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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2018

Eine Prise Liebe

Scarlett (Scarlett 1)
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Kennt ihr schon das Buch "Scarlett - Ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie"? In ihrem literarischen Debüt erzählt Laurel Remington von Scarlett, die der unfreiwillige Star auf dem erfolgreichen ...

Kennt ihr schon das Buch "Scarlett - Ein Löffelchen Geheimnis und der Duft von Magie"? In ihrem literarischen Debüt erzählt Laurel Remington von Scarlett, die der unfreiwillige Star auf dem erfolgreichen Blog ihrer Mutter ist. Sie hasst es. Jetzt kennt jeder ihre peinlichsten Erlebnisse und sie fühlt sich einsamer als je zuvor. Doch dann entdeckt sie in der Küche der alten Rosemary ein handgeschriebenes Kochbuch. Scarlett muss einfach ein Rezept ausprobieren. Und während sie heimlich kocht und backt, Zutaten mischt und Köstlichkeiten kreiert, wird alles ein bisschen besser. Scarlett findet Freundinnen, sie gründet einen geheimen Kochklub und sogar ihre Mum ist nicht mehr ganz so schlimm. Als würde das gemeinsame Essen etwas Unglaubliches bewirken: das Beste und Schönste in den Menschen hervorzubringen. Ob das an der geheimen Zutat liegt?

Dieses zauberhafte Buch hat mich gleich gefangen genommen. Das Cover ist in einem leuchtend roten Farbton gehalten und fällt gleich ins Auge. Aus einem altmodichen Teekessel schweben lauter wunderbare Dinge: ein Buch mit handgeschriebenen Rezepten, ein Mixer, ein Laptop, ein Brief, ein Cupcake, und, und, und...

Auch der interessante Titel greift das Thema "Magie" auf und macht auf die Erzählung neugierig. Im Grunde genommen erzählt es eine ganz alltägliche Geschichte, mit der man sich selbst wiederfinden kann. Es geht um das Leben in einer Familie, Freundschaften, Schwärmereien und Nachbarschaftshilfe und die Freude am Backen und Kochen. Aber auch der Umgang mit Social Media (Stichwort: Bloggen) kommt nicht zu kurz. Laurel Remington schreibt in einem einfachen, gut lesbaren Stil, und man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen. Ihre Sprache ist altersgerecht, lebhaft und mit vielen umgangssprachlichen Wendungen. Alle Kapitel sind kurz gehalten, mit prägnanten Überschriften und hübschen Illustrationen versehen.

In erster Linie richtet sich dieses Buch an Kinder und Jugendliche. Trotzdem werden sich erwachsene Leser seinem Reiz nicht entziehen können. Denn es ruft schöne Erinnerungen wach - und vielleicht weckt es ja den Wunsch, selbst mal ein altes Rezepte-Buch zu wälzen und eigene Erfahrungen in der Küche zu sammeln. Von mir gibt es fünf Sterne!

Veröffentlicht am 01.07.2018

Wahre Freundschaft kennt keine Grenzen

Sprichst du Schokolade?
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Schokolade gegen Nougat - das ist die einfache Formel, auf die Cas Lester die Protagonistinnen Josie und Nadima in seinem Buch "Sprichst du Schokolade" kommen lässt. Denn was soll man anderes tun, wenn ...

Schokolade gegen Nougat - das ist die einfache Formel, auf die Cas Lester die Protagonistinnen Josie und Nadima in seinem Buch "Sprichst du Schokolade" kommen lässt. Denn was soll man anderes tun, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht und aus unterschiedlichen Kulturen kommt? Die rebellische und selbstbewusste Josie und ihre neue Mitschülerin Nadima machen es vor: Sie tauschen Süßigkeiten aus und verständigen sich mithilfe von Emojis. Und so wird schnell klar, dass sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie je gedacht hätten. Der Anfang einer ganz besonderen Freundschaft! Doch wie jede Freundschft wird auch diese auf die Probe gestellt ...

