mich keine Frage, ob ich auch ihr neues Buch lesen möchte.

Hier wird der Leser in die Welt des Filmgeschäfts entführt. Evie ist Agentin für viele berühmte Schauspieler. Eine Beziehung passt da nicht in ihren Tagesablauf. Als ihre Freunde sie mit Carter verkuppeln wollen, ist sie von ihm begeistert. Das alles ändert sich, als Carter nach einer Fusion ihr Kollege wird und sie in einem Wettbewerb stehen.

Evie als Person fand ich sehr faszinierend. Sie arbeitet in einer Branche, in der Frauen nach wie vor benachteiligt werden. Ihre Lösung ist daher noch härter zu arbeiten. Sie ist selbstbewusst, humorvoll und ein echtes Organisationstalent. Ich habe ihr ein Happy End von ganzem Herzen gewünscht.

Carter im Gegensatz zu Evie häufig eher farblos und weniger nachvollziehbar. Er ist sehr weltgewandt, dennoch nimmt er nie war, dass Frauen und Männer nicht gleichberechtigt sind. Ihm scheint dieses Thema sehr wichtig zu sein, dennoch wirkt er hier sehr naiv. In seinem Verhalten war er zum Teil ambivalent, sodass ich ihn nicht einschätzen konnte.

Die Idee zu der Liebesgeschichte klang so schön. Sie enthält Neckereien und kleine Streiche, die die Beziehung auflockern. Aber hier fehlten ein paar Emotionen und der Tiefgang. Mir fehlte die Phase, in der sich beide richtig kennenlernen und sich ineinander verlieben. Gefühlt geht es hier von null auf hundert in drei Sekunden.

Im Vergleich zu anderen Geschichten der Autorinnen schneidet dieses Buch etwas schlechter ab. Andere Bücher sind hier deutlich gefühlvoller und stärker. Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Wo bleiben die Emotionen?

I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich
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„Du bist Payton. Und du bist gleichzeitig hier, an diesem Pult. Du denkst an das, was der Regisseur vorhin gesagt hat: Mit Geräuschen. Wie er das Wort betont hat. Als wären Geräusche wichtiger als korrekte ...

„Du bist Payton. Und du bist gleichzeitig hier, an diesem Pult. Du denkst an das, was der Regisseur vorhin gesagt hat: Mit Geräuschen. Wie er das Wort betont hat. Als wären Geräusche wichtiger als korrekte S-Laute. Du denkst, dass du beim Würgen keine S-Laute brauchst. Du denkst, dass es um alles geht.“

Mir ist schon häufiger bei Filmen aufgefallen, dass die Tonspur zu den Bildern passt – egal in welcher Sprache ich den Film schaue. Jedes Mal bin ich davon fasziniert und habe mich schon häufiger gefragt, wie das alles funktioniert. Liegt es an den übersetzten Texten oder an den Synchronsprechern? In der Leserprobe ging es viel um die Technik und in den ersten beiden Kapiteln wurde auch ein Einblick in die Arbeit gewährt. Daher wollte ich gerne das Buch lesen. Einmal mag ich gerne Liebesromane und außerdem wollte ich gerne mehr über den Beruf erfahren.

In dem Buch geht es um Lilly, die als Schülerin einer Schauspielschule dazu ausgewählt wird in einem Hollywood-Film eine Rolle zu synchronisieren. Ihr Film Partner Ben ist nicht sonderlich begeistert von ihr. Er hat mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, da er sich ohne eine Ausbildung, auf sich alleine gestellt durch die Welt schlagen muss. Da sie zusammenarbeiten müssen, versuchen sie miteinander auszukommen. Schnell wird daraus jedoch mehr…

Aus dem Klappentext ging nicht hervor, dass Ben ebenfalls eine große Rolle in der Geschichte einnehmen wird. Tatsächlich ist etwa die Hälfte der Geschichte aus seiner Sicht geschrieben, sodass die Gesamtatmosphäre deutlich düsterer wird.

Ich hatte kein Problem damit, dass das Buch etwas anders war, als erwartet. Was mich massiv gestört hat, ist die Tatsache, dass Emotionen und Motive gefehlt haben. Es wird hier eine Liebesgeschichte beschrieben. Da möchte ich auch gerne mitbekommen, dass die beiden Personen sich verlieben. Für mich war es eher so, dass irgendwann einfach gesagt wird, dass sie aufeinander stehen und miteinander gehen. Davon habe ich eigentlich nichts mitbekommen und das finde ich sehr schade. Das hätte in meinen Augen so nicht sein müssen. Die Beziehung war für mich dadurch auch nicht nachvollziehbar.

Ein bisschen was habe ich durch das Buch über die Arbeit eines Synchronsprechers mitbekommen. Das hat mich sehr gefreut. Ansonsten war die Geschichte eher flach und Emotionen ließen zu wünschen übrig. Für mich war das Buch leider eine Enttäuschung.

