„A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren” aus der Feder von Hazel McBride versprach ein großes und fesselndes Werk zu werden. Drachen, Magie, starke Frauen und ein Matriarchat, welches wieder aufgebaut werden muss. Das Cover gefällt mir sehr gut, die Drachen, welche ein wenig an Metall erinnern, in Bezug auf die Arbeit der Hauptprotagonistin, stylisch. Der Schreibstil war gut, wenn auch mir all die schottischen Bezeichnungen echt schwergefallen sind, sich da alle Namen, Städte usw. zu merken. Außerdem war der Storyaufbau etwas chaotisch und abgehackt. Mal war man hier, schon war man woanders, einiges wurde einfach vorweggenommen, und durch die ganze Kriegstreiberei hat man schon mal leicht den Überblick verloren, wer denn jetzt eigentlich gut und wer böse ist. Die Story wird aus der Sicht von Aemyra erzählt, gerne hätte ich da auch einmal andere Sichten gesehen. So war es doch sehr eintönig, vor allem wegen Aemyra, welche sehr kompliziert ist.
In der Geschichte geht es nun um Aemyra, welche sich mit ihrer Familie versteckt hält, damit sie ihren rechtmäßigen Anspruch auf den Thron annehmen kann, wenn der derzeitige König stirbt. Denn das Land ist eigentlich ein Matriarchat, welches von Frauen regiert wird. Mit ihrer außerordentlich starken Macht der Feuermagie müsste sie dazu eigentlich imstande sein, diesen einzufordern, doch es geht alles mächtig schief und gerät in ein tödliches Komplott. Der Sohn des Königs Fiorean ist entschieden dagegen und stellt sich ihr in den Weg. Mit Erfolg, denn bald schon hat Aemyra mehr zu fürchten als den Verlust ihres Throns…
Aemyra soll eine starke, unabhängige, mächtige und mutige Person sein. Ja, das ist sie, aber dabei ist sie auch so unheimlich dumm und nervtötend. Aemyra ist überheblich, arrogant, so von sich selbst eingenommen, dass sie nur auf sich selbst achtet. Sie sagt die ganze Zeit, dass sie das Land zurückerobern wird, niemanden dabei verletzen wird, und dann alles besser wird. Doch gleichzeitig will sie alle abschlachten und Rache nehmen. Das passt einfach alles nicht zusammen und die Autorin konnte sich wohl nicht für einen Weg entscheiden. Sie trifft schlechte Entscheidungen und gibt dann anderen die Schuld, sagt die ganze Zeit, dass sie Rache nehmen will, es Fiorean heimzahlen wird und macht – rein gar nichts! Sie verknallt sich in ihn. Und bei mir kommt da einfach überhaupt kein Funke an.
Denn Fiorean ist als Charakter einfach eine absolute Null. Er regt bei mir keine Gefühle außer, dass ich so genervt bin, weil ich einfach nicht weiß ob er denn jetzt eigentlich gut ist und Aemyra hilft, oder das alles geplant ist. Er ist einfach nur da, damit er den Enemies to Lovers Trope erfüllt, denn viel anderes macht er nicht. Bei ihm weiß ich eigentlich nicht genau was ich empfinde, also ist er mir ziemlich egal gewesen.
Die meiste Zeit bin ich beim Lesen mit verkrampftem Kiefer dagesessen, denn die Geschichte ist mir so aufgestoßen und ich war so frustriert. Die Story hätte so viel mehr sein können. Aemyra soll DIE stärkste Feuermagiern sein, welche es in den letzten was weiß ich Jahren oder Jahrhunderten gegeben haben soll, und dann scheitert sie jedes Mal an Fiorean, wenn es dabei zum Einsatz kommt. Jedes - Einzelne - Mal! Einfach frustrierend. Sie soll um ihr Land kämpfen, versaut es jedes einzelne Mal und schafft es nicht sich zu wehren, wenn sie dann eingesperrt wird. Sie redet nur so wahnsinnig oft davon, dass alle es bereuen werden, aber sie tut nichts. Einmal versucht sie zu fliehen und das wars. Danach ist sie schon gefühlt von Fiorean abhängig.
Dann gibt es auch noch bestimmte Priester, welche das Land von Magie säubern wollen, in anderen schon sehr erfolgreich waren, und das ist mal wieder so ernüchtert, was diese Leute für eine Macht haben und sie auch einsetzen, egal um welchen Preis. Die waren einfach nur ekelerregend und da hat sich bei mir alles gesträubt.