Das Cover spiegelt das zentrale Thema dieses Buches. Es ist künstlerisch gestaltet, in lebhaften Farben gehalten und zeigt die verschiedenen Welten, die in dieser Erzählung aufeinandertreffen. Auf der linken Seite erkennt man Elemente wie einen Doppeldeckerbus, dunkle Regenwolken, Kugelschreiber, Cupcakes und Torten , welche die britische Heimat von Josie kennzeichnen, während auf der rechten Seite Merkmale wie ein Pferd, ein Suppentopf und eine Schale Lokum auftauchen, welche für die syrische Heimat von Nadima stehen. Verbindende Elemente sind Smileys, Freundschaftsarmbänder mit einem Herz und Friedenstauben, die im Laufe der Geschichte eine entscheidende Rolle spielen. Auch Josie und Nadima selbst sind in ihrer typischen Lieblingskleidung zu sehen, wie sie sich mit einem freundlichen Lächeln betrachten.

Cas Lester schreibt in einer einfachen, kindgerechten, gut lesbaren Sprache, wie sie für alle Leser in dem Alter von Josie und Nadima üblich ist. Josie und Nadima sind zwei starke Protagonistinnen, die einander zum ersten Mal in einer englischen Schule begegnen. Josie ist eine typische Siebtklässlerin, etwas vorlaut, großspurig, launisch und erfrischend normal, wenn sie sich mit ihren Brüdern in die Haare bekommt, mit ihren strengen Lehrern anlegt oder ihre Freizeit mit ihren Freundinnen beim Shopping verbringt. Ihre Familie ist nicht "heil", sondern spiegelt die gesellschaftliche Realität. Ihre alleinerziehende Mutter ist berufstätig, verdient ihr Geld als Maklerin und erzieht ihre Kinder zur Selbständigkeit. In der Schule ist Josie keine Überfliegerin, sondern kommt wegen ihrer ausgeprägten Legasthenie immer wieder an ihre Grenzen. Deshalb bringt sie Nadima, die als Flüchtling die englische Sprache noch nicht beherrscht und die Rolle einer Außenseiterin einnimmt, viel Verständnis entgegen und entscheidet sich für eine interessante Methode, mit ihr ins Gespräch zu kommen und sie in die Klasse zu integrieren.

Mir hat dieses moderne Jugendbuch gut gefallen, weil es die gesellschaftliche Realität wiederspiegelt und eine wichtige Botschaft transportiert, Freundschaft und Toleranz sind das Wichtigste, was es auf der ganzen Welt gibt. Deshalb möchte ich es allen Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen empfehlen.

Veröffentlicht am 28.06.2025

Ein Blick über den Gartenzaun

Der Feind in meinem Beet
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Heute wagen wir mal einen Blick über den Gartenzaun. Schrebergärten liegen schwer im Trend. Immer mehr Städter träumen von einer eigenen Parzelle, wo sie sich im Grünen entspannen und eigenes Obst und ...

Heute wagen wir mal einen Blick über den Gartenzaun. Schrebergärten liegen schwer im Trend. Immer mehr Städter träumen von einer eigenen Parzelle, wo sie sich im Grünen entspannen und eigenes Obst und Gemüse anbauen können. In ihrem neuen Roman "Der Feind in meinem Beet" erzählt die Comedienne Käthe Lachmann von der getrennt lebende 43jährige Psychotherapeutin Maren, die sich ihren Wunsch nach einem naturverbundenen Leben im Ausgleich zum stressigen Alltag mit einer kleinen grünen Oase in einer Kleingartenanlage in Hamburg erfüllt hat. Dort läuft ihr nicht nur Tammaro, ein charismatischer Journalist mit italienischen Wurzeln mit einem zutraulichen weißen Kater Kollege, der ihr Herz höher schlagen lässt, sondern auch ihr Ex-Mann Lars, ein echter Garten-Muffel, der sich die angrenzende Parzelle geschnappt hat und von einem Re-Set in der Liebe mit Maren träumt.