Veröffentlicht am 15.08.2018

Einfach nur merkwürdig

Der Stoff, aus dem Träume sind
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Bei diesem Buch ist, meines Erachtens nach, der Klappentext sehr irreführend. Dadurch waren zu Beginn meine Erwartungen ganz anders als die tatsächliche Geschichte. Somit musste ich mich zunächst einmal ...

Bei diesem Buch ist, meines Erachtens nach, der Klappentext sehr irreführend. Dadurch waren zu Beginn meine Erwartungen ganz anders als die tatsächliche Geschichte. Somit musste ich mich zunächst einmal umorientieren und auf die ganz andere Handlung einstimmen.

Das Buch erzählt die Geschichte zweier Frauen. Zum einen ist es Claires Geschichte, die in England in der Nachkriegszeit in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Ihr Vater hat ihren Bruder misshandelt, sodass sie ihren Bruder großgezogen hat. Schon früh hat sie angefangen Kleider zu schneidern und zu entwerfen. 60 Jahre später trifft sie auf Vivien, die Mutter eines kleinen Jungen ist und vertraut sich ihr an. Vivien selber muss sich ihre beruflichen Träume noch erfüllen. Von ihr handelt der zweite Handlungsstrang. Kann ihr dabei die Erfahrung von Claire helfen?

Der Start in das Buch ist mir nicht leicht gefallen. Ich musste erst meine Erwartungen anpassen und mich an die Personen gewöhnen. Claire ist für mich kein Charakter, der auf den ersten Blick sympathisch ist. Sie ist ruppig und nicht sehr liebevoll. Erst durch ihre Rückblenden ist sie mir verständlicher geworden. Ihre Kindheit war definitiv nicht leicht und erklärt viele ihrer Wesenszüge. Die Nachkriegszeit wird dabei sehr gut und authentisch beschrieben. Wer sich auf einen reinen Wohlfühlroman freut, sollte das Buch nicht lesen. Diese Zeit ist nämlich nicht immer schön und hält die ein oder andere Tragödie bereit.

Vivien war mir noch schwerer greifbar. Sie ist Psychologin und analysiert einfach jeden Menschen. Dabei fällt es ihr bei sich selber extremst schwer, auch nur die kleinste rationale Entscheidung zu treffen. Sie steht sich bei allem im Weg und nimmt keine Ratschläge an. Für mich was sie da so häufig einfach so widersprüchlich, dass ihr Charakter mir nicht greifbar und nicht schlüssig war. Beispielsweise hat sie jahrelang keine Beziehungen zu Männern und dann lässt sie sich auf einen Mann ein, den sie seit wenigen Tagen kennt. Das passt für mich nicht zusammen. Wenigstens durchläuft sie zum Ende hin eine Veränderung.

Eine solche Veränderung habe ich mir auch bei Claire gewünscht. Sie erzählt zwar ihre Geschichte und öffnet sich gegenüber Vivien, aber ihr Charakter bleibt der gleiche und ihre Wunden aus der Vergangenheit sind nicht verheilt. Durch ein relativ offenes Ende kann sich der Leser zwar ausmalen, dass sich ihr Leben verbessert und sie glücklicher wird, aber auf den Seiten steht nichts davon.

Als ich auf der letzten Seite angekommen war, war ich überrascht. Ich hätte mir so viel mehr noch gewünscht. Für mich sind noch so viele Fragen offen geblieben, dass mir das Ende viel zu abrupt kam. Es ist mir auch nicht klar, was mir die Geschichte eigentlich sagen möchte. Aus den meisten Büchern kann man in der Regel irgendetwas mitnehmen. So Weisheiten wie „jeder Topf findet seinen Deckel“ oder „die Zeit heilt alle Wunden“. Hier fehlt mir irgendeine Botschaft. Ich bin einfach nur verwirrt.

Für mich war die Lektüre von „Der Stoff aus dem Träume sind“ einfach nur merkwürdig. Die Geschichte war anders als erwartet, die Personen nicht schlüssig und das Ende reißt den Leser komplett aus der Handlung heraus. Das einzig Positive waren für mich die Rückblenden und die authentische Darstellung der Nachkriegszeit.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Indianer Jones trifft auf These broken Stars

Undying – Das Vermächtnis
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„Wir werden unsere Geschichte den Sternen erzählen und somit niemals sterben – wir werden die Unsterblichen sein. Vielleicht werden nur die Sterne uns hören, bis wir nichts als eine Erinnerung sind. Doch ...

„Wir werden unsere Geschichte den Sternen erzählen und somit niemals sterben – wir werden die Unsterblichen sein. Vielleicht werden nur die Sterne uns hören, bis wir nichts als eine Erinnerung sind. Doch eines Tages wird eine Spezies die von uns hinterlassene Macht entdecken – und sie wird geprüft werden, denn manchen Dinge sollten verborgen bleiben. Manche Geschichten unausgesprochen. Manche Worte ungesagt.“

Auf einem verlassenen Planeten begegnen sich Jules und Amelia. Er ist doch als Forscher und sie als Plünderin. Überall sonst hätten sie sich gehasst, aber hier sind sie aufeinander angewiesen. Zusammen beginnen sie die Reise zu einem Tempel, um dort eine vergessene Technologie zu finden. Beide haben unterschiedliche Missionen und Ziele. Können sie einander in dieser Zweckgemeinschaft trauen?