Die Drachen waren das einzig coole, was mir richtig gut gefallen hat. Es gibt nicht viele und das ganze Konzept darum hat mir sehr gefallen. Das man sich mit ihnen verbinden kann, die ganze Magie, das Auftreten, hat mir gut gefallen. Gerne hätte ich mehr Einsicht gehabt und sie öfters zu Gesicht bekommen. Die andere Magie wird nicht so gut erklärt und wird einfach eingebaut. Da hätte ich auch gerne mehr erfahren, wie sie funktioniert, warum sie so eingeschränkt ist usw.
Zu Aemyras Bruder Adarian. Er ist ein cooler und toller Zeitgenosse, welcher sich sehr um die Sicherheit seiner Schwester bemüht ist. Er hat immer Zeit sich um sie zu kümmern, und hat wohl keine anderen Hobbys außer seiner Arbeit, denn die Sicherheit seiner Schwester ist ein Dauer Job. Denn Aemyra schert sich fast nicht darum, dass sie nicht erkannt wird. Ihren Vater konnte ich nicht ausstehen, er wollte nur die Macht und Krieg führen. Eine Szene gab es, welche mir näherbrachte, dass er seine Tochter liebt, aber naja. Ihre ehemalige Geliebte Sorcha ist eine undankbare Zicke, welche einfach nur sauer auf Aemyra ist.
Fioreans Bruder Evander ist der größte Ar** der Welt und hat verdient, was er bekommen hat. Seine Mutter kann ich überhaupt nicht einschätzen, will sie zwar die Familie um jeden Preis an der Macht behalten, sorgt sich aber auch manchmal um Aemyra. Da habe ich wirklich keine Ahnung.
Nach diesem Ende muss man seine Prioritäten, Feinde und Verbündeten jedenfalls genau betrachten, denn ich habe schon absolut den Überblick verloren, wie es denn jetzt steht. Der Schlussteil war echt wieder die Krönung, dass Aemyra es schon wieder nicht hinbekommen hat und wir bis zum nächsten Band warten müssen, wie es weitergeht. Irgendwie war es mir doch klar, dass so etwas noch geschehen muss, denn bitte, wie leicht kann es denn schon sein den rechtmäßigen Thron einzunehmen? Sarkasmus Ende. Sehr, denn sonst gibt es keine Story, aber es ist mehr als frustrierend das mitanzusehen, dass Aemyra einfach absolut jedes Mal scheitert und nichts dabei herauskommt. Sie verliert nur jedes Mal mehr Menschen und nun auch ihr Herz.
Die Story war mehr als nur frustrierend und ich war so genervt von Aemyras Entscheidungen. Die Lovestory finde ich einfach nur dröge und neben den Sexszenen gab es nicht viel zu berichten. Der Wiederaufbau des Matriarchats scheitert jedes Mal, denn nur weil sie sagt sie ist die rechtmäßige Königin, ändert sich gar nichts. Die meisten Personen kann man an die Wand klatschen und die Verbündeten sind so schnell weg vom Fenster, da kommt man gar nicht mehr hinterher. Fiorean ist ein arroganter Mitkerl, der sich zwar hin und wieder für seine Frau einsetzt, hat es aber auch wieder versaut. Und Aemyra ist in vielerlei Hinsicht so strohdumm, wie sie sich gibt, die Entscheidungen, welche sie trifft und wie sie ihre Feinde, wenn diese in greifbarer Nähe sind, nicht in die Hölle schickt, wo sie hingehören. Es ist einfach nur frustrierend. Die Drachen und das Magie System sind das Einzige, welches ich toll finde. Das Schlimmste an dem Ganzen ist, ich will wissen wie es weitergeht und wie sie es schafft ihren Thron zu erobern. Was stimmt mit mir nicht? Das Alles war ein einziger Fiebertraum an Frustration und ich will wissen wie es weitergeht. Das kann ja heiter werden. Für mich war dieses Buch nicht wirklich etwas, aber andere werden es bestimmt lieben, da bin ich mir sicher.
Hiermit möchte ich mich noch recht herzlich bei Aufbau Verlage GmbH & Co. KG und NetGalleyDE für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken, wobei meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst wurde.