Das hübsche Cover versprüht heitere Kleingarten-Romantik. Zwanglos in Jeans, Shirt und Turnschuhen gekleidet, schleppt eine Frau zwei Eimer mit frisch gezogenen Möhren. Auf der gegenüber liegenden Seite des niedrigen Holzzaunes steht ein attraktiver dunkelhaariger Mann, ein Körbchen mit frischem Obst balancierend. Ein weißer Kater scheint Amor zu spielen, er hat sich vor eine blaue Gießkanne mit einem Herzchen-Motiv positioniert und lässt seine Menschen nicht aus den Augen. Der humorvolle Titel ist angelehnt an einen erfolgreichen Film aus den USA, aber mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Käthe Lachmann schenkt ihren Leserinnen einen schönen Roman für zwischendurch, der nicht nur das Herz von gestressten Stadt-Bewohnerinnen und begeisterten Schrebergärtner*innen höher schlagen lässt. Maren ist eine liebenswerte Protagonistin, mit der man sich leicht identifizieren kann, auch wenn sie hin und wieder wie ein unreifer Teenager agiert und an ihre frisch verliebte Tochter erinnert. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet worden, sie haben Ecken und Kanten, verletzen aber nicht die Grenzen des guten Geschmacks. Auch wenn es Lars sichtlich schwer fällt, einen Schlussstrich unter die langjährige Beziehung zu ziehen und die zarte Romanze von Maren mit Tammaro mitanzusehen, kommt es nicht zu einem bitterbösen Rosenkrieg. Die besondere Atmosphäre im Schrebergarten ist sehr gut eingefangen worden, dank der detaillierten Schilderungen findet man sich in der kleinen Anlage mühelos zurecht und nimmt Anteil an dem regen Vereinsleben. Alles in allem fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Wer von einer humorvollen, warmherzigen Lektüre für den Sommer träumt, sollte sich dieses locker und leicht geschriebene Buch nicht entgehen lassen.

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  • Handlung
Veröffentlicht am 24.06.2025

Neighbours

Marchfield Square
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Hello!

Liebt ihr die Netflix-Serie "Only Murder in the Building"? Dann solltet ihr euch den Krimi "Marchfield Square", das literarische Debüt der britischen Autorin Nicola Whyte, nicht entgehen lassen. ...

Hello!

Liebt ihr die Netflix-Serie "Only Murder in the Building"? Dann solltet ihr euch den Krimi "Marchfield Square", das literarische Debüt der britischen Autorin Nicola Whyte, nicht entgehen lassen. Wer weiß schon über seine Nachbarinnen Bescheid?

Das Cover gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die folgende Handlung. Eine Frau unbekannten Alters späht mit einem Fernglas in hell erleuchtete Zimmer. Allem Anschein nach scheint sie eine junge Frau mit einem Pferdeschwanz und einen jungen Mann mit einem Wuschelkopf zu beobachten. Warum?

Das Buch spielt in London, genauer gesagt: in dem in Privatbesitz befindlichen exklusiven Wohnkomplex Marchfield Square mit mehreren Mietwohnungen, unterbrochen von Ausflügen in die nähere Umgebung. Die Handlung wird aus mehreren Perspektiven geschildert, zu Wort kommen Audrey, eine fleißige Putzfrau, Lewis, von Beruf (ungeliebter) Recruiter und Schriftsteller, der nach einem Publikumserfolg an einer Schreibblockade leitet, und Celeste van Duren, eine vermögende verwitwete alte Dame, die mit ihrem Butler Dixon in einem großzügigen Appartement in Marchfield Square residiert, von dem aus sie (im wahrsten Sinne des Wortes) alles im Blick hat. Marchfield Square ist eine Welt für sich, die man sich anhand der detaillierten Beschreibungen und einer illustrierten Karte im Buch plastisch vorstellen kann. Die gepflegte Residenz liegt in einer bevorzugten Wohngegend, hermetisch abgeriegelt von der Außenwelt, zugänglich nur für die (von Celeste und ihrem verstorbenen Mann ausgewählten) Bewohner
innen.

Im Fokus stehen Audrey und Lewis, ein unorthodoxes, ungleiches Ermittler-Team, das auf den ausdrücklichen Wunsch von Celeste private Ermittlungen in einem ungeklärten Mordfall aufnimmt, der sich in einer Wohnung im Marchfield Square ereignet hat. Audrey ist eine extrovertierte, warmherzige junge Frau, die mehr aus dem Bauch heraus agiert, während Lewis ein analytisch denkender,, zurückhaltender Charakter ist, mit einer leichten Schwäche, was die Pflege von sozialen Beziehungen angeht. Auch wenn sie keinerlei praktische Erfahrungen als Hobby-Detektive vorzuweisen haben, schlagen sich Audrey und Lewis tapfer; nach und nach gelingt es ihnen, ihre gegenseitige Abneigung zu überwinden, streng gehütete Geheimnisse ihrer Mit-Bewohnerinnen zu lüften und die richtigen Schlüsse aus ihren Ermittlungen zu ziehen.