Von dem Autorenduo habe ich bereits „These broken Stars“ gelesen. Das Buch fand ich ganz nett, aber hier konnte ich nicht sonderlich den Hype verstehen. Hier hat mir irgendwie die Handlung gefehlt. Da der Klappentext von „Undying – Das Vermächtnis“ spannend klang, wollte ich den Autorinnen gerne noch eine Chance geben. Die Geschichte beginnt zunächst recht ähnlich. Wieder sind zwei Personen – ein Junge und ein Mädchen – alleine auf einem verlassenen Planeten. Einer kennt sich mit den Begebenheiten besser aus und ist gut im Überlebenstraining.

Als die beiden zu dem Tempel finden erinnert die Geschichte eher an Indianer Jones. Der Zugang ist voller Rätsel und Fallen. Dieser Aspekt ist zwar eine schöne Abwechslung, jedoch machen diese Rätsel über die Hälfte des Buches aus. So unterschiedlich sie auch sind, wurden sie mir irgendwann langweilig. Ich hätte gerne noch irgendetwas anderes gehabt. So hat für mich die Spannungskurve recht bald angenommen und konnte auch nur zum Ende hin leicht gesteigert werden.

Wer vom Stil her „These broken Stars” mochte, der wird auch dieses Buch mögen. Einige Parallelen gibt es zwischen beiden Reihen, jedoch sind auch einige neue Aspekte dazugekommen. Für mich war zwar der Schreibstil und die Charaktere angenehm, jedoch war mir die Handlung zu dürftig.

Veröffentlicht am 17.07.2018

Was finden die beiden nur aneinander?

King of New York
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Es kommt selten vor, aber vor diesem Buch hatte ich eigentlich gar keine Erwartungen an die Geschichte. Ich kannte weder die Autorin noch hat ich vorher etwas über das Buch gehört. Noch außergewöhnlicher ...

Es kommt selten vor, aber vor diesem Buch hatte ich eigentlich gar keine Erwartungen an die Geschichte. Ich kannte weder die Autorin noch hat ich vorher etwas über das Buch gehört. Noch außergewöhnlicher ist, dass ich trotz fehlender Erwartungen dennoch von dem Buch enttäuscht wurde.

Als „King of New York“ bezeichnet sich Max King. Er ist sehr reich und es gewohnt, dass er seinen Willen bekommt. Neuerdings kümmert er sich an seinen Feierabenden um seine Tochter, die bei ihm eingezogen ist. Sei Privatleben trennt er dabei strikt von seinem Berufsleben – bis er auf seine neue Mitarbeiterin Harper trifft, die ihn um den Verstand bringt.

Harper ist eine ambitionierte, junge Frau, die gerne einmal ein Lob von ihrem Chef hören würde. Neben ihrem Job hat sie quasi kein Privatleben mehr. Somit frustriert es sie umso mehr, dass Max nicht die Arbeit zu sehen scheint, die sie erledigt. Als die Geschichte beginnt, können sich Harper und Max nicht sonderlich gut leiden. So wie die beiden sich verhalten, kann ich gut nachvollziehen, dass die beiden nicht miteinander auskommen.

Von einem auf den anderen Moment ändert sich ihr Verhältnis. Bereits nach wenigen Kapiteln fangen die beiden ein Verhältnis an und können nicht mehr voneinander lassen. Dieser Sinneswandel war für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Es werden hier keine Gründe geliefert, was sie aneinander mögen und es gibt auch keinen richtigen Hinweis, warum sich plötzlich ihr zuvor rein geschäftliches Verhältnis ändert.

So Wendungen, die nicht nachvollziehbar waren, gab es in meinen Augen häufiger. Das fand ich sehr schade, weil die Geschichte zwischenzeitlich echt gut war. Als alleinerziehender Vater und Geschäftsmann ist es mit Sicherheit nicht leicht. Lange Arbeitstage im Büro müssen mit gemeinsamen Abendessen, Gesprächen über Schulfreunde und Einkaufsausflügen für Abschlussballkleider in Einklang gebracht werden. Es gibt bis dato noch nicht so viele Bücher, die einen solchen Blickwinkel darstellen und das hat mich fasziniert.

Auch wenn die Thematik eigentlich spannend war, haben mich die Charaktere und die unplausiblen Wendungen enttäuscht. Es könnte so eine schöne, gefühlvolle Geschichte sein, wenn die Handlungen der Figuren nachvollziehbar wären. Dieser Aspekt war für mich leider nicht durch die anschauliche Sprache und die interessanten Denkansätze ausgeglichen werden.