Alles in allem handelt es sich um eine leicht lesbare, an cosy crime erinnernde, typisch britische Krimi-Lektüre, mäßig spannend, aber humorvoll und unterhaltsam. Der rätselhafte Fall im Marchfield Square sowie (aus dem ersten Mord resultierende) weitere Verbrechen werden vollständig aufgeklärt; für die aufmerksamen Leser
innen bleiben keinerlei Fragen offen. Perfekt!

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Veröffentlicht am 29.05.2023

Familiengeheimnisse...

Perlensommerträume
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Als ich gerade die Bestätigung des Reiseveranstalters für unseren Sommerurlaub erhalten hatte, bin ich auf den neuen Roman "Perlensommerträume" von Emma Wagner gestoßen, die mit ihren emotional-dramatischen ...

Als ich gerade die Bestätigung des Reiseveranstalters für unseren Sommerurlaub erhalten hatte, bin ich auf den neuen Roman "Perlensommerträume" von Emma Wagner gestoßen, die mit ihren emotional-dramatischen Liebesromanen nicht mehr aus den Bestseller-Listen wegzudenken ist. In ihrem neuen Buch entführt sie ihre Leserinnen in das beliebte Urlaubsziel Kroatien, genauer gesagt: nach Rovinj, eine kroatische Hafenstadt an der Westküste der Halbinsel Istrien

Eigentlich wollte Emilia mit ihrem Freund Michael einen ruhigen Abend in ihrem Lieblingsrestaurant verbringen. Dass er ihr in aller Öffentlichkeit einen Heiratsantrag macht, damit hat sie nicht gerechnet! Sie braucht dringend Bedenkzeit und reist spontan nach Istrien – dorthin, wo ihre Großmutter und ihre Großtante aufgewachsen sind. Doch die beiden sprechen nie über ihre Jugend. Was ist damals geschehen? Und was hat es mit jener geheimnisvollen Schatulle auf sich? Die Suche nach Antworten führt die junge Frau in das malerische Küstenstädtchen Rovinj, wo sie vom Zauber des kroatischen Sommers empfangen wird und von Luka, dem attraktiven Wirt ihres kleinen Hotels. Zusammen tauchen sie tief ein in die Geschichte von Emilias Familie, die von Liebe, Verrat und Verlust erzählt – und mehr mit ihrer Gegenwart zu tun hat, als sie beide ahnen.


Das hübsche Cover verbreitet heiteres Urlaubsfeeling. Eine weiß gekleidete Frau steht sinnend auf einer Treppe und blickt auf das glitzernde Meer hinaus, mit einem weißen Hut vor der Sonne geschützt. in der Ferne ist eine mittelalterlich anmutende Stadt zu erkennen, die zur Erkundung im Rahmen eines touristischen Ausflugs einlädt. Der interessante Titel bleibt im Gedächtnis haften und macht auf die Geschichte neugierig.

Wie bereits erwähnt, hat Emma Wagner sich für ein malerisches und romantisches Setting entschieden. Als ehemaliges Fischerdorf ist Rovinj ein verträumt wirkendes Städtchen an der Adria, welches den Flair der vergangenen Jahrhunderte atmet und sich zu zu einem wahren Magnet für Tourist
innen aus aller Welt entwickelt hat. Seine Sehenswürdigkeiten sind von Emma Wagner anschaulich beschrieben worden; auch wichtige historische Ereignisse werden in ihren neuen Roman integriert. Auf mehreren zeitlichen Ebenen spielend, wird das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Als Ich-Erzählerin nimmt Emilia eine besondere Rolle ein. Um ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden, macht sie sich auf die Suche nach ihren kroatischen Wurzeln - und entdeckt dabei dunkle Familiengeheimnisse, die dunkle Schatten auf das Leben von Oma und Tante werfen.

Wieder einmal ist Emma Wagner eine dramatische, hochemotionale Liebes- (und Familien-) Geschichte vor einer zauberhaften Kulisse gelungen, die ihre treuen Leser*innen in Atem halten und zu Tränen rühren wird. Alles in allem halte ich "Perlensommerträume" für eine unterhaltsame Lektüre, die unbeschwertes Lesevergnügen garantiert, perfekt geeignet zur Einstimmung auf einen Urlaub in Kroatien. Wir nehmen Emma Wagner beim Wort. In einigen Wochen werden wir nach Rovinj verreisen und auf den Spuren von Emilia wandeln. Vielleicht laufen wir uns in den engen Gassen von Rovinj über den Weg? .

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